Es ist bald an Zeit für die Spandauer, den Garten winterfest zu machen


Unnützer Ordnungswahn im Kleingarten

Heidi Herbach: Die Arbeit im Garten ist fast getan .,..

Heidi Herbach: Die Arbeit im Garten ist fast getan .,..

Wer will jetzt schon an den Winter in Spandau denken? Er scheint noch so weit entfernt zu sein. Trotzdem gibt es einen unübersehbaren Hinweis auf die kalte Jahreszeit. Nein, es sind nicht Mäntel und Stiefel, die als passende Mode all überall präsentiert werden. Weihnachtliches wurde uns präsentiert, als der Sprung ins kühle Nass und ein Sonnenbad noch möglich war. Ein Ignorieren schien kaum möglich.

In den letzten Wochen boten viele Spandauer Discounter auch Gartenhilfsmittel, die uns den Umgang mit der jahreszeitlich notwendigen Gartenarbeit erleichtern sollten. Zeitungen und Zeitschriften beginnen verstärkt auf die Notwendigkeit von sichernden Gartenarbeiten hinzuweisen. Wir kommen also nicht umhin, uns Gedanken um die richtige Vorbereitung des Gartens machen, wenn wir ihn im nächsten Frühjahr nutzen wollen. Erste frostige Nächte hat es im Oktober schon gegeben.

Mit Schneidewerkzeugen, Harken, Rechen und praktisch faltbare Laubbeutel konnten wir uns also rechtzeitig eindecken. Rasen, Hecken, Sträucher vieles mehr wird kräftig zurück geschnitten. Berge von kompostierbarem Material türmen sich auf, viel zu schade, um sie einfach in den Müll zu geben.

Bei all der Ordnung, die wir im Garten schaffen, sollten wir nicht vergessen, ein paar Stellen übrig zu lassen, an denen wir locker Laub anhäufen oder es sogar den Winter über liegen lassen. Bequeme Laubpuster gehören zu den unnützen Werkzeugen im Kleingarten. Sie verbreiten enormen Lärm und sollen noch das kleinste Blatt aus dem Garten jagen. Falscher Ordnungssinn raubt vielen Kleinstlebewesen Schutz und Nahrung für den Winter. Igel nutzen die Laubhaufen gerne als wärmendes Quartier. Im Kompost ist bei Bedarf der eine oder andere Käfer oder Wurm zu finden.

Ein zu viel an Ordnung sorgt nur für einen artenarmen Garten. Das nützt nur den Schädlingen, die sich so hemmungslos vermehren können. Ein vermeidbarer Grund, um die chemische Keule einzusetzen. Natürlich kann ein Teil des anfallenden Laubs auch zum Mulchen verwendet werden. Der Boden wird gleichzeitig vor Kälte, Austrocknen und Erosion geschützt.

Zu groß gewordene Staudenbeete müssen ausgedünnt werden. Noch ist es warm genug, sie zu teilen, ohne Schäden anzurichten. An den neuen Stellen können sie noch anwachsen, bevor der Frost in den Boden dringt und die Pflanzen kein Wasser mehr bekommen. Gerade bei den Margeriten ist es notwendig, sie zu verjüngen, gleiches gilt für Herbstastern. Nur so können sie weitere Jahre mit aller Kraft Blüten treiben. Funkien muss rechtzeitig Einhalt geboten werden. Sie verdrängen sonst schnell die Pflanzen in der Nachbarschaft.

Heidi Herbach selbst ist froh, ihre Arbeit im Garten schon erledigt zu haben: „Die vielen hohen Hecken sind jedes mal ein anstrengendes Stück Arbeit. Ich weiß nicht, ob ich das im nächsten Jahr noch machen möchte.“ Der Garten ist seit vielen Jahren eine grüne Insel für sie im lauten Großstadtgewühl. Er ist Last und Pflicht gleichermaßen. „Auch wenn ich nicht immer Lust dazu habe, muss ich trotzdem hinaus. Die Pflanzen brauchen Wasser. Ein willkommener Zwang, der verhindert, in den eigenen vier Wänden zu versauern.“

Gerade die nicht heimischen Pflanzen müssen nun eine besondere Aufmerksamkeit bekommen. Dahlien haben uns mit prächtigen Blüten vor gar nicht langer Zeit erfreut. Nun müssen sie vor den ersten Nachtfrösten gerettet werden. Ein wenig spät ist es schon dafür. Es geht darum, die Dahlienknollen auszugraben, um sie im Keller trocken einzulagern. Im nächsten Jahr dürfen sie dann wieder in die Erde. Jede einzelne ist sorgfältig zu kennzeichnen. Der Knolle sieht man nicht an, welche Blüte sich dahinter verbirgt. Später sollen die richtige Dahlien wieder an der richtigen Stelle im Garten landen.

Wer etwas früher mit blühendem Mohn erfreut werden möchte, der sät am besten jetzt schon Klatschmohnsamen aus. So blüht er deutlich früher, als der im Frühjahr ausgesäte Mohn. All die wohldurchdachte Arbeit im Herbst sorgt für eine blühende Vielfalt im darauf folgendem Jahr. Damit wir auch dann wieder gerne in unseren Garten gehen können.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: News

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(1)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau