Eröffnung des Großflughafens wiederholt verschoben

Spandau bleibt auch diesen Sommer nicht von Fluglärm verschont: Tegel bleibt doch noch länger als bis zum 2. Juni in Betrieb

Das Vorzeigeprojekt der Region Berlin-Brandenburg entwickelt sich immer mehr zum Desaster und bringt Politiker in Erklärungsnot: Zum zweiten Mal muss die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) oder auch Willy-Brandt-Flughafen verschoben werden. Grund dafür ist nach einem abgebrochenen Probebetriebes am letzten Donnerstag wohl ein noch nicht ausreichender Brandschutz, was auf Grund des Namensgebers des neuen Großflughafens schon jetzt für Wortspiele sorgt. Experten und Insider bezweifeln allerdings die offizielle Begründung und vermuten noch weitere Unzulänglichkeiten hinter der Verschiebung.

Statt Schließung noch mehr Flugbetrieb in den Sommermonaten von Tegel aus.

Statt Schließung noch mehr Flugbetrieb in den Sommermonaten von Tegel aus. Foto: Patrick Rein

Tegel und Schönefeld bleiben geöffnet

Was im Umland des BER vorerst für Erleichterung sorgt, einige Gemeinden klagen weiterhin gegen die geplanten Flugrouten, bedeutet gerade für die Spandauer noch ein Mal Geduld: der Fluglärm. Durch die Verzögerung bleibt der Flughafen Tegel auch über die Sommermonate in Betrieb und die Einflugschneise über den Bezirk bestehen. Schlimmer noch: Da der BER einen höheren Flugbetrieb ermöglicht, muss dies nun durch Tegel und Schönefeld bestmöglich kompensiert werden, was mehr Starts und Landungen bedeutet. Zwar soll der neue Großflughafen nun nach den Sommerferien eröffnet werde, jedoch lässt diese breit gefächerte Aussage durchaus Gestaltungsspielraum.

Politiker verärgert

Probleme beim Großflughafen machen Tegel vorerst weiter unverzichtbar.

Probleme beim Großflughafen machen Tegel vorerst weiter unverzichtbar. Foto: Patrick Rein

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, selbst Aufsichtsratsmitglied des neuen Airports, und Brandenburgs Ministerpräsident Mathias Platzeck waren verärgert als sie von der Verzögerung erfuhren, übten sich jedoch auch gleich wieder in Durchhalteparolen, dass sich an der Wichtigkeit des Großflughafens für die gesamte Region nichts ändern werde. Beide gestanden jedoch auch ein, dass nun ein erheblicher Imageschaden entstanden sei. Berlin scheint für Großprojekte einfach kein guter Standort zu sein, erinnert man sich an die Probleme vor, bei und nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs der Deutschen Bahn.

Nicht nur der Lufthansa entstehen durch die erneute Verzögerung erhebliche Schäden.

Nicht nur der Lufthansa entstehen durch die erneute Verzögerung erhebliche Schäden. Foto: Patrick Rein

Schäden in Millionenhöhe

Der damals Verantwortliche Bahnchef Mehdorn ist dieses Mal auf der anderen Seite betroffen: Als Chef von Air Berlin drohen seiner als auch den ganzen anderen Fluggesellschaften Ausfälle und Verluste in Millionenhöhe. Zum einen können geplante neue Fluglinien mit den anhaltenden begrenzten Kapazitäten vorerst noch nicht angeboten werden, zudem hatten die Gesellschaften schon ihren Umzug an den neuen Standort geplant. Allein die Kosten für die Offenhaltung der beiden kleineren Flughäfen sollen sich nach ersten Schätzungen auf 15 Millionen monatlich belaufen. Neben einer versprochenen Aufklärung wird das weltweit diskutierte Thema sicherlich kein förderliches Bild auf das Hauptstadt-Projekt werfen. Den Spandauern bleibt zumindest auch in diesem Sommer der bekannte Fluglärm erhalten.


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