Eiswerder wird „Insel der schönen Dinge“

Die Meilenwerk AG führt mit Investitionen von 80 Millionen Euro Spandau näher an Berlin ran

Lange Zeit war es ruhig geworden auf der Insel Eiswerder, fast wie im Dornröschenschlaf wurden die großen und restaurierten Gebäude der alten Pulverfabrik nur geringfügig genutzt. Doch jetzt wird das Inselleben durch die Meilenwerk AG, Forum für Fahrkultur, bis zum Frühjahr 2015 wachgeküsst. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 80 Millionen Euro soll Großes entstehen: Ausstellungsflächen für Oldtimer, Uferpromenade, Eventlocation, Hotel, Loftwohnungen, Ateliers, Einzelhandel – einfach alles was ästhetisch und schön ist, soll hier seinen Platz finden.

Martin Halder (zweiter von links) und Carsten Röding (rechts) bezeichnen das Projekt als Glücksfall für Spandau und Berlin.

Martin Halder (zweiter von links) und Carsten Röding (rechts) bezeichnen das Projekt als Glücksfall für Spandau und Berlin. Foto: Patrick Rein

Erarbeiteter Glücksfall

Bei der Präsentation des Projekts sprach Martin Halder, CEO der Meilenwerk AG, von einem Glücksfall: „Es ist unverständlich, dass bisher kein anderer die Insel mit allen seinen Vorteilen entdeckt hat. Gut für uns!“. Spandauerinnen und Spandauer wussten hingegen schon lange, was für ein Juwel sich dort befindet, doch bisher scheiterten alle Bemühungen Investoren zu überzeugen. Mit den durchgeführten Sanierungen und der vorhandenen Infrastruktur sieht Baustadtrat Carsten Röding (CDU) den jetzigen Erfolg jedoch auch als „erarbeiteten Glücksfall“ an.

Eiswerder wird zur "Insel der schönen Dinge"

Eiswerder wird zur „Insel der schönen Dinge“ Foto: Meilenwerk AG

Vom Oldtimer bis zum Neuwagen

Das eigentliche Meilenwerk Berlin entsteht dabei in den Gebäuden des denkmalgeschützten preußischen „Königlichen Feuerwerkslaboratoriums“. Für die Nutzung werden die Übergänge zwischen den Backsteinhallen jeweils als Atrium überdacht, so dass sich eine Bruttogeschossfläche von rund 18.000 Quadratmetern für das Meilenwerk ergibt, von denen etwa 14.500 Quadratmeter vermietbar sind. Zusätzlich wird ein Neubau für moderne Liebhaberfahrzeuge und Sportwagen geschaffen. Die Oldtimer-Immobilie wird Händler und Dienstleister für Freunde der klassischen Fahrkultur beherbergen. Hier findet sich das bereits in Moabit bewährte Angebot: vom Fahrzeugaufbereiter über Werkstätten und Handelsbetriebe für Fahrzeuge und Ersatzteile bis hin zu Gutachtern, Automobilfotografen und sonstigen Anbietern rund um das Thema Oldtimer und Liebhaberfahrzeuge.

Entwurf der neuen Präsentationshallen nei der zwei bestehende Gebäude durch Glasdach verbunden werden.

Entwurf der neuen Präsentationshallen nei der zwei bestehende Gebäude durch Glasdach verbunden werden. Foto: Meilenwerk AG

JWD, Kleingärten und Vereine bleiben

Wie auch bei den anderen beiden aktuellen Meilenwerk-Projekten Hamburg und am Zürichsee wird das Unternehmen das Standortmanagement und die Markenführung langfristig selbst übernehmen und nicht aus der Hand geben. Eine Besonderheit des neuen Meilenwerks Berlin wird das rund 3.500 Quadratmeter große Eventufer auf der bereits vorhandenen Freifläche mit direktem Havelanschluss und einem eigenem Schiffsanleger sein. So können Besucher auch mit Privatboot oder Ausflugsschiff die „Insel der schönen Dinge“ erreichen. Auch die Kleingärtner, Wassersportvereine sowie die Discothek JWD haben vorerst nichts zu befürchten. Gerade die im Norden befindlichen Grundstücke sind Liegenschaften des Bundes und somit nicht betroffen. Das JWD befindet sich ebenfalls in einem anderen Gebäude. Der Großteil der Insel ist jedoch ins Konzept mit einbezogen und die Verträge mit den wenigen verbliebenen Pächtern bereits aufgelöst.

Patrick Rein


Zu finden unter: FeaturedNews

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(1)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau