Die Jobassistenz in Spandau

Lebensweltbezogene Beratung anbieten

„Wir wollen Menschen eine Jobperspektive geben“, sagt Annukka Ahonen. „Das bedeutet manchmal auch, Menschen aus der Frustration und dem Stillstand herauszuholen und Wege aus der Arbeitslosigkeit aufzuzeigen.“ Das sei das besondere an der Jobassistenz. „Wir haben die Zeit und Flexibilität um die Kunden entsprechend zu beraten.“

Ich treffe mich heute mit der Bildungsberaterin Laura Kovác und der Projektleiterin Annukka Ahonen in der Jobassistenz Spandau. Die Bildungsberatungseinrichtung in den Räumen der ehemaligen Agentur für Arbeit am Brunsbütteler Damm 75, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen jeden Alters in allen Fragen der beruflichen Bildung zu informieren, zu beraten und zu unterstützen – so steht es schon an der Eingangstür.

Der Eingang der Jobassistenz ist den meisten noch von der Agentur für Arbeit bekannt.

Der Eingang der Jobassistenz ist den meisten noch von der Agentur für Arbeit bekannt.

Seit im Mai 2010 die Räume frei wurden, ist die Jobassistenz hier ansässig. Laura Kovác, Annukka Ahonen und zwei weitere Bildungsberater gehören zur „zukunft im zentrum GmbH“, die von der Berliner Senatsverwaltung mit der Durchführung des Beratungsangebotes beauftragt wurde.

Vor Ort können neben der Bildungsberatung noch viele weitere Beratungsangebote in Anspruch genommen werden. So bietet der Projektpartner „Kumulus Plus“ zu festen Zeiten Bildungsberatung in türkischer und russischer Sprache an.

„Es ist einfach wichtig mal in der eigenen Sprache erzählt zu bekommen: Was sind meine Rechte und Pflichten und was sind meine Chancen hier in Deutschland, welche beruflichen Perspektiven habe ich“, berichtet Annukka Ahonen. „In Spandau gibt es Menschen vieler Nationalitäten, Beratung zu beruflichen Themen muss diese Menschen erreichen“, ergänzt ihre Kollegin Kovác. Aus diesem Grund werden in Zukunft die Flyer der Jobassistenz auch auf Russisch, Türkisch, Polnisch und Englisch gedruckt.

Die beiden Schuldnerberatungsstellen der AWO und des „Treffpunkt Regenbogen“ ergänzen Dienstags und Donnerstags das Beratungsangebot am Brunsbütteler Damm. „Die Hemmschwelle eine Schuldner- oder Insolvenzberatung in Anspruch zu nehmen ist häufig recht hoch“, meint Ahonen, „unser Haus ist jedoch nicht stigmatisiert. Man geht in die Jobassistenz und nimmt dieses Angebot als eines von vielen wahr“. So gehen Jugendliche ohne Ängste nach der Beratung zu Berufsorientierung und Ausbildung in die Schuldnerberatung, wenn mal wieder die Handyschuldenfalle zugeschnappt hat.

v.r. Projektleiterin Annukka Ahonen und Bildungsberaterin Laura Kováč

v.r. Projektleiterin Annukka Ahonen und Bildungsberaterin Laura Kováč

In der Jobassistenz werden zudem so genannte Sprachstandserfassungen durchgeführt. Dabei wird getestet, auf welchem Niveau sich die Deutschkenntnisse eines Ratsuchenden bewegen. „Gestern hatte ich eine junge zugewanderte Frau hier. Sie möchte Altenpflegerin werden und spricht schon richtig gutes Deutsch. Das Jobcenter hat sie zu uns geschickt um einen Sprachtest durchzuführen, denn als Altenpflegerin muss sie auch gute schriftliche Sprachkenntnisse vorweisen können“, erzählt Ahonen, „wenn wir Förderbedarf feststellen, schreiben wir einen Bericht fürs Jobcenter und schlagen direkt einen passenden Sprachkurs vor.“

„Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht“. George Bernhard Shaw

Zitate wie diese sind immer einmal wieder an den Wänden der Jobassistenz zu lesen. Sie dienen nicht nur als mögliche Eisbrecher beim Einstieg in ein schwieriges Beratungsgespräch, sondern sind auch zu den Mottos der Bildungsberater geworden. „Wir achten auch bei uns selbst auf ständige berufliche Fortbildung“, erklärt Annukka Ahonen. Laura Kovác habe vor kurzem eine Weiterbildung zum Thema Interkulturelle Kommunikation besucht, sie selbst nähme in der nächsten Woche an einer Fachtagung zum Thema Alphabetisierung Erwachsener teil.

Vom Langzeitarbeitslosen über den Berufstätigen mit Weiterbildungswunsch bis hin zum Uniabsolventen sei unter den Kunden alles vertreten. „Wir versuchen eine lebensweltbezogene Beratung anzubieten“, sagt Kovác und Ahonen ergänzt: „Wenn eine Friseurin zu uns kommt und Nageldesign als Zusatzqualifikation erlernen will, machen wir eine Recherche für sie. Welche Bildungsträger haben ein solches Weiterbildungsangebot? Gibt es welche in Teilzeit oder mit Kinderbetreuung? Und wie kann man das eigentlich finanzieren wenn die Schulden drücken?“

Unabhängige, neutrale und in jedem Fall kostenfreie Beratung sei selbstverständlich.

Wer selbst nach freien Stellen gucken möchte oder seine elektronischen Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen will, kann dies an einem der vielen Computerarbeitsplätze tun, die in der Jobassistenz frei zugänglich sind.

Die Jobassistenz in Spandau
Brunsbütteler Damm 75
13581 Berlin
Tel: 030/278733150

spandau@jobassistenz-berlin.de
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 08.00 – 18.00 Uhr


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Zu finden unter: Arbeiten & Lernen

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  1. [...] bei der Jobassistenz Spandau die Studi-Woche. In der Woche vom 2.- 6. Mai  dreht sich in der Jobassistenz dann alles um den Start ins Berufsleben. Offene Sprechstunde in der „Studi-Woche“ ist immer von [...]

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