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Bowl Arena Spandau

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Stadtteilfest im Falkenhagener Feld

Das Jubiläumsjahr beginnt

8. Stadteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

8. Stadteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

Das 8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt im Falkenhagener Feld bot diesmal neben den regulären Veranstaltungen ein Podium für den Start ganz anderer Festlichkeiten. Nach der erfolgten Einweihung des neuen Quartiersplatz an der Westerwaldstraße beginnen nun auch die Feierlichkeiten zu 50 Jahre Falkenhagener Feld.

Schaut man sich heute das Meer von Häusern entlang der Falkenseer Chaussee an, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass hier vor rund fünfzig Jahren Kleingärten und eine schmale holprige Straße das Bild bestimmten. Nach dem Krieg war Wohnraum knapp. Moderne und bezahlbarere Wohnungen mussten her. So entstanden neben den größeren Siedlungen im Märkischen Viertel und der Gropiusstadt auch hier im Falkenhagener Feld Wohnungen. Diese drei Großsiedlungen boten erschwingliche Wohnungen für zehntausende Menschen in Berlin. Im November 1962 war die Grundsteinlegung für die ersten Gebäude im Siegener Viertel.

Jahrzehnte später war das Falkenhagener Feld etwas in die Jahre gekommen. Der jetzige Quartiersplatz diente als Parkplatz. Infrastrukturmaßnahmen sollten die Aufenthaltsqualität in diesem Teil des Falkenhagener Feldes verbessern, indem ein zentraler lebendiger Quartiersplatz als Identifikationsort und Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen wird. Ein bedeutsamer Schritt dabei war der Umzug der Stadtteilbibliothek in den modern ausgebauten ehemaligen Supermarkt im kleinen Einkaufszentrum an der Westerwaldstraße. Sie rückte von einer unattraktiven Randlage ins Zentrum des Geschehens. Gemeinsam mit der Zuflucht-Kirchengemeinde und dem Klubhaus, unter der neuen Leitung von Hakan Budak, bilden alle nun einen lebendigen Treffpunkt im Falkenhagener Feld, der wieder zum Verweilen einlädt. Fahrzeuge dürfen in diesem Bereich, der jetzt als Spielstraße ausgewiesen ist, nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Finanziert wurden die Baumaßnahmen aus dem Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“.

„Zusätzlich zu den Straßenflächen des Landes Berlin sind Grundstücksteile des Wohnungsunternehmens GSW und der Zuflucht-Kirchengemeinde in den Platz einbezogen und einheitlich gestaltet worden. Es ist somit ein zentraler Aufenthaltsort und nachbarschaftlicher Treffpunkt entstanden, der wichtige Jugend-, Sozial-, und Bildungseinrichtungen miteinander verbindet und in Zukunft näher zusammenrücken lässt.“

Vor der Stadtteilbibliothek weihten Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und die Stadträte Carsten-Michael Röding und Gerhard Hanke eine Skulptur ein, in der sich viele Werke B. Travens, des Namensgebers der gleichnamigen Schule im Falkenhagener Feld widerspiegeln. Die Skulptur, ein Mensch, geformt aus unzähligen stählernen Buchstaben, trägt die Überschriften vieler Werke des Schriftstellers in sich. Zu den bekanntesten Werken B. Travens gehören die Romane „Das Totenschiff“ und „Der Schatz der Sierra Madre“.

Das 8.Stadtteilfest bot erstmalig die Gelegenheit, den 5500 Quadratmeter großen Platz zu testen. Mehr als 50 Initiativen aus dem Falkenhagener Feld und anderen Spandauer Ortsteilen nutzten die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit persönlich vorzustellen und um mit Nachbarn und Bewohnern, Aktiven und Akteuren ins Gespräch zu kommen. Endlich konnten die großen „Treppen“ des Klubhauses passend genutzt werden. Wie in einer Arena konnten die Zuschauer gemütlich sitzend das abwechslungsreiche Geschehen auf der Bühne verfolgen. Schon jetzt freuen sich viele auf das 9. Stadteilfest im nächsten Jahr. Der Zeitraum bis dahin wird mit Ausstellungen, Aktionen und Vorträgen zum Jubiläum des Falkenhagener Feldes gefüllt sein. Langeweile kann folglich nicht aufkommen.

 

Ralf Salecker

Ein Dank den Pflegefamilien

Ein Fest auf der Spandauer Zitadelle soll den Berliner Pflegeeltern einen besonderen Tag schenken und gesellschaftliche Aufmerksamkeit wecken.

Im Jahr 2012 haben die Jugendämter in Deutschland 40 200 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1 700 beziehungsweise 5 Prozent mehr als 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen: gegenüber 2007 (28 200 Inobhutnahmen) ist sie sogar um 43 Prozent gestiegen.

Flyer zum Berliner Pflegefamilientag auf der Spandauer Zitadelle.

Flyer zum Berliner Pflegefamilientag auf der Spandauer Zitadelle.

Kinder brauchen Pflegeeltern

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation be­finden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer – beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erzie­hern – in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter. Meistens in einem Heim. Wer Glück hat kommt jedoch in einer Pflegefamilie unter und erfährt dort oftmals zum ersten Mal im Leben Zuwendung, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke: „Pflegefamilien leisten einen hohen und wertvollen Beitrag zum sozialen Miteinander in unserer Gesellschaft. Die Bereitschaft der Pflegeeltern, ein oder gar mehrere Kinder aus einem oft stark gestörten Umfeld in die Familie aufzunehmen und ihnen in liebevoller Atmosphäre eine positive Zukunftsperspektive zu geben, verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung.“ Diese Wertschätzung soll allen Berliner Pflegefamilien in diesem Jahr auf der Spandauer Zitadelle zu teil werden. Doch bei freiem Eintritt sind am Sonntag, den 1. September, von 11 bis 16 Uhr auch Nicht-Pflegeeltern und Familien eingeladen, die zahlreichen Angebote zu genießen und einen unvergesslichen Tag zu verbringen.

Erziehungsüberforderte Eltern

Die meisten (27 800 oder 69 %) der in Obhut genommenen jungen Menschen lebten vor der Inobhutnahme bei ihren Eltern oder einem Elternteil. 15 700 Kinder und Jugendliche (39 %) kehrten nach der Inobhutnahme wieder zu den Sorgeberechtigten zurück. Für 12 800 Minderjährige (32 %) schloss sich an die Inobhutnahme eine Hilfe zur Erziehung an, in drei von vier Fällen bedeutete das eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses, zum Beispiel in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 5 300 Fällen (13 %) waren sonstige stationäre Hilfen notwendig, beispielsweise in einem Krankenhaus oder der Psychiatrie. Mit einem Anteil von 43 % (17 300 Kinder und Jugendliche) war die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines/einer Minderjährigen.

Patrick Rein

Urkunde für 30. Spielplatzpaten

Sportschule Randori hat Patenschaft für den barrierefreien Spielplatz Falkenhagener Tor übernommen.

Im berlinweit einmaligen Projekt „Raum für Kinderträume“ schafft das Bezirksamt Spandau gemeinsam mit seinen Partnern saubere, sichere und attraktive Spielplätze. Dadurch wird die Errichtung neuer als auch die Sanierung bestehender Spielplätze nicht nur finanziell auf verschiedenen Schultern verteilt. So ist es in den vergangenen Jahren gelungen bereits zahlreiche Spielflächen dauerhaft zu verbessern.

Baustadtrat Carsten Röding übergab die 30. Spielplatzpaten-Urkunde.

Baustadtrat Carsten Röding übergab die 30. Spielplatzpaten-Urkunde. Foto: Patrick Rein

100 öffentliche Spielflächen

Wenn die Bauarbeiten auf den Spielplätzen vollendet sind, beginnt die eigentliche Arbeit. Denn immer wieder werden Anlagen verschmutzt und beschädigt. Deshalb wird das Projekt „Raum für Kinderträume“ durch ehrenamtliche Spielplatzpaten und Sponsoren unterstützt, die mit ihrem Engagement zum Teil bereits langjährig dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für die fast 100 öffentlichen Spielplätze in Spandau zu stärken. Die Spielplatzpaten werfen in diesem Zusammenhang ein wachsames Auge auf die von ihnen betreute Anlage. Als 30 Spielplatzpate erhielt am Dienstag nun Oliver Brumme, Leiter der Sportschule Randori in Spandau GmbH, seine Urkunde durch Bezirksstadtrat Carsten Röding. Zwar wurde die Neugestaltung des Spielplatzes am Falkenhagener Tor an der Ecke Hohenzollernring/Pionierstraße bereits vor zwei Jahren abgeschlossen, doch so wie noch zwei Drittel der Spandauer Spielplätze dauerte die Suche nach einem Paten seine Zeit.

Aufenthaltsqualität verbessern

Für eine gesunde und altersgerechte Entwicklung benötigen Kinder und Jugendliche saubere und sichere Spielplätze und Spielräume. Jedoch fallen Spielplätze häufig blindem Vandalismus zum Opfer, so dass Spielgeräte beschädigt werden. Sandflächen dienen verantwortungslosen Hundehaltern als Hundeklo. Scherben, Zigarettenkippen und Müll landen gedankenlos in den Spielflächen der Kinder. Das Spiel der Kinder wird durch diese Missachtung oft gestört. Spielplatz-Patenschaften tragen dazu bei, die Spielmöglichkeiten für Kinder und deren Familien attraktiv zu erhalten und somit die Aufenthaltsqualität für Jung und Alt zu verbessern. Darin sieht auch Oliver Brumme seine Aufgabe und möchte die Wahrnehmung für „seinen“ Spielplatz auch durch Veranstaltungen und besondere Aktionen voranbringen.

Einer gelungenen Kooperation zwischen Spielplatznutzern und den Mitgliedern der Sportschule scheint somit nichts im Wege zu stehen.

Patrick Rein

10. Dialog der Religionen in Spandau

Den Menschen Mensch sein lassen

Dialog der Religionen (Foto: Ralf Salecker)

Dialog der Religionen (Foto: Ralf Salecker)

Es ist ein stolzes Jubiläum. 10 Mal hat es den Dialog der Religionen bisher in Spandau gegeben. Ein guter Grund zu feiern. Ehrengast war diesmal Sigmar Gabriel, der Vorsitzender der SPD. Als Vertreter der drei abrahamitischen Religionen waren Gideon Joffe, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Jörg Gerasch, Pastor der gastgebenden Josua Gemeinde und Chalid Durmosch, als Vertreter junger Muslime dabei.

Gleich eingangs stellte sich Jugendliche von Stark ohne Gewalt vor, einem Jugendprojekt aus der Spandauer Neustadt. Sie hatten vor einiger Zeit eine Reise ins Konzentrationslager Ausschwitz unternommen. Ihre Eindrücke dokumentierten sie in einer Fotoausstellung. Ein junger Mann mit muslimischem Hintergrund machte deutlich, wie wichtig ihm ein gewaltfreies Miteinander ist. Auf die Frage Sigmar Gabriels, ob sich sein Verhältnis zu Juden nach dem Besuch im Konzentrationslager verändert hätte, antwortete er mit einem klaren Nein. Als Muslim sieht er keinen Grund für Konflikte mit Menschen jüdischen Glaubens. Was in der Vergangenheit geschehen ist, kann er nicht ändern. Ihm ist nicht die Religion wichtig, sondern nur der Mensch, den es grundsätzlich zu achten gilt.

Gideon Joffe musste kurz nachdenken, als er von Sigmar Gabriel gefragt wurde, ob niedriges Bildungsniveau und fehlenden Wissen über Religionen Auslöser für interreligiöse Konflikte sein könnten, stellte dann aber fest, dass sich diese Frage so einfach nicht beantworten ließe. Sich in die Empfindungswelt anderer hineinzuversetzen, wäre seiner Meinung nach ein guter Weg zum Verständnis. Kopftuch und andere Religiöse Symbole führen manchmal zu unschönen spontanen Reaktionen der Umwelt. Diese bildet sich ein Urteil, zeigt Aversionen, ohne die Trägerin eines religiösen Symbols zu kennen. Wie wäre es, wenn z.B. ein Christ eine Zeitlang ein Kopftuch oder eine Burka tragen würde, um am eigenen Leibe zu erfahren, welche Reaktionen manchmal zu ertragen sind. Dieses Erleben könnte die eigene Sensibilität im Umgang mit anderen Religionen schärfen und dabei helfen, sich und seine Reaktionen zu hinterfragen. Nur, weil eine Frau ein Kopftuch trägt, muss sie nicht automatisch unterdrückt, also Opfer einer Religion sein. Die persönliche Einstellung ist wichtig, nicht die Kleidung, die man trägt.

Eine zum Islam konvertierte Frau schilderte die alltäglichen Probleme, die sie wegen ihres Kopftuches immer wieder erleben musste. Unter solchen Umständen kann es schwer sein, sich in Deutschland heimisch und willkommen zu fühlen. Chalid Durmosch ergänzte, dass es oft gerade das Halbwissen über die eigene oder auch fremde Religion ist, die Konflikte antreibt, auch wenn die eigentliche Ursache für Auseinandersetzungen eher jugendliche Profilierungssucht ist. Angst und Unsicherheit sind die eigentlichen Ursachen für Konflikte und nicht die Religion.

Deutsche mit Migrationshintergrund müssen sich oft die Frage gefallen lassen, wo sie denn her kämen. Damit schwingt für sie mit, dass sie nicht als einheimische Mitbürger akzeptiert und respektiert werden. Wer möchte schon immer wieder gerne hören, dass er scheinbar nicht willkommen ist.

Gideon Joffe meinte, man müsse einfach den Menschen Mensch sein lassen. Erst, wenn alle lernen, dass es nicht nur darum gehen kann, die eigene Freiheit zu genießen, sondern vor allem, sie auch zu gewähren, werden alle entspannter miteinander umgehen können.

 

Ralf Salecker

Spandaus Regierungssitz in 150 alten Bildern

Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. hatte zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Rathaus Spandau in den Bürgersaal geladen. Nur wenige Male in den vergangenen Jahren dürfte der Saal auch nur annähernd bis zum letzten Platz gefüllt gewesen sein, wie es jetzt der Fall war. Karl-Heinz Bannasch, der 1. Vorsitzende des Vereins begrüßte alle anwesenden Gäste. Gastredner waren Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Präsident des Städte- und Gemeindebundes des Landes Brandenburg, Werner Große. Zu den Ehrengästen gehörten drei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz, Sigurd Hauff und Werner Salomon.

Ein neues Rathaus musste her

Blicke in die Vergangenheit zeigten auf, welche Gründe den Bau eines neuen Rathausgebäudes für Spandau notwendig machten. Vor 100 Jahren platzte das alte Rathaus am Markt, in etwa dort, wo heute die Berliner Volksbank ihren Sitz hat, aus allen Nähten. Auch die Nutzung weiterer Gebäude in der heutigen Carl-Schurz-Straße machte die Arbeit nicht unbedingt einfacher. So entschloss man sich zum Bau eines neuen, viel größeren Amtssitzes. Berlin stand „drohend“ vor der Türe. Spandau wollte unbedingt seine Eigenständigkeit beweisen, um klar zu machen, dass man weder auf Berlin angewiesen ist, noch eingemeindet werden möchte. Das neue Gebäude sollte als „etwas hermachen“. Wie es üblich ist, bei solchen Bauvorhaben, wurde ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Für heute Verhältnisse nicht überraschend, nahm man nicht den Gewinner-Beitrag  als Vorlage für das neue Rathaus. Wahrscheinlich erschien der Entwurf zu schlicht. Er hätte wahrscheinlich besser zu den finanziellen Verhältnissen der Stadt gepasst, erfüllte aber nicht den Zweck, Selbstbewusstsein gegenüber Berlin auszudrücken.

In der Festrede zum Rathausbau kam eine weitere doch recht verblüffende Aufgabe zu Tage, die das neue Rathausgebäude erfüllen sollte. Der Rand der Altstadt war anscheinend nicht besonders schön anzusehen, darum sollte das Rathaus diesen „Schandfleck“ vor den Blicken verbergen. Das Quergebäude neben dem Rathaus erfüllte diese gewünschte Zusatzfunktion.

Ausstellung

Die Ausstellung mit ihren rund 150 Fotos und Abbildungen zeigt eindrucksvoll das ganze Spektrum der bewegten Geschichte dieses Gebäudes. Besonders im zweiten Weltkrieg erlitt das Rathaus erhebliche Beschädigungen. Anders als bei manchen Häusern in der großflächig zerstörten Altstadt, war eine Wiederherstellung möglich, auch wenn manches nicht in alter Form möglich war, oder aber bewusst anderes gestaltet wurde, um ein Zeichen für mehr Offenheit zu setzen. So bekam der Rathausturm keine geschlossene Haube mehr, sondern wurde ganz bewusst nach allen Seiten offen gebaut. Nur an wenigen Stellen fallen die Zerstörungen des Krieges noch deutlich ins Auge. Zu besichtige ist die Ausstellung bis Mitte November zu den regulären Öffnungszeiten des Rathaus.

 

Ralf Salecker

Zufrieden mit Spandaus Grünflächen?

Der Bürger hat das Wort

Mehr Wasserflächen in Grünanlagen? (Foto: Ralf Salecker)

Mehr Wasserflächen in Grünanlagen? (Foto: Ralf Salecker)

Bis zum 31. August können Spandauer und Berliner online ihre kommunalen Grünflächen bewerten. Anhand welcher Anregungen und Hinweise kann der Bezirk seine Arbeit verbessern? Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt und Grünflächenamt Spandau fragen dies gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt regelmäßig alle drei Jahre.

Der Begriff Grünanlage ist weiter gefasst, als es den meisten wahrscheinlich bewusst ist. Neben den klassischen Grünanlagen und Parks zählen hier Friedhöfe ebenso dazu, wie Spielplätze, Straßenbäume, Spazierwege und naturnahe Freiflächen. Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und des Bezirksamtes Spandau findet sich dazu ein Fragebogen der fragt, welche Grünflächen, wie häufig und warum genutzt werden.

Nur 5 Minuten soll die Online-Befragung den Antwortenden kosten. Gleich zu Anfang wird nach einem möglichst objektiven Gesamteindruck über einen Zeitraum von einem Jahr gefragt, auch wenn ein Interesse der Fragenden an „persönlichen Ärgernissen und Problemen“ des Befragten eingeräumt wird.

Aus der Summe der Antworten ergeben sich die Handlungsschwerpunkte der öffentlichen Hand für die nächsten drei Jahre im Bereich Grünanlagen. Der Fragebogen erfragt detailliert die zeitliche Nutzung unterschiedlichster Grünanlagen. Leider wird eine objektive Antwort unmöglich gemacht, weil die Differenzierung der Zeiträume eher mangelhaft ist. So gibt es z.B. nur die Entscheidung zwischen 1-3x pro Woche und 1x im Monat. Werte dazwischen wären realistischer.

Wo sehen Bürger die größten Probleme?

Die Antwort wird wohl ähnlich ausfallen, wie es schon bei der Bürgerbeteiligung zum Bürgerhaushalt und anderen Befragungen der Fall war. Selbst der erste Antrag auf „OpenAntrag“ bei den Piraten passte in das Schema. Mangelnde Sauberkeit und Vandalismus werden wahrscheinlich zu den häufigsten Vorwürfen gehören: Der Müll in den Grünanlagen soll schneller als bisher beseitigt und mehr Mülleimer aufgestellt werden. Mit diesen sich an Symptomen orientierenden Forderungen wird sich an der Realität in den Grünanlagen kaum etwas ändern. Solange es Menschen gibt, die ihren Müll ohne Gewissensbisse in die Natur entsorgen, nützen auch dutzende weitere Mülleimer nicht. Ebenso wird mehr Personal kaum in der Lage sein, an allen Problemorten ständig präsent zu sein.

Ähnliche Antworte, wie diese, werden die Regel sein:

„Generell werden Abfallbehälter vorrangig an Spielplätzen und in sehr stark frequentierten Grünanlagen aufgestellt. Weitere Standorte für Abfallbehälter im Bullengrabengrünzug sind derzeit nicht finanzierbar. Denn nicht die Aufstellung von Abfallbehältern, sondern die laufenden Entleerungen sowie die vandalismusbedingten Reparaturen und Ersatzbeschaffungen binden erhebliche finanzielle Mittel.“

Die Wünsche zur Nutzung werden deutlich schwieriger zu erfüllen sein

Ist es möglich, in einer Grünanlage den Bedürfnissen nach Ruhe, Sport, Liegeflächen, wilder Natur, geordneten Blumenbeete, Kinderspielflächen … gleichzeitig gerecht zu werden? Heute sind Grünanlagen keine reinen Flanierflächen mehr. Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern erhebliche Investitionen. Schaut man sich die Gärten von „Grün Berlin“ an, dann würde eine aufwändig gestaltete Grünanlage nur noch gegen Eintritt zu betreten sein. Ist das erstrebenswert?

Wer mitmachen möchte findet den Fragebogen bis zum 31.8.2013 unter:

Gemeinschaftsgarten in der Spandauer Neustadt

In die Mittelstraße ist Leben eingezogen

Gemeinschaftsgarten Mittelstraße (Foto: Maria Barth)

Gemeinschaftsgarten Mittelstraße (Foto: Maria Barth)

Ein paar unentwegte Menschen versuchen unter Anleitung der Gartentherapeutin Maria Barth seit dem Mai letzten Jahres in der Spandauer Neustadt einen Gemeinschaftsgarten zu betreiben. Das vom Quartiersmanagement geförderte und vom Grünflächenamt unterstützte Projekt möchte in einem unwirtlichen, fast vergessenen, Bereich wieder buntes Leben einkehren lassen. Neudeutsch nennt man so einen Versuch „urban gardening“. Montags 15:30 bis 17:30 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr kann hier gemeinschaftlich unter Anleitung gegärtnert werden. Interessierte sind herzlich willkommen. In vielen Großstädte ist dies ein Ausdruck dafür, sich ein Stück Natur zurückzuerobern. Die Prinzessinnen-Gärten am Moritzplatz in Kreuzberg sind ein beeindruckendes Beispiel dafür.

Nicht alle Nutzer sind erwünscht

Im Laufe vieler Jahre hatte sich ein Stückchen Brache an der Mittelstraße zu einem eher ungeliebten Ort entwickelt. In der Nähe der alten Schule führen zwei schmale Wege zu einer Grünfläche, die ringsum von alten Häusern und Brandwänden umschlossen ist. Graffitis an den Wänden zeugen davon, dass jungen Menschen hier ihre „künstlerische Ader“ austobten, Dreck, dass es einigen Nutzern der Fläche nicht um eine nachhaltige Nutzung ging. Ein großes Holzgerüst gammelte damals vor sich hin. Man geht da nicht hin, sagten einige. Drogen sollen dort konsumiert werden. Ab und an werden Spritzen auf dem Kinderspielplatz gefunden. Abseits der Straße und unbeobachtet scheint dies ein „idealer Ort“ dafür zu sein.

Gerade darum ist das Gartenprojekt so wichtig, auch wenn es nur einen winzigen Teil der Brachfläche für sich nutzen darf. Nur wenn wieder regelmäßig frisches Leben einkehrt, kann sich das Stückchen Land zu einem gern besuchten lebendigen Ort entwickeln. Schon bald wird der Bezirk hier einen ansprechenden Spielplatz errichten. Eine Absicht, der einige Nachbarn nicht viel abgewinnen können. Sie haben anscheinend Angst vor einer lauten Zukunft: Kinder sind Lärm …

Ab und an wurden die liebevoll gesetzten Pflanzen herausgerissen. Sinnlose Zerstörungswut oder ein Zeichen nach dem Motto „wir wollen euch hier nicht haben“. Aber es scheint sich zu bessern.

Gärtnern als therapeutischer Ansatz

Es geht nicht vordergründig darum, einfach mal ein paar Blümchen zu pflanzen. Aktivitäten rund um Pflanzen sollen die körperliche, soziale und psychische Gesundheit und die Lebensqualität des Menschen erhalten und steigern. Das Gemeinschaftserlebnis stärkt auch den Einzelnen. Kinder, Jugendliche und auch ältere finden sich hier ein. Alle Teilnehmer sind stolz auf das erreichte. Die Produkte des Gartens werden auch weiterverarbeitet zu Sirup, Pflanzenfarben, „Kaffee“ aus Löwenzahnwurzel und vieles mehr.

Wer neugierig geworden ist, findet weitere Informationen auf der Internetseite des Quartiersmanagements in der Spandauer Neustadt http://qm-spandauer-neustadt.de

 

Ralf Salecker

In Kladow wird Spandaus Wetter gemacht

Die Leidenschaft begann schon in jungen Jahren

Stefan Proft misst seit mehr als 10 Jahren das Kladower Wetter (Foto: Ralf Salecker)

Stefan Proft misst seit mehr als 10 Jahren das Kladower Wetter (Foto: Ralf Salecker)

Alle reden vom Wetter. Wieder einmal. Kaum gibt es ein paar Tage etwas höhere Temperaturen als üblich, wird geschimpft. Petrus, oder die „Wetterfrösche“ können es offensichtlich niemandem recht machen. Immer herrscht das falsche Wetter. Auch wenn viele das aktuelle Wetter thematisieren, hält sich das Interesse an seinen Gesetzmäßigkeiten in Grenzen. Kaum jemand würde auf den Gedanken kommen, das Wetter so genau zu beobachten, um im Laufe der Jahre Berge von Heften zu füllen. Stefan Proft, ein junger Mann aus Kladow macht dies, seit er ein kleiner Junge war. Akribisch zeichnete er seit seinem 13ten Lebensjahr alles auf, was er im Garten seiner Eltern mit Messgeräten erfassen konnte. Inzwischen geht er seiner Leidenschaft in Form eines Studiums der Meterorologie an der Freien Universität in Dahlem nach.

Der eigene Garten als Wetterstation

Betritt man den Garten in Kladow, fällt nur wenig auf, was auf regelmäßige Wettermessungen hinweist. Einzig ein übergroßes Thermometer lässt etwas erahnen. Auf dem Dach des Hauses dreht sich munter ein Messgerät zur Erfassung der Windgeschwindigkeit. Im Garten verteilt messen weitere Thermometer die Temperaturen in einer definierten Höhe über dem Boden, wie auch in unterschiedlichen Tiefen im Boden. Daten, die Gärtner wertvolle Hilfen liefern, wenn es darum geht zu entscheiden, ob Pflanzen in den Boden eingebracht werden können.

Ein Regemesser sammelt den anfallenden Regen. Um seine Messgenauigkeit zu erhöhen, hat Stefan Proft einen größeren Trichter angebracht. Jetzt können auch die kleinsten Wassermengen erfasst werden. All die erfassten Daten müssen nicht mehr abgelesen und in Tabellen eingetragen werden. Moderne Technik hat Einzug gehalten. So ist das Regenmessgerät mit einer Kippwaage ausgestattet, die regelmäßige automatische Messungen ermöglicht. Alle erfassten Daten werden drahtlos an den Computer geschickt. Aufbereitet landen sie dann auf der Internetseite, die der angehende Meteorologe seit 2012 betreibt. Selbst bekannte Wetterfrösche aus dem Fernsehen haben schon wohlwollende Bemerkungen im Gästebuch hinterlassen. Niemand in Spandau hat bisher vergleichbar akribisch Wetterdaten gesammelt. Meteorologen wünschen sich ein möglichst dichtes Netz an Messstationen. Darum kann eine solche private Initiative eine große Hilfe sein.

Als Schüler bekam Stefan Proft die Gelegenheit zu einem Praktikum am Meteorologischen Institut. Seit diesem Zeitpunkt war es dann endgültig um ihn geschehen. Seine eigene Zukunft sieht er weniger als „Wettermann“ im Fernsehen, sondern in der Forschung.

Trotz aller Wissenschaft ist die Beobachtung und Vorhersage von Wetterereignissen von vielen Faktoren abhängig. Drei Tage im Voraus zu bestimmen, wie das Wetter aussehen wird, ist noch eine realistische Grenze. Prognosen, die deutlich darüber hinausgehen, beinhalten eine große Menge an Unwägbarkeiten. Das liegt nicht an den Fehlern der Meteorologen, sondern an der Komplexität der Daten. Bauernregeln helfen da manchmal weiter, auch wenn sie eher regionale Bedeutung haben. Sie sind das Ergebnis langer Beobachtungen. Meteorologen versuchen das Geschehen mit Hilfe komplexer mathematischer Gleichungssysteme zu erfassen.

Ralf Salecker

Zum zweiten Mal Festival in Paaren

Bloodhound Gang, Wu-Tang Clan als auch Nick Cave & the bad seets und viele andere spielen beim Greenville Festival bei Spandau.

An diesem sommerlichen Juli Wochenende werden sich in Paaren/Glien – dem idyllischen Dorf in Brandenburg kurz vor den Toren Spandaus – wie bereits im letzten Jahr die innovativsten und interessantesten Acts der nationalen und internationalen Musikszene präsentieren. Nach langjähriger Erfahrung und erfolgreicher Arbeit im Musikbusiness fiel der Entschluss sich einem neuen Meilenstein in der Entwicklung von creative talent zu widmen. Dabei ist die Idee von GREENVILLE entstanden! Und der Erfolg aus dem letzten Jahr gibt den Veranstaltern recht. An drei Tagen voll gepackt mit dem wohl abwechslungsreichsten, genreübergreifendsten Programm im deutschen Festivalsommer 2013, werden mehrere tausend Besucher aus Berlin, Deutschland und Europa zu GREENVILLE erwartet!

Foto: doubleju/Greenville

Foto: doubleju/Greenville

„Music is our passion!“

Genau aus diesem Grund wird der Fokus des Festivals wieder ganz klar auf der Musik liegen. Neben drei Open Air Bühnen wo Künstler unterschiedlichster Genre auftreten werden, runden Kunst und Kultur das Programm ab um GREENVILLE weiterhin zum innovativsten Festival mit ökologischer Anspruchshaltung in Deutschland zu machen. Die Drei-Tages-Festivaltickets sind ab 89,00 € über Ticketmaster erhältlich. Tickets für die einzelnen Tage kosten jeweils 45,00 €.

Freitag, 26.07.2013

Bloodhound Gang

Fall Out Boy, Frittenbude, The D.O.T. LaBrassBanda, Thees Uhlmann, Atari Teenage Riot, Westbam, Ohrbooten, The Inspector Cluzo, The Fog Joggers, 257ers, Findus, AER, The Love Bülow, Sam, Kollektiv22

Samstag, 27.07.2013

Wu-Tang Clan (exklusive 20th Anniversary Show)

Katzenjammer (exklusiv!), Bonaparte, Jupiter Jones, Alex Clare, Gentleman, The Joy Formidable, Icona Pop, Texas Is The Reason, Japandroids, Letzte Instanz, Maybeshewill, Captain Planet, Saalschutz, The Thiams, Tall Ships, Death Letters, Tim Vantol, Marathonmann, Grey Televison, Rider’s Connection

Sonntag, 28.07.2013

Nick Cave & The Bad Seeds (exklusive Festival Show!)

Kaiser Chiefs (exklusiv), Sophie Hunger, Tocotronic, Scala & Kolacny Brothers, Torche, Efterklang, Kvelertak, Gemma Ray, Comeback Kid, Hoffmaestro, Heisskalt, Alex Hepburn, Willy Moon, Brothers in Arms, Razz, Tubbe, Maximilian Hecker

Foto: doubleju/Greenville

Foto: doubleju/Greenville

SPANDAU-BRIESELANG-GREENVILLE

Von Spandau fahren Züge bis Bahnhof  Brieselang. Ab Bahnhof Brieselang fahren in regelmäßigen Abständen Shuttlebusse zum 15 Minuten entfernten Festivalgelände. Der Bus pendelt zwischen Bahnhof Brieselang und dem Festivalgelände zu folgenden Zeiten:

25.07.2013 / 15-20 Uhr
26.07.2013 / 10 – 22 Uhr
27.07.2013 / 12 – 22 Uhr und 1 – 4 Uhr (ab 2 Uhr nach Bahnhof Spandau)
28.07.2013 / 12 – 22 Uhr und 1 – 4 Uhr (ab 2 Uhr nach Bahnhof Spandau)
28-29.07.2013 / 23:20 – 3:10 Uhr (ab 2 Uhr nach Bahnhof Spandau)
29.07.2013 / 10 – 14 Uhr

Der Shuttlebus wird durchgeführt von berlinmobil und kostet 1 Euro/Fahrstrecke.

Patrick Rein

Sonne, Hitze, baden, nicht nur in Spandau

Kühlendes Nass gibt´s auch in der Nachbarschaft

Badestelle an der Havel (Foto: Ralf Salecker)

Badestelle an der Havel (Foto: Ralf Salecker)

Endlich bricht der Sommer wieder mit aller Kraft los. Der Sprung ins kühle Nass wird also zur wichtigen Freizeitbeschäftigung für alle, die jetzt zu den glücklichen Urlaubern gehören. In einem vorherigen Beitrag hatten wir die eingeschränkten Bademöglichkeiten in Spandau vorgestellt. Leider ist die Zahl der offiziellen Badestellen geringer, als im letzten Jahr. Das Schwimmbad in der Gatower Straße ist immer noch geschlossen und die kleine Badewiese ist von der Liste der offiziellen Badegelegenheiten gestrichen worden. Zu lange fiel sie immer durch bakterielle Verschmutzung auf. Es gilt also nach Alternativen Ausschau zu halten. Einige gibt es in den Nachbarbezirken oder im Umland. Niemand muss also unnötig schwitzen.

Bademöglichkeiten in Charlottenburg-Wilmersdorf

Fangen wir gleich mit der schlechten Meldung an, im Freibad Halensee ist nur Sonnenbaden möglich. Die schlechte Wasserqualität lässt nichts anderes zu. Schöner ist es dagegen im Freibad Jungfernheide. Mit regelmäßig gepflegtem Sandstrand, einer schönen Liegewiese, Badeinsel und Rutschen können hier Erwachsene wie Kinder gleichermaßen sicher baden. Auf olympischen Pfaden kann man sich dagegen im Sommerbad Olympiastadion tummeln. Ein klassisches 50m Sportbecken mit acht Bahnen, die Sprunganlage mit 1m und 3m Sprungbrett sowie 5m, 7,5m und 10m Plattform bieten den Olympioniken von morgen eine gute Basis. Zwei Nichtschwimmerbecken und ein Schwimmbecken mit Kinderrutsche sowie eine Planschlandschaft lassen auch bei den Kleinsten keinen Wunsch offen. Fast ähnlich gut ausgestattet ist das Sommerbad Wilmersdorf, nur der 10-Meter-Turm fehlt.

Wer lieber in natürlichen Gewässern unterwegs ist, dem sei vor allem der Teufelssee am Ökowerk im Grunewald ans Herz gelegt. Eine große Wiese bietet Platz für textilfreies und textilhaltiges Sonnenbaden. Mitten im See schwimmt eine kleine Badeinsel, die an heißen Tagen meist überlaufen ist. Nur die im häufiger auftretenden Hundebesitzer, die ihre Vierbeider verbotenerweise mit ans und ins Wasser nehmen, stören das Vergnügen. Am Grunewaldturm ist ähnlich wie bei der kleinen Badewiese das Baden derzeit nicht zu empfehlen.

Bademöglichkeiten in Brandenburg

Falkensee liegt vor der Haustüre Spandaus, dort locken Falkenhagener See und Neuer See. An der Ostseite des Neuen Sees gibt es einen kleinen Sandstrand, der an heißen Tagen schnell überlaufen ist. Im Falkenhagener See wird das Baden, welches nur vom Boot aus möglich ist, geduldet. Offiziell ist es nicht erlaubt, weil die geringe Sichttiefe und die dichte Uferbebauung eine mögliche Rettung erschweren.

Ein Stück weiter entfernt liegt Brieselang. Der dortige Nymphensee hat einen guten Ruf, er gilt als einer der saubersten Seen des Havellands. Sogar Tauchen ist hier, wenn auch nur nach Anmeldung, möglich.

Nur einen Steinwurf von Spandau entfernt liegt eine Badestelle an der Südseite des Glienicker Sees. Die Badegewässerqualität ist ausgezeichnet. Nur bei starken Regenfällen ist diese in Gefahr, weil bei Starkregenfällen aus dem Leistungssystem der Schmutzwasserkanalisation austreten.

Es gibt also eine Menge alternative Möglichkeiten, um ins kühle Nass zu kommen.

 

Ralf Salecker

Was tun in den Sommerferien?

Spandaus Ferien müssen nicht teuer sein

Gartenarbeit in den Sommerferien (Foto: Ralf Salecker)

Gartenarbeit in den Sommerferien (Foto: Ralf Salecker)

Die Sommerferien sind schon ein paar Tage alt, nicht jeder ist gleich in die Ferne gereist, um Berlin und Deutschland weit hinter sich zu lassen. Zeit für ein paar Gedanken um mögliche Aktivitäten in Spandau

Die Temperaturen lassen einen Punkt ganz oben auf der Aktivitätenliste stehen. Es ist Badezeit. Warum weit weg fliegen, wenn Strand und Wasser gleich um die Ecke zu haben sind? Neben einigen öffentlichen Badestellen im Bezirk gibt es noch viele mehr, die eher inoffiziellen Charakter haben. Nicht alle dieser Stellen sind ungefährlich.

Super-Ferien-Pass 2013/2014 – Einfach super Ferien machen!

Wer in Spandau und Berlin während der großen Ferien über Langeweile klagt ist selbst schuld. Weder mangelt es an Angeboten, noch ist Geld ein Grund, nichts zu unternehmen. Wer sich für 9 Euro den Super-Ferien-Pass zulegt, kann zu günstigeren Bedingungen oder gar kostenlos viel unternehmen. Etwas 600 Angebote sind im aktuellen Super-Ferien-Pass 2013/2014 versammelt. Alle notwendigen Informationen gibt es unter: www.jugendkulturservice.de.

Von Sport, Spiel, Spaß und Kultur bis zu Information wird alles abgedeckt, was man sich als Freizeitvergnügen vorstellen kann. Um auf die einleitenden Badeaktivitäten zurück zu kommen, mit dem Pass gibt es freien Eintritt in den Berliner Schwimmbädern.

Als Sahnehäubchen oben drauf sind bei 345 Verlosungen viele attraktive Preise zu gewinnen: „Zahlreiche Plätze zu Tagesfahrten, Events und Workshops sowie Freikarten für Kinos, Führungen und Sport- und Kulturveranstaltungen werden verlost. Der Super-Ferien-Pass 2013/2014 gilt in allen Ferien bis einschließlich Ostern 2014 und ist für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre.“

In den Ortsteilen Spandaus

Im Falkenhagener Feld bietet der Kano-Judo-Klub, unterstützt durch das Quartiersmanagement im Falkenhagener Feld Ost, ein kostenloses buntes Sommerferienprogramm für Kinder von 7-16 Jahren, welches von sportlicher Betätigung bis zu Besuchen unterschiedlicher Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen reicht.

Das QM-Gebiet in der Spandauer Neustadt lässt ebenso keine Langeweile aufkommen. Wer gerne einmal die Fledermäuse auf der Zitadelle besuchen möchte, kann dies am 15. Juni um 10 Uhr tun. Eine Anmeldung muss im frisch sanierten Paul-Schneider-Haus in der Schönwalder Straße 23 erfolgen (Di, Do, Fr von 12 bis 18 Uhr). Am 28. Juli um 11:15 Uhr geht auf zu einer Wanderung entlang der Havel zum Teufelsmoor, durch den Spandauer Forst zum Wildgehege. Treffpunkt ist vor der Lutherkirche. Eine kleine grüne Oase ist der Gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße. Neben gemeinsamen gärtnerischen Tätigkeiten gibt es Tipps, wie mit Pflanzenfarben Stoffe gefärbt werden.

Man muss also keine weiten Wege unternehmen, um sich während der Ferien zu vergnügen. Es muss noch nicht einmal viel geld kosten.

 

Ralf Salecker

KlimaWerkstatt mit neuem Beratungszentrum in Spandau

Ein Beitrag zur CO2-Reduktion

Feierliche Eröffnung der KlimaWerkstatt (Foto: Ralf Salecker)

Feierliche Eröffnung der KlimaWerkstatt (Foto: Ralf Salecker)

Fragen zur energetischen Sanierung eines Hauses können nun im Herzen der Spandauer Altstadt beantwortet werden. Am Samstag öffnete Bezirksstadtrat Carsten Röding die KlimaWerkstatt offiziell in der Mönchstraße. Zukünftig wird „im Laden“ das Service-Zentrum seine Arbeit tätigen, die es bisher im Rathaus ausgeübt hat. Regelmäßig wird es Ausstellungen und Veranstaltungen rund um Energieeinsparung präsentieren. Bis Ende des Jahres ist dieser Service gesichert. Gefördert von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, aus Mitteln der EU, sollen Spandauer bei der Senkung des Energieverbrauchs unterstützt werden. Parallel bietet die KlimaWerkstatt eine Ausstellung in der beispielhafte Sanierungen von unterschiedlichsten Gebäuden aufgezeigt werden. Besonders Altbauten scheinen für viele nicht vernünftig sanierbar. Die Ausstellung zeigt auf, dass es möglich ist, mit entsprechenden Maßnahmen, ehebliche Heizenergiekosten einzusparen. Dies ist ein direkter Beitrag zur Kohlendioxid-Reduzierung, schützt also unser Klima. Zielgruppe sind also ganz besonders Hauseigentümer, die Interesse an einer energetischen Sanierung ihres Hauses haben.

Lokaler Klimaschutz ist eine große Herausforderung

Ausstellungen und Workshops sollen auch zukünftig zum nachhaltigen Handeln beitragen. Vor kurzem wurde als Projekt das Repair-Café in der Spandauer Neustadt gestartet. Nachhaltig Handeln bedeutet auch sorgfältiger mit den Ressourcen umzugehen. Wer weniger wegwirft, trägt auch so zu einem energiesparenden Umgang mit unserer Umwelt bei. Im Paul-Schneider-Haus kann man mit seiner defekten Kaffeemaschine, seinem Hemd oder dem Datenschredder vorbeikommen, wenn diese Dinge ihren Geist aufgegeben haben. Neuere Produkte scheinen immer kürzere Lebenszeiten aufzuweisen. Reperaturen werden zumindestens erschwert. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die zu reparieren sind. Das kostet wenig bis kein Geld. Im Repair-Café gibt es zwar nicht die Sicherheit, dass alles repariert werden kann, eine Gelegenheit für nette Gespräche, während des gemeinsamen Kampfes mit widerspenstigen Geräten, ist dagegen immer da.

Eine neue Filmreihe, mit Filmen, die es meist nur kurz ins Kino geschafft haben, soll dem Zuschauer Inhalte zum Thema Umweltschutz nahe bringen. Sie zeigt das Verhältnis von Mensch und Umwelt und daraus entstehende Kurz- und absehbare Langzeitveränderungen der Umwelt. „Voices of Transition“ machte den Anfang. Der 65-minütiger Dokumentarfilm beschäftigte sich mit der Frage nach der zukünftigen Versorgung von uns Menschen. Er begleitete Projekte und ihre Macher in Kuba, Frankreich und England und zeigt so, welche Ansätze in verschiedenen Teilen der Welt entwickelt und verfolgt werden, um mit dem menschengemachten Problem der Ressourcenknappheit umzugehen.

Auch im Rahmen der zweiten Veranstaltung „Hinz und Kunst“ zur Spandauer Altstadtmeile, am 17.8.2013, wird die KlimaWerkstatt mit „Mitmach-Kunst“ vertreten sein.

 

Ralf Salecker

 

KlimaWerkstatt Spandau

Touristik-Entwicklung im Kiez Spandauer Neustadt

„Ideenfabrik“ für die wirtschaftliche Revitalisierung

Philip Royer (Foto: Ralf Salecker)

Philip Royer (Foto: Ralf Salecker)

Im neu eröffneten Café Paule kamen rund ein Dutzend Leute zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie die Spandauer Neustadt belebt werden könnte. Philippe Royer hatte zum Jour Fixe N°5 geladen. Das aktuelle Thema war diesmal die touristische Entwicklung der Spandauer Neustadt. Auf den ersten Blick ein eher gewagter Gedanke, der bei manch einem Kopfschütteln hervorrufen wird. Wieso soll die Neustadt für Touristen interessant sein?

Die „Ideenfabrik“ Philippe Royer von ist ein gefördertes Projekt des Quartiersmanagement in der Spandauer Neustadt. Ein Jahr lang sollen Geschäftsleute, Kreative und Interessierte gemeinsam über zukunftsweisende Wege diskutieren. Dem Leerstand im Kiez soll der Kampf angesagt werden. Ziel ist es, möglichst praktikable Ansätze zu entwickeln. Originelle Geschäftsideen sind gefragt, die auch eine Wirkung außerhalb der Neustadt entfalten können. Darum werden immer wieder Spezialisten zu bestimmten Themen in die Runde eingeladen.

Ein Audio-Guide für die Neustadt?

Wenn man Touristen herholen möchte, dann sollen sie etwas in die Hand bekommen, was ein eigenständiges Erkunden der Umgebung ermöglicht, etwas, was über die üblichen gedruckten Materialien hinaus geht, Ein „Audio-Guide“ wäre eine Möglichkeit. Für die Spandauer Altstadt gibt es ein solches Produkt schon. Der entsprechende MP3-Player kann jederzeit in der Tourismusinformation ausgeliehen werden.

Um eine fachkundige Auskunft zu einem solchen Projekt zu bekommen, wurde der Geschäftsführer von „Stadt im Ohr“ in die Runde geladen. Audio-Guides können unterschiedlich umfangreich und komplex erstellt werden. Angefangen von linearen historischen Beschreibungen bis zu interaktiven Anwendungen ist alles möglich. Die Daten können als MP3-Dateien auf das Handy oder ein anderes Medium geladen und genutzt werden. In der Anwendung unterscheiden sich hier noch GPS-gesteuerte Anwendungen, die automatisch die richtige Information am richtigen Ort liefern, oder solche, die eine manuelle Auswahl notwendig machen.

Ruben Kurschat, der Geschäftsführer von Stadt im Ohr machte deutlich, wie wichtig ein sinnliches Erlebnis bei solchen „Führungen“ ist. Ein simples Vorlesen von historischen Ereignissen genügt den wenigsten Nutzern. Elektronische Stadtführer sollten einen ausgewogenen Mix aus O-Tönen mit „Hörspielcharakter“ und passender Musikalischer Untermalung aufweisen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Texte von professionellen Sprechern einspielen zu lassen.

Der überwiegende Teil der Kunden von Stadt im Ohr kommt aus Berlin. Es sind interessierte „Kulturtouristen“, die weniger an trockenen historischen Aufarbeitungen interessiert sind, als an einem lebendigen individuellen Abbild des jeweiligen Kiezes.

Für die Spandauer Neustadt bedeutet dies z.B. weniger den Versuch zu unternehmen, auf große historische Ereignisse und bedeutsame Bauten hinzuweisen, die eher beschränkt zu Verfügung stehen, als sich bewusst dem „Erzählen von Geschichten“ zu widmen, die auch aktuelle Bezüge zum Kiez herstellen. Von der grundsätzlichen Idee, bis zum fertigen Produkt ist aber noch ein weiter Weg.

 

Ralf Salecker

Heimspiel im Gotischen Haus

Moderne Kunst in alten Mauern

Kunstamtsleiterin Andrea Theissen und Kulturstadtrat Gerhard Hanke (Foto: Ralf Salecker)

Kunstamtsleiterin Andrea Theissen und Kulturstadtrat Gerhard Hanke (Foto: Ralf Salecker)

Letztens hatten wir über einen ungewöhnlichen Ausstellungsort berichtet. Im historischen Gewölbekeller setzen sich acht Künstler und Künstlerinnen in der Ausstellung Kellerkinder mit dem Thema Kindheit auseinander. Die dortige Ausstellung läuft noch bis zum 23.6.2013. Nun, wo die Sommerferien vor der Haustüre stehen, möchten wir eine andere Ausstellung in der Spandauer Altstadt empfehlen: Heimspiel im Gotischen Haus.

Nein, das ist keine Ausstellung zum Thema Fußball, obwohl Fußball sogar zum Thema wird! Das Frauenmuseum Berlin, ein Verein ohne festen Ausstellungsort, bringt bildende Kunst in das Berliner Stadtgebiet. In allen Berliner Bezirken möchte der Verein mit einer Ausstellung Station machen. Nun auch in Berlins ältestem Bürgerhaus. Moderne Kunst in historischen Mauern – ausschließlich von Künstlerinnen – „da in großen Ausstellungen immer noch mehr Kunst von männlichen Künstlern gezeigt, sowie höhere Preise dafür erzielt werden“, obwohl in den Kunsthochschulen die Geschlechterverteilung 50:50 ist. Die Kunstamtsleiterin Andrea Theissen und Kulturstadtrat Gerhard Hanke eröffneten die Ausstellung, sichtlich angetan von der Qualität der Exponate.

Warum Heimspiel?

Nicht ohne Grund wurde der Titel gewählt. So sollen Künstlerinnen aus dem jeweiligen Bezirk die Gelegenheit bekommen, sich mit einem oder mehreren Werken zu präsentieren. In Spandau wählte eine Jury aus Frauenmuseum und Kunstamt die auszustellenden sechs Künstlerinnen aus.

Gleichzeitig ging es um eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Heim, den die Künstlerinnen auf sehr unterschiedliche Art und Weise interpretierten. Nahmen die einen ihre bestehenden Werke oder Ausschnitte daraus, versuchten andere, den Raum der Ausstellung zu einem Teil der Kunst zu machen. Dazu gehören Blicke in die persönliche Vergangenheit der Künstlerinnen, die Erinnerungsfragmente-Fragmente aus der Kindheit aufgreifen und in Szene setzen oder abstrakt häusliche Verhältnisse betrachten, wie z. B. die scheinbar friedvolle Situation eine Ehepaares, die im Laufe der Bildgeschichte von Gabriele Styppa gewalttätig eskaliert. Frauke Danzer lässt filigrane Körper von der Decke schweben, mit denen die eigene Verletzlichkeit gezeigt werden soll. Nadya Dittmar beschreibt die Vergänglichkeit von Erinnerungen, während Nina Heinrichs Erinnerungen an die Schneiderwerkstatt der Mutter  beschwört.

Dazu Rachel Kohn und Julie August vom Frauenmuseum

„Im Sport wird mit »Heimspiel« eine Situation bezeichnet, die erleichterte Bedingungen mit sich bringt: man spielt im bekannten Umfeld, kann auf die Unterstützung von heimischen Fans und Freunden zählen, Anreisen und Transporte fallen weg – Heimspiele gelten als halb gewonnen. Wir hoffen, mit dieser Ausstellung nicht nur Heimvorteile zu genießen, sondern durchaus auch (kritische) Diskussionen anzuregen.“

Die sehenswerte Ausstellung läuft noch bis zum 24. August. Der Eintritt ist frei.

 

Ralf Salecker

Heimspiel im Gotischen Haus

  • Breite Straße 32
  • Öffnungszeiten: Mo-Sa von 10-18 Uhr

Spandaus Straßenkünstlerwettbewerb – Was Kunst Du?

Fünf vor zwölf ging es los …

Laccasax, drei virtuose klassische Instrumentalisten (Foto: Ralf Salecker)

Laccasax, drei virtuose klassische Instrumentalisten (Foto: Ralf Salecker)

Gemütlich trudelten die Spandauern gegen Mittag nichts ahnend in der Altstadt ein, als sie Fanfarenklänge sie aus ihrem Trott rissen. Naja, nicht ganz. Ein Bläserquartett gab das musikalische Startsignal vom Balkon der Stadtbibliothek. Vertreter der Wettbewerbsausrichter von MittendrIn Berlin! ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam mit den Veranstaltern des Straßenkünstlerwettbewerbs „Was Kunst Du?“ einen Teil der gelben Altstadtmeile abzuschreiten.

Entlang der gelben Meile verführen gelb umrahmte Schaufenster zu einem neugierigen Blick. Schaufensterkunst ist angesagt. Spandauer Künstler präsentieren sich in den Auslagen. Manche Geschäfte präsentierten die Kunstobjekte in vorbildlicher Weise – der Kunst wird ein ansprechender Raum gewährt. Besonders hervorzuheben ist das große Eckschaufenster von Karstadt, in dem einerseits Werke von Schülern der Kunstbastion und zum anderen keramische Objekte von Dorothea Nerlich präsentiert werden. Fotografien, Gemälde, Panoramabilder, Skulpturen und perfekte Schaufensterdekoration zeigen noch bis in den September einen Ausschnitt aus dem künstlerischen Schaffen Spandaus. Eine Zusammenarbeit zwischen Geschäften und Künstlern, die hoffentlich Schule machen wird.

Straßenkünstlerwettbewerb in der Altstadt

Der eigentliche Höhepunkt des Tages war natürlich der Wettbewerb von Straßenkünstlern. Auf mehreren Bühnen in der Altstadt, vor Karstadt, am Marktplatz unter der Platane, an der Nikolai-Kirche, am Brunnen in der Havelstraße und auf der großen Bühne mitten auf dem Markt sorgten Musiker unterschiedlichster Stilrichtungen für eine bunte Unterhaltung. Zuschauer, Zuhörer und eine Jury bewerteten die Darbietungen. Der Organisator des Wettbewerbs, Marcel Krüßmann, besser bekannt als „Icke“, begeisterte das Publikum auf der Bühne am Markt, wo Liegestühle und mehr zu einem gemütlichen Verweilen einluden. Die drei besten Musiker traten am Schluss auf der Freilichtbühne zu einem kostenlosen Konzert an, wo sie mit dem musikalischen „Wanderpokal“, dem Grammelphon in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet wurden. Gefertigt hat den ansehnlichen Preis Peter Seeger von den Inselspinnen.

Manch Spandauer reagierte sehr verwundert. Nicht jeder wusste von der seit langem breit angekündigten Auftaktveranstaltung zur Spandauer Altstadtmeile und staunte über das vielseitige musikalische Programm. Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!

Mitglieder der Privat-Theater-Gesellschaft Elektra, boten eine musikalische Zeitreise mit Berliner Gassenhauern. Laccasax, drei virtuose klassische Instrumentalisten, lieferten eine Melange aus Tango, Jazz, Klezmer und vielem mehr. Das Carmen Zapata Duo brachte lateinamerikanisches Flair in die betuliche Altstadt, ähnlich, das Trio Palmera, dessen Musik einen frischen tropischen Cocktail aus Salsa, Merengue, oder Rumba u. a. mit bekannten Stücken von den Altmeistern des Buena Vista Social Clubs lieferte.

In eine völlig andere musikalische Welt entführte die burundische Trommelgruppe Ingoma, die schon bei der Startveranstaltung des Kulturladens in der Altstadt begeisterte. Afrikanisches Lebensgefühl pur riss die Zuhörer mit. Der Rock ’n‘ Roll Preacher, Vrank-Michael Goedel, machte seinem Namen mit einem Mix aus Rock ’n‘ Roll und Gospel alle Ehre. Er stand am Schluss auch auf der Freilichtbühne.

Jens Ege, mit Szabó & Co, bot im Kontrast dazu deutsche und französische Chansons. Earl‘ Eve, eine der Musikgruppen des Vereins Klang-Holz e. V. auf der Zitadelle Spandau unterhielt mit deutschen Volksliedern, Rock-Balladen aus Ost und West, englischen und irischen Lovesongs.

Mit Sonne und Musik fand dieser Samstag viel zu schnell sein Ende. Wer weiß, möglicherweise findet der Straßenmusikerwettbewerb im nächsten Jahr seine Fortsetzung.

 

Ralf Salecker

 

P.S.

Spandaus größter Fotowettbewerb, der Foto-Kunst-Lauf, bei dem Preise im Gesamtwert von 4000 Euro zu gewinnen sind, läuft noch bis zum 19.6.2013!

Kellerkinder, eine Ausstellung in der Spandauer Altstadt

Facetten der Kindheit im Gewölbekeller

Kellerkinder im Gewölbekeller (Foto: Ralf Salecker)

Kellerkinder im Gewölbekeller (Foto: Ralf Salecker)

Kennen Sie ein paar spannende Keller in der Spandauer Altstadt? Es gibt einen Keller, der nur wenige Male im Jahr seine Pforten öffnet. Nur noch kurze Zeit beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem Thema Kindheit. Ganz bewusst wurde ein Keller als essentieller Teil dieser Ausstellung thematisiert. Seit nunmehr drei Jahren sucht sich Nadya Dittmar Themen, die zum historischen Gewölbekeller passen. Wieder einmal ist es ihr gelungen, die unterirdischen Räume nicht einfach nur zu füllen. Jedes Ausstellungsobjekt spiegelt den Ort, den Raum wieder, in dem es sich befindet. „In der Ausstellung „Kellerkinder“ werden Themen der Kindheit künstlerisch reflektiert: Spiel, Lernen, Wachsen, Schutz und Geborgenheit aber auch Mangel, Anpassung, Missbrauch. “

Kulturstadtrat Gerhard Hanke und Kunstamtsleiterin Andrea Theissen hatten diese Ausstellung vor kurzem eröffnet. 8 in Berlin lebende Künstler aus verschiedenen Ländern zeigen ihre Arbeiten und hauchen dem alten Gemäuer neues Leben ein. Beide hoffen, dass sich auch in Zukunft Kunst auf diese ungewöhnliche Art in Spandau präsentiert wird.

Reflektionen über die Kindheit

Früher einmal gehörte der Keller zu einem alten Patrizierhaus. Später wurde das Gebäude darüber als Prinz-Heinrich-Palais bekannt. Benannt nach dem Bruder Friedrichs des Großen. Den zweiten Weltkrieg hat das Gebäude nicht überstanden. Jetzt aber ruft ein Objekt der Ausstellung für manche die Erinnerung an Bombennächte im Keller zurück oder aber auch die Nachkriegszeit. Ein über eine Leiter begehbarer Kellerraum entpuppt sich als Zimmer mit laufendem Fernseher. Der Film „Wir Kellerkinder“, eine Gesellschaftssatire mit dem genialen Wolfgang Neuss, zeigte schon damals, welche Spannungen in einem Keller entstehen können, wenn dort Geschichten erzählt werden. Deutsche Filmverleiher boykottierten diesen Film erst einmal. Nadya Dittmar schuf diese Installation, deren Film gleichzeitig Namensgeber der Ausstellung wurde.

Ihre Künstler-Kollegin Madoka Chiba, mit der sie die Ausstellung gemeinsam konzipiert hat, verwandelte einen kleinen düsteren Kellerraum in ein Schlafzimmer. Ein schlichtes Bett in absoluter Finsternis. Nur ein Lichtstrahl, der durch ein Fenster dringt, projiziert „Schatten der Vergangenheit“ auf das Bett.

Licht dagegen wirkt direkt im Nachbarraum in der Installation Haut an Haut. Große Papierbahnen werden von Lichtern durchstrahlt und verwandeln den abweisenden Raum in ein warmes Nest.

Ganz bewusst verzichten die Künstler auf Erklärungen zu ihrer Kunst. Ein Titel allein soll genügen, um die Fantasie des Betrachters anzuregen. Bis zum 23. Juni ist noch Gelegenheit, dieses Ausstellung zu besuchen. Spandau hat mit diesem Gewölbe und den Ausstellungen von Nadya Dittmar ein echtes künstlerisches Kleinod bekommen. Hier wird Kunst präsentiert, die den Besucher auch ein wenig fordert.

 

Ralf Salecker

 

Projektraum Historischer Keller

  •     Carl-Schurz-Str. 49/51 (direkt hinter dem Torbogen)
  •     13597 Berlin
  •     Eröffnung am 23.5. 2013 um 19 Uhr
  •     Dauer bis zum 23.6. 2013
  •     Voraussichtliche Öffnungszeiten: Sa und So 14-18 Uhr
  •     sowie nach Vereinbarung: kontakt@projektraum-historischer-keller.de
  •     www.projektraum-historischer-keller.de
  •     oder 030/ 23180592

Wiederbelebung der Altstadtplenen zur Aufwertung der Altstadt

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Susanne Babst (Grafikerin) und Sven-Uwe Dettmann (Partner für Spandau) (Foto: Ralf Salecker)

Susanne Babst (Grafikerin) und Sven-Uwe Dettmann (Partner für Spandau) (Foto: Ralf Salecker)

Altstadtmanagement Spandau und das bezirkliche Wirtschaftsförderung luden zur Auftaktveranstaltung für eine neue Reihe von Altstadtplenen. In den Plenen soll ein Problembezogener Austausch unterschiedlicher Akteure im Bereich der Spandauer Altstadt stattfinden. Im Vordergrund steht dabei ein konkreter lösungsorientierter Ansatz. Mit der „Spandauer Altstadtmeile – Kunst verbindet“ und den dazu gehörenden drei Aktionstagen „Was Kunst Du?“ mit dem Straßenkünstlerwettbewerb am 8.6., „Hinz und Kunst“ und „Kunst Du Leuchten“, sowie dem Fotowettbewerb, der noch bis zum 19.6. läuft, ist ein mehr als beachtliches Ergebnis in den früheren Altstadtplenen erzielt worden.

Der Gewinn des berlinweiten Wettbewerbs „MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative“ ist eine gute Motivation für die Fortsetzung des erfolgreichen Konzeptes der Altstadtplenen. Da nicht alle Beteiligten regelmäßig an den Veranstaltungen teilnehmen können, wird ein „Ideenpool“ auf der Seite des Altstadtmanagements eingerichtet. So kann sich jeder per E-Mail an der Ideenfindung beteiligen.

Dazu Kerstin Schmiedeknecht vom Altstadtmanagement:

„Die Aufwertung der Spandauer Altstadt zu einem attraktiven und modernen Stadtzentrum ist ein Prozess, der einen „langen Atem“ und viel Unterstützung braucht. Vor allem aber kommt es darauf an, dass alle „an einem Strang ziehen“. Deshalb wollen wir die bewährten Altstadtplenen aus dem Jahr 2011 wieder reaktivieren; diese jedoch sowohl inhaltlich als auch organisatorisch „straffen“. Ziel der neuen Altstadtplenen soll es sein, neue Perspektiven für die Altstadt aufzuzeichnen und auf breiter Ebene zu diskutieren. Aber auch neue Projektideen sollen hier entwickelt werden. Die Ergebnisse der Altstadtplenen sollen als Handlungsempfehlungen für die Akteure vor Ort und die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dienen.“

Drei Arbeitsgruppen wird es geben

In einer Leitbildentwicklung soll das Ziel einer anzustrebenden Entwicklung bestimmt werden. Spandau muss ein unverwechselbares Profil entwickeln. Die Altstadt soll ein Ort werden, an dem man etwas Besonderes erleben kann. Junge Menschen müssen für sie begeistert werden, wozu ein gesunder Branchenmix sicherlich beitragen kann, der zusätzlich einen hohen Qualitätsstandard aufweisen soll.

Dazu ist eine weitergehende Standortentwicklung notwendig, die lohnenswerte Angebote für bestimmte Zielgruppen schafft. Gemeinsamen Veranstaltungen schaffen dabei Synergieeffekte und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Dazu gehören auch „Spandau-Tage“ an anderen Orten, um für Spandau zu werben.

In der Gestaltung des öffentlichen Raums soll sich das Leitbild widerspiegeln. Dazu ist eine Gestaltung notwendig, die den Bedürfnissen der Besucher entspricht. Ein Leitsystem soll sie auf die interessantesten Orte, wie z. das neuzugestaltende Lindenufer, aufmerksam machen.

All diese Ziele sind nicht über Nacht zu erreichen. Ohne eine konstruktive Beteiligung der Geschäftsleute und Vermieter vor Ort dürfte es sehr schwierig werden. Die Altstadtmeile könnte ein Signal dafür sein, was möglich ist, wenn man an einem Strang zieht.

 

Ralf Salecker