Ganztags- und Wochenendbetreuung für Kinder

Jugendhilfeausschuss lenkt ein und unterstützt weiter alle Spandauer Einrichtungen

Es wirkt schon ein wenig paradox: Während ab dem kommenden Schuljahr neben einem gesetzlichen Kitaplatz auch ein Anspruch auf Hortbetreuung besteht, werden nach ursprünglich geplanten Kürzungen nun alle Jugendeinrichtungen weiter unterstützt. Die bei ohnehin schon knappen Bezirkskassen zusätzliche Viertel Million Euro stellte Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) jedoch in Aussicht, was zu einer äußerst knappen Zustimmung des CDU-Vorschlags zur weiteren Finanzierung aller Projekte im Jugendhilfeausschuss führte.

Immer häufiger sind Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert.

Immer häufiger sind Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Foto: Souza_pixelio.de

Lückekinderprojekt gerettet

Somit konnte auch das Lückekinderprojekt, welches durch die neue Gesetzeslage eine Dopplung des Angebots dargestellt hätte, vorerst gerettet werden. Um jedoch kein Überangebot darzustellen, wird deren Konzept überarbeitet und Angebote werden auch auf die Wochenenden ausgedehnt  um sich weiterhin den Problemen der Kinder von erziehungsüberforderten Eltern widmen zu können. Noch mehr Geld müsste jedoch in Angebote für Eltern investiert werden, um nicht nur als Reparateur zu agieren sondern  eine Hilfestellung in Erziehungsfragen zu bieten und das Problem an der Wurzel zu lösen. Zumindest für eine notwendige Übergangszeit konnte somit ein weitreichendes und umfangreiches Angebot sichergestellt werden. Auch die Schließung der drei Familienzentren – über die bis vor kurzem noch diskutiert wurde – ist vom Tisch.

Kinder- plus Betreuungsgeld

Darüber hinaus wird erziehungsüberforderten Eltern  durch die anhaltende Debatte über das Betreuungsgeld auf Bundesebene gerade noch eine zusätzliche Förderung für die eigenverantwortliche Erziehung des Nachwuchses in Aussicht gestellt. Während auf Bezirksebene eine von freien Trägern ausgeübte Rundumbetreuung gewährleistet wird, würden Eltern dann durch Kinder- und Betreuungsgeld ohne Ausübung der Erziehung finanzielle Leistungen beziehen.

Trotz knappen Haushalts können alle Projekte des Jugendhilfeauschusses weiter

Trotz knappen Haushalts können alle Projekte des Jugendhilfeauschusses weiterfinanziert werden. Foto: Lupo_pixelio.de

Geld im Überfluss?

Finanziell scheint im Bezirk der Rahmen noch nicht ausgeschöpft. So kündigt Janine Schneider, jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, an: „Wir sind an einem Punkt, an dem man von den verbliebenen Jugendprojekten keine weiteren kürzen kann, wie es der von der rot-grünen Zählgemeinschaft beschlossene Haushalt aber impliziert. Vor allem haben wir uns dafür eingesetzt, dass die beiden Lückekinderprojekte über den Schuljahreswechsel im Sommer 2013 mit einem dem Bedarf angepassten Konzept weiterarbeiten können. Auch wenn Kinder der 5. Klassen den Hort besuchen können, wird es schließlich noch Kinder der 6. Klassen geben, die nachmittags betreut werden müssen. Ein für uns als CDU-Fraktion wichtiger Punkt war bereits in der Vorschlagsliste enthalten: Die etablierten Familienzentren werden weiter finanziert und bleiben bestehen. Wir wünschen uns für die Kinder und ihre Familien, dass wir mit unseren Argumenten auch noch für andere Projekte erfolgreich sein werden.“  Um zumindest über den finanziellen Ausgleich im Bereich der Jugendhilfe informiert zu werden, lässt der Vorsitzende der Piraten-Partei Emilio Paolini nun Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) zum Haushaltsausschuss einladen.

Patrick Rein


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