Kompetenzzentrum Spandau Inklusiv

Individuelle Kompetenzen von Behinderten in den Fokus stellen

Teilhabe ermöglichen (Foto: Ralf Salecker)

Teilhabe ermöglichen (Foto: Ralf Salecker)

In Spandau startet ein Projekt, welches sich der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen widmet. Es wendet sich an Arbeitgeber, wie Arbeitssuchende mit Behinderung gleichermaßen. Ziel ist es Behinderte langfristig in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Dabei sollen die mentalen Barrieren bei Arbeitgebern abgebaut werden. Noch werden an behinderte Menschen andere Maßstäbe angelegt als an nicht behinderte Menschen. Unterstützend werden Fördermöglichkeiten vorgestellt, um die Schaffung von regulären Arbeitsplätzen für Behinderte zu unterstützen.

Behindertenrechtskonvention

10 Prozent der Menschheit leben mit einer Behinderung. Man nimmt an, dass diese Zahl eher noch zunehmen wird, da Menschen immer älter werden. Behinderte Menschen haben es in unserer Gesellschaft noch immer nicht einfach. Das ist leider immer noch eine banale Erkenntnis. Daran auch das 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, gemeinhin auch Behindertenrechtskonvention genannt. Es wurde von 128 Staaten und der EU ratifiziert. Dieser völkerrechtliche Vertrag, der namentlich Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen bestimmt, soll Behinderten eine gleichberechtigte Teilhabe bzw. Teilnahme am gesellschaftlichen Leben  ermöglichen.

Theoretische Rechte bedeuten noch immer nicht den Abbau von Vorbehalten, die in den Köpfen der Menschen existieren. An welchen Formalien sich manchmal Differenzen entwickeln können, zeigte schon der etwas missglückte Versuch, eine deutsche Übersetzung der englischsprachigen Version der Konvention zu verfassen. Betroffene in Deutschland, sowie deren Verbände kritisierten die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs Inklusion mit Integration, da hierbei oft eine starke Forderung zur Anpassung im Raume steht. Bei der Integration geht es eher darum, Unterschiede wahrzunehmen und Getrenntes wiedereinzugliedern. Inklusion will dagegen den individuellen Bedürfnissen aller Menschen Rechnung tragen, sie bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft.

Drei Bausteine zum Erfolg

Baustein 1 des Projekt Kompetenzzentrum Spandau Inklusiv (KoSI) widmet sich den Arbeitssuchenden mit Behinderung. Sie sollen in allen Lebenslagen auf dem Weg in den regulären Arbeitsmarkt beraten und begleitet werden. Es gilt ihre Fähigkeiten zu finden und sie entsprechend bei der Berufsfindung zu unterstützen.

Baustein 2 wendet sich direkt an Unternehmen. Erfahrungsgemäß gibt es unzählige Vorbehalte bezüglich der Leistungsfähigkeit von Behinderten. Das Projekt will Vorurteile abbauen und Vorteile darstellen, die für eine Einstellung von Behinderten als durchaus qualifizierte und vollwertige Arbeitskräfte sprechen. Es gilt die optimalen Einsatzmöglichkeiten zu finden. Schulungen sollen die Unternehmer dabei unterstützen.

Baustein 3 widmet sich der Kommunikation. Alle gewonnenen Erfahrungen, Angebote wichtige LINKS und Informationen müssen auf einer barrierefreien Internetseite so aufbereitet werden, damit möglichst viele Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen davon profitieren. Das kann in Form von Videos, einfacher Sprache usw. geschehen.

Dabei sind sich die Projektausführenden durchaus ihrer Grenzen bewusst. Jemand, der nicht lesen kann, wird kaum den Computer und eine Suchmaschine bedienen können, um auf diese Internetseite zu gelangen. Insgesamt geht es immer wieder darum, die die Sicht auf Behinderte und die Haltung ihnen gegenüber zu verändern, nur so können Lösungen gefunden werden, die den Umständen entsprechen. Der Blick muss sich von einer reinen Leistungsorientierung hin zu einer Berücksichtigung von individuellen Kompetenzen verändern.

Weitere Informationen

  • Projektkoordinatorin Kathleen Schmidt, Tel. 264 76 20
  • Internet: www.evangelisches-johannesstift.de/die-wille/kompetenzzentrum-spandau-inklusiv
  • E-Mail: behindertenbeauftragter@ba-spandau.berlin.de
  • Beauftragtenbüro: Tel. 90279 3110

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: Arbeiten & LernenFeatured

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau