Frühlingszeit bedeutet viel Arbeit in Spandaus Gärten

Billig gekauft ist nicht immer preiswert

Der Gartenteich benötigt auch noch ein paar Wasserpflanzen (Foto: Ralf Salecker)

Der Gartenteich benötigt auch noch ein paar Wasserpflanzen (Foto: Ralf Salecker)

Ein netter Zufall brachte Familie Schmidt den kleinen Pachtgarten. Für ein paar Jahre können sie sich darin austoben, bis die eigentliche Besitzerin ihn wieder selbst zu nutzen will. Den beiden zugereisten Spandauer bietet er eine willkommene Gelegenheit, nicht weit von der eigenen Wohnung, im Grünen werkeln zu können.

Viel Arbeit haben die beiden inzwischen hinein gesteckt. Mehrere Jahre schlechter Pflege ließen dort eine dichte Grasdecke wachsen, wo Sträuchern und Zwiebelgewächsen eigentlich eine lockere Erdschicht gegönnt werden sollte. „Immer ein paar Meter pro Tag haben wir uns durch die vermooste und mit Gras überwucherten gekämpft. Jungen Leuten mag das noch leicht fallen, aber mit über 80 Jahren macht man das nicht mehr so leicht.“

Geld zum Fenster raus werfen?

Bis der Garten in dem gewünschten erfreulichen Zustand ist, wird noch einige Zeit vergehen. Vom Frühjahr bis in den Herbst soll es zukünftig ständig blühen. „Wahrscheinlich werden wir den Garten dann an die eigentliche Besitzerin abgeben, wenn er tip-top in Ordnung ist“, unkt Frau Schmidt.

„Die Blumencenter rollen uns schon den roten Teppich aus“, witzelt Herr Schmidt. „Im letzten Jahr haben wir rund 1700 Euro in den Garten gesteckt. Ein paar hundert Zwiebeln haben wir im Boden versenkt. Tulpen und Blumen werden uns hoffentlich über einen möglichst langen Zeitraum mit ihren Blüten erfreuen.“

Weil Familie Schmidt in diesem Jahr schon zu Beginn des Frühjahrs blühende Pflanzen im Garten sehen wollte, haben sie die ersten Angebote in den Baumärkten genutzt. Schnell war ein größerer Geldbetrag ausgegeben. Dann kamen die frostigen Nächte. Fast keine der Pflanzen hat die Kälte überstanden. Also hieß es wieder ab in den Baumarkt.

Nicht am falschen Ende sparen

„Die Pflanzen sind aber recht mickrig“, meint Frau Schmidt.

„Dafür waren sie billig“, antwortet ihr Gatte.

„In einer Gärtnerei wäre uns das nicht passiert, dort hätten wir schöne große Pflanzen bekommen“, klang es vorwurfsvoll zurück.

„Die wären dann aber auch deutlich teurer geworden“, antworte er wieder.

„Stimmt nicht“, mischt sich da die Gartennachbarin ein. „Ich kaufe seit Jahren nur in meiner Gärtnerei und habe nicht sooo viel mehr Geld dafür auf den Tisch legen müssen. Dafür sind sie größer und gesünder.“

Ein längerer Austausch beginnt, an dessen Ende die beiden Neugärtner wissen, wo sie am kommenden Samstag sein werden – in der Gärtnerei der Nachbarin. Dort wird es sicherlich ein paar Frühjahrsblüher geben, die auch mal eine kalte Nacht überstehen. Bis zu den Eisheiligen ist es noch ein Weilchen hin. Die Liste der Pflanzen ist lang, die es diesmal sein müssen. Vorher wollen sie sich diesmal intensiver beraten lassen. Zu oft billig gekauft ist auf Dauer erheblich teurer, als einmal mit Bedacht eingekauft. Die Devise Geiz ist geil bleibt auch bei Gartenfreunden nicht ohne Folgen.

Ein Pflanzplan muss her. Angepasst an den Boden und die Sonnenverhältnisse sollen diesmal die teuren Fehler des Vorjahrs vermieden werden.  Auch der massive Einsatz von Unkrautvernichtern, mit dem Moos und anderen unliebsamen Pflanzen der Garaus gemacht wurde, soll in diesem Jahr unterbleiben. Dann werden hoffentlich auch die Schmetterlinge wieder kommen …

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: FreizeitNews

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