Rathaus Spandau – Jubiläum 100 Jahre Grundsteinlegung

Eine kleine Feier im engsten Kreis …

Grundsteinlegung - Bürgermeister Konrad Birkholz und Baustadtrat Carsten Röding

Am Sonntag, den 3. April 2011, jährte sich die Grundsteinlegung des Spandauer Rathauses zum 100sten mal. Das Ereignis war für den Bezirk ein willkommener Grund zu feiern. 100 Spandauer wurden per Losverfahren ausgewählt und eingeladen. Schon um 13.30 Uhr warteten alle ungeduldig vor dem Eingangsportal.

Als die Pforten zum Rathaus sich öffneten strömten die geladenen Gäste hinein, sorgfältig mit der Einladungsliste abgeglichen, damit niemand sich dazwischen schmuggeln konnte. Mit Argusaugen bewachte die Spandauer Stadtgarde den Aufgangsbereich ins Rathaus. Auch später war sie auf Schritt und Tritt dabei.

In der Säulenhalle wurden alle Gäste vom Spandauer Bürgermeister Konrad Birkholz und dem Baustadtrat Carsten Röding begrüßt. Hier konnten neugierige Augen schon einmal einige Gebäude Spandaus im Modell bestaunen. Dazu gehörten, dem Anlass entsprechend, selbstverständlich das alte Rathaus, wie es früher einmal am Marktplatz stand und das jetzige in unzerstörter und auch wieder hergerichteter Pracht.

Die Säulenhalle selbst, mit ihren Modellbauten, war eine von vier Stationen im Parcours durch das Rathaus. In vier kleinere Gruppen aufgeteilt, gingen nach ein paar einleitenden Worten recht schnell die spannenden Führungen los.


Modell - Rathaus Spandau

Station I bot die seltene Gelegenheit, den Rathausturm, begleitet von Carsten Röding, zu erklimmen. Seit dem Krieg ist dieser baupolizeilich gesperrt. Der abgestürzte Fahrstuhl liegt immer noch zertrümmert am Boden. Wer den Aufstieg – auf eigene Gefahr – wagen wollte, der musste 285 Stufen empor klettern. Die Mühe hat sich in jedem Fall gelohnt. Petrus meinte es gut, er ließ die Sonne an diesem Festtag strahlen. Ein klarer Blick bis weit nach Berlin hinein war der Lohn.

Station III bot die Gelegenheit, Spandaus schöne Seiten im Film zu betrachten. Entspannt konnte danach auch das durchaus lösbare Quiz in Angriff genommen werden. Wer jetzt sein Wissen testen möchte, der kann sich 10 Fragen auf der Internetseite des Bezirksamtes stellen.

Station II hörte sich anfangs sehr unspektakulär an. Das neu ausgebaute Dachgeschoss, energetisch saniert, birgt einen kleinen Schatz. Viele Bauten Spandaus, in Form kleiner Miniaturen, warten hier auf neugierige Besucher. Eine ältere Dame meinte, „dies müsste eigentlich, gegen einen kleinen Eintritt, allen Spandauern gezeigt werden“. Bis auf den Eintritt konnte ich ihr aus ganzem Herzen zustimmen. Immerhin sind die Modelle hier bestens aufbewahrt.

Nach all den anstrengen Wanderungen durch das Rathaus hatten alle sich ihren Kaffee und Kuchen redlich verdient. Im Bürgersaal warteten drei lange Tafeln auf die hungrigen Besucher. Den Kaffee gab´s aus einem exklusiven Jubiläumsbecher, den jeder mit nach Hause nehmen durfte. Der leckere Kuchen war eine Spende der Familienbäckerei Rösler aus der Wilhelmstadt (Der Autor selbst irrte hier zuerst, wurde aber freundlicherweise durch einen aufmerksamen Leser auf den Fehler aufmerksam gemacht. Die richtige Bäckerei ist nun genannt. Vielen Dank.).

Ein inhaltlich sehr spannender Vortrag vom Vorsitzenden der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. , Karl-Heinz Bannasch, der leider viel zu ernst vorgetragen wurde, bot einen Abriss über die bunte Geschichte des Bezirks und die Errichtung des Rathauses als Zeichen stolzen Bürgerwillens. Letztendlich hat der Ausspruch bei der Grundsteinlegung 1911, „Es schütze uns des Kaisers Hand vor Großberlin und Zweckverband“, 1920 die Eingemeindung nach Berlin nicht verhindern können. Es gibt viele Gründe, heute darüber nicht böse zu sein. Dem größten Teil Spandaus blieb so die DDR „erspart“.

In den Pausen begeisterte die große Musikgruppe des Klang-Holz e.V. die Zuhörer mit traditionellen Musikstücken auf ungewöhnlichen Musikinstrumenten.

Konrad Birkholz und Baustadtrat Röding zelebrierten zum Abschluss noch einmal die Grundsteinlegung und wünschten dem Rathaus weitere 100 Jahre. Der Bürgermeister schloss mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf Berlin und ließ einen Wunsch für die Zukunft unausgesprochen, so dass ein jeder seinen eigenen äußern konnte …

 

Ralf Salecker



Zu finden unter: NewsRathaus Spandau

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