In der Wilhelmstadt wird schon an Weihnachten gedacht

Barrierefreiheit, nicht immer einfach umzusetzen

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

In der letzten Woche, bei strahlendem Sonnenschein und über 10 Grad Celsius wäre der Gedanke noch etwas befremdlich gewesen, nun, mit gefühlten minus 10 Grad und Bergen von Neuschnee, liegt der Gedanke an Weihnachten nicht mehr so fern. Im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt hat es zur letzten Weihnachtszeit keine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung gegeben. Ein paar einsame Lichter zeigten, dass auch in der Wilhelmstadt Weihnachten war. „Die kritische Masse an Teilnehmern wurde nicht erreicht“, so Nadine Ranft und Torsten Wiemken vom Geschäftsstraßenmanagement der Wilhelmstadt. Die Gründe dafür waren vielfältig: keine Geld, zu viel Bürokratie, kein Interesse, andere Vorstellungen, kein Interesse an einer finanziellen Selbstbeteiligung …

In Eberswalde, einer kleinen Stadt im Norden Berlins, waren bürokratische Hürden kein Thema. Den Strom für die Versorgung der Lichterketten gab kostenlos vom kommunalen Energieversorger. In Berlin und damit auch in Spandau ist Vattenfalll Herr über die Laternen und entscheidet, wer dort Strom abzapfen kann. Keine 20 Unterstützer kamen in Eberswalde zusammen, trotzdem waren am Schluss fast 15.000 Euro im Topf, um die Idee der Weihnachtsbeleuchtung umzusetzen. Manch einer gab mehr, andere weniger, dazu gab´s noch ein paar Fördermittel. Auch wenn schwer fiel, einigte man sich auf einen Bereich von 500 Meter der hell erstrahlen sollte. Einige, die Geld beisteuerten, sahen ein, nicht den beleuchteten Baum vor dem Haus haben zu können, weil es sonst kein geschlossenes Bild ergeben würde. Die Verwirklichung der Idee war wichtiger, als kleinliche Egoismen.

Barrierefreie Wilhelmstadt?

Viele Altbauten prägen die Wilhelmstadt. Früher machte sich niemand Gedanken um barrierefreie Zugänge zu Geschäften. So kann man heutzutage nur in einige Geschäfte gelangen, in dem man ein oder mehre Stufen abwärts in Souterrain oder ein paar Stufen aufwärts geht. Solche Stufen stellen nicht nur für Rollstuhlfahrer eine unüberwindbare Hürde dar. Nun, da es wichtig ist, sich um jeden Kunden zu kümmern, werden Wege gesucht, um Barrieren möglichst zu überwinden. Selbst Handläufe können da schon eine große Hilfe sein. Gerade im Alter, ist ein zusätzlicher Halt beim Treppensteigen, eine große Hilfe.

In Strausberg, wie Eberswalde im Norden Berlins gelegen, kam man auf die Idee, mobile Rampen unterschiedlichster Bauart einzusetzen, die bei Bedarf den Zugang ermöglichen können. Mehre Geschäfte teilen sich eine Rampe. An den Geschäften selbst, sollte mit einem Aufkleber auf diese Möglichkeit hingewiesen werden. Wäre das etwas für die Wilhelmstadt? So gut gemeint das Angebot selbst ist, könnte es selbst zur Hürde werden, schließlich muss jemand erst auf sich aufmerksam machen, damit die Rampe aufgestellt wird.

Gebietsfonds 2013 – 10.000 für Projekte

Wie schon 2012 wird es auch in diesem Jahr wieder Fördermittel zur Verwirklichung von Projekten im Sanierungsgebiet geben. Anders als zuvor, ist diesmal ein monetärerer Eigenanteil von 50 Prozent aufzubringen. Der Antragsteller muss erst einmal in Vorleistung gehen. Maßnahmen zur Beseitigung von Barrieren in der Wilhelmstadt könnten also beantragt werden, schließlich würden sie dazu beitragen, die Funktion der Geschäftsstraße zu stärken und die positive Ausstrahlung zu verbessern. Bis zum 3.5.2013 müssen diese eingegangen sein. Eine Jury entscheidet darüber, welche Projekte bewilligt werden.

 

Ralf Salecker


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