Deutsche Wasserballer verpassen Olympia-Qualifikation


Nationaltrainer Stamm: „Wie ein Ruderboot ohne Ruder“

Die deutschen Wasserballer unterlagen überraschend Mazedonien 4:6 und verpassten so beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele im kanadischen Edmonton das Viertelfinale. Nur die Halbfinalisten fahren zu den Spielen nach London. Im Spiel gegen Mazedonien hätte ein Unentschieden gereicht doch nach einer anfänglichen Führung passte bei den deutschen Spielern nichts mehr zusammen. Die für Olympia qualifizierten Wasserballteams sind jetzt: Montenegro, Spanien,

Wasserball ist ein harter Sport

Wasserball ist ein harter Sport. Hier die Wasserfreunde Spandau gegen Dubrovnik.

Griechenland, Rumänien, Italien, Serbien, Kroatien und Ungarn. Die letzten vier Länder hatten sich bereits bei der WM 2011 qualifiziert. Dank ihren Erfolgen bei Kontinentalturnieren sind außerdem Australien, Kasachstan und die USA dabei. Außenseiter Großbritannien fungiert als Gastgeber.

Stamm sah es realistisch

Schon im Interview auf Mein Spandau im letzten Oktober schätzte Nationaltrainer Hagen Stamm, der auch als Präsident der Wasserfreunde Spandau aktiv ist, die Chancen kritisch ein. In den Mittelmeerländern habe der Sport einfach einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. „Ungarn, Italien, Kroatien und Serbien sind International ganz weit vorn“, sagte er damals. Eine Aussage, die sich nun bestätigt. Mit neun von 13 Spielern im nationalen Wasserballteam sind die Wasserfreunde Spandau gut vertreten. Der Verein wurde außerdem in 33 Jahren 31 Mal Deutscher Meister.

Auch gegenüber der Berliner Zeitung schätzte Stamm Mazedonien in der Mittwochsausgabe als harten Gegner ein. Das Team habe sich gerade mit fünf exzellenten Spielern verstärkt, die kürzlich noch Serben und Kroaten gewesen seien. Allerdings ging er zu dem Zeitpunkt noch von einem Sieg aus und beschrieb das Spiel gegen die Griechen als knifflig. Dann käme es natürlich auf das Viertelfinale an. Dazu kam es leider nicht mehr.

Bundestrainer Hagen Stamm

Bundestrainer Hagen Stamm, hier in seinem Fahrradgroßhandel. Fotos (2): Kirsten Stamer

Historische Chance verpasst

Der Schock bei den Verantwortlichen und Spielern sitze tief, schreibt der Team Manager und Assistenz-Trainer des Wasserball-Teams Deutschland, Michael Zellmer auf der Website wasserball-helden.de. Dort ist außerdem ein Interview mit ihm zum Olympia-Aus zu lesen. Eine historische Chance an medialer Aufmerksamkeit sei verpasst worden. Die Niederlage gegen Mazedonien sei verdient gewesen, denn nach der 3:0 Führung sei in der Mannschaft gar nichts mehr gegangen. Er zitiert Stamm: „In den letzten beiden Vierteln war die gesamte Angriffsarmada wie ein Ruderboot ohne Ruder“.

Nun soll eine Analyse des Spiels mit dem Deutschen Schwimm-Verband erfolgen.

Kirsten Stamer


Zu finden unter: NewsSport

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