Spandau ist Vorreiter in Berlin


Dank Funktechnologie können Bücher schneller ausgeliehen werden

Leiterin der Bezirkszentralbibliothek Marion Mühlhoff und Kulturstadtrat Gerhard Hanke (Foto. Ralf Salecker)

Leiterin der Bezirkszentralbibliothek Marion Mühlhoff und Kulturstadtrat Gerhard Hanke (Foto. Ralf Salecker)

Der große Tag war endlich gekommen. Nach langen Wochen intensiver Vorbereitungen sollte heute endlich der offizielle Start gelingen, nachdem er schon einmal verschoben werden musste.

Nicht nur die gesamte Belegschaft der Bezirkszentralbibliothek warte erwartungsvoll auf den großen Augenblick, auch Musik- und Volkshochschule hatten ihre wichtigen Vertreter geschickt.

RFID – ein unscheinbares Etikett

Ein kleines Etikett verändert die Welt der Ausleihe. RFID nennt sich die Technologie, welche ein funkbasierendes Ein- und Auschecken der Medien möglich macht. Gerhard Hanke, Spandaus Kulturstadtrat ist froh, dass die Mitarbeiter sich nun intensiver ihrer eigentlichen Arbeit widmen können, nämlich der Beratung.

Wenn Technik dazu verhilft, die Arbeitswelt etwas erfreulicher zu gestalten, dann kann man rundum zufrieden sein. Spandau ist der erste Bezirk, bei dem diese Technologie vollständig ihren Einzug gefunden hat.

Selbst ist der Nutzer

An vier Selbstverbuchungsautomaten können Nutzer ihre Medien ausleihen. Ende des Jahres können diese mit einer EC-Karte auch anfallende Gebühren sofort begleichen.  Gleich rechts vom Eingang befindet sich die automatisierte Rückverbuchung. Bis zu 25 Medieneinheiten könnten pro Minute bewältigt werden. Über ein Förderband rollen die Medien in einen von 7 Rollcontainern, um danach schnell wieder im Regal zu landen.

Man unterstellt den älteren Herrschaften gerne eine gewisse Hemmschwelle, wenn es um den Umgang mit neuer Technologie geht. Das Gegenteil war der Fall: „Wer mit einem Kontoauszugsdrucker umgehen kann, wird auch mit der modernen Buchausleihe zurande kommen“, so jedenfalls eine ältere Dame.

Geld aus Europa

Spandaus Stadtbibliothek hätte die Ausgabe für das neue System kaum selbst bezahlen können, ist doch schon zu wenig Geld dafür da, neue Medien anzuschaffen. Der Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlins (VÖBB) will die moderne Technologie bis 2013 überall eingeführt haben.

Möglich wird all dies im Rahmen des Projekts TENIVER (Technologische Innovation in der Informationsversorgung).  Es gibt derzeit kein größeres RFID-Projekt im Bibliothekswesen. Das Geld für die Umstellung kommt aus Europa, aus Mitteln der Europäischen Union über den Fonds für regionale Entwicklung EFRE. Natürlich mussten auch das Land Berlin, die Bezirke und letztendlich auch die Bibliothek selbst ihren Beitrag leisten.

Heute haben die „Alarmglocken“ häufig schellen müssen. Blinkende rote Lichter an den Durchgangsschranken machten klar, hier lief jemand mit einem nicht verbuchten Medium hindurch. Der Macht der Gewohnheit folgend wollten einige erst an die Schließfächer und dann die Bücher zurückgeben, von nun an muss es anders herum gehen.

 

Ralf Salecker

 


Zu finden unter: Kunst & KulturNews

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