Hilfe, es brennt!

Gleich bei zwei Großbränden war die Spandauer Feuerwehr in den letzten Monaten im Einsatz, doch der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt mittlerweile woanders

Die traditionsreiche Feuerwache Spandau Nord wird im nächsten Jahr saniert.

Die traditionsreiche Feuerwache Spandau Nord wird im nächsten Jahr saniert. Foto: Patrick Rein

Rund 40 Einsätze hat die Feuerwache Spandau Nord aus der Triftstraße im Schnitt täglich zu absolvieren. In  ganz Berlin mussten die Feuerwehrleute allein am 12.Juni insgesamt über 1000 Mal ausrücken. Doch bei über 90 Prozent handelte es sich jedoch nicht um den eigentlichen Löschauftrag sondern um Rettungseinsätze, die in anderen Bundesländern ausschließlich von Hilfsorganisationen wie dem Arbeiter Samariter Bund oder dem Roten Kreuz übernommen werden. In Berlin wäre das bei der Vielzahl von diesen Einsätzen nicht zu stemmen, weshalb auch hier die Berliner Feuerwehr gerufen wird.

Feuerwehr kein Taxiunternehmen

Der Großteil der Einsätze wird von den Rettungswagen gefahren.

Der Großteil der Einsätze wird von den Rettungswagen gefahren. Foto: Patrick Rein

Wolfgang Joost, seit einem Jahr Wachleiter der Feuerwehr Spandau Nord, führt dazu im Interview aus: „Leider wird der Notruf 112 immer häufiger auch dann gewählt, wenn die Person selbst noch in der Lage ist sich ins Krankenhaus zu begeben. Manche wollen sogar zu ihrem Hausarzt gefahren werden oder stehen bei unserer Ankunft mit gepacktem Koffer, wie auf ein Taxi wartend, vorm Haus.“ Doch die Aufgabe der Feuerwehr besteht ausschließlich in Nottransporten. Ein neu eingeführtes Abfragesystem bei telefonischen Meldungen soll helfen die Situation schon vorab genauer zu erfassen und dadurch zielgerichteter die Einsatzfahrzeuge bestimmen zu können. Dieses ist mittlerweile „den Kinderschuhen entwachsen und befindet sich nun in der Pubertät“ sagt Joost.

Wachleiter Wolfgang Joost ist seit 35 Jahren bei der Berliner Feuerwehr.

Wachleiter Wolfgang Joost ist seit 35 Jahren bei der Berliner Feuerwehr. Foto: Patrick Rein

Stehenbleiben heißt nicht Platz machen

Immer häufiger ist – nicht nur auf Grund des gestiegenen Verkehrsaufkommens in der Hauptstadt – ein schnelles Vorankommen der Einsatzfahrzeuge schwierig geworden. Viele Verkehrsteilnehmer wissen nicht, wie sie sich bei einem näher kommenden Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn richtig verhalten. Der Wachleiter erklärt: „Es ist nicht notwendig bei freien Fahrbahnen in die rechte Spur zu wechseln. Wichtig ist, dass dem Einsatzfahrzeug signalisiert wird, was man macht. In der linken Spur bleibend, den Blinker links setzen und die Geschwindigkeit reduzieren, ist ebenso hilfreich. Bei stehendem Verkehr müssen die Fahrzeuge eine Gasse bilden. Generell gilt: Stehenbleiben heißt nicht Platz machen!“. Zudem sollte die Lautstärke im Fahrzeug eine Wahrnehmung von Sirenen natürlich nicht behindern.

Tag der offenen Tür

Diese und noch mehr Einsatzfahrzeuge sind beim Tag der offenen Tür zu sehen.

Diese und noch mehr Einsatzfahrzeuge sind beim Tag der offenen Tür zu sehen. Foto: Patrick Rein

Kaum wegzudenken für die Berufsfeuerwehr ist die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren. Auch bei der Feuerwehr Spandau Nord ist eine angesiedelt. Doch im Gegensatz zu der FW Staaken haben diese beispielsweise keinen eigenen Ausrückbereich. Selbst der erfahrene Wachleiter ist beeindruckt mit welchem Engagement die Freiwilligen ihren Löschauftrag verfolgen und zollt höchsten Respekt. Fester Bestandteil im Veranstaltungskalender ist darüber hinaus auch das Kontaktfeuer geworden. An diesem Sonntag, 17. Juni, können Bürgerinnen und Bürger in Siemensstadt, Nicolaus-Groß-Weg, sich von 10 bis 18 Uhr beim Tag der offenen Tür einen eigenen Eindruck über die Arbeit der Feuerwehrleute verschaffen. Und am 25. August öffnet dann auch die Feuerwache Nord allen Interessierten ihre Tore.

Patrick Rein

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