Elektromobiles Berlin, ist das die Hauptstadt der Zukunft?


Bei Siemens gibt´s schon das passende Fahrzeug

Elektroauto von Siemens

Elektroauto von Siemens

Vor rund 100 Jahren überwogen noch Elektroautos auf den Straßen. Nicht nur weil die Erdölprodukte Benzin und Diesel leichter zu handhaben waren, sondern weil eine entsprechende Lobby diese auch durchzusetzen verstand, fahren heute fast ausschließlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Knapper und teurer werdende Ressourcen und der Gedanke an den Klimaschutz bewirken wieder ein Umdenken. Beim „Festival of Lights“ warb Siemens in Spandau für ein Elektrofahrzeug, den “Smart fortwo Electric Drive”, der 2012 für rund 20.000 Euro zu haben sein soll.

Eine Technologie aus der Vergangenheit soll Berlin die Zukunft bescheren. Der Senat von Berlin verkündete im Dezember letzten Jahres, die Hauptstadtregion will „Schaufenster Elektromobilität“ werden. Der Bund spendiert diesem Programm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € für bis zu fünf Schaufensterregionen. Brandenburg und Berlin wollen dabei Hand in Hand arbeiten.

Bundesminister Ramsauer gab sich im September 2011 optimistisch, was die Elektromobilität in Deutschland angeht. Bis 2020 sieht er Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Dabei betonte er, der Strom aus der Steckdose, mit dem die Autos „betankt“ werden, müsste in jedem Fall aus erneuerbarer Energiegewinnung kommen.

Varianten der Elektroantriebe

Batteriestrom treibt den Motor an

Ein heute noch schwerer und voluminöser Batterieblock liefert die Antriebsenergie für einen reinen Elektromotor. Noch sind keine großen Reichweiten möglich. Die Batterien werden an speziellen Ladestationen aufgeladen. Schnellladevorgänge sorgen zukünftige für überschaubare Ladezeiten. Alternativ könnte der komplette Batterieblock ausgetauscht werden.

Hybridfahrzeug – Verbrennungs- und Elektromotor an Bord

Hier springt der Verbrennungsmotor immer dann in die Bresche, wenn die Batterien leer sind. Insgesamt scheint diese Variante wenig ökonomisch. Beide Antriebe entsprächen eher „light-Versionen“, sollen sie nicht das komplette Fahrzeug dominieren. Eine Variante lädt die Batterie regelmäßig während der Fahrt auf. Damit lässt sich eine relativ hohe Reichweite erzielen.

Brennstoffzellen als Zukunftsmodell?

Im Regelfall wird heute Energie durch Verbrennung und anschließender Nutzung der dabei entstehenden Wärme gewonnen. In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff in einer chemischen Reaktion mit hohem Wirkungsgrad in Strom umgewandelt. Als „Abgas“ entsteht ausschließlich Wasser.

 Kritik an Elektrofahrzeugen

Scheinbar sind Elektroautos die Retter der Zukunft. Kritiker argumentieren dagegen, diese würden in der Herstellung erheblich mehr Energie und seltene Erden verbrauchen, als konventionelle Fahrzeuge. Kommt der Strom dann noch aus alten wenig effizienten oder gar Atomkraftwerken, dann sieht die Gesamt-Öko-Bilanz schlecht aus.

Elektroautos sind natürlich nur so „ökologisch“, wie der Strom ist, mit dem sie angetrieben werden. Effiziente Kraftwerke, wie z. B. Gaskraftwerke oder zukünftig die erneuerbaren Energien, lassen das Pendel der Beurteilung dann wieder eindeutig zum Vorteil der Elektroantriebe ausschlagen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die geringe Reichweite der Elektrofahrzeuge. Schaut man sich aber der Fahralltag an, dann sind 95 Prozent der Autofahrten kürzer als 50 Kilometer am Tag.

Heutige Lithium-Ionen-Batterieblöcke können bis zu einer Tonne und mehr wiegen, je nach gewünschter Reichweite des Fahrzeugs. Der Rest muss also besonders leicht sein, um dies einigermaßen zu kompensieren.

Der Batterieblock im oben erwähnte “Smart fortwo Electric Drive” soll anscheinend nicht gekauft, sondern für etwa 70 Euro im Monat gemietet werden können. Defekte Teile werden dann einfach ausgetauscht. Bei maximal 120 km/h soll der kleine Flitzer immerhin eine Reichweite von 140 Kilometern haben. Im Schnelladevorgang ist er nach nur einer Stunde wieder bereit für die nächste Tour. Bei 25 Cent/Kilowattstunde kostet also eine Ladung für 140 Kilometer 4,50 Euro.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: Auto & VerkehrNews

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau