Gassi gehen kann gefährlich sein

Giftköder in Berlin: Mehr als nur Gerüchte

Leckerbissen mit Nägeln versehen / Quelle: Polizei Berlin

Mehr Giftköder denn je, Wachsamkeit ist angesagt

Seit nun schon mehreren Wochen werden in den Berliner Parks und Grünanlagen immer wieder Giftköder gesichtet. Es handelt sich dabei meistens um kleine Leckerbissen, wie Wurst- und Fleischstücke, Trockenfutter oder Gebäck. Diese sind oft mit Blausäure und Rattengift vergiftet oder enthalten Nägel und andere spitze Objekte.

Der Berliner Morgenpost zufolge seien Anfang Juni am Spektefeld  in Spandau mehrere Giftköder gesichtet worden. Der letzte Fundort war in Reinickendorf am 26. Juni, als eine Spaziergängerin Wurststücke mit Nägeln fand und die Polizei alarmierte. Vor Ort haben die Behörden insgesamt neun Stücke dieser tödlichen Köder gefunden. Das hier Rechts eingefügte Bild wurde uns von den Polizeibehörden zugesendet. Nicht nur für Hunde besteht hier eine Gefahr, auch kleine Kinder können versehentlich einen Köder aufheben und essen. Daher ist auch für Eltern mit Kleinkindern Wachsamkeit angesagt.

Giftköder in Berlin: Mehr als nur Gerüchte

Eine traurige Bilanz: drei tote und mehr al 30 vergiftete Hunde © Martina Friedl / PIXELIO

Eine traurige Bilanz:

Die Giftköder wurden seit Anfang 2012 in mehreren Berliner Bezirken ausfindig gemacht: Spandau, Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und Friedrichshain-Kreuzberg.  Ende März, Anfang April wurden in Berlin mindestens 30 Hunde vergiftet von denen drei an den Vergiftungen starben. Aber auch Mitte Juni wurden den Behörden zahlreiche Köder gemeldet. So sind vor zwei Wochen Köder am Spektefeld in Spandau aufgetaucht.

Ein Giftköder, und was nun?

Um Hunde und auch kleine Kinder zu schützen, ist es wichtig sich über die Giftköder zu informieren. Hundebesitzer können sich gegenseitig warnen, in dem sie zum Beispiel in den betroffenen Grünflächen Zettel hinterlegen. Auf Hundeforen und anderen Webseiten können Hundebesitzer über die Köder berichten und Erfahrungen austauschen. Auch Fressnapffillialen sind ein guter Ort um sich über den neuesten Stand zu informieren. Die beste Lösung ist dann die betroffenen Grünflächen zu vermeiden. Die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz rät, dass Hunde in den betroffenen Gebieten Maulkörbe tragen sollen. Wie dem auch sei, Information ist der erste Schritt um seinen Hund vor Giftködern zu schützen. Eine gute Übersicht der verschiedenen Giftköder Meldungen in Deutschland findet man auf dem Portal Giftköder-Radar. com. Dort kann man dann auch Giftköder melden.

Wer einen Giftköder entdeckt, soll sofort die Behörden verständigen und wer mit dem Gift in Berührung kommt, kann die Berliner Giftnotruf unter der Nummer 19240 rund um die Uhr anrufen.

Giftköder in Berlin: Mehr als nur Gerüchte

Hundebisse und Kämpfe zwischen Hunden haben in 2011 deutlich zugenommen© Anita Stöwesand / PIXELIO

Hundeköder gegen Hundebisse

Giftköder waren schon in den vergangenen Jahren ein Problem, doch dieses Jahr ist es besonders schlimm. In einem Artikel der BZ erklärt Tierschutzbeauftragter des Senats, Klaus Lüdcke:

“Vielleicht sind es Spaziergänger, die mal von einem Hund angesprungen wurden. [...] Ich vermute dass es mehrere Täter sind.”

Nicht nur die Anzahl an Hundeköder ist letztes Jahr gestiegen, sondern auch die Anzahl an Hundebissen. So registrierten die Berliner Behörden 2011 704 Fälle, bei denen Menschen von Hunden verletzt wurden, insgesamt 44 Fälle mehr als in 2010. Es wurden auch 525 Kämpfe zwischen Hunden gemeldet. Mit nur 32 Attacken gegen Menschen und 46 Attacken gegen andere Hunde, sind Kampfhunde nur geringfügig beteiligt. Selbst wenn der Zusammenhang zwischen Gift-Ködern und der steigenden Anzahl an Hundebissen nicht statistisch bewiesen ist, könnte eine zunehmende Angst der Spaziergänger ein Grund für die Giftköder sein. Von 2004-2008 sank die Anzahl der Hundeangriffe jedoch drastisch und steigt erst seit 2011 wieder.

Die Redaktion

 

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