Gedanken an die Zukunft – Teil 3 unserer Serie

Leben im Alter

Seniorenwohnhaus in der Spandauer Wilhelmstadt

Im Jahr 2050 wird jeder dritte Bundesbürger älter als 60 Jahre sein. Der demografische Wandel führt zu einer enormen Veränderung unsere Gesellschaft. Obwohl wir die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung kennen, scheinen alle eher hypnotisiert, wie ein Kaninchen auf die Schlange, dem Ereignis entgegen zu sehen.

Nach der allgemeinen Einleitung im ersten Teil, „Ein Viertel aller Spandauer ist über 65 Jahre alt“, beschrieben wir im zweiten Teil die unterschiedlichen Wohnformen, die zur Wahl stehen. Das Pflegeheim, für die meisten kaum akzeptabel, möchte fast jeder nach Möglichkeit vermeiden.

Wir, oder unsere Angehörigen, für die wir uns verantwortlich fühlen, haben die freie Wahl, so lange es uns gesundheitlich gut geht und wir keine oder nur geringe Pflege benötigen.

Im Regelfall sind es immer die Angehörigen, die sich um Verwandte und Freunde kümmern. Je mehr Menschen das hohe Alter erreichen – bei sinkenden Geburtenraten – um so weniger junge Menschen sind da, die pflegen können. Auch der Staat kommt irgendwann an seine Leistungsgrenze. Die Wahl der richtigen Wohnform und aller Nebenbedingungen ist unbedingt unter längerfristigen Aspekten zu betrachten. Spandau hat hier viel zu bieten.

Auch wenn man selbst im Moment gesund und agil ist, sollte die Planung des späteren Wohnens alles Aspekte des Lebens berücksichtigen. Je früher die eigene Wohnung – mit Zustimmung durch den Vermieter – altersgerecht ausgebaut wird, um so länger ist ein Leben in den eigenen vier Wänden möglich. Rechtzeitig aus dem vierten Stock – ohne Fahrstuhl – in eine Wohnung im Erdgeschoss umziehen, die auch mit einem Rollstuhl oder Rollator bequem, also barrierefrei, zu erreichen ist. Im Wohnumfeld sollte von ärztlicher und sozialer Versorgung alles mit wenig Aufwand erreichbar sein, sei es zu Fuß, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, des Kontakts zu anderen Menschen, schaffen eine hohe Lebensqualität. Der „Abstieg“ beginnt, wenn wir uns völlig auf uns und eine beschränkte Wohnumgebung zurückziehen. Viele Menschen vereinsamen, weil sie nicht rechtzeitig den Kontakt zu ihrer Umgebung gesucht haben. Bei Bedarf lassen sich Besuchsdienste organisieren. Ehrenamtliche, wie auch bezahlte Kräfte begleiten Sie zu Behörden, lesen Ihnen vor, oder bringen Ihnen Dinge des täglichen Bedarf auch ins Haus.

Zur Lebensplanung für die Zukunft gehören ebenso Gedanken an die Zeit, in der wir auf Hilfe angewiesen werden. Welche Dienste in der Umgebung existieren, auf die ich zurückgreifen kann, wenn sie einmal nötig sein sollten? Soziale Einrichtungen, Pflegedienste, jegliche Form von Hilfsangeboten, die es ermöglichen, weiterhin im eigenen Heim zu leben. Rechtzeitig sollte sich jeder, so schwer es auch fallen mag, mit den modernen Kommunikationsmitteln vertraut machen. Ein Handy z. B., welches einfach bedient werden kann, versehen mit einen Notfallknopf, einer vorprogrammierten Rufnummer, um im Notfall schnell Hilfe herbei rufen zu können. Viele Volkshochschulen, wie auch andere Institutionen bieten Kurse an, um mit diesen technischen Hilfsmitteln besser umgehen zu können.

Wenn einmal abzusehen ist, dass eine intensiver betreute Wohnform immer wahrscheinlicher wird, sollte jeder sich genügend Zeit nehmen, die unterschiedlichen Angebote persönlich in Augenschein zu nehmen. Das schafft Vertrauen und gibt Zeit, sich auf die Veränderung im Leben vorzubereiten. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, sprechen Sie mit Menschen, die den Schritt in eine angestrebte Wohnform schon unternommen haben. Gute, wie schlechte Erfahrungen geben Ihnen die Möglichkeit, eine für Sie passende Entscheidung zu treffen.

Informieren Sie sich rechtzeitig über die entstehende Kosten. Sind Ihre finanziellen Mittel beschränkt, dann erkundigen Sie sich, ob jemand immerhin einen Teil der Kosten übernimmt. Haben Sie Versicherungen abgeschlossen, die hier greifen? Die Finanzierung wird für viele Menschen in Zukunft wahrscheinlich die größte Hürde darstellen, das Alter in Würde begehen zu können.

Ralf Salecker


Zu finden unter: Wohnen & Immobilien

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