Schutzräume für Menschen mit Demenz

Mitte April wurde in Abstimmung mit der Polizeidirektion 2 die Vereinbarung zwischen Einrichtungen des Gerontopsychiatrischen Verbundes Spandau (GPV Spandau) und Bezirksstadtrat unterschrieben.

Demenziell erkrankte Menschen, die orientierungslos auf der Straße aufgegriffen werden und –zunächst – keine Angaben zu ihrer Identität oder Wohnort machen können, werden durch die Polizei in die Schutzraum-Einrichtungen gebracht, wo eine adäquate Betreuung sichergestellt ist. Bisher mussten diese bis zur Identifikation auf der Polizeidienststelle betreut werden. Ziel ist es, die Situation von an Demenz erkrankten Menschen im Bezirk zu verbessern.

Sozialstadtrat Jürgen Vogt äußert sich weiterhin enttäuscht über das Vorgehen der Vitanas.

Sozialstadtrat Jürgen Vogt äußert sich weiterhin enttäuscht über das Vorgehen der Vitanas.

Beteiligung von drei Einrichtungen

Die Pflegeeinrichtungen sind Mitglied des Gerontopsychiatrischen Verbund Spandau und verfügen über ein spezielles Konzept zur Betreuung demenziell erkrankter Menschen, das notwendige Fachpersonal und entsprechendes Fachwissen. Zunächst konnten vier Einrichtungen für dieses Projekt des bürgerschaftlichen Engagements gewonnen werden. Das Senioren Centrum Birkenhof der Vitanas Gmbh & KGaA, die noch am 15. April 2013 schriftlich ihre Bereitschaft erklärt hatten, teilten dem Bezirk und dem Gerontopsychiatrischen Verbund Spandau zwei Tage später mit, dass der Geschäftsbetrieb des Senioren Centrums – wie von uns berichtet – zum 31. Juli 2013 eingestellt wird. In enger Abstimmung mit dem GPV Spandau hat Bezirksstadtrat Jürgen Vogt noch am gleichen Tag verfügt, dass die Vitanas Einrichtung vorerst nicht als Schutzraum-Anbieter genutzt werden kann.

Wie hier Pro Seniore in der Wasserstadt beteiligen sich auch zwei weitere zuverlässliche Partner.

Wie hier Pro Seniore in der Wasserstadt beteiligen sich auch zwei weitere zuverlässliche Partner. Foto: Pro Seniore Homepage

Erneute Empörung

Bezirksstadtrat Vogt ist über das Vorgehen der Pflegeeinrichtung wiederholt verärgert und erklärt: “Es ist schon ein dreistes Vorgehen. Am Montag unterzeichnet die derzeitige Heimleiterin in Anwesenheit der Verbundpartner mit mir die Vereinbarung für die Schutzräume für Menschen mit Demenz. Zwei Tage später teilt Vitanas mit, dass ihre Einrichtung in Spandau schließen wird. Das von allen in Vitanas gesetzte Vertrauen wird auf dem Rücken der Beschäftigten und den verwirrten, alten und kranken Menschen und deren Angehörigen gebrochen. In diesem Zusammenhang stelle ich mir die Frage, ob „Vitanas“ noch alte und kranke Menschen anvertraut werden dürfen.“

Schutzraum-Anbieter in Spandau sind daher folgende Einrichtungen:

1.      Fördererverein Heerstraße Nord e.V. – Krankenwohnung

13593 Berlin, Pillnitzer Weg 8

Ansprechpartnerinnen: Angela Nielbock und Annika Steinborn

Tel.: (030) 36 47 94 27 / Fax: (030) 36 47 94 32

2.      Pflegewohnhaus am Evangelischen Waldkrankenhaus, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie

13589 Berlin, Stadtrandstr. 555

Ansprechpartnerinnen: Roswitha Gabriel und Susanne Erichsen

Tel. (030) 3702 29 001 / Fax: (030) 3702 29 000

3.      Pro Seniore Residenz Wasserstadt

13587 Berlin, An der Havelspitze 3

Ansprechpartnerinnen: Christine Hamann und Jeanette Zahr

Tel.: (030) 336 08 2900 / Fax: (030) 33 77 00 68

 

Patrick Rein


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