Galerie Spandow: zeitgenössischer Schmuck trifft Kunst und Kultur


Das Team um Helge Mischler bietet Beratung und Können

Kette von Susanna Kuschek-Galerie Spandow

Bei Design ist das Material egal: hier eine Kette von Susanna Kuschek

„Wenn das Design gut ist, ist das Material egal.“ Helge Mischler, seit 2002 Leiter der Galerie Spandow will weniger den industriell gefertigten Schmuck; er setzt auf Design. In der kleinen Galerie im Hof hinter dem Haus des Juweliergeschäftes Brose gibt es deshalb sowohl Schmuck aus Kunststoff, als auch Stücke aus Platin mit Brillanten.
Katrin Germershausen, über die wir schon im März letzten Jahres berichteten, betreibt neben dem Juweliergeschäft einen Kunstsalon und eine Goldschmiedewerkstatt; die 1987 von ihr gegründete Galerie Spandow, als Teil der Wilhelm Brose GmbH. Der Name Spandow ist der alte slawische Name für Spandau und passt zur Galerie im ehemaligen Pferdestall, des um 1760 entstandenen Gemäuers.

Erbstücke umarbeiten oder einschmelzen

Außenansicht der Galerie Spandow

Die Galerie liegt im Hinterhof des Juweliers Brose.

Helge Mischler kam 1989 in das Geschäft und war seit 1995 Geschäftsleiter für den Bereich Schmuck. Der heutige Leiter der Galerie Spandow geht immer wieder selbst auf die Suche, um neue Designer zu finden. Er will wissen, welche Person hinter dem Schmuckstück steht. Kleine Designer aus Deutschland, Belgien und der Schweiz ohne eigene Galerie stellen dann hier in Spandau aus. Außerdem bietet die Galerie mit der eigenen Goldschmiedewerkstatt die Reparatur, Umarbeitung und Neuanfertigung von Schmuckstücken. „Wir haben viele Kunden, vor allem aus Spandau, die mit Familienerbstücken zu uns kommen“, erzählt Mischler. Hier werden sie dann Beraten. Was will man aus dem Stück machen? Welche Erinnerungen hängen daran? Will man es bewahren und umarbeiten lassen oder soll es eingeschmolzen werden und als etwas Neues auferstehen? Und zu allerletzt: könnte man sich vorstellen, was der Verstorbene wollen würde? All diese Fragen werden im Kundengespräch berücksichtigt. „Wir fragen nicht nur: Was wollen Sie und wie viel darf es kosten?“, erklärt Mischler. Viele Treue Kunden schätzten diese Herangehensweise.

Der besondere Trauring

Eheringe Galerie Spandow

Hier gibt es den besonderen Trauring. In diesem Fall ein Platin-Roségold-Ring von Heinrich & Denzel. Fotos (3): Galarie Spandow

Ein weiteres Augenmerk der Galerie Spandow liegt auf Trauringen. Dabei soll sich der Trauring abheben vom Einheitseinerlei und das Besondere bieten. Viele der besonderen Ringe sind direkt vor Ort zu haben, aber auch für Eigenkreationen sind die jeweils zwei Goldschmiedegesellinnen und -meisterinnen offen. Mischler ist als Leiter, der einzige Mann im Team. Er sieht einen deutlichen Zuwachs im hochwertigen Segment. „Viele Menschen wissen es zu schätzen, dass wir etwas besonders machen“. Wer heute heirate, wolle sich jeden Tag an seinem besonderen Trauring erfreuen, nebensächlich was er koste. Aber auch günstig könne man in der Galerie tolle Ideen umsetzen. „Wir definieren uns nicht über den Preis“, meint Mischler. Er sieht das so: „Ein Produkt hat ein gutes Design und dazu gibt es dann einen angemessenen Preis.“
In diesem Jahr feiert die Galerie Spandow ihr 25-jähriges Bestehen, dazu wird, wie schon zum 120-jährigen Jubiläum von Brose ein eigener Katalog herausgegeben werden. Außerdem wird in der ersten Septemberwoche, während des Spandauer Weinfestes, ein Hoffest gefeiert.
Hofkonzerte finden jeden Sommer in Zusammenarbeit mit dem Klassik in Spandau e.V. statt und die nächste Ausstellung in der Galerie Spandow gibt es ab dem achten März mit Schmuck von Mike Kircher und Malerei von Aan de Veex.
Katrin Germershausen wolle Spandau etwas bieten, erklärt mir Mischler, das Kulturangebot hier sei ja etwas dünn. Privat, ohne Zuschüsse sei man so innerhalb der Jahre zur Kulturinstanz in Spandau geworden. Zeitgenössischer Schmuck trifft Kunst und Kultur, ein Erfolgsrezept.

Kirsten Stamer


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