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Repair-Café in der Spandauer Neustadt

Im Paul-Schneider-Haus wird nachhaltig gehandelt

Manchmal ist es Kräfte zehrend (Foto: Ralf Salecker)

Manchmal ist es Kräfte zehrend (Foto: Ralf Salecker)

Haben sie schon einmal etwas zur Reparatur gebracht? Oft ist diese teurer, als der Neukauf eines Gerätes. Mich treibt die Neugierde ins Paul-Schneider Haus. Im letzten Sonnenschein wirkt das Haus, mit der neu gestalteten roten Fassade des Cafés sehr einladend. Am Café vorbei geht es in den großen Veranstaltungssaal. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Mit defekten Geräten kann man hier hineinspazieren und – mit ein wenig Glück – glücklich, mit reparierten wieder gehen. Früher war so etwa normal. Nur wenig wurde weggeworfen. Vieles, was man sich früher leisten konnte, riss größere Löcher in den Geldbeutel. Heute, gerade in Zeiten niedriger Zinsen, ist es viel einfacher, etwas Defektes gedankenlos wegzuwerfen und Neues zu kaufen: „Aus den Augen aus dem Sinn.“

Vieles kann zu neuem Leben erweckt werden

Ein paar Leute stehen um ein einige Tische herum. Unterschiedlichstes Werkzeug und ein paar Messgeräte warten auf ihre Aufgabe. Abseits davon stehen Tee und Kaffee. Nebenan betrachtet ein anderer eine defekte Kamera und kurz zuvor wurden einem Wasserkocher wieder Leben eingehaucht. Zwei Herren versuchen derweil einen alten Aktenschredder wieder in Ordnung zu bringen. Eine Frau brachte ihn vorbei, in der Hoffnung, dass es hier kundige Hände gibt. Zwanzig Minuten dauert nun schon der Kampf mit dem alten Gerät. Keine Schraube, die zu lösen wäre und auch kein Nippel, den man einfach nur beiseite drücken müsste, um das widerspenstige Gerät endlich öffnen zu können. Schraubenzieher, Stechbeitel und ein Messer ragen nun schon aus dem Schredder heraus. Die ersten krachenden Geräusche lösen anfangs Erleichterung aus. Doch die Freude währt nur kurz. Wie sich kräftezehrende Minuten später herausstellt, war das defekte Gerät innen vollständig verklebt. Es sollte nie repariert werden. Nun musste nur das gelockerte Kabel innen wieder befestigt werden und alles ging wieder. Nebenan ließ sich ein anderes Elektrogerät immerhin leicht öffnen. Der Defekt dort war schnell entdeckt. Nur ein durchgeschmurgelter Kondensator muss ausgetauscht werden. Das geht mangels Ersatz nicht sofort, ist für jeden, der einen Lötkolben an der richtigen Seite anzufassen weiß, kein Problem.

Import aus Holland

Nicht nur knapper gefüllte Geldbeutel bringen Menschen auf den Gedanken, Dinge reparieren zu wollen. Schwindende Ressourcen machen klar, dass wir mit unserer Umwelt etwas pfleglicher umgehen sollten. Reparierte Geräte tragen dazu bei: Weniger Rohstoffverbrauch, geringere Abfallmengen und weniger Kohlendioxidausstoß.

Die ursprünglich aus Holland stammende Idee findet in ganz Europa neue Mitstreiter. Jeder kann kommen, sei es um etwas repariert zu kommen, oder selbst mit Hand anzulegen. Im Idealfall gibt es viele unterschiedliche Helfer. Jeder trägt dass bei, was er kann.

Eine vorherige Anmeldung ist empfehlenswert. Schließlich wäre es recht ärgerlich, mit einer Waschmaschine unter dem Arm hereinzukommen und unverrichteter Dinge wieder gehen zu müssen. Nebenbei ist das Repair-Café eine gute Gelegenheit zu einem netten Plausch. Man pflegt ein nachbarschaftliches miteinander. So stört es nicht, wenn eine Reparatur einmal nicht gelingen sollte. An diesem ersten Tag klappte es gut. Fast alles konnte sofort repariert, manches immerhin auf den richtigen Weg gebracht werden.

Das Repair Café findet von nun an jeden letzten Montag im Monat statt! Über Werkzeugspenden und helfende Besucher – auch mit eigenem Werkzeug – würde sich das Repair-Café im Paul-Schneider Haus sehr freuen.

 

Ralf Salecker

 

Repair Cafe in Spandau             

  • Paul-Schneider Haus
  • Schönwalder Str. 23
  • 13585 Berlin-Spandau
  • Uhrzeit 17.30 – 20.00
  • Weitere Informationen unter info@klimawerkstatt-spandau.de oder telefonisch unter 3979 8669.

Worte der Kritik von den Heimatkundlern

Jahreshauptversammlung im Bürgersaal

Erster Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch (Foto: Ralf Salecker)

Erster Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch (Foto: Ralf Salecker)

Die Versammlung begann mit einem traurigen Teil, dem ehrenden Gedenken an drei im letzten Jahr verstorbene Mitglieder der Heimatkundler. In seiner Einstiegsrede hielt sich der Erste Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch mit Kritik nicht zurück, als er die Jahreshauptversammlung im Bürgersaal eröffnete. Das Verhältnis zu Bildungsstadtrat Gerhard Hanke ist anscheinend etwas angespannt. Bannasch betonte, dass sie nur vorübergehend ihre Räumlichkeiten auf der Zitadelle verlassen hätten, um den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten während des Umbaus von Haus 8 nicht im Wege zu stehen. Er machte deutlich, dass die ausgesprochene Kündigung für die Vereinsräume in Haus 9 durch Gerhard Hanke wieder zurück genommen werden musste. „Wir kommen wieder zurück!“

Einige Veranstaltungen konnte die Vereinigung auch im vorangegangenen Jahr durchführen. Bannasch hob dabei die Gedenkveranstaltung für die Mauertoten und die umfangreiche Exponatübergabe an das Stadtgeschichtliche Museum im Schätzwert von rund 12000 Euro hervor.

Im Jahr 2013 starteten die Heimatkundler ihr Gedenktafelprogramm. Die erste Gedenktafel hat ihren Platz in der Filiale der Volksbank am Markt. An der Stelle des heutigen Volksbankgebäudes stand einst das alte Rathaus, in dem vor 100 Jahren die Entscheidung zum Bau des heutigen Rathauses getroffen wurde. Die Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. beteiligt sich an der Vorbereitung der Feierlichkeiten zum diesjährigen Jubiläumsprogramm und wird auch einige Programmpunkte aktiv bestreiten. Gerne, erklärte Bannasch, sind die Heimatkundler auch zukünftig bereit, mit Rat und Tat im Sinne des Bezirkes mitzuwirken – wenn man sie bittet.

Oft muss die HKV Besuchern und Anrufern und per E-Mail auf der Zitadelle Auskünfte erteilen zu Dingen, die eigentlich nicht in ihren Aufgabenbereich fallen, sei es zu Veranstaltungen oder Eintrittsgeldern. Aber sie machen es gerne, betonte der 1. Vorsitzende. Die Vereinigung sieht sich als Teil der Zitadelle. Nicht so gerne sehen sie Zeugnisse der DDR-Vergangenheit, die als Exponate in der großen Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ zu sehen sein werden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein langer – ein wenig zu patriotischer – Vortrag von Manfred Schulze, der die Befreiung Spandaus vor 200 Jahren von den Franzosen thematisierte. Spannend war der Ansatz, den Blick auf Frauen und ihre Beteiligung an dieser Befreiung zu beleuchten, so gab es einige, die als Mann verkleidet in den Krieg zogen. Kritik wurde am Bezirk geäußert, der es versäumt hat, diesem wichtigen Jubiläumsdatum in der Bezirksgeschichte eine entsprechende Würdigung zu geben.

 

Ralf Salecker

Auch Nachts ist in Spandau was los

Am 4. Mai findet nicht nur in Spandau die 3. Lange Nacht der Familie statt.

Gleich vier Angebote werden im Bezirk am morgigen Samstag für Unterhaltung bis in die späten Abendstunden sorgen. Bürgermeister Helmut Kleebank wird als Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familie in Spandau die Veranstaltung im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken eröffnen. Kleebank erläutert: „Es gibt in dieser Nacht einiges zu entdecken und zu erkunden, so dass sich unternehmungslustige Familien von den vielfältigen Angeboten inspirieren lassen können.“

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Veranstaltungsübersicht

Folgendes Programm wird dabei speziell für Familien mit Kindern bis 14 Jahren zwischen 17 Uhr und 23 Uhr angeboten:

Kulturzentrum Gemischtes (Eröffnungsveranstaltung), Sandstr. 41, 13593 Berlin

„Kinder spielen für Kinder – Tanz, Trommeln und Popmusik“ von 17 bis 19 Uhr

Im Anschluss daran wird es einen persönlichen Begleitdienst für Familien zu den anderen Spandauer Veranstaltungsorten geben.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Towergebäude, Am Flugplatz Gatow 33, 14089 Berlin

„Nacht und Luftbrücke“ von 18 bis 22 Uhr

Jugend- und Familienberatungsstelle Kladow, Parnemannweg 22, 14089 Berlin

„Karibische Nacht“ von 18 bis 23 Uhr

Waldschule Spandau, Niederneuendorfer Allee 81, 13587 Berlin

„Frühlingsnachtlied und Moorgeruch“ von 20 bis 22:15 Uhr

Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen in Spandau erhalten Interessierte unter http://www.familiennacht.de/programm/.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt. Fotos (2): Patrick Rein

AbenteuerPark Potsdam feiert

Wer die Bezirksgrenzen an diesem Tag jedoch ein Mal verlassen möchte, kann die Lange Nacht der Familien auch in Potsdam verbringen. Denn am Samstag den 04.05.2013 ist Gruseln angesagt! Zum außergewöhnlichen „Nachtklettern“ lädt der AbenteuerPark Potsdam alle großen und kleinen Monster im Rahmen der 3. Langen Nacht der Familie zu sich ein! Neben schaurigen Gruselgeschichten im Riesen-Tipi, spannenden illuminierten Spielen am Boden und leckerem Stockbrot-Essen am knisternden Lagerfeuer bietet das Gruselnacht-Pauschalpaket allen begeisterten Kletterfans 1,5 Stunden puren Kletterspaß bei Nacht (19-23 Uhr). Die passende Stärkung darf da natürlich nicht fehlen: Ein knuspriges Grillwürstchen mit Spuk-Sprudel-Getränk. Der Komplettpreis für die freie Nutzung aller Angebote beträgt für Kinder 18 Euro und für Erwachsene 22 Euro.

Weitere Informationen finden Interessierte ebenfalls hier im Internet unter  www.abenteuerpark.de/blog

Patrick Rein

Altstadtmanagement Spandau

Gemeinsam Zukunft gestalten

Das Team vom Altstadtmanagement Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Das Team vom Altstadtmanagement Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Das Altstadtmanagement Spandau stellte sich am Montag im Bürgersaal der Öffentlichkeit vor. Den meisten Geschäftsleuten in der Altstadt war die noch recht junge Institution in Spandau spätestens durch die persönliche Einladung zu dieser Informationsveranstaltung bekannt. Der Bürgersaal war insgesamt recht gut gefüllt, ein Zeichen für das große Interesse. Trotzdem hätten es durchaus mehr Geschäftsleute sein können.

Die großen Ziele der Zukunft

In den nächsten zwei Jahren hat das Altstadtmanagement ein paar nur schwer zu bewältigende Aufgaben vor sich. „Aktivierung und Vernetzung der lokalen Akteure zur Förderung des gemeinsamen Handelns“ hört sich erst einmal sinnvoll und wichtig an. Schaut man sich die „üblichen Aktiven“ an, die sich kontinuierlich konstruktive Gedanken um die Altstadt machen, dann ist der Kreis der Akteure eher überschaubar. Frust, Desinteresse, schlechte Erfahrungen, wenig Zeit …, die Liste der Gründe, sich nicht zu beteiligen, ließe sich fast endlos fortsetzen.

Ein erster erfolgreicher Schritt scheint mit der Spandauer Altstadtmeile und dem Fotowettbewerb gemacht. Das gemeinsam erarbeitete Konzept „Kunst verbindet“ war so erfolgreich, dass es zu den Gewinnern von Mittendrin! Berlin gehörte. Ein enormer Motivationsschub und der Beweis dafür, dass es gelingen kann, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – für eine „bessere“ Altstadt. Trotzdem sind die Zweifler noch immer in der Mehrheit.

Hausbesitzer und Geschäftsleute in der Altstadt müssen ihrer Verantwortung für die Altstadt gerecht werden. Zu hohe Mieten erschweren die Ansiedlung eines gesunden Branchenmix. Die Altstadt braucht keine weiteren Billig-Friseure, Nagelstudios, 1-Euro-Läden, Handy-Shops usw., Qualität und ein bedarfsgerechte Angebote sind das Ziel.

Es gilt ein klares erkennbares Profil der Altstadt zu entwickeln, um sie erfolgreicher vermarkten zu können. Dieses Ziel muss gemeinsam erarbeitet werden. Es müssen Gründe geschaffen werden, damit alte und neue Kunden gerne und bewusst in die Altstadt kommen. Die Gestaltung des äußeren Raumes gehört ebenso dazu, wie die inhaltlichen Angebote. Dazu ist eine positive Abgrenzung von anderen Geschäftsstraßen unerlässlich. Das Besondere und einzigartige muss herausgearbeitet und auch entsprechend „verkauft“ werden.

Über politische Grenzen hinweg

Das Team des Altstadtmanagements freut sich über eine Unterstützung, die über Parteigrenzen hinweg funktioniert. Nur wenn alle (Politik, Wirtschaft und Kreative) gemeinsam, an einem Strang ziehen, ist eine positive Entwicklung der Altstadt möglich – eine Erkenntnis, die von den meisten uneingeschränkt geteilt wird. Jetzt muss sie nur mit Leben erfüllt werden.

Im Rahmen von Altstadt-Plenen, Info-Veranstaltungen und Workshops sollen alle Akteure gemeinsam neue Konzepte entwickeln und Fördermittel zur Sicherung von notwendigen Investitionen akquirieren, die nicht aus dem Bezirkshaushalt getätigt werden können.

 

Ralf Salecker

Kiezväter in der Spandauer Neustadt

Starke Väter braucht der Kiez

Kiezvater Israfil- Yldizkan (Foto: Ralf Salecker)

Kiezvater Israfil- Yldizkan (Foto: Ralf Salecker)

Oft ist Erziehung Sache der Frauen, nicht nur in unserem Kulturkreis. Erziehung ist kein Zuckerschlecken. Es ist keine neue Erkenntnis, dass ein großer Anteil des uns prägenden Lernprozesses im Kreis der Familie stattfindet. Es können Probleme auftreten, die Eltern überfordern. Das trifft insbesondere Alleinerziehende. Dann erfordert es viel Mut, sich dies einzugestehen und nach Wegen zur Problemlösung zu suchen obwohl das Rollenverständnis des eigenen Kulturkreises eine solche Entscheidung nicht gerade erleichtert. Eltern benötigen ebenso Stärkung, wie Kinder. Seit rund eineinhalb Jahren existiert in der Spandauer Neustadt eine Gruppe, deren Namen neugierig macht – die Kiezväter. Sie bieten Beratungsangebote zu sozialen und Erziehungsfragen. Mit regelmäßigen Veranstaltungen werden alltägliche Dinge des Lebens zum Thema gemacht aber eben auch Konflikte, die sich aus der eigenen Kultur ergeben.

In Neukölln existieren solche Projekte seit vielen Jahren

Gerade im Problembezirk Neukölln entstanden die ersten Kiezväter-Gruppen. In den Medien wurde immer wieder über die sehr erfolgreiche Idee berichtet. Väter, die Angst davor hatten, ihren Kindern und Frauen gegenüber gewalttätig zu werden oder es sogar waren, wie solche, die sich ein Herz fassten und sich allgemeinen Erziehungsproblemen widmen wollten, die sie deutlich überforderten. Dort wurden die Kiezväter als Multiplikatoren ausgebildet, damit sie ihre Erfahrungen weiter tragen konnten, sei es in den Freundes- und Verwandtenkreis, der oft kein Verständnis für alleinerziehende Väter aufbrachte oder gar in die Teehäuser.

In der Spandauer Neustadt wird ähnliches versucht

Initiator der Spandauer Kiezväter ist Baljan Moradli. Der sytemische Paar- und Familientherapeut turkmenischer Herkunft arbeitete 18 Jahre in der Familienberatung. Einen großen Schatz an Erfahrungen kann man also voraussetzen. In der Neustadt möchte man in dem Projekt u.a. „Scouts“ ausbilden, die Informationen zu scheinbar alltäglichen Probleme weitergeben sollten.

Probleme mit der Schule, Ernährungsberatung, die Heranführung an Kultur über Lesestunden (Leseväter), Erziehungsberatung, der Umgang mit Behörden, Tipps zu Sportvereinen und auch Computerkurse, Rechtsberatung und ein Väter-Café (als regelmäßigen Treffpunkt) sind nur einige Beispiele für das bunte Spektrum.

Dabei gehört die intensive Zusammenarbeit mit Initiativen, die ähnliches versuchen, zum wichtigen Standbein. Es sollen keine Einzelkämpfer herangebildet werden.

Weiterhin geht es nicht darum, Konflikte zwischen Müttern und Vätern, die ihre Kinder und das Sorgerecht betreffen zu verstärken. Ganz im Gegenteil. Konfliktmoderation soll gerade diese Hürden für das Miteinander überwinden helfen.

Schade nur, dass diesem besonderen projekt nicht der Erfolg seines Neuköllner Vorbildes beschieden ist. Sind die Väter hier weniger mutig oder problembewusst?

 

Ralf Salecker

 

 

Kiezväter:

  • Lutherstraße 17, 13585 Berlin
  • Baljan Moradli: moradli@jugendwohnen-berlin.de

 

Öffnungszeiten Kiezväter-Treff

  • Dienstag 12.00-14.00 Uhr – Allgemeine Beratung
  • Dienstag 14.00-16.00 Uhr – Rechtsberatung
  • Dienstag 16.00-18.00 Uhr – Väter-Café, Computer-Väter (Anfänger)
  • Donnerstag 15.00-18.00 Uhr – Allgemeine Beratung
  • Weitere Termine nach Vereinbarung (Tel: 030-22194583)

100 Jahre Regierungssitz Spandaus

Das Rathaus feiert ein rundes Jubiläum

Modell - Rathaus Spandau  (Foto: Ralf Salecker)

Modell – Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Ein großes Hin und Her hat es damals gegeben, als die Honoratioren der Stadt Spandau überlegten, wo denn das neue Rathaus stehen sollte. Das alte Haus am Markt war inzwischen viel zu klein geworden und die Altstadt letztendlich zu „eng“. Man wollte ein deutliches Zeichen setzen, also errichtete man das neue Rathaus vor den Toren der Altstadt. 100 Jahre ist es im September diesen Jahres her. Für Spandauer ein guter Grund zu feiern.

Im letzten Jahr wurde schon das 100jährige Jubiläum der Grundsteinlegung begangen. 100 Bürger kamen zur Feier in den Bürgersaal. Diesmal soll es eine Veranstaltung im Saal der Bezirksverordnetenversammlung geben, weil nur er groß genug ist, um die erwarteten Menschen aufzunehmen.

Stolz führte schon damals zu großen Schulden

Stolz waren die Bürger damals, nicht alle, aber diejenigen, die sich durchsetzen konnten, erwirkten den Bau eines Rathaus, mit dem man Eindruck schinden wollte. Berlin drohte, die Stadt Spandau zu „verschlingen“. Vorbei wäre es dann mit der lange gepflegten Eigenständigkeit. Groß und prächtig sollte der Bau also werden – trotz großer Schulden. Damals hat man es nicht anders, als heute gemacht. Augen zu und durch. Natürlich wurde das Rathaus teurer, als geplant. Natürlich wurde Spandau trotzdem eingemeindet – zum Glück, kann man heute nur sagen. Sonst hätten alle Spandauer 40 Jahre DDR erleben dürfen.

Ganz bewusst errichtete man einen Turm, der auch den nahen Turm der Nikolai-Kirche in der Altstadt überragte, schließlich ging es auch darum, ein starkes Bürgertum zu dokumentieren. Ein Wettbewerb sollte die Entscheidung über den Entwurf liefern. Nicht der erste Platz wurde dann gebaut, vielmehr griff man auf den 2.Platz zurück, einen Entwurf der Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth, die schon für das Rathaus Charlottenburg verantwortlich zeigten.

Feier findet früher statt

Eigentlich hätte die Feier am 15. September stattfinden müssen, dem Tag, an dem das Rathaus damals feierlich eingeweiht wurde. Die nahe bei liegenden Bundestagswahlen erzwingen aus organisatorischen Gründen eine Vorverlegung des Termins, so Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Das ist nicht weiter schlimm. Vor den Toren des ehrwürdigen Rathaus Spandau feiert Spandau sein traditionelles Altstadtfest und den Weinsommer. Kein Grund zur Traurigkeit also! Neugierigen können zur Feier des Jubiläums in Räume vordringen, die nur wenige zuvor gesehen haben.

Im Oktober findet aus Anlass des Jubiläums ein ökumenischer Gottesdienst in der Nikolai-Kirche statt. Im Rathaus selbst ermöglicht eine Ausstellung der Heimatkundlichen Vereinigung einen Blick 100 Jahre zurück.

Zu solch einen Jubiläum soll ja immer etwas Besonderes geboten werden. Es ist zwar kein Geschenk, dafür aber trotzdem etwas Ungewöhnliches. 781 Kopien des goldenen Buches der Stadt Spandau werden zu kaufen sein – schließlich wurden 781 Jahre zuvor Spandau die Stadtrechte verliehen.

 

Ralf Salecker

FOLLOW – Wege in andere Welten

Nur die eigene Fantasie setzt Grenzen

Vom Bettler zum König ist alles möglich (Foto: Ralf Salecker)

Vom Bettler bis zum König ist alles möglich (Foto: Ralf Salecker)

Nur ein paar Tage ist es her, da endete die närrische Zeit, der Karneval. Mit dem Aschermittwoch war alles vorbei. Was wir hierzulande feiern hat eine lange Tradition, doch von dieser ahnt kaum einer irgendetwas: Die Hierarchie in der Gesellschaft wurde einst für einige Tage auf den Kopf gestellt. Herren und Sklaven waren gleichgestellt oder tauschten sogar die Rollen. In manchen Gegenden kleidet man sich auch heute noch in wüste Gewänder, um Geister und Dämonen oder einfach nur den Winter zu vertreiben. Im Mittelalter gab es Narrenfeste, bei denen hoher und niederer Klerus ihre Rollen tauschten und die kirchlichen Rituale in derben Späßen persifliert wurden. Heute ist dies alles nur noch Verkleidung mit billigen Kostümen von der Stange gepaart mit schlichten Witzen.

Kreativer „Mummenschanz“ ganz anderer Art

Fans von fantastischen Geschichten kleiden sich in bunte Kostüme, um die eigene Fantasie mit etwas Greifbaren zu unterstützen. Noch läuft Tolkiens „Der Hobbit“ in den Kinos. Ein deutliches Zeichen für den kreativen Wunsch, eigene Welten im Kopf zu erschaffen.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war Fantasie praktisch kein Thema in Deutschland, einzig „Phantastische“ Literatur war bekannt oder Science-Fiction. Ein paar Spielbegeisterte kamen zusammen, schufen ein strategisches Spiel mit dem klangvollen Namen „Armageddon“. Während die einen spielten, entwickelten andere einen plastischen Hintergrund dazu. Eine Welt, vergleichbar mit Tolkiens Mittelerde entstand. Unzählige unterschiedliche Völker und Kulturen bevölkerten diese Fantasy-Welt namens Magira. Ihre Schöpfer kleideten sich in passende Gewänder und wandelten so „leibhaftig“ durch diese Welt. Grenzen setzt nur die eigene Fantasie.

FOLLOW – Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder

Nicht allen genügt es gedanklich in die Welt der gelesenen Bücher zu tauchen, in dem sie diese einfach nur konsumieren. Follow, übersetzt etwa die „Gefolgschaft der Lords der Welt der Wunder“ gestaltet seit Jahrzehnten die Fantasy-Welt Magira mit immer neuen Facetten. Manch einer schreibt Geschichten oder Gedichte, andere Zeichnen, singen oder spielen Armageddon – „Das Ewige Spiel“ – um den kriegerischen Hintergrund der Welt zu simulieren. Dieses Spiel wird seit der Gründung FOLLOWS in den 60er Jahren kontinuierlich gespielt. Diese Welt wächst stetig durch detailreiche Schilderungen von Flora, Fauna und kulturellen Hintergründen. Jeder „Follower“ oder Magiraner verkörpert eine Figur dieser Welt, ist Teil einer kulturellen Gruppe, sei es nun als Zauber, Krieger, Priester, Dieb oder Bettler. Das erste deutsche Rollenspiel-System entstand in diesen Reihen.

Lange Zeit gab es nichts Vergleichbares in Deutschland. Studenten, Autoren, Übersetzer, Lektoren und Illustratoren gehörten u.a. zu den ersten Mitgliedern dieser Gruppe.

Drei Säulen bestimmen FOLLOW

Spiel, Geselligkeit und Literatur: Ja FOLLOW versteht sich auch als Literaturverein – lesend und schreibend. Einmal im Jahr gibt es das große „Fest der Fantasie“. Dann kommen zwischen 200 und 350 Fellows zusammen, um eine Woche lang aktiv in die Welt Magira einzutauchen und die Kultursimulation voranzutreiben. Viele kleine Veranstaltungen im Jahr, meist in Deutschland, sorgen für die Pflege der Geselligkeit. Es gibt Mitglieder, deren Väter oder Großväter schon dabei waren.

Viermal im Jahr erscheint „FOLLOW“ in Form einer um die 450 Seiten starken Publikation. Hier beschreiben die Mitglieder facettenreich ihre Welt. Sonderbände widmen sich literarischen Schwerpunktthemen.

Inzwischen ist FOLLOW eine Möglichkeit von vielen. Mittelalter, Reenactment, Live-Rollenspiel und Film-Fan-Gruppen bieten eine große Spielwiese, sich kreativ zu betätigen.

 

Ralf Salecker

 

Info´s unter: www.fantasy-club-online.de

35 Jahre Arbeitskreis Spandauer Künstler

Ein buntes Haus an der ehemaligen Grenze

Hella Zarski, die gute Seele des ASK (Foto: Ralf Salecker)

Hella Zarski, die gute Seele des ASK (Foto: Ralf Salecker)

Es ist kalt, verschorfter Schnee liegt auf dem Bürgersteig und die Autos rasen an dem flachen bunten Gebäude vorbei. Niemand scheint Notiz von dem Bau an der Heerstraße zu nehmen. Es ist noch nicht lange her, da mussten hier alle einen Stopp einlegen, ob sie wollte oder nicht. Heute kommen die Besucher gerne, nicht nur, um das 35-jährige Jubiläum zu feiern. Die ehemalige Zollstation an der Heerstraße ist heute die Heimstatt vieler Künstler, die sich hier einige Ateliers teilen.

1978 gründete der Spandauer Maler Otto Witte diese unentwegte Gruppe, von der damals kaum jemand annahm, dass sie so lange Bestand haben würde. Er selbst kann dieses Jubiläum nicht mehr feiern da schon 1984 verstarb. 1991 bezog der Arbeitskreis Spandauer Künstler die alte Zollstation an der Heerstraße. Der Einzug war gleichzeitig eine Rettungsaktion für das Gebäude. Eigentlich sollte es dem Bagger weichen. Mit Transparenten vor dem Rathaus setzten sie sich für den Erhalt des Gebäudes ein.

Bunte künstlerische Vielfalt in der Zollstation

Schon von außen macht der Flachbau deutlich, hier geht es künstlerisch zu. Tritt man hinein, ist kaum ein freies Fleckchen Wand zu entdecken. Bilder über Bilder in den unterschiedlichsten Malstilen schmücken die Wände und machen deutlich, hier wird mit viel Elan gemalt.

Die älteste Dame im Künstlerkreis ist stolze 92 Jahre alt, erzählt Hella Zarski, die Vorsitzende des ASK. Seit mehr als 10 Jahren leitet sie die Geschicke des Vereins. In vielen Ausstellungen präsentierten die Mitglieder die Ergebnisse ihrer Arbeit. Zuletzt unter dem Titel „Vielfalt statt Einfalt“ im Gotischen Haus.

Selbst in der Schweiz wurden Werke der Künstler schon präsentiert. Das aufregendste Erlebnis war aber eine große Ausstellung in der Petri-Kirche in Riga, erzählt mit großer Begeisterung Helga Zarski. Der ehemalige Kunstamtsleiter Gerd Steinmöller pflegte einen freundschaftlich-künstlerischen Austausch mit der Stadt in Lettland. Die Ausstellung des ASK dort war die erste deutsche Ausstellung nach 50 Jahren dort gewesen.

Offene Ateliers

Jeden 1. Und 3. Sonntag im Monat können Besucher sich von der Kunstfertigkeit im Haus überzeugen. Von 14 bis 17 Uhr sind diese bei freiem Eintritt gerne gesehen.

Kunst von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist hier präsent. Seit kurzem nutzt eine iranische Künstlerin ein Atelier dort. Ein Yankton-Sioux-Indianer, Robert Alan Packard, fertigt kunstvolle Skulpturen und Pfeifenköpfe aus einem speziellen blutroten Tonstein, dem Catlinit, der nur in seiner Heimat South Dakota vorkommt.

Die Bilder von Hella Zarski finden ihren Ursprung in der Natur – Steine am Ostseestrand oder von Wind und Wellen geformte Zweige. Ganz anders sind die Bilder von Karin Schulte – Götel. Sie war früher in der Modebranche tätig und gibt sich nun abstrakten Ölbildern mit warmen explosiven Farben hin. Klaus Linderhaus ist gleich in doppelter Art und Weise tätig. Als Flaneur durchwandert er die Stadt und beschreibt seinen Blick auf Berlin in Lesungen. Seine Bilder dagegen sind Skizzen der Stadt in Tusche und Aquarell.

Ein Besuch im Haus an der Heerstraße lohnt sich also in jedem Fall.

 

Termine

17. März: Lesung der Autorengruppe Dichtung und Wahrheit um 15 Uhr

26. Mai: Kunst und Maibowle von 14 bis 19 Uhr

11. August: Sommerfest von 14 bis 19 Uhr

Weiteres auf: http://www.ask-galerie-berlin.de/

Es ist vollbracht, das Jahr wird Gelb in Spandau

Spandauer Altstadtmeile ging in die Startlöcher

Spandauer Altstadtmeile - Ich bin dabei

Spandauer Altstadtmeile – Ich bin dabei

Vor kurzem gewann der Bezirk Spandau in einem berlinweiten Wettbewerb. „MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative“ von IHK Berlin, Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirtschaft, Technologie und Forschung und Partnern aus der Wirtschaft möchte damit städtische Zentren fördern. Besser gesagt, ihnen helfen, die jeweiligen Standtorte/Geschäftsstraßen in ihrer Attraktivität zu steigern.

Es ist das erste Mal, dass Spandau mit einem Beitrag zu den Gewinnern gehört. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Monatelang haben Kunstschaffende, Geschäftsleute, Verwaltung und Spandau-Marketing gemeinsam an einem Konzept gefeilt. Unter dem Motto des Wettbewerbs „Laufend Neues erleben“, veranstaltet Spandau an drei Tagen im Jahr die „Spandauer Altstadtmeile – Kunst verbindet“. Kulturelle Veranstaltungen der besonderen Art im Herzen Spandaus.

Gelb ist die Farbe der Altstadtmeile

Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V., Partner für Spandau GmbH, die Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes und Künstler haben einfach mal die Altstadt vergrößert. Von den Arcaden bis zur Zitadelle reicht sie nun. 1606 Meter sind es – eine Meile. Damit sie auch niemand übersieht, wird eine gelbe Linie „als roter Faden“ alles verbinden.

„Drei kulturelle Veranstaltungen im Sommer 2013 sollen das gewachsene Hauptzentrum Altstadt Spandau als attraktive, überraschende und interessante Einkaufs, Kultur-, und Flaniermeile berlinweit bekannt machen. Kunst ist dabei verbindendes Element und bringt engagierte Bürger mit vielfältigen kulturellen Hintergründen, Händler, Künstler, Kulturschaffende und Vereine zusammen, um die größte Fußgängerzone Berlins nachhaltig attraktiv zu machen.“

Gelb wird nicht nur die verbindende Linie, sondern auch die Farbe von Veranstaltungsorten und Schaufenstern, in denen Kunst präsentiert wird.

Auftaktveranstaltung im Bürgersaal

Am Montag war der große Tag der Präsentation der Spandauer Altstadtmeile. Schon in der Eingangshalle zum Rathaus wurden die Gäste zünftig empfangen. Magma-Theater und die freie Theatergesellschaft Elektra stimmten die Besucher ein. Der Weg in den Bürgersaal ging – natürlich – entlang der gelben Linie. Es wurde voll dort oben, so voll wie schon lange nicht mehr. Das Interesse war riesig groß.

Damit möglichst keine Langeweile aufkommt, wurden die Programmpunkte der Aktionstage nur kurz vorgestellt. Fragen konnten dann an den jeweiligen „Ständen“ eine Antwort finden. Gabriele Fliegel vom Wirtschaftshof, Carsten Röding, Sven-Uwe-Dettmann und Björn Martin stellten die wichtigsten Eckdaten vor, unterhaltsam unterbrochen von musikalischen Darbietungen, Aktion-Painting und einem Spandau-Sketch. Spandau zeigte, dass es begeistern kann.

Drei besondere Tage 2013

Spandauer Altstadtmeile - Ich bin dabei

Spandauer Altstadtmeile – Ich bin dabei

Am 1. Juni geht es los mit „Was Kunst Du?“. Schirmherr ist der bekannte Comedien Sascha Grammel. Auf fünf Bühnen unterhalten Musiker, Jongleure, Pantomimen, Comediens und Schauspieler. Schaufenster präsentieren Kunst. Ein Straßenmusiker-Wettbewerb sorgt für eine lebendige Altstadt.

Am 17.August geht es weiter mit „Hinz und Kunst“. Kunst zum Mitmachen ist angesagt. Musik, Malerei und mehr.

Zu Ende geht es am 7. September mit „Kunst Du Leuchten?“. Die lange Kunst- und Shopping-Nacht wird mit besonderen Illuminationen zu einem sinnlichen Erlebnis.

Ein besonderes Highlight ist der „Foto-Kunst-Lauf“, initiiert von der Grafikerin Susanne Babst, und den Fotografen Alexander Hauswald und Ralf Salecker, der am 11.2. 2013 beginnt. Teilnehmen können alle, die Spaß am Fotografieren haben. Teil 1, vom 11.02. bis zum 18.06.2013, fordert die Teilnehmer heraus, Spandau unter einem besonderen Blickwinkel zu zeigen. Attraktive Preise locken und natürlich eine Ausstellung mit den besten Bildern.

Die Auftakt-Veranstaltung war ein voller Erfolg. Wer nun meint „Ich bin Dabei“, kann dies als Künstler, Helfer, Sponsor, Dienstleister und Gewerbetreibender gerne unter der E-Mail-Adresse des Altstadt-Managements gerne tun.

Altstadtmanagement Spandau

 

Ralf Salecker

Vereinsgründung im Bürgersaal: Kulturladen Altstadt

Erfolgreicher Start durch finanzielle Unterstützung aus LSK-Mitteln

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Am Dienstag, den 8. Januar war es soweit. Der Traum der Sozialarbeiterin Elmas Wieczorek ging in Erfüllung. Viele Interessierte aus Politik, Wirtschaft und Kultur folgten der Einladung, sich über einen neuen Kulturverein in der Altstadt zu informieren. Etwa 15 Mitglieder gründeten im Rahmen der Veranstaltung den Verein „Kulturladen Altstadt – Spandau“ im Bürgersaal des Rathauses Spandau.

Die Idee zu diesem Projekt kam Elmas Wieczorek schon während ihres Studiums und ließ sie auch später nicht mehr los. Der Ansatz ist recht einfach: Schaffung einer Begegnungsstätte für unterschiedliche Kulturen im Herzen der Spandauer Altstadt. Jung und Alt sollen hier zusammenkommen und von den Fertigkeiten der anderen profitieren.

Helmut Kleebank: Die Idee ist unbedingt unterstützungswert

In einer einleitenden Rede zur Veranstaltung betonte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, dass Elmas Wieczorek, die schon 17 Jahre in Deutschland lebt, bei ihm mit der Vorstellung der Idee offenen Türen eingerannt hat: „Der Kern der Idee, einer interkulturellen Begegnungsstätte im Herzen der Spandauer Altstadt ist unbedingt unterstützendwert, weil sie so gut, so sinnvoll und so zielführend ist. Hier werden die beiden großen Themen Integration und Belebung der Altstadt miteinander verwoben.“

Niemand kann solch ein Projekt alleine stemmen. Hierfür braucht es viel Kompetenz und Engagement, betonte der Bürgermeister dann auch – und natürlich auch Geld. „Ansonsten ist dieses Projekt eine schöne  Idee, aber mehr auch nicht. So stellte sich die Frage, wer denn die Unterstützung im Bezirk sein könnte. Wer hat genug Know-how, wer hat genügend Kreativität und Vernetzung und vor allem genügend Weitsicht, ein solches Projekt hier in Spandau mit auf den Weg zu bringen.“

Der Wirtschaftshof Spandau, vertreten durch Frau Fliegel, das Kulturhaus Spandau, vertreten durch Frau Richter, Staakkato e.V., vertreten durch Hans Kamprad und viele mehr, halfen mit, dass es im Dezember einen praktischen Probebetrieb in Räumen der Raab-Passage geben konnte. Auch dies war nur möglich, weil die Familie Raab die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte.

Die Aufgabe besteht jetzt darin, wie es gelingen kann, aus dieser Initialzündung in der Altstadt eine dauerhafte Einrichtung zu machen. Eine Voraussetzung dafür ist die Gründung eines Vereins. Eine andere zweifelsohne das Geld. Im Programm Lokales Soziales Kapital (LSK) wurde kurz vor der Veranstaltung ein Projekt beantragt und beschlossen – mit der Auflage, dass es in der Altstadt stattfinden muss. Nach Möglichkeit in den erprobten Räumen in der Raab-Passage oder, wenn es nicht gehen sollte, an einem anderen Ort in der Altstadt.

 

Ralf Salecker

Mit guten Vorsätzen in die Volkshochschule Spandau

Körper und Geist etwas Gutes tun

Volkshochschule Spandau

Volkshochschule Spandau

Das alte Jahr liegt noch nicht so weit zurück, doch die guten Vorsätze für das neue Jahr haben viele schon jetzt über Bord geworfen. Oder? Jedes Jahr aufs Neue wollen Mann und Frau mehr für die Gesundheit tun, einen ganz speziellen Fortbildungskurs belegen oder ihre Allgemeinbildung auf Vordermann bringen.

Ein wenig Zeit, bis zum offiziellen Semesterbeginn der Volkshochschule Spandau scheint noch zu sein. Das Frühjahrssemester geht vom 11. Februar bis zum 21. Juni 2013. Doch einige Kurse beginnen schon am 8.Januar. Die bekannten und beliebten Kurse sind möglicherweise schon jetzt belegt. Oft sind es immer die gleichen Leute, die sich in den Kursen zusammenfinden. Es muss sich also lohnen. Preiswert sind die Kurse allemal.

Flexibel mit dem Flexibar

Es lohnt sich, einfach mal so durch das Angebot zu stöbern, um sich die weniger bekannten Kurse anzuschauen. Dort könnte sich die eine oder andere Perle entdecken lassen.

Wissen sie, was Bioswing ist? Nein, es ist keine biologisch abbaubare Tanz-Art. Das passende Sportgerät dagegen werden bestimmt schon einmal gesehen haben, den Flexibar. Ein langer dünner Stab aus Fiberglas, mit einem weichen Griff in der Mitte, der in unterschiedlichsten Köperhaltungen in gleichmäßige Schwingungen gebracht werden muss. Was sich so leicht anhört fordert dann doch eine Menge Anstrengung. Obwohl keine schweren Gewichte, wie beim normalen Krafttraining genutzt werden, trainiert es doch die Tiefenmuskulatur. Am 11.2. beginnt der passende Kurs „Flexibel mit dem Flexibar“ (Sp3.500F) mit Kirsten Heidler in der VHS-Filiale in der Eiswerderstraße 7.

Wie sah es früher in Spandau aus?

Mit Jürgen Grothe in die Spandauer Vergangenheit reisen! Wer sich ein wenig über die Altstadt sowie deren Häuser und Bewohner informieren möchte, dem sei die Lesung (Sp1.427aF) von Jürgen Grothe im Lesecafé der Stadtbibliothek ans Herz gelegt. Dort liest er am aus seinem kürzlich erschienenen Buch „Ein Spaziergang durch die Spandauer Altstadt“. Am 7.3. von 18 bis 9:30 Uhr können sie sich bei freiem Eintritt erzählen lassen, wo sich Spandaus Reeperbahn oder das Brandenburger Tor befanden. Dieser Kurs ist kostenlos, aber nicht umsonst.

Politik, Gesellschaft und Umwelt jenseits des Stammtisches

Die politische Streit- und Diskussionskultur wird kaum mehr gefördert. Schaut man sich die Schlagzeilen einiger Zeitungen an oder hört, was so auf Stammtischniveau geredet wird, dann kann einem angst und bange werden. Wer politische Themen anspruchsvoller diskutieren möchte, findet in der VHS die passende Gelegenheit. Ein Besuch von Vorträgen, politischen Veranstaltungen oder Einrichtungen und Gespräche mit Experten zeigen, dass es auch anders geht.

„Selbstbild – Fremdbild – Körperbild“ (Sp1.222F), ein Kurs, der sich mit unserer eigenen Selbstwahrnehmung, der Vorstellung was andere über uns denken und unserer eigenen Reaktion darauf auseinandersetzt.  Ein spannendes Thema, weil es uns dazu bringt, die eigenen Gedanken und Handlungen stärker zu relativieren.

Sie sehen, die Vielfalt ist groß! Stöbern Sie doch einfach mal im aktuellen Programm der Volkshochschule.

 

Ralf Salecker

 

Harri-Reinert-Volkshochschule Spandau

  • Moritzstraße 17, 13597 Berlin
  • Auskünfte erhalten Sie unter: 90279 – 5000
  • Öffnungszeiten: Montag, Dienstag 10–13 Uhr, Donnerstag 16–19 Uhr
  • Abendbüro
  • Bertolt-Brecht-Oberschule, Wilhelmstraße 10, Raum 1.B.04,
  • Telefon 3308 – 9953
  • Öffnungszeit: Montag bis Donnerstag 17.30-18.30 Uhr
  • Sie können auch im Abendbüro Ihre schriftliche Anmeldung abgeben und Auskünfte einholen.

„Haus der Kulturen“ in Spandau?

Ein Kulturladen mit Visionen

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Der Countdown kurz vor den Feiertagen ist eingeleitet. Menschen hetzen durch die Altstadt Spandau. Es wird wieder häufiger gerempelt als sonst. Tagsüber ist merkbar mehr los in den Straßen, als zu anderen Zeiten. Ein paar Unentwegte haben sich aufgemacht, in dieser Zeit der Unruhe einen kreativen Ruhepol und Ort der Musik und des Tanzes gleichzeitig zu schaffen.

Kulturladen in der Altstadt

Die Sozialarbeiterin Elmas Wieczorek und ihre Mitstreiter verteilen immer wieder Flyer, um auf das spannende Angebot hinzuweisen. Manch einer ist neugierig, fragt nach und geht ein paar Schritte den Gang zwischen Dorotheenstädtischer Buchhandlung und Oxfam hindurch. Ein kleiner Innenhof tut sich auf. Schon hier ist von dem Trubel „draußen“ nichts mehr zu spüren.

Tritt man in den Kulturladen hinein, fallen unweigerlich die Utensilien der letzten handwerklichen Tätigkeiten auf. Holzspäne und Schnitzmesser auf dem Tisch, im Schaufenster stehen die letzten noch nicht abgeholten Tonarbeiten der Kinder und auf der Leine hängen Bilder. Ein wenig improvisiert, aber gemütlich. Es wird Tee erreicht.

Ein paar leerstehende Räume haben Dank der Bereitschaft des Vermieters der Raab-Passagen einen neuen „Mieter“ auf Zeit gefunden. Der Kulturladen Spandau lädt Jung und Alt zum Verweilen ein. . Hier ist immer wieder eine Menge los. Kinder nehmen das Angebot gerne an. Ab 16 Uhr konnte und kann während der Tage des Spandauer Weihnachtsmarktes gebastelt, getrommelt und auch getanzt werden. Am kommenden Sonntag, dem 4. Advent kann z.B. in den Räumen männlicher Bauchtanz bestaunt werden.

Zusammenführen der Kulturen

Hier wurde natürlich nicht einfach ein Laden aufgemacht, um gelangweilte Menschen zu bespaßen oder gestressten Elter eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Kinder während der Weihnachtseinkäufe zu bieten.

Die Motoren des Kulturladens möchten eine Begegnungsstätte von Migranten und Einheimischen schaffen. Der Austausch von unterschiedlichen Kulturen soll neugierig machen auf die Qualitäten der anderen – „Vielfalt der Kulturen – ein Schatz für Alt und Jung“. Gewachsene Grenzen, sei es aus Bequemlichkeit oder Vorurteil können am besten im regelmäßigen Miteinander überwunden werden.

„Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Begegnung der Kulturen möglich wird. Ein Haus in dem Platz ist für Menschen aus allen Kulturen, die in Spandau vertreten sind. Ein Haus für Begegnung, Veranstaltungen, Werkstätten, Kurse und Beratungen. Ein Haus in dem Toleranz und Respekt vor der anderen Kultur und vor Menschen anderer Religion und Weltanschauung praktiziert wird.“

Nicht ohne Grund ist ein Ort in der Spandauer Altstadt gewählt worden: „Ein Kulturprojekt, welches möglichst alle in Spandau vertretenen Kulturen einbeziehen will, braucht einen zentralen Veranstaltungsort, der für jeden leicht zur erreichen ist. Der Kulturladen Altstadt will an erster Stelle Begegnungsmöglichkeiten für Künstler, Handwerker und Menschen des Stadtteils schaffen. In Werkstätten soll gemeinsam gearbeitet, musiziert, getanzt und gespielt werden.“

Ziel ist es, den Kulturladen zu einer festen Institution zu machen. Jetzt darf er die Räume nur bis zum 28.12. nutzen. In Kürze ist die Gründung eines Vereins geplant, der mit allen kulturellen Gruppierungen im Bezirk zusammenarbeiten möchte. Wenn alles gut geht, wird es einmal regelmäßige Veranstaltungen, Werkstätten und Workshops geben, einen Raum der Begegnung und Kommunikation, in dem Junge und Alte unterschiedlichster Kulturen sich austauschen können.

 

Ralf Salecker

Bewegte Winterspielplätze im Falkenhagener Feld

Sport, Spiel und Spaß mit der Familie

Bewegte Winterspielplätze

Bewegte Winterspielplätze

Ein Erfolgsmodell geht in die Verlängerung. Sport hält Gesund, das ist eine alte Weisheit. Am 4. November starteten im Falkenhagener Feld die „Bewegten Winterspielplätze“, um ein sportliches Angebot für Kinder mit ihren Familien zu bieten. Kinder und ihre Eltern konnten bis zum letzten Dezember-Wochenende gemeinsam spielen und toben. Dieses Angebot wurde nun bis zum Winterausklang, Ende März, Anfang April 2013 verlängert. Das Jugendamt finanziert das Projekt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Waldkrankenhaus.

Mangelnde Bewegung führt zu Koordinationsschwierigkeiten

Viele Menschen bewegen sich in heutiger Zeit viel zu wenig. Übergewicht und schlechte Körperkoordination sind keine Ausnahmeerscheinungen mehr, ganz besonders in Familien aus ärmeren Bevölkerungsschichten. Bei Einschulungsuntersuchen im Falkenhagener Feld wurde eine stete Zunahme dieses Umstandes registriert. Kinder haben diese Probleme nicht von Natur aus. Die Ursache liegt im familiären Umfeld und dem dort praktizierten Freizeitverhalten. Computerspiele und Fernsehkonsum sind in vielen Familien die typischen Freizeitgestaltungen. Überraschend scheint, dass dieses Problem von den Betroffenen durchaus erkannt wird.

Einseitigem Freizeitverhalten entgegenwirken

Gesundes Aufwachsen verhindert Kranksein im Erwachsenenalter (wir berichteten)! Auch im neuen Projekt ist das „Netzwerk Präventionsmedizin und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter“, kurz KiJu Fit, federführend beteiligt.

Aus dem einseitigen Freizeitverhalten ergeben sich neben den körperlichen Folgen noch andere Umstände, die eher zwischenmenschlicher Natur sind. Das familiäre Miteinander wird nicht mehr trainiert. Familienmitglieder entfremden sich. Die Eltern-Kind-Bindung ist gestört.

Das sportliche Angebot im Falkenhagener Feld ist gerade im Winter sehr überschaubar. Mit den „Bewegten Winterspielplätzen“ gibt es ein kostenloses Angebot, welches gerade am letztgenannten Punkt ansetzt. In der Sport- und Begegnungsstätte im Spektefeld, bei Schwarz-Weiß Spandau und in der Siergerland-Grundschule soll ein buntes Angebot mit Sport, Spiel und Spaß, diese gestörte Beziehung wieder ins rechte Lot bringen.

In anderen Bezirken funktionieren die Winterspielplätze kleinteiliger und finanziell besser ausgestattet. Trotzdem muss man sich auch über die in Spandau eher beschränkten Mittel freuen. Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren, aber auch älter, können sonntags drei Stunden lang mit ihren Eltern etwas gemeinsam unternehmen. Bis zu 85 Kinder nutzten dieses Angebot zu Spitzenzeiten in der Siegerland-Grundschule, während sich die Nutzerzahlen in der Sport- und Begegnungsstätte eher in Grenzen hielten. Möglicherweise liegt dies auch an der besseren Ausstattung der Sporthalle in der Grundschule.

Eltern können ihre Kinder nicht einfach abgeben, um sich anderweitig zu vergnügen. Sie müssen explizit Verantwortung übernehmen. Unterstützt durch fachkundige Übungsleiter vom TSV-Spandau 1860 werden die Familien an die zur Verfügung gestellten Materialien herangeführt.

 

Ralf Salecker

 

Bewegte Winterspielplätze in Spandau

  • sonntags zwischen 14:30 und 17:30Uhr
  • Sporthalle der Siegerland Grundschule
    • Westerwaldstr. 19
  • Sport- und Begegnungsstätte im Spektefeld – bei Schwarz-Weiß Spandau
    • Spektefeld 27a

Handwerk und Kunst im Gotischen Haus

Der leise Ausgleich zum lautstarken Trubel

Die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich organisiert den Märkischen Handwerkermarkt (Foto: Ralf Salecker)

Die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich organisiert den Märkischen Handwerkermarkt (Foto: Ralf Salecker)

Nur wenige kennen die Spandau-Information von Partner für Spandau nicht. Schließlich gibt es hier die von freundlichen und kompetenten Mitarbeitern betreute Touristeninformation. Eintrittskarten für Konzerte in Spandau gibt es ebenso, wie Andenken und gedruckte Informationen zum Bezirk. Immer wieder verlocken Ausstellungen zu einem Besuch in Berlins ältestem Bürgerhaus.

In diesen Tagen gibt es einen traditionellen weiteren Grund, diese ehrwürdigen Mauern zu besuchen. Der „Märkische Kunsthandwerkerhof“ ist wieder einmal einer der schönsten Orte des Weihnachtsmarktes in Spandau. Wer einen Besuch hier versäumt hat, dem ist etwas ganz besonderes entgangen. Im letzten Jahr feierte diese Institution ihr 20-jähriges Jubiläum. All die Jahre, seit der Eröffnung des Gotischen Hauses, hat die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich viel Herzblut in die Organisation des Marktes gesteckt.

Stammgäste kommen schon seit 20 Jahren

Trotz all der vielen Jahre erstaunt es Dorothea Nerlich immer wieder, wie viele Leute in der Vorweihnachtszeit im Haus vorbei kommen. Hier gibt es die seltene Gelegenheit, den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schultern sehen zu können – zu sehen, wie Dinge entstehen. Inzwischen sind diejenigen Stammgäste, die einst als Kinder von ihren Eltern hierher geführt wurden. „Damals konnten sie kaum über den Tisch gucken“. Nun kommen sie, nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weil sie sich dem Charme der Atmosphäre nicht entziehen können, wenn aus einem Tonklumpen zu einem ansprechenden Objekt geformt wird, aus welchem, nach dem Brand eine schöne Keramik wird.

Mittwochs vorweihnachtliches Basteln für Kinder

Wie Ton zur Keramik wird, ist vielen ein Mysterium. Viele wissen nicht, ob Ton gebrannt wird. So, wie manche annehmen, Kühe wären lila und Fische hätten die Form eines Koffers, fehlen einigen ganz grundlegende Erfahrungen, wie Dinge entstehen oder sie sind einfach in Vergessenheit geraten. Gerne stehen die Handwerker und Künstler Rede und Antwort. Im umliegenden Trubel der Altstadt ist das Gotischen Haus in der Vorweihnachtszeit eine Insel der Ruhe.

Geduld muss man in jedem Fall mitbringen. An den Wochenenden schieben sich Heerscharen von Besuchern durch die Räume, da ist es unter der Woche ein wenig ruhiger. Immer mittwochs im Dezember wird ein vorweihnachtliches Basteln für Kinder angeboten: ab 15 Uhr und zu einem Kostenbeitrag von 1,00 Euro je Kind. Anmeldung erbeten: (030) 354 944 297

Kunsthandwerker aus Berlin und dem Umland sind im Gotischen Haus vertreten. Der Kerzenzieher aus dem Fläming versorgt zur Weihnachtszeit einen großen Teil der Berliner Kirchen mit seinen Kerzen. Die angebotene Qualität überzeugt. Das gilt für alle angebotenen Produkte des Handwerkermarktes: „Handgefertigtes, klassisches und besonderes Holzspielzeug, weihnachtlicher Glasschmuck, Kerzen, Zinn, Keramik, Seide, Korbgeflochtenes, Seifen, Puppen und Teddybekleidung, Ikonen, Bilder und Skulpturen werden gezeigt.“

Der Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus ist vom 1. bis 23. Dezember täglich bei freiem Eintritt geöffnet – sonntags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 20 Uhr.

 

Ralf Salecker

Noch gehen zu wenig Spandauer am Stock

Nordic Walking Route am Hahneberg sucht noch Läufer

Aufgang zum Hahneberg (Foto: TSV)

Aufgang zum Hahneberg (Foto: TSV)

Im Oktober wurde eine neue Nordic Walking Strecke am Fuße des Hahnebergs eröffnet. Für die Planung ist eine Menge Zeit ins Land gegangen. Spandaus größter Sportverein, der TSV Spandau 1860, und die Bauabteilung des Bezirkes hatten sich gemeinsam über die Route am Hahneberg abgestimmt. Sechs Kilometer lang ist der Rundkurs, mit unterschiedlichen Anforderungen und Untergründen, geworden. Die Gemeinschaftsleistung des Vereins und des Bezirks wurde von Baustadtrat Carsten Röding und Vereinsmanager Michael Pape vom TSV 1860 e.V. vorgestellt und eröffnet.

Die Beschilderung der Strecke hat der Bezirk nicht aus eigener Tasche bezahlt. Vielmehr gab es hierfür eine Förderung mit Mitteln der EU, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin aus dem Programm “Soziale Stadt”.

Noch hat der neue Weg nicht genügend begeisterte Fans gefunden. Das mag am Wetter liegen, sollte für einen sportlichen Menschen aber keine Entschuldigung sein. Die Umgebung bereitet im Wechsel der Jahreszeiten viel Spaß. Schnell vergisst man, am Rande einer Großstadt zu sein.

Hürden gleich zu Beginn

Den Weg zum Rundkurs zu finden ist nicht wirklich leicht. Von der Heerstraße kommend, auf der Höhe der Bergstraße, bewegt man sich einfach Richtung Parkplatz. Dann sollte das Hinweisschild ins Auge springen. Anscheinend haben einige Sportsfreunde den Sinn von Hinweisschildern falsch verstanden. Jedenfalls wurden schon einige Opfer von Vandalismus. Der möglichen Zerstörungswut geschuldet, sind die eigentlichen Wegmarkierungen dann leider recht hoch angebracht. In etwa 2,40 Meter Höhe befinden sich kleine weiße quadratische Schilder mit einem Durchmesser von 12 bis 13 cm. Ein flüchtiger Spaziergänger wird sie möglicherweise übersehen.

Nordic-Walking als kleines Erlebnis am 8.12.

Fragt man Tante Google nach Nordic-Walking in Spandau, muss es viele Interessierte geben, die sich alleine nicht überwinden können. Der innere Schweinehund ist einfach zu stark.

Am 8.12. gibt es die Möglichkeit zu einer Erlebnis-Schnupper-Tour am Hahneberg unter fachfraulicher Begleitung. Bei diesem kleinen Event haben Körper und Geist gleichermaßen etwas davon. Dagmar Steinmetzer ist schon lange Jahre mit dem Herzen beim Nordic-Walking dabei. Ihr ist daran gelegen, dass man nicht nur achtlos durch die Gegend läuft, sondern, dass die Nordic-Walking Einheiten mit ihr, als ein Erlebnis im Gedächtnis bleiben, von dem man noch lange was hat.

Wenn Dagmar Steinmetzer ihre Gruppe durch die Landschaft führt, an Kräutern, Bäumen und sonstigen Pflanzen entlang walkt, dann erfährt der sportlich Interessierte Mitwalker etwas über die Art und Beschaffenheit der Natur ringsherum, welche Kräuter wofür Verwendung finden, wie die Kräuter heißen und welche heilsamen Wirkungen sie haben.

Frau Steinmetzer ist daran gelegen, dass der sportlich interessierte Nordic Walker bewusst läuft, sich klar macht, welcher Schatz ihn umgibt und dass Natur nicht nur grün und braun ist, sondern lebt und ein wichtiger Teil des großen Ganzen ist. Die Übungsleiterin möchte ein Gefühl dafür entwickeln, dass dazu führt, die Natur die uns im Alltag umgibt wert zu schätzen und sie uns nutzbar zu machen.

  • Zeit: 8.12.2012
  • Ort: Heerstraße / Ecke Bergstraße (Parkplatz am Fuße des Hahnebergs)
  • 13591 Berlin

 

Ralf Salecker

 

 

Der 39. Spandauer Weihnachtsmarkt startet

Um 18 Uhr geht es heute, am Montag den 26.11.2012, los

Theater Anu, Dorothea Nerlich, Sven-Uwe Dettmann (Foto: Ralf Salecker)

Theater Anu, Dorothea Nerlich, Sven-Uwe Dettmann (Foto: Ralf Salecker)

Den Besuchern der Spandauer Altstadt ist es in der letzten Woche nicht entgangen. Emsig wuselnde Menschen erfüllten die Straßen und Plätze. Weihnachtsdekoration wurde platziert und Hütten errichtet. Es ist wieder so weit. Der 39. Spandauer Weihnachtsmarkt wird am Montag um 18 Uhr im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank eröffnet.

Manch einer begann schon etwas früher …

In der Nachbarstadt Potsdam begann der Weihnachtsmarkt schon am 23. November, was die kirchlichen Institutionen, aber auch andere, wenig erfreute. In Berlin existiert seit längerer Zeit eine Vereinbarung zwischen den Kirchen und den Verbänden von Handel und Schaustellern, erst nach dem Totensonntag zu beginnen. Die Potsdamer Schausteller gaben wirtschaftliche Gründe für den frühen Start an. Schaut man sich den Verkauf von Weihnachtsgebäck in den Geschäften schon kurz nach dem Ende des Sommers an, sind gelinde Zweifel an der Wirksamkeit der Vereinbarung angesagt.

250 Marktstände, Kunsthandwerker und Schausteller

An den Wochenenden sind es sogar 400 Marktstände, die in den Straßen der Spandauer Altstadt um die Gunst der Besucher aus Berlin und Brandenburg buhlen. Der größte Weihnachtsmarkt Berlins, heißt es noch immer, trotzdem ist Partner für Spandau bemüht, genau dies nicht zum alleinigen Slogan zu machen. „Größer, höher und weiter kann nicht das Ziel sein. Der Besucher soll etwas ganz besonderes vorfinden, was ihn gerne wiederkommen lässt.“ Neben einer Vielzahl von Ständen gibt aus auf den Bühnen ein abwechslungsreiches Programm, wie immer, bei freiem Eintritt.

Marktplatz, Carl-Schurz-Straße, St. Nikolai und Breite Straße werden sich mit unzähligen Besuchern füllen. Mittwochs ist wieder Familientag. Dann bietet jeder Stand mindestens ein Produkt zum Familien-Sonderpreis an.

Mehr stimmungsvolle Programmpunkte als im letzten Jahr

Eine Kritik von Besuchern war die starke Kommerzialisierung des Marktes. Zu wenig Stimmungsvolles hieß es. Dem hat Partner für Spandau Rechnung getragen. Natürlich werden, wie im letzten Jahr der Mittelaltermarkt an der Kirche St. Nikolai und der „Märkische Handwerkermarkt“ im Gotischen Haus ein kleines Gegengewicht zum lautstarken Trubel bieten. Die Weihnachtskrippe an der Nikolai-Kirche ist neu gestaltet. Im Hof der Stadtbibliothek gibt es wieder den Weihnachtsmarkt der Spandauer Schulen mit Selbstgebackenem und Selbstgebasteltem. Im Gewölbekeller gegenüber der Nikolai-Kirche wird wieder Kunst präsentiert.

Mit dem Theater Anu wird eine kleine Bühne die Zuschauer in die Vergangenheit entführen. Eine Kunst aus dem 19. Jahrhundert ist wieder zum Leben erwacht. Verwandlungsbilder, Polyrahmen-Lichtkunst und poetische Geschichten entführen für ein paar Augenblicke in eine andere Welt.

Eine weitere Attraktion sind Kunst, Handwerk und Spezialitäten aus Ungarn. Handwerkskunst und Spezialitäten aus dem Balaton in mehr als 15 Hütten.

Eine weitere Neuheit sind drei Themenrundgänge, zu denen Dorothea Nerlich, die Organisatorin des Märkischen Handwerkermarktes, die Logo-Vorlagen als Keramiken entworfen und erstellt hat. Familienrundgang, Spezialitätenrundgang und Kunsthandwerkerrundgang sollen den Weihnachtsmarktbesuchern das Geschehen noch näher bringen.

 

Ralf Salecker

Eine Fahrradstation am Lindenufer?

Ein besonderer Service für Radfahrer an der Charlottenbrücke?

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

In der ersten Stufe der Bürgerbeteiligung wurde grob abgeklopft, wie das Lindenufer zwischen Charlottenbrücke und Juliusturmbrücke umgestaltet werden könnte. Dabei kamen ein paar Eckpunkte heraus, die auf jeden anderen Ort auch Anwendung finden könnten. Das Thema Sicherheit ist nach den Ereignissen in Berlin bei manch einem ganz oben auf der Tagesordnung. Leicht wird dabei vergessen, dass es eher die Berichterstattung ist, die ein scheinbar immer gefährlicher werdendes Berlin oder Spandau erzeugt. Sicherheit, Sauberkeit, bessere Beleuchtung, generationenübergreifende Angebote und Barrierefreiheit sind in jedem Fall ein Muss für alle zukünftigen Planungen zum Lindenufer.

Charlottenbrücke heute

Die Charlottenbrücke selbst bietet mit ihrer alten Stahlkonstruktion einen schönen Anblick – wenn man sie von oben anschaut. Unterhalb sieht es weniger ansprechend aus. Früher war dort eine öffentliche Toilette untergebracht. Irgendwann wurde sie zu teuer im Unterhalt. Vandalismus sorgte für den weiteren Verfall. Nun sind alle Räume unter der Brücke seit Jahren verschlossen.

Der Bereich um den Brückenaufleger wird nur selten genutzt. Auf der linken Seite (vom Stresow gesehen) führt eine Treppe hinunter. Rechts ist ein größerer freier Platz, der mangels Bänke kaum genutzt werden kann, obwohl das umgebende Grün durchaus einladen ist.

Charlottenbrücke als Station für Radler

Was könnte man tun, um die Räume des Brückenauflegers sinnvoll zu nutzen? Recht früh kam während der Bürgerbeteiligung ein Wunsch nach einer Servicestation für Radfahrer auf, schließlich soll der Havelradweg irgendwann einmal wirklich an der Havel entlang führen. Was liegt da näher, als dort ein Serviceangebot für Radler zu installieren. Wünschenswert wären abschließbare Boxen, in denen die Radfahrer ihre Taschen, Helme usw. sicher deponieren können, um entspannt die Altstadt aufsuchen zu können. Für eine bessere Anbindung an die Fußgängerzone der Altstadt wünschten sich viele eine Möglichkeit, mit dem Fahrrad schnell vom Havelufer in die Altstadt oder umgekehrt von dort an die Havel gelangen zu können. Eine Treppe mit einer „Rampe“ wäre da ideal.

Einfache Reparaturmöglichkeiten, Flickzeug, Werkzeug und eine Luftpumpe sollten vor Ort sein, um nach einem Malheur schnell weiter zu können. Ideal wäre eine fachkundige Kraft, die diese Station betreut. Der Gedanke, das Klo nebenan gleich mit in Betrieb zu nehmen, wurde schnell verworfen. Technische Gründe, die Notwendigkeit einer Hebeanlage für die Fäkalien, würde die Kosten ausufern lassen. Eine Lösung, die sich auf der Brücke befindet, wäre erstrebenswert. Die relative Nähe anderer Wall-Toiletten in der Altstadt ist zwar okay, vielen aber doch nicht nahe genug.

Das Umfeld gestalten

Vandalismus  und unliebsame Nutzung entsteht oft an dunklen, nicht einsehbaren Orten. Darum bietet sich eine erweiterte Nutzung des Bereichs um die mögliche Fahrradstation in Form von Parkbänken an, die zur Erholung einladen. Damit wird zusätzlich für Abwechslung gesorgt. Gleichzeitig stehen dann die Fahrräder immer unter „Beobachtung“.

Die Ideen, während des Workshops sprudelten nur so. Manche davon erscheinen problemlos zu verwirklichen. Geld für Umbauten wäre durchaus da. Ein Träger als Betreiber einer Fahrradstation ist im Bereich des Möglichen. Praktische Beispiele dafür gibt es.

Eine frühe Einbeziehung der Bürger in Umgestaltungsprojekte ist augenscheinlich eine nutzbringende Angelegenheit. Jeder hat nun die Möglichkeit, nicht nur zu meckern, sondern aktiv seine eigene Umgebung mit zu gestalten. Die steigende Anzahl interessierter Anwohner ist ein gutes Zeichen.

 

Ralf Salecker