Oktoberfest in Spandau
Montag, 26. September 2011
Zur Eröffnung „Bombenstimmung“ im Großen Festzelt
Auf das Festzelt ist Thilo-Harry Wollenschlaeger besonders stolz. Allein der Boden habe so viel gekostet, wie manch eine Privatperson ihr Leben lang zusammenspare. „Jeder der hier reinkommt sagt erst einmal: was für ein schönes Zelt“, erzählt der Schausteller. Sogar der Fahrer vom Partner Löwenbräu aus Bayern sei begeistert gewesen. Und der muss ja schließlich wissen wie ein gutes Festzelt auszusehen hat. Das Oktoberfest hinter den Arcaden hat am Freitag begonnen und läuft noch bis
zum 9. Oktober. Am ersten Tag sei eine „Bombenstimmung“ gewesen, erzählt Wollenschlaeger, „der Ausnahmezustand am ersten Tag“; das erwartet er sich natürlich jetzt auch für die kommenden Tage. Denn hinter dem großen Fest steht für den Veranstalter auch ein großes Risiko. Allein das Lärmprognosegutachten kostet etwa 6000 Euro und ist vorgeschrieben. „Wir haben ein sehr kompliziertes Lärmschutzgesetz“, stellt Wollenschlaeger fest. Alles sei genauestens eingepegelt und ab einer gewissen Uhrzeit fahre sich die Lautstärke der Musik automatisch herunter. Das gefällt nicht jedem. Als „geschäftsschädigend für alle“ bezeichnet es ein Schausteller. „Hören Sie Musik ?- Ich nicht, das lockt doch keine Leute her“, beschwert er sich.
Der Franz Beckenbauer der Schausteller
„Spandau kann jedenfalls stolz auf das tolle Festzelt sein“, meint Wollenschlaeger. Im ganzen Umland sei Werbung für das Event gemacht worden, „Und wir haben schon viele Reservierungen“. Gruppen und die Belegschaften von ganzen Firmen würden Tische im Zelt reservieren. Momentan ist das Festzelt noch mäßig besetzt, das tut der Stimmung aber keinen Abbruch. Die Bedienung – in Dirndl und Turnschuhen die Frauen, mit Filzhut die Männer – tanzen sich schon einmal zur Volksmusik ein und auch das Publikum reagiert schon auf den Animateur. „Das ist das Publikum was wir wollen“, erklärt Wollenschlaeger, „Familienpublikum nicht die Leute die Randale machen“. Den nächsten Tagen sieht er jedenfalls positiv entgegen, denn seiner Meinung nach ist er ein Glückspilz. „Vor kurzem meinte ein Freund zu mir, ich sei der Franz Beckenbauer der Schausteller“, meint er. „Das war sehr Schmeichelhaft,
aber natürlich macht man sich auch viele Gedanken und trägt das volle Risiko“.
Historischer Jahrmarkt – alles für einen Euro
Rund um das große Festzelt gibt es einen Jahrmarkt mit Fahrgeschäften und Süßigkeitenbuden aller Art. Im historische Teil kostet jede Fahrt einen Euro, hierfür kann an der Kasse ein Goldtaler erworben werden, der dann im historischen Jahrmarkt als Währung gilt. Hier gibt es etwa eine Mini- Eisenbahn, eine Würfelbahn, das Kettenkarussell und vieles mehr. Natürlich darf auf einem solchen Fest auch der Breakdancer nicht fehlen. Die jungen Spandauer stehen schon Schlange um sich durchschütteln zu lassen. Noch sind viele Familien mit Kindern auf dem Platz, aber heute Abend soll es im Zelt wieder hoch hergehen. Die Maß kostet hier 7,90 Euro und liegt somit etwas unter dem Preisniveau auf den Wiesn.
Das Oktoberfest hat von Montag bis Samstag ab 15 Uhr geöffnet und an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr. Freitag und Samstag ist bis 24 Uhr geöffnet, ansonsten bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt.
Weitere Impressionen vom Fest:
Kirsten Stamer
Zu finden unter: News
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Schon allein der Vergleich mit München ist lächerlich! Und dann noch abbrennende, defekte Fahrgeschäfte, hab ich selbst gesehen. Au weia Spandau, Rummel ist wirklich was von Gestern. Einen interessanten Überblick über das Trübsal bekommt man vom Arcaden-Parkhaus. Dabei kann man überlegen, was man mit 2 Euro noch so alles machen könnte.