Hertha ist vorerst abgestiegen

Nach einer dramatischen Partie steigt Hertha BSC nach nur einer Saison wieder in die 2. Liga ab

Am letzten Spieltag keimte bei den Verantwortlichen und allen Fans noch ein Mal die Hoffnung auf: Mit einem 3:1 überholten die Herthaner den 1. FC Köln und erreichten den Relegationsplatz. Doch nach der 1:2 Heimniederlage im eigenen Stadion, wo die Berliner sich mehr selbst schlugen, kamen die Hauptstädter auch im Rückspiel nicht über ein Unentschieden hinaus. Dabei hatte der Betreiber des Gänsemarktes für die Spandauer im Fall eines Klassenerhalts für seine Gäste sogar 50 Liter Freibier in Aussicht gestellt.

Bereits im Hinspiel fielen die Düsseldorfer Fans durch Pyrotechnik auf.

Bereits im Hinspiel fielen die Düsseldorfer Fans durch Pyrotechnik auf. Foto: Patrick Rein

Hertha schnell geschockt

Doch bereits nach zwanzig Sekunden erzielten die Düsseldorfer mit einem Distanzschuss den 1:0 Führungstreffer. Es änderte sich dadurch jedoch nichts am eigentlichen Ausgangswert, denn zwei Treffer würden weiterhin reichen. Zumindest für eine Verlängerung. Der Anschlusstreffer nach einem schönen Freistoß vom erstmals seit Beginn an spielendem Ronny und daraus verwandeltem Kopfball von Ben-Hatira ließen weiter hoffen.

Undiszipliniertheit kostet den Sieg

Wieder ein Mal geriet Hertha nach unnötigem und auch wiederholtem Foulspiel vom Torschützen Ben-Hatira mit gelb-roter Karte in Unterzahl. Dennoch glaubte die Mannschaft an sich und zeigte eine kämpferische Leistung. Der Berliner Anhang hingegen präsentierte sich erstmals weniger erstligatauglich und warf Feuerwerkskörper aufs Spielfeld. Wobei Co-Kommentator Mehmet Scholl passend feststellte, dass auch aus dem Heimblock welche kamen. Bereits im Hinspiel waren die Düsseldorf Fans mit Pyrotechnik im Berliner Olympiastadion aufgefallen und es sollte noch weitaus dramatischer werden an diesem Tag.

Spielabbruch oder Entscheidung

Das Sicherheitskonzept in Berlin ging hingegen dem in Düsseldorf auf.

Das Sicherheitskonzept in Berlin ging hingegen dem in Düsseldorf auf. Foto: Patrick Rein

Düsseldorf konnte trotz Überzahl das Spiel nicht dominieren und wartete auf Fehler. Hertha hingegen wirkte wie gewohnt überfordert, herausgeragt hat lediglich Ronny. Zwar bereitete Ramos das 2:2 für Raffael vor, aber das war zu wenig. Es ist verständlich, dass die Düsseldorfer nach schweren Jahren, von der 4. Liga aus beginnend, euphorisch beim anstehenden Aufstieg agierten. Doch stürmten beim Stand von 2:2, und damit der Möglichkeit eines zum Klassenerhalt möglichen Führungstreffers, bei Abschlag von Hertha-Torhüter Kraft die Düsseldorfer Fans das Spielfeld und begannen den Rasen zu zerpflücken sowie bengalische Feuer zu zünden.

Fans nicht erstligatauglich

Erst nach minutenlangen Räumungsaktionen als auch Gesprächen mit den Verantwortlichen von Hertha BSC kam die Mannschaft wieder aus der Kabine und die Partie wurde zu Ende gebracht. Leider nicht annähernd mit den angekündigten zwei Minuten noch verbliebender Nachspielzeit. Fraglich bleibt, ob die Fortuna mit diesem Sicherheitskonzept und dem Anhang reif für die 1. Liga ist. Aber nicht nur für die Spandauer viel entscheidender: Wie geht es jetzt weiter bei der alten Dame von der Spree? Noch überlegt der Verein Widerspruch gegen die Wertung des Spiels einzulegen.

Patrick Rein


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