Hilfe bei Glücksspielsucht und Internetabhängigkeit

Trotz Verschärfung des Spielhallen-Gesetzes steigt die Zahl der Angebote, in Spandau gibt es jetzt eine erweiterte Hilfe für Betroffene

An fast jeder Ecke sind im Bezirk mittlerweile Casinos, Wettbüros und Spielautomaten zu finden. Die Verlockung ist groß und besonders Jugendliche sind anfällig. Zudem ist auch ein krankhafter Umgang mit dem Internet weiter auf dem Vormarsch. Extrem ist dabei die Kombination von Glücksspiel im Internet, welche auch für Kinder eine schwer kontrollierbare Gefahr darstellt.

Spielsucht und Internetabhängigkeit sind ebenso gefährlich wie Drogen und Alkohol.

Spielsucht und Internetabhängigkeit sind ebenso gefährlich wie Drogen und Alkohol. Foto: Thorsten Pahlke  / pixelio.de

Unterschätzte Gefahr

Um dem entgegenzuwirken wurde bereits vor über einem Jahr das Spielhallen-Gesetz verschärft. Bei den Neuanmeldungen zeigte diese Maßnahme zwar auch eine Wirkung, dennoch stieg die Zahl der aufgestellten Spielautomaten auf mittlerweile über 5000 berlinweit und die Zahl der registrierten Casinos um nochmals 50 Stück. Rund 37.000 Menschen werden in der Hauptstadt als spielsüchtig eingestuft. Das Krankheitsbild ähnelt dabei dem von anderen Abhängigkeiten wie Alkohol und Drogen. Neben der Zerstörung des eigenen Lebens in finanzieller als auch sozialer Hinsicht, leidet auch das Umfeld wie die Familie unter den Folgen.

Über 5000 solcher Spielautomaten führen berlinweit in Versuchung.

Über 5000 solcher Spielautomaten führen berlinweit in Versuchung. Foto: Uwe Steinbrich  / pixelio.de

Beratungsangebot in Spandau

Da in den letzten Jahren die exzessive Nutzung von Glücksspielen und der Medienkonsum unter Jugendlichen und Erwachsenen zugenommen haben, suchen immer mehr Menschen daher professionelle Hilfe auf. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, hat die Jugend- und Suchtberatungsstelle Spandau des Caritasverbandes Berlin ihr Beratungsspektrum erweitert. In Zusammenarbeit mit dem Café Beispiellos in Kreuzberg, welches seit vielen Jahren kompetente Unterstützung bei problematischem Spielverhalten anbietet, gibt es künftig ein mobiles Beratungsangebot in Spandau. Jeden Montag in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr bietet Gordon Schmid in der Jugend- und Suchtberatung Spandau, Hasenmark 3, Einzelgespräche für Menschen an, die zu den Themen Glücksspiel- und Internetsucht Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Betroffene, aber auch Angehörige finden hier Rat und Unterstützung. Termine können über die Jugend- und Suchtberatung Spandau telefonisch vereinbart werden: Tel. 030 / 666 33 630. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich, der Mitarbeiter unterliegt der Schweigepflicht.

Die Jugend- und Suchtberatung bietet in Spandau ein erweitertes Hilfsangebot.

Die Jugend- und Suchtberatung bietet in Spandau ein erweitertes Hilfsangebot.

Nach der Kontaktaufnahme und mobilen Beratung in der Außenstelle Spandau besteht die Möglichkeit, in die Suchtberatung nach Kreuzberg zu wechseln, wo es kontinuierliche, vielfältige Hilfen für glücksspiel- und internetabhängige Menschen und deren Angehörige gibt, zum Beispiel angeleitete Gesprächsgruppen und ein gemeinsames Freizeitangebot, Vermittlung in Therapie und Kurzberatung zur Schuldenregulierung.

Patrick Rein


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