Geschäftsstraßen-Management startet für die Wilhelmstadt


Wir packen an! Die Bereitschaft scheint da zu sein.

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt

Der Kudamm Spandaus wurde die Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt einmal genannt. Von überall her strömten die Menschen zum Einkaufen und Flanieren hierher. Das ist bekanntlich lange her. Nachdem es lange Zeit einen fast fatalistischen Dornröschenschlaf gegeben hatte, trat der Verein „Meine Wilhelmstadt e. V.“  an, um die Initiative zu ergreifen. Auch die Politik begann ein Auge auf den in Schieflage geratenen Kiez zu werfen.

Geschäftstraßenmanegement

Anfang 2011 wurde die Wilhelmstadt zum Sanierungsgebiet erklärt. In den nächsten 15 Jahren fließen 29 Millionen Euro hierher. Das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt im Berliner Bezirk Spandau umfasst eine Fläche von 104 ha mit 591 Grundstücken. Hier leben 12.215 Einwohner. Mit Hilfe des Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ geht es u. a. um Maßnahmen zur Aufwertung der Wilhelmstädter Geschäftsstraßen.

Im Straßenzug Klosterstraße, Pichelsdorfer Straße, Metzer Straße, Weißenburger Straße und Adamstraße, dem eigentlichen Gebiet für das Geschäftsstraßenmanagement,  versorgen etwa 500 Ladengeschäfte die Wilhelmstadt. Das Planungsbüro „die raumplaner“  präsentierte einen kurzen Überblick zu den geplanten Maßnahmen im Geschäftsstraßenmanagement und gab eine Übersicht des derzeitigen Ist-Zustandes.

Nur gemeinsam geht es voran

Ohne die gemeinsame aktive Zusammenarbeit von Anwohnern, Gewerbetreibenden, Dienstleistern, Vereinen und Vermietern ist nur wenig möglich. Die Bandbreite der Befragten bewegte sich von frustriertem „ich mache in drei Monaten dicht“ und einem durchaus begründeten Optimismus. Bemängelt wurde ein nicht mehr ausreichender Branchenmix, zu viel Leerstand, nur wenig hochqualitative Angebote und eine Verwahrlosung des öffentlichen Raumes. Postschließung und Verlagerung einer Buslinie, die einmal durch die Pichelsdorfer Straße führte, lassen viele Kunden anderswo ihr Glück suchen. Trotzdem gibt es immer noch viele, die sich in ihrem Kiez wohlfühlen und ihn um keinen Preis verlassen wollen.

Mit Hilfe eines intensiven Marketings sollen neue Anbieter ins Gebiet geholt, die alten hier gehalten und über ein zu schaffendes besseres Angebot auch wieder Laufkundschaft in die Wilhelmstadt kommen. Dazu sind sogenannte Magnetbetriebe gefragt, die – wie früher – die Leute von weiter her locken. Ein positiver Effekt wird den Anbietern aus dem Bereich Gesundheit und Wellness zugesprochen. Wer zum Arzt geht, nimmt auch gleich die Gelegenheit wahr, einkaufen zu gehen. Eine Arztpraxis soll so 50 potentielle Kunden pro Tag bringen.

Angebote ausbauen

Das Angebot für die jüngere Generation, aber auch für die Rentner ist auszubauen. Barrierefreiheit ist angesagt. Ein gesunder Mix mit vielen jungen Familien im Kiez, wäre eine gesunde Basis für eine gute Entwicklung, vorausgesetzt, die Infrastruktur stimmt.  Aus diesem Grund ist der Erholungs- oder Wohlfühlcharakter eine ernst zu nehmende Größe. Viele wünschten sich eine bessere Anbindung der Wilhelmstadt an die nahe Havel, die ein Alleinstellungsmerkmal sein kann, wenn es denn entwickelt und beworben wird.
Das große Interesse der Wilhelmstädter an einer zu gestaltenden Zukunft zeigte sich in der regen Beteiligung, als es darum ging Ideen und Maßnahmen für die künftige Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements zu sammeln. Insgesamt lagen die Vorstellungen recht nahe beieinander.

Wie der Handlungsrahmen, basierend auf den Erhebungen vor Ort und den Ideen der ersten Veranstaltung, zukünftig aussehen könnte, wird das Planungsbüro in einem Monat im neuen Büro in der Adamstraße vorstellen. Eine ähnlich hohe Beteiligung, wie bei der Auftaktveranstaltung ist nicht nur zu wünschen, sondern zeigt auch, wie sehr der angestoßene Prozess angenommen wird.

 

Ralf Salecker

 

 

 


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