Eine Fahrradstation am Lindenufer?

Ein besonderer Service für Radfahrer an der Charlottenbrücke?

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

In der ersten Stufe der Bürgerbeteiligung wurde grob abgeklopft, wie das Lindenufer zwischen Charlottenbrücke und Juliusturmbrücke umgestaltet werden könnte. Dabei kamen ein paar Eckpunkte heraus, die auf jeden anderen Ort auch Anwendung finden könnten. Das Thema Sicherheit ist nach den Ereignissen in Berlin bei manch einem ganz oben auf der Tagesordnung. Leicht wird dabei vergessen, dass es eher die Berichterstattung ist, die ein scheinbar immer gefährlicher werdendes Berlin oder Spandau erzeugt. Sicherheit, Sauberkeit, bessere Beleuchtung, generationenübergreifende Angebote und Barrierefreiheit sind in jedem Fall ein Muss für alle zukünftigen Planungen zum Lindenufer.

Charlottenbrücke heute

Die Charlottenbrücke selbst bietet mit ihrer alten Stahlkonstruktion einen schönen Anblick – wenn man sie von oben anschaut. Unterhalb sieht es weniger ansprechend aus. Früher war dort eine öffentliche Toilette untergebracht. Irgendwann wurde sie zu teuer im Unterhalt. Vandalismus sorgte für den weiteren Verfall. Nun sind alle Räume unter der Brücke seit Jahren verschlossen.

Der Bereich um den Brückenaufleger wird nur selten genutzt. Auf der linken Seite (vom Stresow gesehen) führt eine Treppe hinunter. Rechts ist ein größerer freier Platz, der mangels Bänke kaum genutzt werden kann, obwohl das umgebende Grün durchaus einladen ist.

Charlottenbrücke als Station für Radler

Was könnte man tun, um die Räume des Brückenauflegers sinnvoll zu nutzen? Recht früh kam während der Bürgerbeteiligung ein Wunsch nach einer Servicestation für Radfahrer auf, schließlich soll der Havelradweg irgendwann einmal wirklich an der Havel entlang führen. Was liegt da näher, als dort ein Serviceangebot für Radler zu installieren. Wünschenswert wären abschließbare Boxen, in denen die Radfahrer ihre Taschen, Helme usw. sicher deponieren können, um entspannt die Altstadt aufsuchen zu können. Für eine bessere Anbindung an die Fußgängerzone der Altstadt wünschten sich viele eine Möglichkeit, mit dem Fahrrad schnell vom Havelufer in die Altstadt oder umgekehrt von dort an die Havel gelangen zu können. Eine Treppe mit einer „Rampe“ wäre da ideal.

Einfache Reparaturmöglichkeiten, Flickzeug, Werkzeug und eine Luftpumpe sollten vor Ort sein, um nach einem Malheur schnell weiter zu können. Ideal wäre eine fachkundige Kraft, die diese Station betreut. Der Gedanke, das Klo nebenan gleich mit in Betrieb zu nehmen, wurde schnell verworfen. Technische Gründe, die Notwendigkeit einer Hebeanlage für die Fäkalien, würde die Kosten ausufern lassen. Eine Lösung, die sich auf der Brücke befindet, wäre erstrebenswert. Die relative Nähe anderer Wall-Toiletten in der Altstadt ist zwar okay, vielen aber doch nicht nahe genug.

Das Umfeld gestalten

Vandalismus  und unliebsame Nutzung entsteht oft an dunklen, nicht einsehbaren Orten. Darum bietet sich eine erweiterte Nutzung des Bereichs um die mögliche Fahrradstation in Form von Parkbänken an, die zur Erholung einladen. Damit wird zusätzlich für Abwechslung gesorgt. Gleichzeitig stehen dann die Fahrräder immer unter „Beobachtung“.

Die Ideen, während des Workshops sprudelten nur so. Manche davon erscheinen problemlos zu verwirklichen. Geld für Umbauten wäre durchaus da. Ein Träger als Betreiber einer Fahrradstation ist im Bereich des Möglichen. Praktische Beispiele dafür gibt es.

Eine frühe Einbeziehung der Bürger in Umgestaltungsprojekte ist augenscheinlich eine nutzbringende Angelegenheit. Jeder hat nun die Möglichkeit, nicht nur zu meckern, sondern aktiv seine eigene Umgebung mit zu gestalten. Die steigende Anzahl interessierter Anwohner ist ein gutes Zeichen.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: FeaturedFreizeit

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