Fotoshop H & H der Spandauer Adamstraße


Service und alte Schätze vom Fachmann

„Die Adamstraße hatte mal einen besseren Ruf“, bedauert Frank Haase, vom Fotoshop H & H. „Nebenan war mal ein hochwertiger Herrenausstatter, heute ist dort ein Casino.“ Am schlimmsten sei für die Straße aber das Wegfallen der Post gewesen. „Früher konnte man durch die Adamstraße schlendern“, bestätigt auch sein Kollege Thorsten Hinze. Mit Bäcker,

Frank Haase

Frank Haase mit einer der alten Kameras.

Fleischer und dem Kauf einer Zeitung habe man morgens hier seine Runden gedreht. Heute ist alles weg. „Was soll die Leute noch in unsere Straße ziehen?“, fragt sich  Haase. Für ihn bedeutet das mehr Internetverkauf. Über ebay bemüht er sich, seine kleinen Schätzchen loszuwerden. Alte Rollei Kameras, Leicas oder auch einmal das ein oder andere begehrte Sammlerstück von Robot.

Nach der Insolvenz von Foto-Klinke

Ursprünglich waren Haase und Hinze Angestellte einer großen Kette: Foto-Klinke. Als Filialleiter wurden sie im Jahr 2002 von der Zentrale angerufen und einbestellt. „Ihr braucht morgen nicht mehr zu kommen, die Firma ist insolvent“, erinnert sich Haase an die schockierende Nachricht. Was solle man da machen, mit Mitte 40 – noch einmal Bewerbungen schreiben? Wo doch über 100 Mitbewerber – die ehemaligen Foto-Klinke Angestellten – einen Job suchten? – Nein, beschloss Frank Haase und rief seinen Kollegen Thorsten Hinze an. „Traust du dich in die Selbstständigkeit?“ Er traute sich. Und so eröffneten die beiden noch 2002 den Fotoshop H & H in der Adamstraße. Eine GbR, für die sie zunächst einmal das Geld bei den Banken besorgen mussten. „Das kann ja nichts werden, haben uns so zwei Jungspunde bei der Investitionsbank gesagt, sie haben ja kein Geld“, erzählt Haase, „na deswegen sind wir ja auf der Bank, meinte ich“. Mit der Volksbank, Bürgen und Eigenkapital haben die beiden dann trotz der Hindernisse mit dem eigenen Laden anfangen können. „Wir wollten das Gelernte einfach weitermachen“, erklärt Hinze, „das, was wir können, wir waren ja keine Laien“.

Mit gebrauchten Kameras läuft es besser

Fassade Fotoshop H&H

Leider ist heute in der Adamstraße nicht mehr so viel los wie früher.

Im Laufe der Jahre stellten sie fest, dass der Verkauf neuer Ware fürs Überleben nicht ausreichte. Die neuen Kameras waren einfach zu vergleichbar. Also spezialisierten sie sich auf gebrauchte Fotosachen. Hier in der Adamstraße findet man neben Kameras jeden Alters, alte und neue Objektive, Kleinteile, wie Filter oder Fototaschen und vor allem jede Menge Beratung. „Manchmal beobachte ich in den großen Ketten den Service, das ist hin und wieder schon haarsträubend. Wenn jemand die Bedienungsanleitung nicht versteht und die Kamera lieber zurückgeben soll, anstatt Beratung zu bekommen“, meint Haase. Hier wird sich für jeden Kunden Zeit genommen. „Wir freuen uns über Kunden die sich mit älteren und analogen Kameras und Raritäten befassen“, erzählt Haase. Manche wollen auch einfach nicht auf digital umsteigen.

„Die meisten unserer Kunden kennen wir mit Namen“, erzählen die Beiden. Viele würden mit Handschlag begrüßt und für ein Schwätzchen muss immer Zeit sein. „Da werden dann schon einmal die Krampfadern gezeigt und der Andere angemessen bedauert“, witzelt Haase.

Interessant wird es auch bei einigen Anrufen. „Da melden sich Leute, die sagen, ich hab da was gefunden, was kriege ich dafür?“, erzählt Fotograf Haase. „Was denn? Ne Alte Kamera. Was für eine? Ne Silberne.“ Manchmal sei es nicht so einfach, den Kunden mehr Informationen zu entlocken. Dabei ist auch bei alten Exemplaren Kamera natürlich nicht gleich Kamera. Es kommt auf das Alter und die Menge der Hergestellten Exemplare an, sowie natürlich auch auf viele andere Einzelheiten. Zum

Frank Haase und Thorsten Hinze

Frank Haase und Thorsten Hinze wagten nach der Insovenz der Fotokette die Selbstständigkeit. Fotos (3): Kirsten Stamer

Beweis, wie viele verschiedene Kameras es gibt, zückt Frank Haase einen zerfledderten orangen Katalog. „Sie kennen doch Polaroid Kameras?“, fragt er und blättert über vier Seiten mit verschiedenen Polaroid Kameras. „Hätten Sie gedacht, dass es davon so viele verschiedene gibt?“

Manchmal gebe es im Laden auch Tränen. Wenn Kunden die Kamera verkaufen, die sie jahrelang im Urlaub begleitet hat. „Aber manchmal ist einfach kein Platz mehr oder die Leute müssen ihr Hobby aufgeben“, dass sei schon traurig. Andererseits finden andere Hobbyfotografen dann hier wieder günstig ihr Arbeitsmaterial. Ganz nach dem neumodischen Recycling-Ansatz.

Frank Haase und Thorsten Hinze GbR
Adamstraße 45
13595 Berlin

Tel:  030 36996850
Email: fotoshophh@web.de

Kirsten Stamer


Zu finden unter: NewsShopping

Tags:

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau