Ein Dank den Pflegefamilien

Ein Fest auf der Spandauer Zitadelle soll den Berliner Pflegeeltern einen besonderen Tag schenken und gesellschaftliche Aufmerksamkeit wecken.

Im Jahr 2012 haben die Jugendämter in Deutschland 40 200 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1 700 beziehungsweise 5 Prozent mehr als 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen: gegenüber 2007 (28 200 Inobhutnahmen) ist sie sogar um 43 Prozent gestiegen.

Flyer zum Berliner Pflegefamilientag auf der Spandauer Zitadelle.

Flyer zum Berliner Pflegefamilientag auf der Spandauer Zitadelle.

Kinder brauchen Pflegeeltern

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation be­finden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer – beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erzie­hern – in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter. Meistens in einem Heim. Wer Glück hat kommt jedoch in einer Pflegefamilie unter und erfährt dort oftmals zum ersten Mal im Leben Zuwendung, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke: „Pflegefamilien leisten einen hohen und wertvollen Beitrag zum sozialen Miteinander in unserer Gesellschaft. Die Bereitschaft der Pflegeeltern, ein oder gar mehrere Kinder aus einem oft stark gestörten Umfeld in die Familie aufzunehmen und ihnen in liebevoller Atmosphäre eine positive Zukunftsperspektive zu geben, verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung.“ Diese Wertschätzung soll allen Berliner Pflegefamilien in diesem Jahr auf der Spandauer Zitadelle zu teil werden. Doch bei freiem Eintritt sind am Sonntag, den 1. September, von 11 bis 16 Uhr auch Nicht-Pflegeeltern und Familien eingeladen, die zahlreichen Angebote zu genießen und einen unvergesslichen Tag zu verbringen.

Erziehungsüberforderte Eltern

Die meisten (27 800 oder 69 %) der in Obhut genommenen jungen Menschen lebten vor der Inobhutnahme bei ihren Eltern oder einem Elternteil. 15 700 Kinder und Jugendliche (39 %) kehrten nach der Inobhutnahme wieder zu den Sorgeberechtigten zurück. Für 12 800 Minderjährige (32 %) schloss sich an die Inobhutnahme eine Hilfe zur Erziehung an, in drei von vier Fällen bedeutete das eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses, zum Beispiel in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 5 300 Fällen (13 %) waren sonstige stationäre Hilfen notwendig, beispielsweise in einem Krankenhaus oder der Psychiatrie. Mit einem Anteil von 43 % (17 300 Kinder und Jugendliche) war die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines/einer Minderjährigen.

Patrick Rein

Geschichte flaniert durch Spandau

Darsteller in historischer Kleidung

Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V.

Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V.

Am Samstag, dem 31. Aug 2013, in der Zeit von 12.30 bis 15.30 Uhr führt die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. – Spandauer Geschichtsverein erneut unsere Veranstaltung „Geschichte flaniert durch Spandau“ durch. Die Veranstaltung findet vor dem Spandauer Rathaus, Altstadt Spandau, statt.

Es werden Darsteller in zeitgenössischer Kleidung aus verschiedenen Jahrhunderten Geschichte lebendig und spannend präsentieren. Kurfürst Joachim II., Erbauer der Zitadelle wird neben anderen Darstellern, zu bewundern sein. Vom Mittelalter bis 1900 haben sich Darsteller in ihrer Gewandung angemeldet. Die Darsteller erhalten kein Honorar, sind aber gerne bereit über ihre dargestellte Figur Auskunft zu erteilen. Bilder aller Art können gern gemacht werden.

Der Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hat die Schirmherrschaft übernommen und wird um 12.30 Uhr durch ihn und den Vorsitzenden der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau, Karl-Heinz Bannasch, eröffnet.

Keine Ruhe bei der Musikschule

Diesjähriges Musikschulfest in den Italienischen Höfen der Zitadelle lädt zum Mitmachen und genießen ein.

Am Sonntag den 8. September wird es nach den zahlreichen Auftritten im Rahmen des citadel music festivals noch ein Mal laut auf der Zitadelle. Wie jedes Jahr lädt die Musikschule Spandau wieder zum Fest auf die Zitadelle. Mehr als 300 Musikschulschüler präsentieren sich und ihr Können dort von 14 bis 19 Uhr in den Italienischen Höfen der Festungsanlage. Besonderes Highlight: Gleich zum Beginn um 14 Uhr sind alle Kinder von 6 bis 11 Jahren zum „Offenen Singen“ mit den Dos Locas eingeladen.

Flyer zum Musikschulfest 2013

Flyer zum Musikschulfest 2013

Unterricht gewährleistet

Während die Planungen für das Musikschulfest bereits abgeschlossen sind, ist der Streit mit den Musikschullehrern bezüglich der neuen Honorarverträge noch nicht beendet. 23 von den rund 120 „Angestellten“ wurde gekündigt, da diese die neue Vereinbarung nicht unterzeichneten. Jürgen Mularzyk, Leiter der Musikschule Spandau, stellte jedoch ebenso wie der zuständige Bezirksstadtrat Gerhard Hanke klar, dass es sich bei der Mehrzahl der Kündigungen um sogenannte null-Stunden handele. Der Betrieb würde nach Auslaufen der bestehenden Vereinbarungen im Oktober eventuell „etwas holpern“ jedoch auch schnell reibungslos fortgeführt werden. Momentan werden Lehrproben von Interessenten durchgeführt und die Nachfrage für eine Tätigkeit an der Musikschule sei ungebrochen hoch.

Honorarkräfte unzufrieden

Die Lehrervertretung an der Musikschule Spandau – wie in anderen Bezirken auch – zeigt sich dagegen noch nicht zufrieden und versucht weiterhin auf die neue Situation aufmerksam zu machen. Auch wenn der Großteil der Beschäftigten sich mit den verschlechterten Vereinbarungen „abgefunden“ habe, seien Fragen zu den Datenschutzrichtlinien, Abrechnungsverfahren und deren Software weiterhin ungeklärt. Klar sei bisher lediglich, dass durch den erhöhten Verwaltungsaufwand deutlich mehr Personal notwendig geworden ist. Die Lehrervertretung ruft daher weiterhin zu Protesten auf. Die dritte Demonstration in Zusammenarbeit von Fachgruppe Musik und der Berliner Lehrervertretung (LBM) findet am Samstag den 31. August statt. Diese sei notwendig, damit der Senat wisse, dass sich die Lehrerschaft nicht mit der Situation abgefunden habe, nur „weil notgedrungen und unter Druck“ inzwischen sehr viele Musikschullehrkräfte den Vertrag unterschrieben hätten. Gerhard Hanke versicherte den Honorarkräften im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten seine Unterstützung und zusammen mit Stadträten anderer Bezirke weiterhin für verbesserte Bedingungen bei der Senatsverwaltung einzutreten.

Spandauerinnen und Spandauer können sich derweil beim Musikschulfest am 8. September selbst ein Bild über die Arbeit der Musikschule und deren Unterrichtenden verschaffen als auch den Dialog im „Honorarstreit“ suchen.

Patrick Rein

Beachvolleyballanlage jetzt mit Profisand

Von der Waldbühne in den Südpark

beach volleyballVor zehn Tagen machten die weltbesten Beachvolleyballer/-innen in der Berliner Waldbühne im Rahmen der „smart Grand Slam 2013 Berlin, der FIVB Beach Volleyball SWATCH World Tour, Station. Darauf bewarb sich der Bezirk beim Veranstalter um den eigens dort angelegten feinen Beachsand und erhielt überraschenderweise den Zuschlag für zwei LKW-Lieferungen von jeweils 27 t. Vor wenigen Tagen wurde dieser angeliefert und auf dem zweiten Beachvolleyballfeld verteilt. Jetzt kann auch dort profimäßig gebaggert und gepritscht werden.

Sportstadtrat Gerhard Hanke führt hierzu aus:

„So schnell kann es manchmal gehen… Auch wenn sich die Freiluft- und Beachsaison langsam dem Ende nähert, freue ich mich, dass es uns gelungen ist, für einen geringen Kostenbeitrag speziellen Beachsand auf unsere Freizeit- sportanlage im Südpark anliefern zu lassen. Neben dem ohnehin schon immer gut frequentierten vorderen Feld bestehen nun auch auf dem hinteren Feld perfekte Spielmöglichkeiten für Jung und Alt.“

Mehr Cafe als Mensa

Spandaus Ganztagsgymnasium setzte ein ganz eigenes Einrichtungskonzept bei seiner Mensa in die Realität um.

Am Mittwoch wurde die neue Mensa der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule offiziell eingeweiht. Nach über einjähriger Bauzeit ist es den Verantwortlichen des Bezirks und der Schule gelungen ein wahres Schmuckstück zu errichten, welches in Berlin seinesgleichen sucht. So wurde bei der Inneneinrichtung der Mensa ein Weg gesucht und in Abstimmung mit dem Bezirksamt letztendlich auch gefunden: So erinnert die Einrichtung nun eher an eine „In-Lokalität“ im Bezirk Mitte als an eine einfache Schulmensa in Spandau.

Blick in den Speiseraum, ausgestattet mit nußbaumfarbenen Tischen und Stühlen im „Caféhaus-Charakter“

Blick in den Speiseraum, ausgestattet mit nußbaumfarbenen Tischen und Stühlen im „Caféhaus-Charakter“

Beeindruckendes Ergebnis

In seiner Ansprache ließ Bildungsstadtrat G. Hanke noch einmal die Geschichte Revue passieren, wie aus der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule Spandaus erste Ganztagsschule wurde. Zwar hatte dieser anfangs eine zentral gelegene Schule im Bezirk dafür präferiert, doch wollte sich lediglich die Carl-Friedrich-von-Siemens der Herausforderung stellen. Aus seiner Sicht ist das Ergebnis der Umbauarbeiten beeindruckend, und dennoch sei es aber auch nur ein Teil von weiteren dringenden baulichen Erneuerungen und Veränderungen an der Schule. Zu der neuen Mensa führte Schulleiter Pohl aus: „Die neue Mensa ist toll geworden. Die Ausstattung ist viel ansprechender als die einer „normalen“ Mensa“. Ich hoffe, dass wir mit der Einrichtung der Mensa auch Vorreiter für andere Schulen in Berlin sein werden.“

Auch die ehemaligen Flure wurden für Steh-/Hochsitztische, wie in einer Bar, genutzt.

Auch die ehemaligen Flure wurden für Steh-/Hochsitztische – wie in einer Bar – genutzt. Fotos (2): C. Kaiser-Gernoth

Vorbehalte des Bezirksamtes

Dem konnte die stellvertretende Schulleiterin Kremer nur noch ergänzen: „Für den Ganztagbetrieb der Schule ist die Mensa ein wichtiger Punkt. „Es war ein gewisser „Kampf“ uns gegen einige Vorbehalte des Bezirksamts bei der Inneneinrichtung durchzusetzen. In vielen Abstimmungen mit den Verantwortlichen des Bezirksamts konnten wir jedoch dieses besondere Konzept verwirklichen. Ich bin froh und freue mich, dass unserer Schule hiermit etwas Einzigartiges in Berlin gelungen ist. Der Entwicklungsprozess des einzigen Spandauer Ganztagsgymnasium wird also auch im neuen Schuljahr mit einem erweiterten Angebot für die Schülerinnen und Schüler fortgesetzt und wir haben uns in den nächsten Jahren noch viel vorgenommen, wie zum Beispiel die Umgestaltung unseres Schulhofes.“

Patrick Rein

Die Nacht zum Tag machen

Nachtmarkt auf der Zitadelle

Nachtmarkt - Bild 1Am kommenden Samstag, den 24.08.2013 findet zum zweiten Mal der Nachtmarkt auf der Zitadelle statt.

Im Rahmen des Citadel Music Festivals 2013 laden im Burghof verschiedene Stände zum Schlendern, Staunen und Stöbern ein. Ob Kunsthandwerk, Schmuck, Schokolade, Taschen, Chutneys oder andere Kunst und Trödel, hier gibt es viel zu sehen und zu kaufen.

Für alle Musikfans gibt es im Hafen Rock`n`Roll-Flair eine Plattenbörse, Merchandise und extravagante Rockabilly-Accesoires. Eine Musiklounge lädt zum Verweilen ein.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt, die Gäste können an Getränken- und Essensständen ihren Durst und Hunger stillen. Noch mehr Infos gibt`s hier.

Urkunde für 30. Spielplatzpaten

Sportschule Randori hat Patenschaft für den barrierefreien Spielplatz Falkenhagener Tor übernommen.

Im berlinweit einmaligen Projekt „Raum für Kinderträume“ schafft das Bezirksamt Spandau gemeinsam mit seinen Partnern saubere, sichere und attraktive Spielplätze. Dadurch wird die Errichtung neuer als auch die Sanierung bestehender Spielplätze nicht nur finanziell auf verschiedenen Schultern verteilt. So ist es in den vergangenen Jahren gelungen bereits zahlreiche Spielflächen dauerhaft zu verbessern.

Baustadtrat Carsten Röding übergab die 30. Spielplatzpaten-Urkunde.

Baustadtrat Carsten Röding übergab die 30. Spielplatzpaten-Urkunde. Foto: Patrick Rein

100 öffentliche Spielflächen

Wenn die Bauarbeiten auf den Spielplätzen vollendet sind, beginnt die eigentliche Arbeit. Denn immer wieder werden Anlagen verschmutzt und beschädigt. Deshalb wird das Projekt „Raum für Kinderträume“ durch ehrenamtliche Spielplatzpaten und Sponsoren unterstützt, die mit ihrem Engagement zum Teil bereits langjährig dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für die fast 100 öffentlichen Spielplätze in Spandau zu stärken. Die Spielplatzpaten werfen in diesem Zusammenhang ein wachsames Auge auf die von ihnen betreute Anlage. Als 30 Spielplatzpate erhielt am Dienstag nun Oliver Brumme, Leiter der Sportschule Randori in Spandau GmbH, seine Urkunde durch Bezirksstadtrat Carsten Röding. Zwar wurde die Neugestaltung des Spielplatzes am Falkenhagener Tor an der Ecke Hohenzollernring/Pionierstraße bereits vor zwei Jahren abgeschlossen, doch so wie noch zwei Drittel der Spandauer Spielplätze dauerte die Suche nach einem Paten seine Zeit.

Aufenthaltsqualität verbessern

Für eine gesunde und altersgerechte Entwicklung benötigen Kinder und Jugendliche saubere und sichere Spielplätze und Spielräume. Jedoch fallen Spielplätze häufig blindem Vandalismus zum Opfer, so dass Spielgeräte beschädigt werden. Sandflächen dienen verantwortungslosen Hundehaltern als Hundeklo. Scherben, Zigarettenkippen und Müll landen gedankenlos in den Spielflächen der Kinder. Das Spiel der Kinder wird durch diese Missachtung oft gestört. Spielplatz-Patenschaften tragen dazu bei, die Spielmöglichkeiten für Kinder und deren Familien attraktiv zu erhalten und somit die Aufenthaltsqualität für Jung und Alt zu verbessern. Darin sieht auch Oliver Brumme seine Aufgabe und möchte die Wahrnehmung für „seinen“ Spielplatz auch durch Veranstaltungen und besondere Aktionen voranbringen.

Einer gelungenen Kooperation zwischen Spielplatznutzern und den Mitgliedern der Sportschule scheint somit nichts im Wege zu stehen.

Patrick Rein

Gaumenfreuden in Spandau

Der Gastro Guide 2013 ist da

Frühstück - Essen - GastroAb sofort ist der Gastro Guide 2013 für die Spandauer Altstadt erhältlich.

Die Broschüre hat eine Auflage von 5.000 Exemplaren und ist in der Touristeninformation sowie in Spandauer Gaststätten und Hotels kostenlos erhältlich.

Der Gastro Guide 2013 beinhaltet viele nützliche Informationen rund um das Thema Essen & Trinken, Öffnungszeiten und kulinarische Angebote.

Carsten Röding (Bezirksstadtrat) hierzu:

„Mein Dank gilt insbesondere dem Altstadtmanagement unter der Führung von Kerstin Schmiedeknecht, dem es innerhalb weniger Tage gelungen ist, diesen sehr informativen und praktischen kleinen „Essensratgeber“ für unsere Altstadt zu erstellen. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, nach einem Konzert auf der Zitadelle oder einem Einkaufsbummel Spandau vorzeitig zu verlassen, weil angeblich die kulinarische Vielfalt fehlt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich überraschen zu lassen. Das Angebot ist so vielfältig, dass wirklich für jeden was dabei ist. Lassen Sie es sich schmecken!“

Spart Kohle!

Schmutzige Aktion für saubere Bilanz

EnergieDie Klimawerkstatt Spandau bietet ab sofort Energieberatung an. Energieeinsparung und effiziente Energienutzung sind weiterhin aktuell und heiß diskutiert.

Wissen Sie beispielsweise, wie viel Heizenergie mit einer energetischen Sanierung eines Einfamilienhauses durchschnittlich eingespart werden kann? Die Klimawerkstatt hat nachgerechnet und das Ergebnis ist beeindruckend. bei einer konventionellen energetischen Sanierung einer Wohngebäudes aus den 60er Jahren lassen sich 95 kWh pro qm Wohnfläche und Jahr an Energie einsparen. Um dies einmal zu verbildlichen: bei einer Wohnfläche von 100 qm entspricht dies im Jahr 1,8 Tonnen Kohle!

Im Rahmen des Beratungsprojekts rund um das Thema Energie bietet die Klimawerkstatt Spandau Beratung, Orientierung und spezielle Angebote.

Wirtschafts- und Umweltstadtrat Carsten Röding ruft auf:

„Bei Interesse  einer Energieberatung wenden Sie sich bitte an die Klimawerkstatt Spandau. Einfach telefonisch unter (030) 3979 – 8669 oder per Mail an info@klimawerkstatt-spandau.de Kontakt aufnehmen.“

10. Dialog der Religionen in Spandau

Den Menschen Mensch sein lassen

Dialog der Religionen (Foto: Ralf Salecker)

Dialog der Religionen (Foto: Ralf Salecker)

Es ist ein stolzes Jubiläum. 10 Mal hat es den Dialog der Religionen bisher in Spandau gegeben. Ein guter Grund zu feiern. Ehrengast war diesmal Sigmar Gabriel, der Vorsitzender der SPD. Als Vertreter der drei abrahamitischen Religionen waren Gideon Joffe, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Jörg Gerasch, Pastor der gastgebenden Josua Gemeinde und Chalid Durmosch, als Vertreter junger Muslime dabei.

Gleich eingangs stellte sich Jugendliche von Stark ohne Gewalt vor, einem Jugendprojekt aus der Spandauer Neustadt. Sie hatten vor einiger Zeit eine Reise ins Konzentrationslager Ausschwitz unternommen. Ihre Eindrücke dokumentierten sie in einer Fotoausstellung. Ein junger Mann mit muslimischem Hintergrund machte deutlich, wie wichtig ihm ein gewaltfreies Miteinander ist. Auf die Frage Sigmar Gabriels, ob sich sein Verhältnis zu Juden nach dem Besuch im Konzentrationslager verändert hätte, antwortete er mit einem klaren Nein. Als Muslim sieht er keinen Grund für Konflikte mit Menschen jüdischen Glaubens. Was in der Vergangenheit geschehen ist, kann er nicht ändern. Ihm ist nicht die Religion wichtig, sondern nur der Mensch, den es grundsätzlich zu achten gilt.

Gideon Joffe musste kurz nachdenken, als er von Sigmar Gabriel gefragt wurde, ob niedriges Bildungsniveau und fehlenden Wissen über Religionen Auslöser für interreligiöse Konflikte sein könnten, stellte dann aber fest, dass sich diese Frage so einfach nicht beantworten ließe. Sich in die Empfindungswelt anderer hineinzuversetzen, wäre seiner Meinung nach ein guter Weg zum Verständnis. Kopftuch und andere Religiöse Symbole führen manchmal zu unschönen spontanen Reaktionen der Umwelt. Diese bildet sich ein Urteil, zeigt Aversionen, ohne die Trägerin eines religiösen Symbols zu kennen. Wie wäre es, wenn z.B. ein Christ eine Zeitlang ein Kopftuch oder eine Burka tragen würde, um am eigenen Leibe zu erfahren, welche Reaktionen manchmal zu ertragen sind. Dieses Erleben könnte die eigene Sensibilität im Umgang mit anderen Religionen schärfen und dabei helfen, sich und seine Reaktionen zu hinterfragen. Nur, weil eine Frau ein Kopftuch trägt, muss sie nicht automatisch unterdrückt, also Opfer einer Religion sein. Die persönliche Einstellung ist wichtig, nicht die Kleidung, die man trägt.

Eine zum Islam konvertierte Frau schilderte die alltäglichen Probleme, die sie wegen ihres Kopftuches immer wieder erleben musste. Unter solchen Umständen kann es schwer sein, sich in Deutschland heimisch und willkommen zu fühlen. Chalid Durmosch ergänzte, dass es oft gerade das Halbwissen über die eigene oder auch fremde Religion ist, die Konflikte antreibt, auch wenn die eigentliche Ursache für Auseinandersetzungen eher jugendliche Profilierungssucht ist. Angst und Unsicherheit sind die eigentlichen Ursachen für Konflikte und nicht die Religion.

Deutsche mit Migrationshintergrund müssen sich oft die Frage gefallen lassen, wo sie denn her kämen. Damit schwingt für sie mit, dass sie nicht als einheimische Mitbürger akzeptiert und respektiert werden. Wer möchte schon immer wieder gerne hören, dass er scheinbar nicht willkommen ist.

Gideon Joffe meinte, man müsse einfach den Menschen Mensch sein lassen. Erst, wenn alle lernen, dass es nicht nur darum gehen kann, die eigene Freiheit zu genießen, sondern vor allem, sie auch zu gewähren, werden alle entspannter miteinander umgehen können.

 

Ralf Salecker

Tag der offenen Tür

50. Geburtstag der Feuerwache Spandau Süd

Tag der offenen TuerAm 12. September wird die Feuerwache Spandau Süd 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass können am Tag der offenen Tür die Einsatzfahrzeuge, das Feuerlöschboot und die Sonderfahrzeuge der Feuerwache inspiziert werden. Nutzen Sie die Möglichkeit hinter die Kulissen der Feuerwache zu schauen. Dazu gibt es ein umfangreiches Programm: Einsatzvorführungen, große Fahrzeugshow und die Feuershow der FF Staaken. Für die Verpflegung ist bestens vorgesorgt: 2 Grillstationen und 2 Getränke-Stützpunkte sorgen für die Verköstigung, dazu gibt es „Wildschwein am Spieß“ und einen „Caipi-Stand“.  Für musikalische Unterhaltung sorgt die Rockband Suarez und SamJam.

Die „kleinen“ Besucher kommen auch nicht zu kurz: Hüpfburg, Wasserball, Kinder-Feuerwehr-Challenge und mit den Feuerlöschbooten ein kleines Stück über die Unterhavel schippern.

Zum Abschluss erwartet die Besucher noch ein großes Höhenfeuerwerk.

 

Jubiläum der Nathan-Söderblom-Gemeinde

Am Sonntag feiert Gemeinde ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Sommerfest.

Bereits 1963 entschieden sich die evangelischen Bewohner des Spandauer Quartiers zwischen Wilhelmstraße, Bullengraben und der damaligen Müllkippe unter dem heutigen Lutoner Berg, sich von der Melanchthon-Gemeinde zu trennen und eine eigene Gemeinde zu bilden.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde. Foto: Herter-Zimmermann

Gottesdienst im Wohnzimmer

Fortan traf man sich in einem schwedischen Holzhaus am Ebersdorfer Platz. Die neue Gemeinde zählte damals fast 4000 Menschen. Die Entscheidung – welche damals in ähnlicher Weise auch andere Spandauer Gemeinden trafen – bedeutete auf repräsentative Kirchenbauten zu verzichten. Man wollte Kirche im Kiez sein, mit Angeboten für alle Menschen und mit kurzen Wegen. Das Konzept ging auf: Über viele Jahre war das Gemeindehaus (ab 1968 das jetzige in der Ulrikenstraße) Treffpunkt für Kinder und ihre Eltern, für Jugendliche und Senioren. Man traf sich mehrmals in der Woche. Es wurde gestrickt und gefeiert, gestritten und gelacht. Man trieb zusammen Sport, unternahm Ausflüge und verbrachte die Freizeit miteinander. Feste wurden gefeiert und natürlich Gottesdienste. Auch die Form der Gottesdienste wandelte sich entsprechend dem Wohnzimmercharakter des Gemeindehauses.

Teilweise vereint

Seit 1963 hat sich viel nicht nur gesellschaftlich viel verändert. Auch die Nathan-Söderblom-Gemeinde hat sich gewandelt. Heute gibt es nur noch 1400 Gemeindemitglieder und entsprechend weniger Mitarbeiter. Gruppen verschwanden, neue kamen hinzu. Was blieb sind Haus, Garten und Menschen, die gerne ins Gemeindehaus kommen. Es wird Theater gespielt, Musik gemacht, trifft sich zum Yoga, Kinder proben Circus. Einmal im Monat wird der Gottesdienst in der großen alten Melanchthonkirche gemeinsam mit der Nachbargemeinde Melanchthon gefeiert. Stärker als bisher sind in Zukunft die Blicke auf die Region und ihre Gemeinden gelenkt, um den Menschen im Gebiet auch weiterhin vielfältige Angebote bieten zu können.

Am Sonntag, 25. August 2013, wird das Jubiläum beim traditionellen Sommerfest in der Ulrikenstraße 7-9 gefeiert. Beginn ist um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst inklusive Chor. Die Predigt hält Pfarrer Feierabend zudem erwartet die Besucher ein Auftritt des Circus Theaters Regenbogen, Mitmachtänze von DanzaCourtale und weitere musikalische Unterhaltung von einer Band der Melanchthon-Gemeinde. Auf dem Sommerfest kann auch die knapp 70-seitige Festschrift erworben werden (5 Euro), welche die 50-jährige Geschichte der Gemeinde dokumentiert.

Patrick Rein

Zwei Mal Kreativität aus Spandau

Einweihung des Monopoly-Spiels „SPANDOWLI“ nach bezirkseigener Art und Eröffnung der Foto-Kunst-Lauf Ausstellung.

Am Freitag haben Bezirksstadtrat Röding, Frau Casey vom Centermanagement der Arcaden und Künstler Marcel Krüßmann das Spandau-Spiel „SPANDOWLI“ im Erdgeschoss der Einkaufsmeile eingeweiht. Gleich im Anschluss wurde dann auch die Ausstellung des Foto-Kunst-Laufes nur eine Etage tiefer eröffnet.

Die erste Spielrunde von Spandaus Monopoly-Version wurde am Freitag gleich eröffnet.

Die erste Spielrunde von Spandaus Monopoly-Version wurde am Freitag gleich eröffnet.

Monopoly aus Spandau

„SPANDOWLI“ wurde vom Künstler und Initiator Marcel Krüßmann entworfen und gestaltet. Der Spandau-Spieltisch – mit dem man sich durch den Bezirk „spielen“ kann – stand noch bis Samstag in den Spandau Arcaden. Jetzt können alle Spandauerinnen und Spandauern sowie Gäste noch bis zum 24. August jeweils in der Zeit von 11.00 bis 18.00 Uhr Spandaus ganz eigenes Monopoly mit abwechslungsreichen Besonderheiten spielen. Zu finden ist das Kunstwerk in der Gallerie Spandow im Brosehaus, Breite Straße am Markt.

Bei der Ausstellung des Foto-Kunst-Lauf haben die Zuschauer letztendlich die Qual der Wahl.

Bei der Ausstellung des Foto-Kunst-Lauf haben die Zuschauer letztendlich die Qual der Wahl. Fotos (2): Patrick Rein

Foto-Kunst-Lauf

Rund 120 Teilnehmer beteiligten sich an Spandaus größtem Fotowettbewerb, dem Foto-Kunst-Lauf, der von der Grafikerin Susanne Babst und den beiden Fotografen Alexander Hausdorf und Ralf Salecker initiiert wurde. Nun hat die Jury entschieden: 59 Bilder wurden ausgewählt und als 45×30 cm Vergrößerung im Erdgeschoss der Spandau-Arcaden ausgestellt. Alle anderen der rund 500 Bilder wurden auf großen Plakaten in einer Collage zusammengefasst. Um 12 Uhr am Freitag eröffnete Stadtrat Carsten Röding auch die Ausstellung. Wer wissen möchte, wie andere das Thema „Spandauer Altstadt“ umgesetzt haben, hat im Untergeschoss der Arcaden noch bis zum 8. September die Möglichkeit die kostenlose Ausstellung zu besuchen.

Der Zuschauer entscheidet

Die Zuschauer entscheiden während der Ausstellungsdauer über die eigentlichen Gewinner in den drei Alterskategorien. Abgestimmt werden kann ausschließlich mit den in den Spandau-Arcaden ausliegenden Stimmkarten. Dort werden die Stimmkarten auch abgegeben. Einige Stimmkarten liegen auch in der Altstadt aus. Attraktive Preise winken nicht nur den Teilnehmern des Fotowettbewerbes, sondern auch denen des Zuschauer-Votings. Die Sieger werden am  7. September um 16 Uhr im Beisein von Kulturstadtrat Gerhard Hanke prämiert. Viele Sponsoren haben attraktive Preise gestiftet. Mit Abgabe der Abstimmungs-Postkarte  wird automatisch an der Verlosung der Zuschauerpreise teilgenommen. Die Auslosung findet am 8.9.2013 mit dem Ausstellungsende statt. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Patrick Rein

Clownskonzert für Kinder

25.08.2013: Die Vier Temperamente

kudl-filou-webDas Kammerorchester Unter den Linden und Clown Filou sorgen für einen unvergesslichen Familien-Nachmittag! Ihr Clownskonzert steht unter dem besonderen Thema: „Die Vier Temperamente“.

Nach einer schwungvollen Instrumentenvorstellung zu Beginn, tasten sie sich anschließend szenisch an das Thema heran und lassen bei der anschließenden Aufführung des Orchesterwerks, „Die Vier Temperamente“ des Dirigenten Andreas Peer Kähler, die Puppen ordentlich tanzen! Melancholiker, Phlegmatiker, Sanguiniker, Choleriker – das sind die vier Temperamente, die hier aufeinandertreffen und vom Clown Filou dargestellt werden. Mit dabei: eine Zirkusgeige, ein großer Holzhammer, eine Nachtmütze, ein großer Überseekoffer und ein kleiner Werkzeugkoffer, ein Teddybär, eine Flasche Champagner, ein Wecker und vieles mehr…

Kinderkonzert
Freilichtbühne an der Zitadelle
So. 25.08.2012 | 16 Uhr
Kartentelefon: 030 – 333 40 -21 / -22
Eintritt: 10,- € / ermäßigt 8,- € / Gruppen ab 10 Personen 6,- €

Nachmarkt auf der Zitadelle

NachtmarktAm 24. August 2013 ist es soweit: Der Nachmarkt auf der Zitadelle Spandau (im Rahmen des Citadel Music Festival) öffnet wieder seine Tore. Ganz im Sinne des Rock’n’Rolls gibt es neben musikalischer Unterhaltung viel Schönes für jedermann zu kaufen.

Highlights:

  • Vom Kunsthandwerk über handgefertigte Textilien & Dekoartikel bis hin zu erlesenen Produkten aus der Region auf über 60 Ständen.reier Eintritt zur Kunstaustellung „Nicht nur schön“ von Yongbo Zhao auf der Bastion Kronprinz.
  • Schätze, Raritäten & Rock‘n‘Roll-Flair auf dem Musikmarkt am Hafen der Zitadelle.
  • Kleine Vampire hautnah erleben im Fledermauskeller der Zitadelle. Eintritt gegen ein geringes Entgelt.
  • Zitadelle mal von der anderen Seite entdecken mit einer Floßfahrt um die Festungsmauern.
  • Das traditionsreiche Handwerk der Schmiedekunst lässt sich nirgendwo authentischer verfolgen als in der burgeigenen Werkstatt.
  • Für den großen oder auch kleinen Hunger halten wir diverse Angebote unterschiedlicher Leckereien für unsere Besucher bereit.
  • Die Zitadelle im atmosphärischen Licht kreiert von der Firma LIGHT-TOOL
  • Musikalische Untermalung verschiedenster Künstler auf dem gesamten Markt verteilt. Mit: Lari und die Pausenmusik, Zargenbruch, 3D Performance
  • Music, Art and Drums by Mondrian, Miro und G. Deniselle und Der verrückte Hutmacher und Showsaxophonist Maxi Platt.

Eintritt: 2,00 Euro
Zeiten: Einlass 18:00, Ende: 24:00

Zitadelle
Am Juliusturm
13599 Berlin

7. Orientalische Nacht – openair

24.08.2013: „Traumtänze des Orients“

Das Tanz-Ensemble Farah

Das Tanz-Ensemble Farah

Lassen Sie sich am kommenden Samstag in die Welt aus 1001 Nacht entführen. Es erwartet Sie eine grandiose Show mit Musik und Tanz – live und openair.

Beginn: 19.30 Uhr
Eintritt: 13,00 € (10,00 € ermäßigt)

Carmen Amar Ellail präsentiert die Traumtänze des Orients zum 20-jährigen Jubiläum von Amar Ellail. Es tanzt das Ensemble, sowie die Jugend- und Schülerensemble „Amar Ellail“, die Kindergruppe Habibi, das Ensemble Mahasti und die Gruppe Farah. Gespannt sind wir auf die Überraschungsgäste dieser zauberhaften Show.

Ein Basar und ein kostenpflichtiges Buffet mit orientalischen Köstlichkeiten runden die 7. Orientalische Nacht stimmungsvoll ab – lassen Sie sich verzaubern.

Hier geht`s zur Veranstaltung,

Freilichtbühne an der Zitadelle
Am Juliusturm 62
13599 Spandau
Kartentelefon (030) 333 40 -21 / -22

Spandaus Regierungssitz in 150 alten Bildern

Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. hatte zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Rathaus Spandau in den Bürgersaal geladen. Nur wenige Male in den vergangenen Jahren dürfte der Saal auch nur annähernd bis zum letzten Platz gefüllt gewesen sein, wie es jetzt der Fall war. Karl-Heinz Bannasch, der 1. Vorsitzende des Vereins begrüßte alle anwesenden Gäste. Gastredner waren Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Präsident des Städte- und Gemeindebundes des Landes Brandenburg, Werner Große. Zu den Ehrengästen gehörten drei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz, Sigurd Hauff und Werner Salomon.

Ein neues Rathaus musste her

Blicke in die Vergangenheit zeigten auf, welche Gründe den Bau eines neuen Rathausgebäudes für Spandau notwendig machten. Vor 100 Jahren platzte das alte Rathaus am Markt, in etwa dort, wo heute die Berliner Volksbank ihren Sitz hat, aus allen Nähten. Auch die Nutzung weiterer Gebäude in der heutigen Carl-Schurz-Straße machte die Arbeit nicht unbedingt einfacher. So entschloss man sich zum Bau eines neuen, viel größeren Amtssitzes. Berlin stand „drohend“ vor der Türe. Spandau wollte unbedingt seine Eigenständigkeit beweisen, um klar zu machen, dass man weder auf Berlin angewiesen ist, noch eingemeindet werden möchte. Das neue Gebäude sollte als „etwas hermachen“. Wie es üblich ist, bei solchen Bauvorhaben, wurde ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Für heute Verhältnisse nicht überraschend, nahm man nicht den Gewinner-Beitrag  als Vorlage für das neue Rathaus. Wahrscheinlich erschien der Entwurf zu schlicht. Er hätte wahrscheinlich besser zu den finanziellen Verhältnissen der Stadt gepasst, erfüllte aber nicht den Zweck, Selbstbewusstsein gegenüber Berlin auszudrücken.

In der Festrede zum Rathausbau kam eine weitere doch recht verblüffende Aufgabe zu Tage, die das neue Rathausgebäude erfüllen sollte. Der Rand der Altstadt war anscheinend nicht besonders schön anzusehen, darum sollte das Rathaus diesen „Schandfleck“ vor den Blicken verbergen. Das Quergebäude neben dem Rathaus erfüllte diese gewünschte Zusatzfunktion.

Ausstellung

Die Ausstellung mit ihren rund 150 Fotos und Abbildungen zeigt eindrucksvoll das ganze Spektrum der bewegten Geschichte dieses Gebäudes. Besonders im zweiten Weltkrieg erlitt das Rathaus erhebliche Beschädigungen. Anders als bei manchen Häusern in der großflächig zerstörten Altstadt, war eine Wiederherstellung möglich, auch wenn manches nicht in alter Form möglich war, oder aber bewusst anderes gestaltet wurde, um ein Zeichen für mehr Offenheit zu setzen. So bekam der Rathausturm keine geschlossene Haube mehr, sondern wurde ganz bewusst nach allen Seiten offen gebaut. Nur an wenigen Stellen fallen die Zerstörungen des Krieges noch deutlich ins Auge. Zu besichtige ist die Ausstellung bis Mitte November zu den regulären Öffnungszeiten des Rathaus.

 

Ralf Salecker