Göteborg und Spandau – ein Städtevergleich

Nicht nur bei der Pisa-Studie haben skandinavische Länder meist die Nase vor, daher wagen wir den etwas anderen Vergleich

Auch wenn Spandau keine Stadt sondern lediglich ein Bezirk der Stadt Berlin ist, so fühlen wir uns doch meist eigenständig. Ewig hält die Diskussion an, ob es nun Spandau bei Berlin oder Berlin bei Spandau heißen muss. Daher stellen wir uns heute dem Vergleich mit Göteborg, der zweitgrößten Stadt Schwedens.

Ein Blick vom Viermaster, der als Restaurant und Hotel im Hafen liegt.

Ein Blick vom Viermaster, der als Restaurant und Hotel im Hafen liegt.

Die Ausgangslage

Die schwedische Stadt an der Westküste hat zwar doppelt so viel Fläche und auch Einwohner, doch bei der Bevölkerungsdichte liegen wir gleich auf. Sie verfügt darüber hinaus über den größten Exporthafen Nordeuropas, da kann Spandau als einer der wasserreichen Bezirke Berlins nicht mithalten. Der Automobilhersteller Volvo ist einer der Hauptarbeitgeber, in unserem Vergleich also gleichbedeutend und prägend wie Siemens für Spandau. Mit mehreren Produktionsstätten gehören wir ebenso wie Göteborg trotz Eurokrise zu den wirtschaftlich stabilen „Städten“.

Architektonisch hat die Stadt an der Westküste Schwedens viel zu zeigen.

Architektonisch hat die Stadt an der Westküste Schwedens viel zu zeigen.

Architektonisches Highlight

Die skandinavischen Länder rühmen sich mit einer annähernden Vollbeschäftigung, bei einem sightseeing entsteht jedoch schnell ein gegenteiliger Eindruck. Denn bettelnden und alkoholisierten Personen begegnet man auch dort häufiger. Und das obwohl der Konsum alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit verboten ist. Wobei wirklich auf den Straßen kaum jemand mit einer „Flasche“ in der Hand zu sehen ist. Und auch im Jugendschutz gelten deutlich härtere Richtlinien. Noch professionalisierter als bei uns erscheint auch das Leergutsammeln, was jedoch auch hier ein aufstrebender Wirtschaftszweig geworden zu sein scheint. Architektonisch hat Göteborg die Nase wieder deutlich vorn. Restaurierte Fassaden der alten Gebäude laden ambitionierte Hobbyfotografen nahezu sekündlich zum auslösen ein. Hier ist deutlich bemerkbar, dass die Stadt von einer Bombardierung während der Weltkriege verschont war.

Straßenmusiker und Künstler an nahezu jeder Ecke gehören zum Stadtbild.

Straßenmusiker und Künstler an nahezu jeder Ecke gehören zum Stadtbild.

Kultur und Sport

Den wesentlichen Unterschied machen jedoch die Kultur und Sport aus. In den Fußgängerbereichen der Altstadt stehen an jeder Ecke Bands, Artisten oder Künstler, die dem Publikum ihr Können präsentieren. Es gehört zum Straßenbild und wird im Gegensatz zum deutschen Ordnungsbewusstsein gefördert oder zumindest toleriert. Die sanitären Anlagen als auch die gesamten Schulkomplexe samt Sportanlagen sowie öffentliche Gebäude machen einen gepflegten Eindruck. Da kann Spandau leider nicht mithalten. Mit zwei der größten internationalen Jugendturniere – ein Mal im Fußball und auch im Handball – scheint die Stadt solche Projekte tatkräftig zu unterstützen und zu fördern.

In Göteborg hat man uns "Spandauer" einfach zum fressen gern.

In Göteborg hat man uns „Spandauer“ einfach zum fressen gern. Fotos (4): Patrick Rein

Fazit

Es ist natürlich immer schwierig Äpfel mit Birnen zu vergleichen, doch schadet es nie einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Spandau braucht solche Gegenüberstellungen auch sicherlich nicht zu scheuen.

Patrick Rein


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