Harri-Reinert-Volkshochschule Spandau – Gesellschaftliche Teilhabe für alle


Bedarfsgerechte Angebote auch in der Zukunft

Das Hauptgebäude der Volkshochschule Spandau. (Foto: Ralf Salecker)

Die Bertolt-Brecht-Oberschule. (Foto: Ralf Salecker)

Das Programm der VS ist bekanntermaßen sehr vielfältig. Schaut man sich die Schwerpunkte genauer an und vergleicht dieses mit anderen Berliner Bezirken, stellt man merkbare Unterschiede fest, die typisch für die Spandauer Situation sind.

Beeindruckende Zahlen bei der VHS

Fangen wir erst einmal mit einer beeindruckenden Zahl an. 2011 bot die VHS 33.000 Unterrichtsstunden an. Dabei scheint der männliche Teil der Bevölkerung weniger an Weiterbildung interessiert zu sein, denn drei Viertel der Nutzer sind Frauen. Erstere haben also noch einen deutlichen Nachholbedarf.

Spandau ist anders als Berlin

Den Löwenanteil am gesamten Unterrichtsprogramm haben mit fast 52 Prozent die Deutschkurse. Damit sind wir schon bei der Spandau spezifischen Nutzung. Der hohe Anteil an Migranten beeinflusst diese Zahlen deutlich. Zwei Drittel der Kursteilnehmer kommen aus einem bildungsfernen Hintergrund. In Mitte sind es gerade einmal ein Drittel. Nicht einmal 18 Prozent verfügen über einen Hochschulabschluss. In Pankow sind es über 83 Prozent.

Wie gelangen Spandauer Nutzer an die Informationen zu den angebotenen Kursen? In Zeiten des Internets läge nun eine spontane Antwort nahe – nicht in Spandau. Hier greifen gerade einmal ein Drittel der Interessenten auf das Netz zurück. Schaut man nach Mitte, dann sind es dort zwei Drittel. Verfügt die entsprechende Klientel in Spandau über keinen Internetzugang oder nutzen sie ihren Computer für andere Dinge?

Wenn der Schritt in die Volkshochschule einmal getan ist, scheinen die Teilnehmer Freude daran zu entwickeln und das nicht nur, weil praktisch alle mit der Qualität der gebotenen Leistung und den erzielten Lernerfolgen sehr zufrieden sind. Zwei Drittel besuchen zum wiederholten Mal einen Kurs. Fast alle würden auch in Zukunft die Angebote der VHS nutzen wollen und empfehlen diese auch gerne weiter.

Wie wird sich das Angebot der Volkshochschule in Zukunft verändern?

Die Gesellschaft ist in einem steten Wandel begriffen. Der demografische Wandel macht auch vor Spandau nicht halt. Um auch weiterhin zufriedene Nutzer aufweisen zu können, ist ein bedarfsgerechtes Angebot anzustreben, welches sich verstärkt an Senioren wendet.

Mit an erster Stelle stehen die Schaffung von Chancengleichheit und der Ausgleich von Bildungsbenachteiligung. Von vielen schamhaft verschwiegen, liegt der Anteil der funktionalen Analphabeten – nicht nur bei Migranten – unter den Arbeitnehmer bei 14 Prozent. Wer die größte Hürde, nämlich die Überwindung der eigenen Scham vollzogen hat, bekommt so die Chance, endlich wieder positive Erfahrungen zu machen, möglicherweise sogar einen Schulabschluss nachzumachen – an der – Volkshochschule.

Die Stadtbibliothek in der Altstadt hat mit der „Bibliothek der Kulturen“ einen beispielhaften Anfang gemacht. Ein passendes Literatur-Angebot für Migranten fördert den ersten Kontakt mit der Bibliothek. In der Folge steigt die Wahrscheinlichkeit, auch andere Angebote zu nutzen. Passende Kurse in der VHS bieten in der Folge Migranten einen Einstieg in die Teilhabe an der Gesellschaft. Teilhabe zu ermöglichen, in den unterschiedlichsten Bereichen, ist also ein wichtiges Leitmotiv für die zukünftige Arbeit der Volkshochschule.

Ralf Salecker


Zu finden unter: Arbeiten & LernenNews

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