Radfahrer wurde in Spandau vom LKW überfahren

Kreuzung Klosterstraße „fordert“ wieder ein Opfer

Gedenken an tote Radfahrer (Foto: Ralf Salecker)

Gedenken an tote Radfahrer (Foto: Ralf Salecker)

Vor ein paar Tagen bog ein LKW von der Klosterstraße kommend, in die Ruhlebener Straße ein. Dabei übersah er anscheinend einen Radfahrer, der im gleichen Moment geradeaus wollte. Der Radfahrer wurde noch viele Meter mitgeschleift, bis der LKW zum Stehen kam. Er starb kurz darauf. Möglicherweise befand der Radfahrer sich im toten Winkel des LKW-Fahrers, ein Problem, welches immer noch nicht zufriedenstellend geregelt ist. Die Kreuzung Klosterstraße, Ruhlebener und Brunsbütteler Damm ist ein gefährliches Pflaster für Fußgänger und Radfahrer. Immer wieder kommen Menschen dort zu Schaden oder sterben an den Folgen von Unfällen. Immer wieder ist das „Rechtsabbiegen“ die Todesursache.

Die Unfallkommission Berlin zählt diese Kreuzung zu den Unfallhäufungsstellen in Berlin. Diese werden wie folgt definiert:

  • 3 Unfälle mit schwerem Personenschaden oder getöteten Personen in 3 Jahren oder
  • 5 Unfälle mit mindestens leichtem Personenschaden in 3 Jahren oder
  • Bei den Kategorien a. und b. sind Unfälle mit verletzten, ungeschützten Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Zweirad-Fahrer) gesondert zu untersuchen.

Sonderuntersuchung „Radverkehrsunfälle“ in Berlin 2012

2012 kam in Spandau ein Radfahrer bei einem Unfall ums Leben. 30 erlitten schwere Verletzungen. Jeder 3. Verkehrstote bei einem Verkehrsunfall war im Jahr 2012 ein Radfahrer. Ähnliches gilt, wenn man auf die Zahl der Schwerverletzten schaut. Verkehrsunfälle mit Radfahrer enden zu drei Viertel mit Personenschäden. Das Ergebnis verwundert nicht. Schließlich sind Radfahrer nicht von schützendem Blech umgeben – auch wenn manche dies zu vergessen scheinen. Insgesamt scheint Spandau, was Radverkehrsunfälle anbelangt, noch zu den harmloseren Bezirken zu gehören. Gerade einmal 4 Prozent aller berlinweiten Radunfälle finden hier statt.

Gerne unterstellt man Radfahrer generell, sie wären Rowdies im Straßenverkehr. Immerhin sind sie zur Hälfte Haupt- oder Mitverursacher. Die andere Hälfte entfällt hauptsächlich auf den motorisierten Verkehr, also PKW und LKW. Insbesondere sind jüngere diejenigen, denen man alle denkbaren Verstöße anlastet. Dementsprechend müssten auch sie zu den häufigsten Opfern zählen. Dem ist aber nicht so. Schaut man sich die Untersuchungsergebnisse der „Sonderuntersuchung „Radverkehrsunfälle“ in Berlin 2012“ an, muss man feststellen, dass die Opfer meist ältere Menschen oder Frauen sind, die, gemäß der Statistik, eben nicht zu den Haupt- und Mitverursachern gehören.

Falsches Verhalten beim Abbiegen gehört mit deutlichem Abstand zu den Hauptunfallursachen durch PKW- Und LKW-Fahrer. Gerade diesem Problem sieht sich die Polizei „hilflos“ ausgesetzt. Während Radfahrer immer wieder mit Kontrollen im Straßenverkehr rechnen müssen, ist dies bei falsch abbiegenden Autofahrern nicht der Fall. Die Polizei hat dafür einfach nicht genügend Personal. Manch Autofahrer scheint dies als „Freibrief“ zu verstehen. Aus eigenem Empfinden muss ich sagen, die Zahl solch „Rechtsabbiegerprobleme“ nimmt deutlich zu. Nur bewusst defensives Fahren und „rechnen mit dem Schlimmsten“ hilft hier, nicht überfahren zu werden.  Was nützt es, recht zu haben, wenn man am Schluss unter den Rädern liegt …

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: Auto & VerkehrFeatured

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