„Haus der Kulturen“ in Spandau?

Ein Kulturladen mit Visionen

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Der Countdown kurz vor den Feiertagen ist eingeleitet. Menschen hetzen durch die Altstadt Spandau. Es wird wieder häufiger gerempelt als sonst. Tagsüber ist merkbar mehr los in den Straßen, als zu anderen Zeiten. Ein paar Unentwegte haben sich aufgemacht, in dieser Zeit der Unruhe einen kreativen Ruhepol und Ort der Musik und des Tanzes gleichzeitig zu schaffen.

Kulturladen in der Altstadt

Die Sozialarbeiterin Elmas Wieczorek und ihre Mitstreiter verteilen immer wieder Flyer, um auf das spannende Angebot hinzuweisen. Manch einer ist neugierig, fragt nach und geht ein paar Schritte den Gang zwischen Dorotheenstädtischer Buchhandlung und Oxfam hindurch. Ein kleiner Innenhof tut sich auf. Schon hier ist von dem Trubel „draußen“ nichts mehr zu spüren.

Tritt man in den Kulturladen hinein, fallen unweigerlich die Utensilien der letzten handwerklichen Tätigkeiten auf. Holzspäne und Schnitzmesser auf dem Tisch, im Schaufenster stehen die letzten noch nicht abgeholten Tonarbeiten der Kinder und auf der Leine hängen Bilder. Ein wenig improvisiert, aber gemütlich. Es wird Tee erreicht.

Ein paar leerstehende Räume haben Dank der Bereitschaft des Vermieters der Raab-Passagen einen neuen „Mieter“ auf Zeit gefunden. Der Kulturladen Spandau lädt Jung und Alt zum Verweilen ein. . Hier ist immer wieder eine Menge los. Kinder nehmen das Angebot gerne an. Ab 16 Uhr konnte und kann während der Tage des Spandauer Weihnachtsmarktes gebastelt, getrommelt und auch getanzt werden. Am kommenden Sonntag, dem 4. Advent kann z.B. in den Räumen männlicher Bauchtanz bestaunt werden.

Zusammenführen der Kulturen

Hier wurde natürlich nicht einfach ein Laden aufgemacht, um gelangweilte Menschen zu bespaßen oder gestressten Elter eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Kinder während der Weihnachtseinkäufe zu bieten.

Die Motoren des Kulturladens möchten eine Begegnungsstätte von Migranten und Einheimischen schaffen. Der Austausch von unterschiedlichen Kulturen soll neugierig machen auf die Qualitäten der anderen – „Vielfalt der Kulturen – ein Schatz für Alt und Jung“. Gewachsene Grenzen, sei es aus Bequemlichkeit oder Vorurteil können am besten im regelmäßigen Miteinander überwunden werden.

„Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Begegnung der Kulturen möglich wird. Ein Haus in dem Platz ist für Menschen aus allen Kulturen, die in Spandau vertreten sind. Ein Haus für Begegnung, Veranstaltungen, Werkstätten, Kurse und Beratungen. Ein Haus in dem Toleranz und Respekt vor der anderen Kultur und vor Menschen anderer Religion und Weltanschauung praktiziert wird.“

Nicht ohne Grund ist ein Ort in der Spandauer Altstadt gewählt worden: „Ein Kulturprojekt, welches möglichst alle in Spandau vertretenen Kulturen einbeziehen will, braucht einen zentralen Veranstaltungsort, der für jeden leicht zur erreichen ist. Der Kulturladen Altstadt will an erster Stelle Begegnungsmöglichkeiten für Künstler, Handwerker und Menschen des Stadtteils schaffen. In Werkstätten soll gemeinsam gearbeitet, musiziert, getanzt und gespielt werden.“

Ziel ist es, den Kulturladen zu einer festen Institution zu machen. Jetzt darf er die Räume nur bis zum 28.12. nutzen. In Kürze ist die Gründung eines Vereins geplant, der mit allen kulturellen Gruppierungen im Bezirk zusammenarbeiten möchte. Wenn alles gut geht, wird es einmal regelmäßige Veranstaltungen, Werkstätten und Workshops geben, einen Raum der Begegnung und Kommunikation, in dem Junge und Alte unterschiedlichster Kulturen sich austauschen können.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: FeaturedFreizeittippsKunst & Kultur

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