Kaum Vorschläge zum Bürgerhaushalt Spandau

Noch sind ein paar Wochen Zeit, eigene Ideen einzubringen

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Erst vor kurzem hatten wir über den Spandauer Bürgerhaushalt für die Jahre 2014/15 berichtet. Kurz gefasst, bietet er für jeden Bürger die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen in die Ausgestaltung des Spandauer Haushalts einzubringen. Wo sollte das Geld ausgegeben werden, oder wo wäre es besser einzusparen. Das ist die Gelegenheit, nicht nur am Stammtisch über unnötige Ausgaben zu meckern oder Investitionen zu fordern, sondern selbst konkret tätig zu werden. Noch bis zum 17. Juli ist es möglich.

Enttäuschend geringe Beteiligung

Auf der Internetseite des Bezirksamts haben sich in der Rubrik Bürgerhaushalt 30 Personen registrieren lassen und insgesamt 14 Vorschläge abgegeben, von denen aber nur 10 auf der Seite zu sehen sind. Bei 230.000 Einwohnern bedeutet dies eine Beteiligung von 0,0006 Prozent. Ein verbesserungswürdiger Wert. Vorschläge kann jeder einreichen. Es ist noch nicht einmal notwendig, sich unter dem eigenen Namen registrieren zu lassen. Die wenigen Vorschlagenden selbst nutzen so fantasievolle Namen wie: Seekorso, Desert Fox, er, Bezirksamt und dj3d. Drei der Vorschlagenden haben mehr als eine Überlegung eingebracht, so dass es nun nur noch 6 Spandauer oder Spandauerinnen sind, die sich mit Ideen einbringen wollen. Zu keinem der Vorschläge gibt es bisher eine Antwort, durch die entsprechende Abteilung. Diese sollte spätestens nach drei Wochen erfolgen. Zeit ist ja noch. Es hat bisher auch noch niemand die Gelegenheit genutzt, die Vorschläge zu kommentieren. Das kann jeder tun, der dort registriert ist.

Was sind die wichtigsten Wünsche?

Fast alle scheinen sich Gedanken um ihr „grünes Umfeld“ zu machen. Seien es nun die Grünanlagen, Spazierwege oder Radwege. Passend zur Sommersaison kommt noch eine Badestelle hinzu. Hakenfelde führt die Tabelle der Ortsteile an. Hier gab es die meisten Vorschläge. haben andere Ortsteilen keinen Bedarf? Auf dem nächsten Tabellenplatz folgen dann drei ortsteilübergreifende Wünsche. Alle Vorschläge sind sogenannte Ausgabenwünsche. Sie erfordern Investitionen in Personal, was sich wegen der vom Land Berlin verordneten Stellenstreichungen für den Bezirk Spandau wahrscheinlich nicht ganz einfach umsetzen lässt. Andere Investitionen, wie etwa in Parkbänke, Mülleimer und neue Pflanzen sind da leichter verwirklichbar.

Müll ist ein Anliegen, welches immer wieder zum Thema gemacht wird. Ausreichend Papierkörbe sollen es richten. Als ob die Anwesenheit eines Mülleimers genügt. Dort, wo nicht herumliegender Müll das Auge stört, sind es ungepflegte Grünanlagen, in denen das Unkraut wuchert.

Zwei Vorschläge betreffen das Ordnungsamt. So soll es die Badestelle am Glienicker See häufiger kontrollieren, um Müllablagerungen und frei laufende oder badende Hunde unter Kontrolle zu bekommen. Ein anderer kritisiert die schlechte Erreichbarkeit des Ordnungsamtes, welches auch am Wochenende aktiv sein sollte, so die Forderung.

Hier eine kurze Liste der Vorschläge:

  • Straßenbegleitgrün
  • Papierkörbe entlang Alt Bln.-Spand. Schifffahrtskanal + am Rohrbruchteich
  • Mehr Grünflächenpflege
  • Grünfläche Havelschanze
  • Mülleimer im Maselakepark und am Spandauer Radweg
  • Hakenfelde verschönern
  • Grünflächen
  • Ordnungsamt Spandau
  • EU-Badestelle
  • Spielplatz erneuern

Insgesamt fallen die Wünsche sehr bescheiden aus. Die dafür notwendigen Investitionen halten sich eher in Grenzen. Spandau und den Spandauern muss es augenscheinlich sehr gut gehen, wenn man die Ausgabenwünsche anschaut. Einen Bedarf an Einsparungen scheint niemand zu haben. Bis zum 17. Juni ist noch Zeit, um die geringe Beteiligung am Bürgerhaushalt zu steigern …

Weitersagen!

 

Ralf Salecker

 


Zu finden unter: BezirksamtFeaturedOrtsteile

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(1)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau