Mobil zur wachsenden Trinkerszene

Mit einem neuen Fahrzeug sollen die Streetworker von SPAX noch effizienter zu ihrer Klientel gelangen

Jeder kennt mindestens eine Stelle im Bezirk, an der sich Gruppierungen zum gemeinsamen Verweilen und Alkoholkonsum versammeln. Besonders beliebt sind dabei Örtlichkeiten in Nähe einer dementsprechenden Verkaufsstelle wie Supermärkten, was in den letzten Jahren auch durch die variablen Ladenöffnungszeiten gefördert wird. Um die Situation in den Spandauer Ortsteilen Altstadt, Wilhelmstadt und Neustadt zu verbessern, wurde Fixpunkt e. V. vom Bezirksamt Spandau mit einem Projekt zur aufsuchenden Sozialarbeit für diese Zielgruppe beauftragt.

Bezirksstadtrat Jürgen Vogt übergab das neue Kraftfahrzeug der SPAX

Bezirksstadtrat Jürgen Vogt übergab das neue Kraftfahrzeug der SPAX.

Aufsuchen und Kontaktstelle

Seit 2010 versuchen die Mitarbeiter von SPAX – dem entsprechenden Projekt der aufsuchenden Sozialarbeit zur Problematik des Alkoholmissbrauchs in der Spandauer Öffentlichkeit – dem entgegenzuwirken und die Betroffenen, meist krankheitsbedingten Konsumenten, zu einem sozialverträglichen Trinkverhalten zu bewegen. Bisher ist SPAX einmalig in Berlin. Aus bezirklichen und Landesmitteln der sozialen Stadt steht nun neben den Räumlichkeiten zum Betrieb einer Kontaktstelle in der Schönwalder Straße 27 auch ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Am Mittwoch übergab Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit Jürgen Vogt (CDU) das Auto offiziell den Nutzern. Dadurch entfällt die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und es können schneller und einfacher bekannte Sammelpunkte aufgesucht werden.

Am Bahnhof vorerst gescheitert

Das ist auch notwendig, denn wie an der Flankenschanze – einem auch der Polizei bekannten Treffpunkt – befindet sich in unmittelbarer Nähe der Zugang zur Charlie-Rivel-Grundschule. Neben dem Konsum von Alkohol kommt es bereits während der Schulzeit auch zum urinieren, was von Eltern, Bezirksverordneten als auch den  Streetworkern nicht begrüßt jedoch auch nicht unterbunden werden kann. Auch das Herauslösen einzelner Personen aus dem vertrauten Trinkumfeld am Bahnhof Spandau mussten die Sozialarbeiter vorerst als gescheitert erklären.

Die Sozialarbeiter sind nun deutlich mobiler und schneller im Bezirk unterwegs.

Die Sozialarbeiter sind nun deutlich mobiler und schneller im Bezirk unterwegs. Fotos (2): Patrick Rein

Zuwachs an Obdachlosen

Generell steigt die Zahl an Alkoholkranken aber auch Wohnungslosen Personen im Bezirk. Zumindest für die erste Gruppe sind die neben Marzahn in Spandau weiterhin äußerst geringen Mieten ein Anziehungspunkt. Dem entgegenzuwirken ist schwierig und auch nicht förderlich, zudem die bezirklichen Einflussmöglichkeiten gering sind. Umso wichtiger ist die Erhaltung sozialer Einrichtungen wie der SPAX, deren Devise im Umgang mit alkoholischen Getränken in der Kontaktstelle „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ lautet. Neben Gesprächen können Betroffene dort auch ihre Wäsche und sich selbst waschen, da durch die Alkoholkrankheit und damit verbundenen finanziellen Nöten zwar Mieten gezahlt werden, jedoch die Energieversorgung abgestellt wurde. Immer häufiger geraten Personen auch in Obdachlosigkeit. Ziel ist es zudem eine geregelte Tagesstruktur, unter anderem auch durch die Vermittlung von Hilfstätigkeiten, zu schaffen. In den meisten Fällen hat das Jugendamt betroffenen Eltern die Erziehung der Kinder bereits entzogen.

Patrick Rein


Zu finden unter: BezirksamtFeaturedNewsOrtsteile

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau