Eine haarige Raupe kann üble allergische Reaktionen hervorrufen

Der Eichenprozessionsspinner in Spandau

Gespinst des Eichenprozessionsspinners (Foto: G. Hagedorn)

Gespinst des Eichenprozessionsspinners (Foto: G. Hagedorn)

Eine haarige Geschichte nimmt einmal wieder ihren Lauf. Wie schon in den letzten Jahren geschehen, beginnt die Raupe eines Nachtfalters in Spandau ihr Unwesen zu treiben. Der Eichenprozessionsspinner gehört zu den üblen Gesellen unter den heimischen Faltern. Dabei ist nicht die erwachsene Form ein Problem, sondern die Raupe selbst. Der Falter selbst ist sehr unscheinbar. Die meisten würden ihn einfach als Motte bezeichnen.

Sein Name ist Programm

Wie der Name schon andeutet hält sich der Falter gerne an Eichen auf. Was aber nicht ausschließt, dass er auch anderswo auftauchen kann. Da er es gerne hell mag, findet man ihn meist an Lichtungen oder Straßenrändern. Auffällig ist das dichte Gespinst, welches die geselligen Raupen bilden. Dieses kann bis zu einem Meter lang werden. Von diesem Gespinst, aber auch von der Eigenart sich in einer langen Polonaise voran zubewegen, leitet sich der Rest des Namens her.

Bekämpfung in Spandau

Am letzten Samstag wurden zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners rund 250 Eichen im Verlauf der Potsdamer Chaussee systematisch mit einem Spritzmittel behandelt.

Allergische Probleme durch den Eichenprozessionsspinner

Wie schon erwähnt, ist die Falterform selbst ungefährlich. Etwa im Mai, je nach klimatischen Bedingungen, schlüpft die Raupe aus dem Ei und beginnt zu fressen. Bis Ende Juni fährt sie damit fort. Sechsmal häutet sie sich in dieser Zeit. Die Zeit der Häutung verbringt die Raupe in dichten Gespinsten. Nach jeder Häutung vergrößern sich die Probleme für den Menschen. Die jungen Raupen verfügen über winzig kleine, kaum sichtbare feine Härchen, die an den Enden winzige Widerhaken tragen. Am Schluss ihrer Entwicklung können es rund 600.000 Härchen sein. Darin befindet sich ein Nesselgift, welches Allergieähnliche Symptome hervorrufen kann.

Kommen diese Härchen mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt, brechen die Widerhaken ab und setzen das Gift frei. Leider ist es nicht notwendig, eine Raupe dafür zu berühren. Die Gespinste können durchaus Monate und Jahre überdauern. Der Wind verteilt die Inhalte der Gespinste durch die Gegend, Spaziergänger streifen sie mit ihrer Kleidung unabsichtlich von einem Baum oder der Hund schleppt sie in seinem Fell mit nach Hause. Die allergischen Symptome treten erst nach 6 bis 8 Stunden auf. So ist es manchmal schwierig, ihre Ursache zu bestimmen. Im einfachsten Fall treten nur ein paar juckende Hautrötungen auf. Manch einer bekommt kleine Bläschen auf der Haut. Eher selten sind schwere allergische Reaktionen zu beobachten. Atmet man diese Härchen unbewusst ein, wird das Nesselgift auf den Atemschleimhäuten freigesetzt. Husten und asthmatische Probleme könne die Folge sein. Nach zwei bis drei Wochen ist dann alles wieder vorbei.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: GesundheitNews

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