Fahrgäste der BVG stinksauer

Aufzüge in Spandauer U-Bahnhöfen werden erst Jahre später als angekündigt eingebaut.

Mit Demonstrationen haben die Fahrgäste die Aufzüge für die U-Bahnhöfe in Spandau  vor mehreren Jahren erkämpft. Diese kamen dadurch sogar die Prioritätenliste. Doch jetzt ist das offizielle Dementi der BVG bekannt geworden: Die Aufzüge kommen erst mehrere Jahre später als zugesagt. Nicht nur für Daniel Buchholz, Spandauer Abgeordneter und Mitglied des Verkehrsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses, ist das nicht akzeptabel.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Barrierefreier Zugang

Buchholz: „Viele Spandauer Fahrgäste sind stinksauer. Der Einbau von Aufzügen in den Spandauer U-Bahnhöfen wird mehrere Jahre später erfolgen als bisher von der BVG zugesagt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass mit den ehemaligen Terminzusagen nur die mobilitätseingeschränkten Menschen ruhig gestellt werden sollten.“ Vor einigen Jahren gab es Demonstrationen von ‚ausgesperrten‘ Nutzern mit Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren unter anderem am U-Bahnhof Haselhorst. Die Mehrzahl der Spandauer U-Bahnhöfe wurde daraufhin in die Prioritätenliste 2011-2016 des offiziellen Berliner Aufzugsprogramms aufgenommen. Diese Liste wird von der bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelten Arbeitsgruppe ‚Bauen und Verkehr – barrierefrei‘ gemeinsam mit den Behindertenverbänden, dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, der Senatsverwaltung für Soziales und der BVG erstellt als auch veröffentlicht.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Fahrstühle für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Aufzüge für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich. Fotos (2): Patrick Rein

Vertrösten dann verschaukeln

Die damaligen Terminzusagen hält die BVG nicht ein und bringt dafür nur unzureichende Begründungen vor. Der U-Bahnhof Haselhorst soll anstatt 2012 jetzt ‚Ende 2014‘ Aufzüge erhalten und der U-Bahnhof Siemensdamm anstatt 2013 jetzt „Ende 2015“. Für den U-Bahnhof Zitadelle, der gerade auch bei Veranstaltungen auf der gleichnamigen starkfrequentiert ist, wird weiterhin das Jahr 2016 angegeben, woran nach Buchholz schon heute gezweifelt werden kann. „Fahrgäste erst vertrösten, dann verschaukeln – das ist nicht akzeptabel!“, führt dieser weiter aus.

Zur Information:

Im Bezirk Spandau hat bisher nur der U-Bahnhof Rathaus Spandau Aufzüge. Auf der U-Bahnlinie 7 hat die BVG folgende Investitionen vorgesehen (alle Aufzüge mit Blindenleitsystem und Höhenregulierung, Angaben 2013):

U-Bahnhof Haselhorst: 2,2 Millionen Euro, 2 Aufzüge

U-Bahnhof Siemensdamm: 1,3 Millionen Euro, 1 Aufzug

U-Bahnhof Zitadelle: 3,6 Millionen Euro, 3 Aufzüge

Patrick Rein


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