Rinder und Schafe auf dem Hahneberg

Zusammenarbeit mit Landwirt Querhammer wird weiter ausgebaut

Morgan und Carlsson haben ihre Mädels fest im Griff. Auch wenn die beiden sich stark unterscheiden.

Rinder auf dem Hahneberg

Die Rinder auf dem Hahneberg kürzen die Büsche und halten das Gelände frei.

Gallowaybulle Morgan bringt etwa 900 Kilo auf die Waage. Er ist Herr über sieben tragende junge Kühe, so genannte Färsen. Carlsson dagegen, ein Gotlandschafbock wiegt vielleicht 70 Kilo. Seine Herde besteht aus vier Mutterschafen und drei Lämmern. Zusammen beweiden sie seit Samstag eine 10 Hektar große Fläche auf dem Hahneberg.

Wie schon in Tiefwerder handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem Landwirt Helmut Querhammer aus Potsdam, sowie dem bezirklichen Umwelt- und Naturschutzamt und dem Landschaftspflegeverband Spandau als Projektträger. Die Schafe kommen von einem mit Querhammer befreundeten Schafzüchter. Björn Hagge aus Schleswig Holstein will im nächsten Jahr in die Gegend um Spandau ziehen, zuhause hält er 65 der robusten Gotlandschafe.

Mahd drei Mal so teuer

Gotlandschafe

Acht Gotlandschafe helfen bei der Beweidung.

Auch hier sollen die Tiere das Gelände vor der Verbuschung bewahren und die Artenvielfalt durch Freihaltung der Fläche sichern. Eine Mahd wäre für den Bezirk deutlich teurer. Es entstünden etwa zwei- bis dreimal so hohe Kosten. Vor allem, da auf dem Hahneberg durch die vielen Hügel eine übliche Mahd  mit dem Traktor gar nicht möglich wäre.Wie die anderen Tiere von Querhammer werden auch diese Ende November von den Weiden nach Hause geholt. Die Schafe sollen zukünftig  auch die Weidefläche direkt an der Heerstraße beweiden. „Wir testen jetzt erst einmal, wie die Anwohner reagieren“, erklärt Landwirt Querhammer. Die Galloways, vor allem der große Bulle, trügen dazu bei, dass nicht jeder gleich über den Zaun springen wolle. „So schützen die Rinder sozusagen die Schafherde.“ Ein bisschen Angst hat er vor möglichem Vandalismus. Schon jetzt sind einige Isolatoren, an denen der Stromzaun befestigt ist, verbogen. Ein befreundeter Anwohner wird deshalb regelmäßig nach den Tieren sehen. Querhammer selbst ist jede Woche im Bezirk unterwegs.

Kalb schlief nur

Im Gegensatz zu den Wiesen in Tiefwerder handelt es sich auf dem Hahneberg um sandigen und teilweise lehmigen Boden.

Bulle Morgan

Bulle Morgan bringt 900 Kilo auf die Waage.

„Die Tiere finden hier viel mehr wohlschmeckende Süßgräser als auf den anderen Wiesen“, erklärt Querhammer. Auch der Artenreichtum sei höher. Wie die Rinder das zuwachsen der Fläche verhindern, ist bereits kurz nach dem Auftrieb zu sehen: Schon nach zwei Stunden sind die Spitzen der Robinien großflächig abgeknabbert.

Da er bis jetzt fast nur positive Erfahrungen mit der Beweidung in Spandau gemacht hat, kann Querhammer sich auch vorstellen noch weitere Flächen mit seinen Tieren zu kürzen. Obwohl er feststellen musste, dass viele Leute nur wenig Ahnung von Tieren haben. Von der Geburt eines Kalbes in den Tiefwerder Wiesen erfuhr er zum Beispiel durch das Veterinäramt. Ein Spaziergänger hielt es für tot und rief die Polizei , diese verständigte das Amt.  „Das Kalb hat einfach nur geschlafen“, sagt Querhammer und schmunzelt.

Kirsten Stamer


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