Ältere Nachbarn wünschen sich lebhaftes Wohnumfeld

Von wegen: Bitte Ruhe! Eine Umfrage von Netzwerk Nachbarschaft bestätigt, dass sich gerade ältere Nachbarn ein lebhaftes Wohnumfeld wünschen, mit Kindern und nicht zu leise.

Im Gegensatz zum weitläufigen Vorurteil wünschen sich ältere Menschen ein lebendiges Umfeld. Foto: Netzwerk Nachbarschaft

Im Gegensatz zum weitläufigen Vorurteil wünschen sich ältere Menschen ein lebendiges Umfeld. Foto: Netzwerk Nachbarschaft

Mit zunehmendem Alter wird auch der nachbarschaftliche Zusammenhalt für die Deutschen immer wichtiger. Besonders für ältere Nachbarn bedeuten gegenseitige Hilfsdienste und ein lebendiges Wohnumfeld pure Lebensqualität. Für sie steht auch die „Schlüsselfrage“ im Fokus: „Mein Nachbar hat einen Schlüssel zu meiner Wohnung“, bestätigen 27 Prozent aller Deutschen, bei den über 60-Jährigen vertrauen schon knapp 40 Prozent dem Nachbar ihren Schlüssel an. Das hat eine aktuelle Emnid Umfrage im Auftrag von Netzwerk Nachbarschaft ergeben.

Die Mehrheit schaut hin

Mehr Aufmerksamkeit für die älteren Mitbewohner — in guter Nachbarschaft ist das selbstverständlich. Wird ein Nachbar mehrere Tage nicht gesehen oder quillt der Briefkasten über, sieht die Mehrheit der Nachbarn hin: 68 Prozent aller Deutschen können sich nicht vorstellen, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Menschen unbemerkt vereinsamen oder erkranken. Bei den über 60-Jährigen Befragten halten dies sogar 77 Prozent für unmöglich.

Was zeichnet eine schöne Strasse aus?

Entgegen aller Vorurteile erfreuen sich ältere Anwohner an einem munteren Wohnumfeld. Lediglich acht Prozent von ihnen assoziieren mit Nachbarschaft den Begriff „Lärm“, bei den 30 bis 39-Jährigen sind es mehr als doppelt so viele. Die Generation 60 plus legt zudem viel Wert auf Gemeinschaftseinrichtungen und Austausch in ihrer Straße: 76 Prozent wünschen sich einen nahen Treffpunkt mit den Nachbarn. Ein naher Spielplatz ist für 73 Prozent der älteren Anwohner prägendes Merkmal einer schönen Straße. Dies hat eine weitere Studie von Netzwerk Nachbarschaft und hagebaumarkt ergeben. Im Rahmen ihres gemeinsam veranstalteten Wettbewerbs „Die schönste Straße Deutschlands“ hatten die Initiatoren gefragt, welche Merkmale für Nachbarn zu einer schönen Straße gehören. „Gerade einmal neun Prozent der älteren Nachbarn geben an, dass sie ihre Nachbarschaft nicht interessiere“, bestätigt Erdtrud Mühlens vom Netzwerk. „Dass so viele Wettbewerbsprojekte auf das Wohl der Älteren Mitbewohner einzahlen, freut uns daher besonders“. Interessierte Nachbarn können sich mit ihrem Projekt noch bis Ende August bewerben und Geldpreise im Gesamtwert von 70.000 Euro gewinnen.

Infos zum Wettbewerb „Die schönste Straße Deutschlands“ unter: http://netzwerk-nachbarschaft.net/wettbewerbe/schoenste-strasse.html

Patrick Rein


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