Diskussion über Jugendschutzkontrollen im Spandauer Plan B


Angemessen oder belästigend?

Die Spandauer Internetgemeinde diskutiert seit letztem Samstag über die Kontrollen in der Kneipe Plan B. Die Betreiber des Barfly Plan B hatten einen langen Beschwerdebrief über ihre Facebookseite veröffentlicht, in dem sie unter anderem fragten, womit sie die verstärkten Kontrollen verdient hätten.

Das Plan B beschwert sich über häufige Jugendschutzkontrollen.

Das Plan B beschwert sich über häufige Jugendschutzkontrollen. Foto: Kirsten Stamer

Schon der Beginn des Textes machte aufmerksam:

„WIR SIND SEHR WÜTEND!!!!
Jetzt mal im Ernst, geben wir wirklich diesem Bezirk so viel Anlass uns wie Schwerverbrecher zu behandeln??? Gestern Abend um 00.15 Uhr und nur die Uhrzeit ist eigentlich schon eine Verarschung, schlagen wiedermal (zum dritten mal in wenigen Wochen) das Sonderkommando des Jugendamtes in unserem Laden auf, um unsere Gäste erneut mit Ausweiskontrollen zu belästigen.“

In dem Text wurde weiterhin erwähnt, dass es nie Probleme mit jugendlichen Gästen gegeben habe, man aber, um die Gesetze einzuhalten, ein Einlassverbot für unter 18-Jährige erlassen habe und dies mit Ausweiskontrollen durchsetze. In den letzten Wochen sei durch das Jugendamt drei Mal kontrolliert und kein Jugendlicher unter 18 angetroffen worden. Die Gäste würden durch die Kontrollen belästigt. Auch einen Lösungsvorschlag gab es laut Plan B:

„Wir verstehen unter Jugendschutz, dass wir aufpassen, dass junge Menschen kultiviert bei uns ausgehen können. Und wenn das Amt einfach mal ohne zu kontrollieren vorbei käme, würden sie sehen, dass junge Menschen bei uns gut aufgehoben sind. Dann gäbe es auch keinen Anlass uns als ihren Gegner zu betrachten. Wir haben dem Amt vorgeschlagen mit uns zusammen zu arbeiten z.b. in dem Streetworker mal eine Schicht mitlaufen um unsere Arbeit zu beobachten, kritisieren und beurteilen zu können doch diese Form der Zusammenarbeit wurde uns verwehrt und andere Vorschläge gab es nicht.“

Anfrage beim Bezirksamt

Seither wurde für diesen Text 175 mal der „I-like-Button“ geklickt. Etliche Spandauer beteiligten sich mit insgesamt 50 Kommentaren an der Diskussion und versicherten dem Plan B ihre Unterstützung. Auch die Politik wurde auf die Diskussion aufmerksam. So versicherte neben CDU Mitgliedern auch Emilio Paolini, der Fraktionsvorsitzende der Spandauer Piraten Fraktion sich in der BVV für das Plan B einzusetzen. Paolini richtete am Dienstag eine schriftliche Anfrage an das Bezirksamt, in der unter anderem nach der Anzahl der Jugendschutzkontrollen in gastronomischen Betrieben in Spandau im Jahre 2011 gefragt wurde. Um die insgesamt sechs Fragen zu beantworten hat das Bezirksamt nun drei Wochen Zeit.

Doch Jugendliche im Plan B?

Aber auch im Jugendhilfeausschuss, ebenfalls am Dienstag, dem 27.03, wurde das Thema besprochen. Janine Schneider von der CDU Fraktion bat Bildungsstadtrat Gerhard Hanke um Aufklärung. Dieser war, nach Berichten von Paolini, gut vorbereitet und hatte schon einen entsprechenden Mitarbeiter zur Hand. Dem Grundsatz der „piratischen“ Transparenz folgend, stellte Paolini seine Notizen des Jugendhilfeausschusses in das Internet. Nach seiner Erinnerung wurde erklärt, dass schon im Dezember zwei Jugendliche Nachts im Plan B angetroffen wurden und in den darauffolgenden monatlichen Kontrollen dort immer wieder Jugendliche angetroffen worden seien. Erst im März sei eine Kontrolle ohne Beanstandung zustande gekommen. Bei Auffälligkeiten werde mit Wissen des Gastwirtes jeweils nach vier Wochen erneut kontrolliert.
Nun sind wir gespannt wie es weitergeht, wie die Anfrage beantwortet wird und ob das Plan B und das Bezirksamt in Sachen Jugendschutz zu einer einvernehmlichen Lösung kommen.

Kirsten Stamer


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