Die Button-Lösung ist da, ganz Deutschland ist nun sicher

Seit dem 1. August gilt ein verbesserter Verbraucherschutz

Seit dem 1.8. gilt die "Button-Lösung"

Seit dem 1.8. gilt die „Button-Lösung“

Fühlen sie sich merkbar sicherer, wenn sie im Internet unterwegs sind? Nein? Dabei hat unsere Verbraucherministerin deutlich betont, wie sicher das Surfen inzwischen geworden ist. Seit dem 1. August sollten sie in keine versteckte Abo-Falle mehr tappen können oder gar aus Versehen Dinge bestellen, die sie nicht haben wollen. Es gilt nämlich die sog. „Button-Lösung“. Danke Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger!

Ich kaufe jetzt ganz sicher, wenn ich klicke

Button-Lösung! Die „Was?“ werden sie sich fragen. Nun, im Prinzip scheint es ganz einfach. Online-Händler sind nun verpflichtet, einen ganz besonderen Button einzubinden, wenn es darum geht, dem Kunden etwas zu verkaufen. Früher hatte man auf einen irgendwie gekennzeichneten Button geklickt oder sogar auf mehrere und irgendwann am Schluss hatten sie Ware bestellt, manchmal gewollt, manchmal aber auch nicht. Jetzt muss ein eindeutig gekennzeichneter Bestellknopf unmissverständlich auf den kostenpflichtigen Kaufabschluss hinweisen. „Bestellen“ reicht nicht, es muss konkret sein, wie z.B. „Kaufen“. Vorher herrschte erheblicher Wildwuchs.

Der Knopf ist nur ein Teil der ganzen Geschichte

Auch wenn die „Button-Lösung“ in aller Munde ist, geht es doch um erheblich mehr. Ein Klick auf den Bestellbutton brachte oft genug ein überraschendes Ergebnis für die Kundschaft. Da etwas bestätigt wurde, was nicht klar zu erkennen war, konnte oft kräftig geschummelt werden. Rund 20.000 Beschwerden monatlich hatten Verbraucherschützer bundesweit zu vermelden.

Mit dem neuen Gesetz müssen auch alle relevanten Umstände des einzugehenden Vertrags klar erkennbar sein. Die bestellte Ware muss in Art und Menge klar ersichtlich sein. Einfach ein T-Shirt in der Bestellliste zu sehen genügt nicht. Angabe zur Größe, Farbe, möglicherweise dem Schnitt und natürlich vor allem der Preis mit allen Zusatzkosten müssen unmissverständlich genannt werden.

Was sagt ein IT-Fachmann dazu?

Durch die Regelung in der Neufassung des § 312g BGB müssen Online-Shops künftig deutlich klarstellen, wenn der Nutzer im Begriff ist, eine Bestellung oder ein Abo auszulösen. So weit, so gut. Leider ist die Art und Weise, wie das vom Shop-Betreiber auszugestalten ist derart komplex, dass die allermeisten Shops nun wohl massiv überarbeitet werden müssen. Wer das nicht tut, riskiert Abmahnungen oder unwirksame Kaufverträge.

Wie denn die neue Regelung einzuschätzen sei, fragten wir jemanden, der schon kraft seiner Partei-Mitgliedschaft als besonders Internetaffin gilt, Emilio Paolini, den Fraktionsvorsitzenden der Spandauer Piraten, IT-Unternehmer und Kandidat für das IHK-Parlament.

„Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sowie Shop-Betreiber die den Bereich online nur als Nebengeschäft betreiben stehen vor einem hohen Abmahn-Risiko, vor allem wenn sich – wie so oft – unseriöse Kanzleien auf solche Abmahnungen „Einschießen““, führt Emilio Paolini von den Spandauer Piraten aus.

„Das Problem dürfte sich jedoch im Laufe der Monate wieder relativieren, sobald die Anbieter von Standard-Shop-Systemen und die entsprechenden Open-Source-Produkte diese Änderungen eingearbeitet haben.

Unterm Strich ist mehr Transparenz und Verbrauchersicherheit natürlich in jedem Falle zu begrüßen.“

 

 

Ralf Salecker


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