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Gemeinschaftsgarten in der Spandauer Neustadt

In die Mittelstraße ist Leben eingezogen

Gemeinschaftsgarten Mittelstraße (Foto: Maria Barth) [1]

Gemeinschaftsgarten Mittelstraße (Foto: Maria Barth)

Ein paar unentwegte Menschen versuchen unter Anleitung der Gartentherapeutin Maria Barth seit dem Mai letzten Jahres in der Spandauer Neustadt [2] einen Gemeinschaftsgarten zu betreiben. Das vom Quartiersmanagement [3]geförderte und vom Grünflächenamt unterstützte Projekt möchte in einem unwirtlichen, fast vergessenen, Bereich wieder buntes Leben einkehren lassen. Neudeutsch nennt man so einen Versuch „urban gardening“. Montags 15:30 bis 17:30 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr kann hier gemeinschaftlich unter Anleitung gegärtnert werden. Interessierte sind herzlich willkommen. In vielen Großstädte ist dies ein Ausdruck dafür, sich ein Stück Natur zurückzuerobern. Die Prinzessinnen-Gärten am Moritzplatz in Kreuzberg sind ein beeindruckendes Beispiel dafür.

Nicht alle Nutzer sind erwünscht

Im Laufe vieler Jahre hatte sich ein Stückchen Brache an der Mittelstraße zu einem eher ungeliebten Ort entwickelt. In der Nähe der alten Schule führen zwei schmale Wege zu einer Grünfläche, die ringsum von alten Häusern und Brandwänden umschlossen ist. Graffitis an den Wänden zeugen davon, dass jungen Menschen hier ihre „künstlerische Ader“ austobten, Dreck, dass es einigen Nutzern der Fläche nicht um eine nachhaltige Nutzung ging. Ein großes Holzgerüst gammelte damals vor sich hin. Man geht da nicht hin, sagten einige. Drogen sollen dort konsumiert werden. Ab und an werden Spritzen auf dem Kinderspielplatz gefunden. Abseits der Straße und unbeobachtet scheint dies ein „idealer Ort“ dafür zu sein.

Gerade darum ist das Gartenprojekt so wichtig, auch wenn es nur einen winzigen Teil der Brachfläche für sich nutzen darf. Nur wenn wieder regelmäßig frisches Leben einkehrt, kann sich das Stückchen Land zu einem gern besuchten lebendigen Ort entwickeln. Schon bald wird der Bezirk hier einen ansprechenden Spielplatz errichten. Eine Absicht, der einige Nachbarn nicht viel abgewinnen können. Sie haben anscheinend Angst vor einer lauten Zukunft: Kinder sind Lärm …

Ab und an wurden die liebevoll gesetzten Pflanzen herausgerissen. Sinnlose Zerstörungswut oder ein Zeichen nach dem Motto „wir wollen euch hier nicht haben“. Aber es scheint sich zu bessern.

Gärtnern als therapeutischer Ansatz

Es geht nicht vordergründig darum, einfach mal ein paar Blümchen zu pflanzen. Aktivitäten rund um Pflanzen sollen die körperliche, soziale und psychische Gesundheit und die Lebensqualität des Menschen erhalten und steigern. Das Gemeinschaftserlebnis stärkt auch den Einzelnen. Kinder, Jugendliche und auch ältere finden sich hier ein. Alle Teilnehmer sind stolz auf das erreichte. Die Produkte des Gartens werden auch weiterverarbeitet zu Sirup, Pflanzenfarben, „Kaffee“ aus Löwenzahnwurzel und vieles mehr.

Wer neugierig geworden ist, findet weitere Informationen auf der Internetseite des Quartiersmanagements in der Spandauer Neustadt http://qm-spandauer-neustadt.de

 

Ralf Salecker