Fragen an beide Spandauer Bürgermeisterkandidaten – kurz vor der Wahl

Carsten Röding und Helmut Kleebank: „Gehen Sie wählen!“

Helmut Kleebank und Klaus Wowereit

Helmut Kleebank und Klaus Wowereit

In anderen Ländern riskieren Menschen ihr Leben, um sich ein Recht auf freie Wahlen zu erkämpfen. Wer seine Stimme nicht abgibt, entmündigt sich freiwillig. Dann darf sich auch niemand über politische „Fehler“ der Parteien beschweren. Fatalismus ist weder eine Lösung noch Entschuldigung. Die geringe Wahlbeteiligung hat es in Mecklenburg-Vorpommern der NPD ermöglicht, mehr als 5 Prozent zu bekommen. Wollen Sie dies etwa?

Nur noch ein paar Tage, bis zur Wahl in Spandau. Am kommenden Sonntag, den 18.9.2011 ist es soweit. Wir fragten beide Kandidaten für den Posten des Bezirksbürgermeisters in Spandau nach einem Stimmungsbild. Die wichtigste Antwort beider Kandidaten gleich vorweg: „Gehen Sie wählen!“

Was war Ihr bemerkenswertestes Erlebnis im vorangegangenen Wahlkampf?

Carsten Röding: Mir fallen ganz viele Erlebnisse ein. Zwei möchte ich Ihnen kurz darstellen:
Zum Einen hat ein Spandauer mir nach einer unserer zahlreichen Ideenwerkstätten, in denen die CDU das Bürgerprogramm für Spandau (s. auch www.carsten-roeding.de) erarbeitet hat, gesagt, dass er sich das erste Mal politisch wirklich beteiligt und ernst genommen gefühlt hat – das hat mich ehrlich gefreut. Und zum Anderen hat mir eine Spandauerin einen Zettel unter den Scheibenwischer meines Wahlkampfautos gesteckt – keinen Strafzettel, sondern einen „politischen Liebesbrief“.

Konrad Birkholz und Carsten Röding

Konrad Birkholz und Carsten Röding

Helmut Kleebank: Sehr bemerkenswert war die Reaktion der Spandauer/innen auf Klaus Wowereit während seines Spaziergangs am vergangenen Montag durch die Spandauer Altstadt. Er kam mit allen ins Gespräch, er ging an die Tische vor den Cafés, die Spandauer/innen gingen auf ihn zu, wollten sich mit ihm fotografieren lassen oder ein Autogramm haben. Die Spandauer/innen waren begeistert von Klaus Wowereit!
Vielleicht noch ein zweites: Bei den Veranstaltungen zur U-18-Wahl haben die Kinder und Jugendlichen gezeigt, dass sie sich sehr wohl für die Politik interessieren. Aus den unbequemen Fragen der Kinder ergaben sich lebhafte Diskussionen. Eine tolle Aktion, die unbedingt fortgesetzt werden muss.

Haben Sie das Gefühl, genügend Wähler zum Urnengang motiviert zu haben?

Carsten Röding: Ich habe zumindest die Gewissheit, dass ich alles, was in meiner Macht stand, getan habe.

Helmut Kleebank: Was bedeutet genügend? Schön wäre eine Wahlbeteiligung von 100%, was leider illusorisch ist. Viele Spandauer/innen reagieren aber sehr positiv, wenn man sie auf den bevorstehenden Urnengang hinweist und viele haben Ihre Wahlentscheidung durch Briefwahl oder Stimmabgabe im Rathaus schon getroffen.

Ist Ihnen Politikverdrossenheit während des Wahlkampfes begegnet?

Carsten Röding: Ja, die begegnet einem als Politiker zum Anfassen vor Ort leider immer wieder …

Helmut Kleebank: Enttäuschung über die Politik ist auch mir begegnet. Viel mehr Bürger/innen sollten aber ihre Enttäuschung in eigenes Engagement umwandeln. Es gibt immer die Chance vieles zu verbessern. Demokratie lebt vom Mitmachen, nicht nur aber eben auch in den Parteien (s. a. www.spd-direkt.org). Ich versuche immer, dazu zu ermutigen.

Wie konnten Sie dieser begegnen?

Carsten Röding: Neben vielen hoffentlich überzeugenden Worten mit ehrlichem Engagement.

Helmut Kleebank: Bei genauerer Nachfrage ließ sich manches aufklären. Es gibt aber auch Enttäuschungen, für die ich großes Verständnis habe, z. B. die Rente mit 67, wenn gleichzeitig Arbeitnehmer/innen über 55 kaum eingestellt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern lag die Wahlbeteiligung gerade einmal bei 52 Prozent. Ist in Spandau/Berlin mehr zu erwarten?

Carsten Röding: Bitte ja!

Helmut Kleebank: Ich hoffe das sehr. Vor allem glaube ich, dass die Frage nach dem zukünftigen Bezirksbürgermeister die Spandauer/innen an die Wahlurne treibt. Viele sind doch sehr auf den Ausgang der Wahl gespannt.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

Carsten Röding: Ärger über die große Politik oder einzelne Themen sind genauso wenig Grund dafür nicht wählen zu gehen, wie zu gutes oder zu schlechtes Wetter. Bitte gehen sie wählen, damit in Spandau sich nicht die Extremen von rechts und links ins Rathaus „einschleichen“, sondern Spandau in guten Händen bleibt.

Helmut Kleebank: Bitte gehen Sie unbedingt zur Wahl und wählen Sie demokratisch. Von einer geringen Wahlbeteiligung profitieren vor allem die rechten Splitterparteien. Lassen Sie uns das gemeinsam verhindern.

 

Ralf Salecker

 

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