35 Jahre Arbeitskreis Spandauer Künstler

Ein buntes Haus an der ehemaligen Grenze

Hella Zarski, die gute Seele des ASK (Foto: Ralf Salecker)

Hella Zarski, die gute Seele des ASK (Foto: Ralf Salecker)

Es ist kalt, verschorfter Schnee liegt auf dem Bürgersteig und die Autos rasen an dem flachen bunten Gebäude vorbei. Niemand scheint Notiz von dem Bau an der Heerstraße zu nehmen. Es ist noch nicht lange her, da mussten hier alle einen Stopp einlegen, ob sie wollte oder nicht. Heute kommen die Besucher gerne, nicht nur, um das 35-jährige Jubiläum zu feiern. Die ehemalige Zollstation an der Heerstraße ist heute die Heimstatt vieler Künstler, die sich hier einige Ateliers teilen.

1978 gründete der Spandauer Maler Otto Witte diese unentwegte Gruppe, von der damals kaum jemand annahm, dass sie so lange Bestand haben würde. Er selbst kann dieses Jubiläum nicht mehr feiern da schon 1984 verstarb. 1991 bezog der Arbeitskreis Spandauer Künstler die alte Zollstation an der Heerstraße. Der Einzug war gleichzeitig eine Rettungsaktion für das Gebäude. Eigentlich sollte es dem Bagger weichen. Mit Transparenten vor dem Rathaus setzten sie sich für den Erhalt des Gebäudes ein.

Bunte künstlerische Vielfalt in der Zollstation

Schon von außen macht der Flachbau deutlich, hier geht es künstlerisch zu. Tritt man hinein, ist kaum ein freies Fleckchen Wand zu entdecken. Bilder über Bilder in den unterschiedlichsten Malstilen schmücken die Wände und machen deutlich, hier wird mit viel Elan gemalt.

Die älteste Dame im Künstlerkreis ist stolze 92 Jahre alt, erzählt Hella Zarski, die Vorsitzende des ASK. Seit mehr als 10 Jahren leitet sie die Geschicke des Vereins. In vielen Ausstellungen präsentierten die Mitglieder die Ergebnisse ihrer Arbeit. Zuletzt unter dem Titel „Vielfalt statt Einfalt“ im Gotischen Haus.

Selbst in der Schweiz wurden Werke der Künstler schon präsentiert. Das aufregendste Erlebnis war aber eine große Ausstellung in der Petri-Kirche in Riga, erzählt mit großer Begeisterung Helga Zarski. Der ehemalige Kunstamtsleiter Gerd Steinmöller pflegte einen freundschaftlich-künstlerischen Austausch mit der Stadt in Lettland. Die Ausstellung des ASK dort war die erste deutsche Ausstellung nach 50 Jahren dort gewesen.

Offene Ateliers

Jeden 1. Und 3. Sonntag im Monat können Besucher sich von der Kunstfertigkeit im Haus überzeugen. Von 14 bis 17 Uhr sind diese bei freiem Eintritt gerne gesehen.

Kunst von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist hier präsent. Seit kurzem nutzt eine iranische Künstlerin ein Atelier dort. Ein Yankton-Sioux-Indianer, Robert Alan Packard, fertigt kunstvolle Skulpturen und Pfeifenköpfe aus einem speziellen blutroten Tonstein, dem Catlinit, der nur in seiner Heimat South Dakota vorkommt.

Die Bilder von Hella Zarski finden ihren Ursprung in der Natur – Steine am Ostseestrand oder von Wind und Wellen geformte Zweige. Ganz anders sind die Bilder von Karin Schulte – Götel. Sie war früher in der Modebranche tätig und gibt sich nun abstrakten Ölbildern mit warmen explosiven Farben hin. Klaus Linderhaus ist gleich in doppelter Art und Weise tätig. Als Flaneur durchwandert er die Stadt und beschreibt seinen Blick auf Berlin in Lesungen. Seine Bilder dagegen sind Skizzen der Stadt in Tusche und Aquarell.

Ein Besuch im Haus an der Heerstraße lohnt sich also in jedem Fall.

 

Termine

17. März: Lesung der Autorengruppe Dichtung und Wahrheit um 15 Uhr

26. Mai: Kunst und Maibowle von 14 bis 19 Uhr

11. August: Sommerfest von 14 bis 19 Uhr

Weiteres auf: http://www.ask-galerie-berlin.de/


Zu finden unter: FeaturedKunst & Kultur

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