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Die Spandauer Wilhelmstadt hat ihren Bürgerplatz

Einweihung des Földerichplatzes

Schulleiter Horst John, Landschaftsarchitektin Frau Lechner, Baustadtrat Carsten Röding, Vorsitzender Meine Wilhelmstadt e. V. Thomas Claudius [1]

Schulleiter Horst John, Landschaftsarchitektin Frau Lechner, Baustadtrat Carsten Röding, Vorsitzender Meine Wilhelmstadt e. V. Thomas Claudius

Am 1. Dezember wurde das letzte Teilstück am Földerichplatz in der Spandauer Wilhelmstadt eingeweiht. Baustadtrat Carsten Röding und die verantwortliche Landschaftsarchitektin Frau Lechner illuminierten gemeinsam den Weihnachtsbaum. Schulklassen der Christoph-Földerich-Grundschule [2] stimmten zur Feier des Tages mehrere Lieder an und unterstrichen so auch die Bedeutung, die der direkt vor ihrer eigenen Haustüre gelegenen Platz hat. Der Vorgarten der Schule wurde während der Bauarbeiten gleich mit gestaltet. Ein besonderes Kunstobjekt, eine etwa zwei Meter hohe Stele ziert jetzt diesen Garten. Mehr als ein Dutzend Kinder unter Anleitung einer Künstlerin waren an der Gestaltung von Reliefs zum Thema Himmel beteiligt.

2005 gab es eine erste Beteiligung der Kinder und Anwohner des an der Gestaltung des Földerichplatzes. Seit 2007 wurde hier in drei Bauabschnitten gearbeitet. Rund 920.000 Euro, inklusive Fördermittel, wurden für alle Bauabschnitte investiert. Der vormals sehr unansehnliche Platz besteht nun, nach seiner Fertigstellung aus 3 Teilbereichen. Einem Spielplatz mit hohem Zaun für Ballspiele, einem Kinderspielplatz mit Sandkasten und Kinderspielgeräten, sowie den heute seiner Bestimmung übergebenen letzten Teil, einem offenen barrierefreien Platz, der für vielfältigste Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Wilhelmstadt hat hier ein neues Zentrum bekommen, welches nun mit Leben gefüllt werden muss. Nicht alle Anwohner freuen sich über das Leben, welches hier nun tobt. Immer wieder kommt es zu Anzeigen wegen ruhestörenden Lärms. Schade eigentlich.

Die mögliche Nutzung des Platzes als Veranstaltungsort wurde schon beim Ausbau berücksichtigt. Eine 4×4 Meter große Bühne, die vom Bezirksamt finanziert wurde, kann an vier Punkten im Boden sicher verankert werden. Wind und Wetter können ihr nichts mehr anhaben. Anschlüsse für Strom und Wasser existieren gleich daneben. Auch der Weihnachtsbaum aus dem Spektefeld steht sicher in einer Verankerung im Boden.

Aus dem Publikum kam eine Frage, die offensichtlich nicht so einfach zu beantworten ist. Sie hätte gerne gewusst, wann der Wochenmarkt hier seine Stände aufbauen wird. Diskutiert darüber wird schon seit längerer Zeit in der Wilhelmstadt. Anscheinend ist der Drang der Teilnehmer des Wochenmarktes gleich um die Ecke nicht so ausgeprägt, einen Umzug an diesen Ort in Erwägung zu ziehen. Möglicherweise genügt ein Besuch, um sich von den Vorteilen des neuen Platzes überzeugen zu lassen. Für die notwendige Infrastruktur ist gesorgt. Jahrelange Gewohnheiten legt man nicht so leicht ab. Die Angst, Kunden zu verlieren, weil sie den etwas weiteren Weg scheuen, mag ein Grund dafür sein. Eine endgültige Entscheidung darüber wird vom zuständigen Stadtrat und der BVV getroffen.

Thomas Claudius, der Vorsitzende des Vereins „Meine Wilhelmstadt e. V.“ [3] nutzte die Gelegenheit, sich bei Carsten Röding und allen Beteiligten für ihr Engagement zu bedanken. Auch er möchte gerne einen Wochenmarkt an dieser Stelle.

Carsten Röding sprach in seiner Rede einen wichtigen Aspekt der Neugestaltung an. Gerade die offene Bebauung und die Gelegenheit einer vielfältigen Nutzung für Kinder und Familien, sowie das Fehlen von „Angstecken“ sollte einer möglichen unerwünschten Zweckentfremdung des Ortes entgegen wirken. Was vom Polizeibeamten des zuständigen Abschnitts nur bestätigt werden konnte. Rampen an den Seiten ermöglichen es auch Rollstuhlfahrern, diesen Platz problemlos zu nutzen. Auch für Sehbehinderte gibt es taktile Orientierungselemente. Jung und Alt haben so die Gelegenheit den neuen zentralen Platz gemeinsam zu nutzen.

Gleich neben dem Földerichplatz, in den Räumen der alten Post, eröffnet Anfang nächsten Jahres der Stadtteilladen der Wilhelmstadt. Der Verein „Meine Wilhelmstadt e. V.“, der überlegt, eine Patenschaft für den Földerichplatz zu übernehmen, wird dort wahrscheinlich als Untermieter sein Büro eröffnen. Noch müssen ein paar kleine Punkte mit dem Bezirksamt geklärt werden. Damit hätte die Wilhelmstadt in mehrfacher Hinsicht einen zentralen Anlaufpunkt. Die Adamstraße selbst dürfte dadurch erheblich an Attraktivität gewinnen. Mehr Leben bedeutet auch die Chance für einen geringeren Geschäfteleerstand. Das wäre für die Wilhelmstadt mehr als wünschenswert.

Bis vor einiger Zeit zierte die Fassade der alten Post noch ein eiserner Postadler. Dieser ist anscheinend unbemerkt davongeflogen. Niemand konnte Auskunft über seinen Verbleib geben.

 

Ralf Salecker