Demnächst auch in Spandau: Kennzeichnung von guten und schlechten Restaurants

Erst ein Smiley, nun eine Ampel

Gastrokennzeichnung: Die Ampel für Restaurants.

Gastrokennzeichnung: Die Ampel für Restaurants.

Foodwatch, eine Organisation dies sich dem Verbraucherschutz verschrieben hat, wies unlängst darauf hin, dass praktisch jeder vierte kontrollierte Gastronomie-Betrieb beanstandet wurde: Es sei jetzt an der Zeit, die Verbraucher vor den Schmutzfinken zu schützen“.

Ab dem 1. Juli soll es in Berlin ein einheitliches Kennzeichnungssystem zur Bewertung der Hygiene in der Gastronomie geben. Darauf hatten sich schon im September 2010 die Berliner Bezirksstadträte mit der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz geeinigt. Damit steht eine Kennzeichnung von gastronomischen Betrieben auch in Spandau vor der Tür. Ziel der Aktion ist es, mehr Transparenz für den Verbraucher zu erreichen. Damals sollte ein Smiley in fünf Bewertungsstufen Auskunft über die Qualität des geprüften Betriebes geben: Elite, sehr gut, gut, befriedigend oder nicht ausreichend.

Anfang Mai haben jetzt die Verbraucherschutzminister der Bundesländer in Bremen beschlossen mit Hilfe einer „Hygiene-Ampel“ die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen zu dokumentieren. Rot, Gelb und Grün sollen nun die Gäste ins Lokal locken – oder sie zur Vorsicht mahnen. Die Verbraucherschutzminister wollen dieses System erst zum 1. Januar 2012 einführen. Berlin möchte dagegen eine Vorreiterrolle übernehmen – aber ohne Smiley. Gerade letzteres stößt bei „foodwatch“ und der „Verbraucherinitiative e. V.“ auf deutliche Kritik.

Der schnelle Vorstoß Berlins scheint noch im Ansatz zu stocken. Verbraucherschutz-Senatorin Katrin Lompscher (Linke) will vorerst nur das Ergebnis der Untersuchungen, sowie Datum und Ort bekannt geben – ohne Ampel.

Der Spandauer Gesundheitsstadtrat Martin Matz meint dazu:

„Die Veröffentlichung von Kontrollergebnissen braucht eine solide rechtliche Grundlage, für die der Bundesgesetzgeber jetzt sorgen kann. Berlin hat die Diskussion wesentlich voran gebracht, die zur jetzt erzielten Einigung geführt hat. Jetzt kommt es darauf an, die Reform handwerklich solide umzusetzen.“

Ingelore Rosenkötter, die Vorsitzende der Ministerkonferenz in Bremen, sieht in der neuen Regelung einen „Meilenstein für den Verbraucherschutz“.

Der Smiley hat ausgedient.

Der Smiley hat ausgedient ...

Angefangen hat alles einmal im Berliner Bezirk Pankow, der mit seinen „Ekel-Listen“ und dem freundlich lächelnden Smiley für heftige Diskussionen sorgte. Die erschreckenden Funde in der dortigen Gastronomie machten klar, dass dies im Rest der Stadt, also auch in Spandau, nicht anders sein kann. Das Pankower Bezirksamt hatte Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen im Internet veröffentlicht, um so den Druck auf die gastronomischen Betriebe zu mehr Reinlichkeit zu erhöhen. Nach den dortigen Erfahrungen hat die Veröffentlichung der Kontrollergebnisse zu einer merkbaren Steigerung der Qualität geführt.

Der Spandauer Gesundheitsstadtrat Matz weist auf prinzipielle Probleme der Lebensmittelkontrolle hin:

„Die vor Ort tätigen Lebensmittelkontrolleure brauchen jetzt eine Rechtsgrundlage, um den Aushang im Betrieb durchsetzen zu können. Und wir brauchen durchdachte Regeln, was vor Ort und im Internet wann veröffentlicht wird. Um beim ersten Anlauf gemachte Fehler nicht zu wiederholen, sollte jetzt gründlich gearbeitet werden. Dazu gehört eine ausreichende personelle Ausstattung der bezirklichen Veterinäraufsichten und eine technische Ausstattung mit mobilen Endgeräten für die Kontrollen. Dann bekommen wir im zweiten Anlauf eine wirklich brauchbare Regelung, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch tatsächlich eine verbesserte Transparenz schafft.“

Auf das Problem einer unzureichenden Personalausstattung wies auch die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hin: „Nur wenn die Kontrolldichte in allen Bundesländern hoch ist und die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung aktuell sind, macht das Kontrollbarometer überhaupt Sinn“.

Der Hotel- und Gaststättenverband befürchtet aus diesem Grund auch eine Ungleichbehandlung der Betriebe. Er sieht in einer Ampel, die nicht an wirklich jedem Betrieb zu finden ist, sogar eine Verbrauchertäuschung. Ihm wäre wahrscheinlich ein Modell lieber, wie es seit 2004 in Potsdam praktiziert wird.

Die „Brandenburger Gastlichkeit“ ist ein Qualitäts- und Gütesiegel für Gastronomen im Land Brandenburg, bei dem alle Tests ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen. Der Vizepräsident des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes, Klaus-Dieter Richter, der in Spandau mit dem Restaurant Kolk ein gern besuchtes Restaurant betreibt, konnte sich schon 2006 vorstellen, diese Idee nach Berlin zu übernehmen.

Der Berliner-Kurier berichtete, das Spandau und Reinickendorf sich nicht an einer Veröffentlichung von Kontrollergebnissen im Internet beteiligen werden. Rechtliche Gründe und Personalmangel wurden als Begründung angeführt

 

Ralf Salecker

 

PS: hier gehts weiter zu unseren  Restaurant-Tipps


Zu finden unter: GastroNewsShopping & Gastro

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