Schlaglöcher ohne Ende

Während die Zahl der Straßenschäden noch unüberschaubar ist, fehlt es im Bezirk an Grundstücken für den Mittelstand.

Nach dem langen und härtesten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen offenbart der langsam einkehrende Frühling was sich unter Schnee und Matsch verbirgt: Schlaglöcher und Straßenschäden. Zwar stehen dem Bezirk wieder Mittel aus dem Schlaglochsanierungsprogramm zur Verfügung, doch machen sich die jahrelangen Sparmaßnahmen im Tiefbau bemerkbar. Baustadtrat Carsten Röding: „Der Patient ist vorgeschädigt. Jetzt rächt sich, dass in den letzten Jahren nicht ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt wurden.“

Schlagloch auf der vielbefahrenen Falkenseer Chaussee mit Spuren einer früheren Reparatur.

Schlagloch auf der vielbefahrenen Falkenseer Chaussee mit Spuren einer früheren Reparatur.

Geschwindigkeits-

beschränkungen zum Schutz

Da die Straßen ihren Lebenszenit überschritten haben und lediglich notdürftig als auch kostensparend nur oberflächlich repariert wurden, ist der Unterbau stark beschädigt. Um dem weiteren Verfall entgegenzuwirken, wurden daher bereits einige Straßen mit Geschwindigkeitsbeschränkungen versehen, was bei Autofahrern weiterhin auf Unverständnis stößt. Doch auch in diesem Jahr haben die Spandauerinnen und Spandauer wieder die Möglichkeit Straßenschäden über den sogenannten „Schlaglochmelder“ anzuzeigen. Dafür einfach eine Mail mit – wenn möglich – Straße bzw. Kreuzung, Hausnummer o.ä., Fahrtrichtung und Größe an schlaglochmelder@ba-spandau.berlin.de. Insgesamt stehen 4,5 Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung.

Langsam gibt der Schnee die entstanden Straßenschäden des harten Winters preis.

Langsam gibt der Schnee die entstandenen Straßenschäden des harten Winters preis. Fotos (2): Patrick Rein

Spandau gehen die Flächen aus

Während die Zahl der Schlaglöcher steigt, fehlt es im Bezirk mittlerweile an geeigneten Grundstücken für Firmen und Gewerbetreibende. Auch Olaf Höhn, Geschäftsführer von Florida-Eis, musste lange nach einem passenden Grundstück suchen. Gerade der Mittelstand leidet unter dem Mangel und immer häufiger wird daher eine Abwanderung nach Brandenburg in Betracht gezogen. Doch dem Bezirk sind die Hände gebunden, da es sich beim Großteil der Flächen um Liegenschaften des Landes handelt. Eine sinnvolle Kooperation im Rahmen einer vernünftigen Liegenschaftsanordnung zwischen Bezirk und Land konnte dabei immer noch nicht erarbeitet werden.

Eröffnung der Glockenhopse

Doch es gibt auch positives aus dem Rathaus zu berichten. So eröffnet am 10. April wieder das Glockenspiel auf dem Marktplatz und lädt gerade die Kinder wieder zum musizieren ein. Auch bei der Bürgerstiftung Neukladow geht es voran und nach einer Bestandsaufnahme wurde der entsprechende Fördermittelantrag gestellt. Die Arbeiten beginnen bereits im April. Bei den Havelmaten konnte eine Kooperationsvereinbarung mit dem Naturschutzbund NABU geschlossen werden, dort entsteht ein Schulumweltzentrum. Auch beim Landschaftspark – wo seit eineinhalb Jahren nichts mehr passiert ist – soll nun dem fortlaufenden Wertverfall entgegengewirkt werden.

Die am Ende des Jahres auslaufenden Pachtverträge der Steganlagen am Großglienicker See werden hingegen nicht verlängert. Mittlerweile hat sich eine entsprechende Bürgerinitiative gegründet. Für Juni hat das zuständige Bezirksamt eine Informationsveranstaltung angekündigt.

Patrick Rein


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