Eifrige Diskussion im Forum Geschäftsstraßen-Management in der Wilhelmstadt


In Spandaus Sanierungsgebiet hält das Interesse an

Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“ (Foto: Ralf Salecker)

Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“ (Foto: Ralf Salecker)

Ein erster Besuch im neuen Stadtteilladen in der Wilhelmstadt. Ende letzten Jahres wurde der Földerichplatz – als neues Herz, direkt vor der Haustüre eingeweiht. Nun gab es hier eine erste öffentliche Veranstaltung. Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“  luden zur Fortsetzung der Veranstaltung zum Geschäftsstraßenmanagement. Wir berichteten.

Die Luft war noch geschwängert vom Duft der frischen Farbe. Keine Spur wies mehr auf die alte Post hin, die hier viele Jahrzehnte gewohnter und geschätzter Anlaufpunkt für die Wilhelmstädter war. Eine Menge Vermieter waren unter den Neugierigen, aber auch Geschäftsleute, Anwohner und Vertreter des Vereins „Meine Wilhelmstadt e. V“. Letztere werden wohl bald ihr Büro in den Räumlichkeiten beziehen können.

Nach einer Präsentation und Erläuterung der gesammelten Ideen aus der letzten Veranstaltung griff das Team der Raumplaner vier ausgewählte Punkte heraus, die von besonderer Bedeutung sein könnten:

Leerstandsmanagement

Besonders in der Pichelsdorfer Straße fällt der Geschäfts-Leerstand sofort ins Auge. Ein Leerstandsmanagement unternimmt den Versuch, über eine kreative und/oder temporäre Nutzung wieder zur dauerhaften Vermietung zu gelangen. Nicht jeder Vermieter konnte mit dem Gedanken etwas anfangen. Vorbehalte standen überdeutlich im Raum. Eine kurzzeitige Nutzung schien Quell unzähliger Probleme zu sein. Etwas provokant warf jemand aus dem Publikum ein, das „immerhin kurz vor Silvester eine Zwischennutzung problemlos zu funktionieren scheine …“.

Viele Vorschläge kamen dazu aus dem Publikum. Temporäre Nutzer könnten Schüler sein, die Ergebnisse ihrer Schulprojekte in leerstehenden Räumen präsentieren. Vor Jahren war einmal ein Fotoprojekt im Gespräch. Künstler bekämen die Möglichkeit ihre Werke in temporären Galerien den Wilhelmstädtern nahezubringen. Kleine Musik-Events und vieles mehr schien denkbar.

Jetzt schon an Weihnachten denken

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. In der Abwandlung eines alten Spruchs und eingedenk längerer Vorlaufzeiten für die Planung also ein vernünftiger Ansatz. Will man potentiellen Kunden ein qualitativ ansprechendes Bild präsentieren, muss die Gestaltung der Beleuchtung einheitlich sein, um ihre Wirkung zu entfalten. Bedenken wurden geäußert: dies wäre zu teuer und nur ein kleiner Teil würde mitmachen wollen. Optimisten erwiderten, man müsse mit gutem Beispiel voran gehen.

Von den türkischen Mitbürgern nahm man an, sie hätten kein Interesse an weihnachtlicher Deko, ein Vorurteil, das schnell ausgeräumt wurde. Die Adamstraße hätte sogar noch einheitlichen Weihnachtsschmuck, der müsste nur gefunden werden. Anfallende Kosten/Gebühren einer Beleuchtung „im Straßenland“ in Höhe von etwa 28,- Euro pro Geschäft könnten auf eine einmalige Zahlung in gleicher Höhe reduziert werden, wenn der Verein „Meine Wilhelmstadt“ diese  anbieten würde.

Einkaufsführer

Wie soll er aussehen, wer wäre das Zielpublikum für einen Einkaufsführer? Sind es die Bewohner der Wilhelmstadt oder das kaufkräftige Publikum aus Gatow und Kladow? Aus dem Publikum kam die Feststellung, die Wilhelmstadt steht mit vielen aus der Umgebung in Konkurrenz: „Die Altstadt ist nicht unser Freund!“

Service – Schlechter Service in der Wilhelmstadt?

Viele aus dem Publikum nickten sofort mit dem Kopf, doch kaum einer konnte Beispiele bieten. „Läden, die schlechten Service geliefert hätten, würden jetzt nicht mehr existieren“, hieß es. Wenn dem so ist, sollte also ein verbessertes Angebot für eine Kundenbindung aber auch für neue Kunden sorgen können.

Für bessere Barrierefreiheit ist nicht überall zu sorgen. Kleine steile Treppenstufen lassen sich nicht einfach aus der Welt schaffen. Mehr Aufmerksamkeit der Ladenbesitzer und eine aktive Hilfe für weniger mobile oder Rollstuhlfahrer könnte also ein Weg sein.

Manches erschien als reines Wunschdenken. Ältere Mitbürger würden sich einen Lieferservice wünschen – nur kosten darf er nichts, schließlich liefern auch Apotheken kostenlos. Hier sind kreative Lösungen gefragt. „Das wäre doch eine Gründeridee“, kam gleich der Vorschlag. Der beliebte Eiermann wurde als positives Beispiel für den „fast“ Haustürservice genannt.

Das Interesse war immer noch ausgesprochen hoch. Neugierde und Diskussionsbereitschaft sind vorhanden. Jetzt gilt es konkrete Ansatzpunkte zu finden …

 

Ralf Salecker


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