Heerstraße Nord: Gewalt, Bedrohung, Sachbeschädigung

Bezirksamt richtet Sorgentelefon für den Bereich Heerstraße Nord ein. Auch dort wurden zudem die Mieten der Sozialwohnungen gedeckelt.

Nach der Attacke auf einen Jugendlichen im Wohngebiet Heerstraße Nord klagen immer mehr Anwohner über die Zustände im Quartier. Bezirksbürgermeister Kleebank: „Mit dem Sorgentelefon schaffen wir eine direkte Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger. Die zahlreichen Rückmeldungen zeigen bereits jetzt, dass sich viele Menschen im Quartier Heerstraße Nord nicht mehr sicher fühlen. Durch das Sorgentelefon können uns die Anwohnerinnen und Anwohner nun ihre Beobachtungen und Erfahrungen mitteilen.“

Wie hier beim Kinder- und Familienfest am Einkaufszentrum hat auch das Quartier Heerstraße Nord seine schönen Seiten.

Wie hier beim Kinder- und Familienfest am Einkaufszentrum hat auch das Quartier Heerstraße Nord seine schönen Seiten.

Angst durch rechtsfreien Raum?

Die Berichte der Anwohner werden zuerst vom Bezirksamt dokumentiert. „Die Ergebnisse sollen im Rahmen eines „Runden Tisches Heerstraße Nord“ Ende März beraten. Hierzu wird das Bezirksamt Vertreter von Anwohnern, Gewerbetreibenden, Ärzten, Polizei, Wohnungsbaugesellschaften, Kirchengemeinden, Quartiersmanagement usw. einladen.“ In den bisherigen Rückmeldungen bedanken sich die Bürgerinnen und Bürger für die Möglichkeit, endlich ihre Sorgen mal loszuwerden. Sie berichten darüber, dass körperliche Gewalt, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen auf der Tagesordnung stehen. Eltern teilen mit, dass sie ihre Kinder aus Angst nicht mehr alleine zum Spielplatz lassen. Rollstuhlfahrer und Besucher des Ärztehauses schildern Bedrohungen durch Jugendliche. Alle wüssten Bescheid und keiner tue etwas. Allerdings wurden die dargestellten Straftaten häufig nicht zur Anzeige gebracht, so dass sie in keiner Kriminalstatistik auftauchen. Bezirksbürgermeister Kleebank dazu: „Die Menschen fühlen sich offensichtlich zunehmend wie in einem rechtsfreien Raum. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Daher rufe ich zur aktiven Mitarbeit am Runden Tisch auf. Gemeinsam können wir eine Trendwende erreichen. Alle sollen sich in der Heerstraße Nord sicher fühlen.“

Das Sorgentelefon des Bezirksamtes mit der Nummer 90279 – 2990 wird noch bis zum Montag, dem 25. März, immer werktags von 9.00 bis 12.00 Uhr zur Verfügung stehen. Alternativ können sich die Bürgerinnen und Bürger per Email aber auch unter heerstrasse-nord@ba-spandau.berlin.de an das Bezirksamt Spandau wenden.

Nur selten kommt die Polizei zur Obstallee im Rahmen eines Festes ausschließlich zum Informieren.

Nur selten kommt die Polizei zur Obstallee im Rahmen eines Festes ausschließlich zum Informieren. Fotos (2): Patrick Rein

Sozialmieten gedeckelt

Heerstraße Nord ist einer der Problemkieze des Bezirks was auch durch die die geringen Mieten und dem damit verbundenem Zuzug sozialschwacher Familien gefördert wird. Nun wurden durch einen Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses die Mieten von Sozialwohnungen – auch der mehr als 5.000 Wohnungen  an der Heerstraße – auf höchstens 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat begrenzt. In Wohnungen des Sozialen Wohnungsbaus dürften grundsätzlich jedes Jahr zum 1. April die Mieten erhöht werden. Dabei handelt es sich um einen planmäßigen Förderabbau, der nach dem heute nicht mehr angewandten Kostenmietrecht möglich ist. Das Abgeordnetenhaus hat jetzt auf Vorschlag des Senats beschlossen, dass für rund 35.000 der insgesamt 145.000 Berliner Sozialwohnungen diese Erhöhungen für ein Jahr ausgesetzt werden. Die Kappung der Sozialmieten in den Wohnungen verursacht dem Land Berlin für ein Jahr insgesamt Kosten von rund 2,6 Millionen Euro.

Patrick Rein


Zu finden unter: BezirksamtFeaturedNewsOrtsteile

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau