Damit beim Auslandsaufenthalt nichts „schief“ läuft

Wer als Au-pair oder Student ins Ausland geht, gewinnt viele wertvolle Erfahrungen, doch wie sieht es dabei mit dem Versicherungsschutz aus?

In Zeiten der Globalisierung werden Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Zunehmend mehr junge Menschen nutzen daher die Möglichkeit, als Au-pair gleich nach dem Abitur oder später als Student eine längere Zeit im Ausland zu verbringen: Das Leben weitab von zuhause genießen, viele neue Eindrücke, ein großes Stück Selbstständigkeit. Doch bei aller Begeisterung sollten Reisewillige die Risiken eines Auslandsaufenthalts nicht ignorieren. Denn Missgeschicke, Krankheit und Unfälle passieren in der Ferne genauso wie zu Hause.

Birgit Dreyer ist studierte Betriebswirtin und ausgebildete Reiseverkehrskaufrau und seit vielen Jahren in der ERGO Versicherungsgruppe tätig.

Birgit Dreyer, studierte Betriebswirtin und ausgebildete Reiseverkehrskaufrau, ist seit vielen Jahren in der ERGO Versicherungsgruppe tätig. Foto: ERGO

Nur bedingt abgesichert

Birgit Dreyer von der Europäischen Reiseversicherung erläutert, warum sich Au-pairs und Studenten schon im Vorfeld Gedanken über den passenden Versicherungsschutz machen sollten. Denn: Die gesetzliche Krankenversicherung greift während eines längeren Auslandsaufenthaltes nur bedingt. Dabei macht es zunächst einen Unterschied, wo der Student sein Auslandssemester absolviert oder in welchem Land die Gastfamilien der Au-pairs leben. Gerade in besonders beliebten Ländern wie den USA, Kanada oder Australien gibt es keine Erstattung der Behandlungskosten. Innerhalb der EU greift der Versicherungsschutz zwar grundsätzlich, allerdings wird nur das erstattet, was den vor Ort Versicherten auch gezahlt werden würde – und das ist oft deutlich weniger. Weitere Einschränkungen: Viele Leistungen sind im Ausland gar nicht versichert, wie beispielsweise der Transport ins nächste Krankenhaus. Diese Kosten müssten Studenten und Au-pairs aus eigener Tasche zahlen.

In europäischen Ländern - wie hier in Schweden/Göteborg - greift grundsätzlich erst Mal der heimische Versicherungsschutz.

In europäischen Ländern – wie hier in Schweden/Göteborg – greift grundsätzlich erst Mal der heimische Versicherungsschutz. Foto: Patrick Rein

Kostendeckung bei Zahnbehandlung

Da sich Studenten und Au-pairs über einen längeren Zeitraum in fremden Ländern aufhalten, sichert eine spezielle Studenten- und Au-pair-Versicherung die jungen Reisenden während des gesamten Auslandsaufenthalts bei Unfällen und akuten Erkrankungen ab. Außerdem kümmert sie sich – wenn nötig – um einen Rücktransport ins Heimatland. Das kann eine große finanzielle Entlastung sein, da ein Heimtransport leicht einen fünfstelligen Betrag ausmacht. Bei den im Alltag häufigeren, kleineren Unfällen mit oftmals teuren Folgen springt die Versicherung ebenfalls ein: Wer sich zum Beispiel eine Ecke vom Zahn ausbeißt, müsste sich auch fern der Heimat um die Kosten einer Zahnbehandlung keine Sorgen machen.

Auch eine Haftplichtversicherung kann bei entstehenden Schäden im Ausland hilfreich sein.

Auch eine Haftplichtversicherung kann bei entstehenden Schäden im Ausland hilfreich sein. Foto: Patrick Rein

Erkrankung von Familienmitgliedern

Nach Ansicht der Expertin ist es ebenso sinnvoll, die Auslandskrankenversicherung um einen weiteren Auslandsschutz zu ergänzen, beispielsweise ein Paket aus Unfall-, Haftpflicht- und Unterbrechungs-Versicherung. Angenommen, das Au-pair lässt die teure Vase aus dem Familienerbe fallen: Dann bleibt er oder sie nicht auf den Kosten sitzen – die Versicherung kommt für den entstandenen Schaden auf. Vorteil der Unterbrechungs-Versicherung ist, wenn aus wichtigen Gründen – beispielsweise schwere Erkrankung eines Familienmitglieds – eine schnelle Heimreise nötig wird. Dann trägt die Versicherung die Kosten für die Rückreise und bei Unterbrechung sogar für die erneute Anreise.

Patrick Rein


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