Handwerk und Kunst im Gotischen Haus

Der leise Ausgleich zum lautstarken Trubel

Die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich organisiert den Märkischen Handwerkermarkt (Foto: Ralf Salecker)

Die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich organisiert den Märkischen Handwerkermarkt (Foto: Ralf Salecker)

Nur wenige kennen die Spandau-Information von Partner für Spandau nicht. Schließlich gibt es hier die von freundlichen und kompetenten Mitarbeitern betreute Touristeninformation. Eintrittskarten für Konzerte in Spandau gibt es ebenso, wie Andenken und gedruckte Informationen zum Bezirk. Immer wieder verlocken Ausstellungen zu einem Besuch in Berlins ältestem Bürgerhaus.

In diesen Tagen gibt es einen traditionellen weiteren Grund, diese ehrwürdigen Mauern zu besuchen. Der „Märkische Kunsthandwerkerhof“ ist wieder einmal einer der schönsten Orte des Weihnachtsmarktes in Spandau. Wer einen Besuch hier versäumt hat, dem ist etwas ganz besonderes entgangen. Im letzten Jahr feierte diese Institution ihr 20-jähriges Jubiläum. All die Jahre, seit der Eröffnung des Gotischen Hauses, hat die Keramik-Künstlerin Dorothea Nerlich viel Herzblut in die Organisation des Marktes gesteckt.

Stammgäste kommen schon seit 20 Jahren

Trotz all der vielen Jahre erstaunt es Dorothea Nerlich immer wieder, wie viele Leute in der Vorweihnachtszeit im Haus vorbei kommen. Hier gibt es die seltene Gelegenheit, den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schultern sehen zu können – zu sehen, wie Dinge entstehen. Inzwischen sind diejenigen Stammgäste, die einst als Kinder von ihren Eltern hierher geführt wurden. „Damals konnten sie kaum über den Tisch gucken“. Nun kommen sie, nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weil sie sich dem Charme der Atmosphäre nicht entziehen können, wenn aus einem Tonklumpen zu einem ansprechenden Objekt geformt wird, aus welchem, nach dem Brand eine schöne Keramik wird.

Mittwochs vorweihnachtliches Basteln für Kinder

Wie Ton zur Keramik wird, ist vielen ein Mysterium. Viele wissen nicht, ob Ton gebrannt wird. So, wie manche annehmen, Kühe wären lila und Fische hätten die Form eines Koffers, fehlen einigen ganz grundlegende Erfahrungen, wie Dinge entstehen oder sie sind einfach in Vergessenheit geraten. Gerne stehen die Handwerker und Künstler Rede und Antwort. Im umliegenden Trubel der Altstadt ist das Gotischen Haus in der Vorweihnachtszeit eine Insel der Ruhe.

Geduld muss man in jedem Fall mitbringen. An den Wochenenden schieben sich Heerscharen von Besuchern durch die Räume, da ist es unter der Woche ein wenig ruhiger. Immer mittwochs im Dezember wird ein vorweihnachtliches Basteln für Kinder angeboten: ab 15 Uhr und zu einem Kostenbeitrag von 1,00 Euro je Kind. Anmeldung erbeten: (030) 354 944 297

Kunsthandwerker aus Berlin und dem Umland sind im Gotischen Haus vertreten. Der Kerzenzieher aus dem Fläming versorgt zur Weihnachtszeit einen großen Teil der Berliner Kirchen mit seinen Kerzen. Die angebotene Qualität überzeugt. Das gilt für alle angebotenen Produkte des Handwerkermarktes: „Handgefertigtes, klassisches und besonderes Holzspielzeug, weihnachtlicher Glasschmuck, Kerzen, Zinn, Keramik, Seide, Korbgeflochtenes, Seifen, Puppen und Teddybekleidung, Ikonen, Bilder und Skulpturen werden gezeigt.“

Der Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus ist vom 1. bis 23. Dezember täglich bei freiem Eintritt geöffnet – sonntags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 20 Uhr.

 

Ralf Salecker


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