Feiern die Spandauer Halloween?

Wir haben uns einmal nach dem Umgang mit und dem Wissen rund um das Fest umgehört

Ursprung

Heute ist Halloween. Ursprünglich All Hallows`Eve oder Evening, bezeichnet Halloween den Vorabend von Allerheiligen. Noch Ursprünglicher bezeichnete der Tag, bevor Allerheiligen als Christlicher Feiertag festgelegt wurde, ein Dankfest der Kelten. Seinen Ursprung findet das Fest in Irland. An Halloween sollen wahlweise böse Geister durch Kostüme vertrieben oder die Toten besänftigt werden. Durch gute Taten, zum Beispiel an bettelnden Kindern, soll das Leiden der Toten im Fegefeuer vermindert werden. Aus welchem Grund auch immer die Menschen Halloween feiern, seit den 1990er Jahren tun sie es vermehrt auch in Deutschland. Der Einzelhandel ist voll mit Kostümen und schauerlichen Leckereien für die Kinder.

Bärenland

Im Bärenland gibt es eine Gruselmischung, passend zu Halloween.

Umfrage in der Altstadt

Feiern denn auch die Spandauer Halloween? Wissen sie wo der Brauch herkommt? Und dass der Reformationstag, an dem Luther seine Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll, auf den gleichen Tag fällt? Ich habe mich in der Altstadt umgehört.

Kevin und Fadi sitzen auf einer Bank vor der Volksbank und verzehren ihr Mittagessen. Die Teenager feiern Halloween auf jeden Fall, denn Kevin hat Geburtstag. Manchmal wird dann eine Halloweenparty daraus. Der Reformationstag ist ihrer Meinung nach nur wichtig für Protestanten und Kevin ist Katholisch. Süßigkeiten für klingelnde Kinder liegen aber in beiden Elternhäusern bereit. „Das liegt bestimmt daran, dass wir selbst Kinder waren als der Trend in Deutschland aufkam“, meinen die beiden. Das Fest kommt ihrer Meinung nach aus Amerika und soll Geister erschrecken und verjagen.

Erhard Nitschke vom Bärenland preist sogleich die „Schielenden Augen“ und die „Gruselmischung“ an. Auch Zuhause sei er mit Süßigkeiten auf Kinder vorbereitet. Der Reformationstag ist für ihn ein wichtiger religiöser Feiertag. „Aber die beiden Feste können auch gut nebeneinander existieren.“ Den Ursprung Halloweens macht er richtig in Irland fest und meint es sei dann nach Amerika „rübergeschwappt“.

„Ich feiere kein Halloween“, meint dagegen Manuela Bruce-Reiche, aber Süßigkeiten für Kinder habe sie trotzdem Zuhause. „Die sollen ja keine Streiche spielen.“ Halloweenartikel nimmt sie nicht mit und dass an dem Tag Reformationstag ist, kommentiert sie mit einem „ach ja?“

Feiern: nein, Süßigkeiten parat: immer

Im Dritte-Welt-Laden am Reformationsplatz haben heute Maik, Jonas und Celina Dienst. Freiwillig arbeiten sie in Arbeitslehre von der Schule aus hier. „Das Geld schicken wir zu den Armen“, meint Maik. Er findet Halloween eigentlich ziemlich lustig. „Ich ziehe dann verkleidet mit meinen Kumpels um die Häuser“, erzählt er und beschreibt sein schauriges Kostüm: eine Screammaske und ein Messer (Blutig mit Ketschup). Er verstecke sich dann hinter der Tür um die Leute zu erschrecken, auch wenn manche die Tür dann einfach wieder zuknallten. „Halloween kommt aus Irland oder so“, meint Jonas, „um die Geister zu verjagen“. Mit dem Reformationstag haben die drei nichts am Hut.

Kürbis in der Altstadt

Jetzt werden wieder Kürbisse aller Art mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern verziert. Fotos (2): Kirsten Stamer

Dennis und Marc genießen ihre Mittagspause bei Pin Mail auf dem Reformationsplatz. Sie interessiert weder Halloween noch der Reformationstag. Für die kommerzielle Ausschlachtung des Festes haben sie vollstes Verständnis. „Das ist ja mit dem Valentinstag auch so.“ Ihrer Meinung nach kommt Halloween aus den USA, dort hat Marc es auch schon mit Verwandten „feiern müssen“.

Katrin, einer Unternehmensberaterin, geht der Verkauf der Halloweensachen jedoch auf die Nerven. Ohne ein Kind im Haus, sei das Fest uninteressant. „Mit Kind ja, ohne nein“, meint sie dazu. Die beiden Feste an einem Tag sieht sie „leidenschaftslos“. Eigentlich ist es ihr egal. Den Ursprung hat sie „schon mal gewusst“, aber jetzt nicht parat.

Wer heute noch Halloween feiern möchte, begibt sich ab 17 Uhr kostümiert auf die Zitadelle. Hexen, Zauberer und Geister aller Art, sind hier zur großen Grusel-Party mit Bühnenprogramm eingeladen.

Kirsten Stamer


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