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Gläser und Flaschen GmbH

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Insolvenzen, sparen, informieren – alles rund um die Energie

Beim dritten Energiespar-Tag in den Spandau Arcaden informierten unter anderem Vattenfall, Gasag, Berliner Mieterverein und die Klimawerkstatt.

Seit einigen Wochen schockt die Insolvenz des Energiekonzerns TelDaFax Energy die Verbraucher. Auf Grund der hohen Gläubigerzahlen scheint eine Erstattung der oftmals geleisteten Vorauszahlungen eher unwahrscheinlich. Auch Spandaus Baustadtrat Carsten Röding bekannte sich gestern im Rahmen des 3. Spandauer Energiespar-Tages in den Arcaden zur Gruppe der Geschädigten zu gehören.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Kündigung erforderlich

„Trotz des eingeleiteten Insolvenzverfahrens müssen die Kunden ihre bestehenden Verträge kündigen“, erklärte Thomas Bünger, Leiter der Kundenbetreuung Nord von Vattenfall. Kein Verbraucher muss jedoch fürchten ohne Strom dazustehen, im Falle einer Liefereinstellung springt der örtliche Hauptanbieter  – in Berlin Vattenfall – mit einer Grundversorgung ein. Informationen über TelDaFax vom Insolvenz-verwalter finden Interessierte hier. Bünger hingegen gab auch bekannt, dass die Umstellung auf Fernwärme in Spandau von 58 Millionen Euro zügig voranschreitet.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Klimawerkstatt eröffnet Laden

In den Arcaden präsentierte sich auch die im letzten Jahr gegründete Spandauer Klimawerkstatt, welche sich mit Veranstaltungen als auch persönlichen Beratungen zur effizienten Energienutzung bereits etabliert hat. In diesem Zusammenhang soll noch in diesem Jahr ein eigener Laden in der Mönchstraße 8 eröffnen. Und für die anstehende „Woche der Sonne“ bietet die Klimawerkstatt noch ein besonderes Highlight: Am Donnerstag, 2. Mai, können Interessierte um 18 Uhr zusammen mit Stadtrat Carsten Röding den Rathausturm besteigen und erfahren dabei alles Wissenswerte über die umliegenden Solaranlagen. Eine telefonische Anmeldung unter 90279-3031 oder per Mail an info@klimawerkstatt-spandau.de ist erforderlich.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden. Fotos (3): Patrick Rein

Früher aber kleiner

Generell fiel der diesjährige Energiespar-Tag kleiner als der letztjährige aus. Auf Nachfrage der Kreditinstitute wurde der Termin vorverlegt, doch gerade deren Beteiligung blieb aus. Zudem musste ein Spandauer Unternehmen kurzfristig seine Teilnahme absagen, da es aus mangelnder Zahlungsmoral von Großkunden Konkurs anmelden muss. Ein weiteres Unternehmen erschien trotz Anmeldung nicht. Dennoch ist Björn Martin, Leiter der Wirtschaftsförderung im Bezirksamt, optimistisch den nächsten Energiespar-Tag wieder im größeren Rahmen und über zwei Etagen durchführen zu können.

Patrick Rein

Frischemarkt und Bibliothek brachten Unruhe in die Wilhelmstadt

Zwei Stadträte klärten auf

Frischemarkt am Földerichplatz (Foto: Ralf Salecker)

Frischemarkt am Földerichplatz (Foto: Ralf Salecker)

Zwei offene Briefe der Stadtteilvertretung der Wilhelmstadt zeugten vom Unmut im Ortsteil über ungewollte Entwicklungen. Wenn es nach dem Wunsch der Mitglieder der Stadtteilvertretung gegangen wäre, hätte der neu gestartete Frischemarkt auf dem Földerichplatz ohne Konkurrenz dastehen sollen. Die Schließung der bisher für die Öffentlichkeit nutzbaren Schulbibliothek der Berthold-Brecht-Oberschule wurde enttäuscht zur Kenntnis genommen – gerade im Hinblick auf die missliche Lage des Sanierungsgebietes Wilhelmstadt. Gerhard Hanke und Stefan Machulik versuchten die Situation den Mitgliedern der Stadtteilvertretung zu erklären.

Eine Schulbibliothek ist keine Stadtteilbibliothek

Ausgerechnet im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt ist eine liebgewordene Bibliothek nicht mehr für die Öffentlichkeit, sondern nur noch schulintern zugänglich und das trotz beneidenswert großer Nutzerzahlen. Die Nutzung der Schulbibliothek als Stadtteilbibliothek wurde zur schönen Selbstverständlichkeit. Ein großer Luxus, obwohl die Hauptbibliothek in der Altstadt nur wenige Fußminuten entfernt liegt. Eine Haupt-, vier Stadtteil und eine Fahrbibliothek sorgen für die Versorgung mit Lesestoff in Spandau. 60 Mitarbeiter sind dort tätig. Spandau muss bis 2016 72 Stellen einsparen. Auf den außerschulischen Bildungsbereich entfallen dabei 7 Stellen.

Auf die Frage, ob die weggefallenen stellen nicht mit Ehrenamtlichen besetzt werden könnten, antwortete Gerhard Hanke, dass dies aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Eine Begründung, die viel Unmut hervorrief.

Alternativ soll möglicherweise zukünftig eine Teilöffnung über das Projekt „Familienwelten“, eine Helferbörse in Spandau, möglich sein. Der Verein „Berliner Verein für Integration e.V.“ stellt kostenlose Helfer zur Verfügung. Kann das eine anzustrebende Lösung sein?

 

Zwei Märkte in der Wilhelmstadt?

Der Frischemarkt auf dem im letzten Jahr neugestalteten Földerichplatz fand nicht den gewünschten Zuspruch. Anders, als auf anderen Märkten sollten hier bewusst nur hochwertige Lebensmittel angeboten werden, eine berlinweit einzigartige bezirkliche Einrichtung.

Um dieser guten Idee eine zweite Chance zu geben, kam es kürzlich zu einem Neuanfang mit Händlern, die sich nach längeren Verhandlungen bereiterklärten, dort regelmäßig ihre Waren anzubieten. Einige in der Wilhelmstadt hatten sich andere Öffnungszeiten vorgestellt, als die aktuell geltenden. Vor allem konnten sich nur wenige wegen der Offenhaltung des bestehenden Samstag-Marktes in der Adamstraße freuen, für sie bedeutet er eine Gefährdung des neuen Marktes.

Wie sich herausstellte würden die drei dortigen Händler um keinen Preis ihren alten Platz aufgeben wollten, weil sie an einem anderen Ort keine Chance auf Kundschaft sehen. Offensichtlich teilt sich die Wilhelmstadt in sehr unterschiedliche Kaufgebiete. Ein Jahr bleibt der Adamstraße, um auf 5 bis 10 Stände zu kommen. Erst dann trägt er sich finanziell. Klappt dies nicht, findet er endgültig sein Ende.

Für die Bewohner der Wilhelmstadt war es schwer einzusehen, welche Schwierigkeiten es bedeutet, Händler zu finden, die bereitwillig zu bestimmten Zeiten den Markt am Földerichplatz beleben. Mit den bestehenden Händlern ist eine attraktive Mischung gefunden, die noch ein paar zusätzliche Stände vertragen könnte. Langfristig bleiben sie nur, wenn dort auch gekauft wird. Es liegt also auch an den Bewohner selbst, ob dieses Projekt von Erfolg gekrönt ist.

 

Ralf Salecker

Empörung in der Wilhelmstadt

Stadtteilvertretung kritisiert das Vorgehen des Bezirksamtes beim Frischemarkt sowie der Schließung der Stadtteilbibliothek.

In der Wilhelmstadt wird viel bewegt, doch nun stoßen zwei Entscheidungen des Bezirksamtes auf Unmut bei der Stadtteilvertretung. Während bürgerschaftliches Engagement auf der einen Seite immer gefordert wird, kritisiert die Wilhelmstädter Vertretung nun den Umgang sowie die Informationspolitik. Dabei stehen sowohl Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) als auch Stephan Machulik (SPD) im Fokus. Thematisch geht es um die Schließung der Bibliothek in der Berthold-Brecht-Oberschule wegen Personalnot sowie der Änderung der Öffnungszeiten des Frischemarktes auf dem Földerichplatz.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los. Foto: Patrick Rein

Neustart des Frischemarktes

So hat sich die Stadtteilvertretung (STV) Wilhelmstadt während der letzten Monate häufig mit der Thematik des Frischemarktes befasst, da dieser sich seit seinem Start im vergangenen Jahr nicht etablieren konnte. Für einen Neustart gab es unter anderem einen „Runden Tisch“, an welchem auch Ordnungsamtsstadtrat Machulik teilnahm. Deren Ergebnis war die besonders für Berufstätige nicht bürgerfreundlichen Öffnungszeiten (Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag) aus dem der Vorschlag folgte, dass es eine Öffnungszeit am Samstag geben müsste. Darüber hinaus wurde angeregt, die im März 2013 auslaufende Betriebsgenehmigung für den ebenfalls schlecht laufenden Markt in der Brüderstraße nicht zu verlängern. Auf diese Weise sollte vermieden werden, dass sich zwei gleichermaßen schlecht laufende Märkte Konkurrenz machen.

Verlängerung in der Brüderstraße

Zur ihrer Überraschung erhielt die Stadtteilvertretung nun eine Einladung sich an einer Neueröffnung des Frischemarktes auf dem Földerichplatz am Freitagvormittag zu beteiligen sowie einer Mitteilung der neuen Öffnungszeiten des Marktes von Dienstag- und Freitagvormittag. Zudem wurde auch die Betriebsgenehmigung für den Wochenmarkt in der Brüderstraße verlängert. Dieser Umgang als auch die Informationspolitik stößt bei den Vertretern des Stadtteils auf Unverständnis. Diese fühlt sich durch das Verhalten des Bezirksamtes als aktive Bürgervertretung für das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt nicht ernst genommen.

Bürgerproteste gegen Schließung

Auch die Entscheidung von Stadtrat Hanke aus Einsparungsgründen eine Bildungseinrichtung wie der Stadtteilbibliothek im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt zu schließen, sorgt bei den Mitgliedern der STV für Verärgerung. Zahlreich eingegangene Proteste von Bürgern zeigten auch das Unverständnis der Bevölkerung gegenüber dieser Maßnahme. Auch die Stadtteilkonferenz sowie die Berthold-Brecht-Oberschule sprechen sich klar gegen die Schließung aus. Zudem hatten bereits Hanke’s Parteikollege und Bundestagsabgeordneter Kai Wegner als auch die Junge Union öffentlich Position gegen die Entscheidung bezogen. Die STV verweist unter diesen Umständen auf die Missbilligung  des Umgangs miteinander und auf die Art der Benachteiligung der Bürger durch Schließung von sozialen Einrichtungen in der Wilhelmstadt.

Beide Stadträte wurden jetzt für eine Stellungnahme zur nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtteilversammlung am 17.04.2013 um 19 Uhr in den Stadtteilladen Adamstraße 39 eingeladen.

Patrick Rein

Es kommt Licht ins Dunkle

Der Gewinnerentwurf zur Umgestaltung der Bahn-Unterführung an der Klosterstraße steht fest

Sie ist schon lange ein Dorn im Auge der Spandauerinnen und Spandauer aber auch Besucher schreckt sie ab: Die Unterführung an der Klosterstraße zwischen Rathaus und Arcaden. Aus drei eingereichten Vorschlägen hat die Jury nun den Gewinner ermittelt. Dieser als auch die anderen beiden Entwürfe können noch bis zum 24. Februar im Untergeschoss der Spandauer Arcaden begutachtet werden. Die finanziellen Mittel werden aus dem Programm „Aktive Stadtzentren“ zur Verfügung gestellt.

Baustadtrat Carsten Röding erläuterte die Entscheidung der Jury für den Gewinnerentwurf.

Baustadtrat Carsten Röding erläuterte die Entscheidung der Jury für den Gewinnerentwurf.

Heller, leiser, schöner

Bei der Ausstellungseröffnung am 14. Februar erläuterte Baustadtrat Carsten Röding die Entscheidungskriterien. Dabei sollte die Unterführung nicht nur augenscheinlich aufgewertet, sondern auch im Rahmen der beschränkten Umgestaltungsmöglichkeiten – die Unterführung ist Eigentum der Deutschen Bahn – der Verkehrslärm gedämmt und heller werden. Dies wird durch eine Mittelwand und Schallisolierung sowie LED-Leuchten erreicht. Die zahlreichen Interessierten bei der Ausstellungseröffnung äußerten dennoch Bedenken in Bezug auf Reinigung durch die zahlreichen Waben, dem anhaltenden Tauben-Problem sowie Verunstaltung durch Graffiti. Sicherlich können nicht alle Probleme ausreichend gelöst werden, doch wird die Unterführung aufgewertet und dadurch voraussichtlich verstärkt genutzt werden statt den Umweg durch die Bahnhofshalle zu nehmen.

Neben Center-Manager Bernd Muchow (re.) interessierten sich auch viele Besucher der Arcaden für die Ausführungen Rödings.

Neben Center-Manager Bernd Muchow (re.) interessierten sich auch viele Besucher der Arcaden für die Ausführungen Rödings. Fotos (2): Patrick Rein

Großzügige Beteiligung

Bei allen Bedenken zeigten sich Röding als auch Center-Manager Bernd Muchow – die Arcaden beteiligen sich finanziell an der Umgestaltung – überaus zufrieden mit dem Gewinnerentwurf und stellten zudem fest, dass es jetzt noch an die Feinheiten der Maßnahmen geht. In idesem Zusammenhang werden auch Gespräch mit der DB AG als Eigentümer der Brücke sowie der Ströer AG als Ansprechpartner der Werbetafeln bezüglich Beteiligungen und Unterstützung geführt. Mit der Umsetzung ist nun das Bearbeitungsteam von aletja plus GmbH, livebau solutions GmbH und AiR Ingenieurbüro GmbH betraut, die den Gewinnerentwurf eingereicht hatten. Bereits Ende 2014 soll die Umgestaltung vollzogen sein. Welche Verkehrsbeeinträchtigungen die Bürgerinnen und Bürger während dieser Zeit erwarten, ist noch nicht abzusehen.

Neben den Arcaden ist auch hier bei uns der Gewinnerentwurf komplett anzuschauen:

Gewinnerentwurf_Unterführung

Patrick Rein

Unbeschwerter Weihnachtsgenuss? Kekse und andere „Krankmacher“?

Wer billig kauft, bekommt manchmal Probleme

 

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen ... (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen … (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachten steht nicht nur vor der Türe, sondern wird uns schon seit Monaten um die Ohren gehauen, dass uns Hören und Sehen vergeht. Während andere sich noch am Havelstrand sonnten eröffneten die Supermärkte die Weihnachtssaison. Weihnachtsgebäck bei 25 Grad im Schatten. Über Sinn und Unsinn solcher frühen Verkäufe mag man trefflich streiten. Interessant ist aber ein anderer Aspekt. Der Verbraucher mag es lieber billig, koste es, was es wolle. Darum wird auch bei den Weihnachtsnaschereien dort am häufigsten konsumiert, wo es billig ist. Alle wissen, dass billig eben nicht immer preiswert bedeutet, doch die „Geiz ist Geil“-Mentalität wirkt noch immer nach.

Manche Zimtsterne sind ungesund

Cumarin ist die Substanz, welche den Duft von Heu und Waldmeister bestimmt und auch in Parfüms gerne eingesetzt wird. In den 1950er Jahren geriet es im Rahmen von Tierversuchen in den Verdacht krebserregend zu sein. Später wurden Leberschäden durch Cumarin diagnostiziert, die aber nur bei wenigen Menschen auftraten. Die Folge waren festgelegte Grenzwerte in Lebensmitteln. Eine Korrektur nach unten erfolgte im Rahmen einer Neubewertung der Gefährlichkeit.

In den Jahren 2005 und 2006 gab es einen großen Medienrummel um Cumarin in Zimt. Überschreitungen der Grenzwerte in den Zimtsternen bis zum 40fachen wurden festgestellt. Die Lebensmittelindustrie reagierte damals erstaunlich schnell und senkte den Anteil von Cumarin. Immerhin ein Zeichen dafür, dass öffentlicher Druck durchaus zu einer Veränderung von Lebensmitteln führen kann.

Zimt ist nicht gleich Zimt. Es gibt den billigen Cassia-Zimt, der sehr hohe Cumarin-Werte aufweist und den teuren Ceylon-Zimt, in dem sich nur geringe Mengen finden. Steht nichts auf der Packung, kann man wohl vom Billig-Zimt ausgehen. Beim Pulver kann man äußerlich keine Unterschiede feststellen. Der billige Zimt in Stangenform dagegen ähnelt einer dicken Borke, während der teure aus mehreren erkennbaren Schichten besteht.

Damals hieß es, schon 20 Gramm belasteter Zimtsterne (drei Kekse) können gesundheitsschädlich für Kleinkinder und Erwachsene sein. Heute ist davon nicht mehr die Rede.

Acrylamid war in aller Munde

Wir kennen die Diskussion noch vom Grillfleisch, aber auch bei Chips. Acrylamid entsteht in einer Reaktion von Kohlenhydraten und Eiweiß, der Maillard-Reaktion. Es soll beim Menschen Krebs auslösen können. Genauere Erkenntnisse gibt es dazu bisher nicht. Eines ist sicher. Durch Absenkung der Brat-, Back- und Grilltemperatur lässt sich die Acrylamidentstehung deutlich minimieren. In Lebkuchen und anderen Weihnachtsleckereien wurde der Acrylamidgehalt in den letzten Jahren deutlich verringert. Eine Gefährdung ist also nicht zu befürchten.

Gefahr durch Adventskalender

Ende November fand die Stiftung Warentest in 24 Schoko-Kalendern für Kinder problematische Ölrückstände. Auffällig waren hier nicht nur die Billigprodukte. Mineralöle stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Quelle für die Verunreinigung war wahrscheinlich das recycelte Verpackungsmaterial. Einerseits wurde prinzipiell vor dem Verzehr gewarnt, andererseits ist es recht unwahrscheinlich, dass Kinder einen Berg von Adventskalendern verspeisen.

Fazit: Nicht alles wird immer so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Panikmache ist nicht angesagt. Trotzdem  kann ein bewusster Blick auf das was man kauft nie ein Fehler sein. Die Wahrscheinlichkeit, bei hochwertigen Produkten auf der Nase zu landen, ist

 

Ralf Salecker

Weihnachten, mehr Konsum, als der Geldbeutel verträgt

Schuldenatlas zeigt für Spandau einen negativen Rekord

Konsum wird zur Schuldenfalle (Foto: Ralf Salecker)

Konsum wird zur Schuldenfalle (Foto: Ralf Salecker)

Während die ganze Welt mit den Problemen der Finanzkrise zu kämpfen hat, scheint Deutschland fast unbeeindruckt seine Wirtschaftsentwicklung steigern zu können. Sogar die Binnennachfrage ist inzwischen gestiegen. Anscheinend geben aber immer mehr Menschen Geld aus, was sie nicht haben. Die Untersuchungen der Creditreform betrachtet die Überschuldung von Erwachsenen in ganz Deutschland. Berlin kommt dabei auf Platz 2 der Schuldnerskala. Rund jeder 10. Erwachsene kann seine Verbindlichkeiten nicht mehr bestreiten. Schaut man sich die Bezirke an, dann weist Spandau die zweithöchste Schuldnerquote auf, Gatow und Kladow einmal ausgenommen.

Wie kann das sein?

Eine immer noch prosperierende Wirtschaft, dazu sinkende Arbeitslosenzahlen, da kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Anscheinend doch! Denn, wie üblich, zeigen blanke Zahlen nur das, was man vorgaukeln will. In diesem Fall entwickelt sich der Arbeitsmarkt nicht für alle gleichermaßen positiv. Eine große Anzahl von Tätigkeiten sind entweder schlecht bezahlt, keine Vollzeitjobs oder beides. Arbeitgeber schalten die Betriebsräte aus, indem sie Arbeitskräfte nur noch über Werkverträge anstellen – nachdem im Bereich der missbrauchten Zeitarbeit nachgebessert werden musste. Das System prekärer Arbeitsverhältnisse scheint nicht zu stoppen.

Die prosperierende Wirtschaft in den letzten Jahren hat zu einem gewissen Nachholbedarf im Konsumverhalten geführt. Dabei sind besonders diejenigen besonders für Anschaffungen anfällig, über die eigene Leistungsgrenze hinausgehen, die in prekären Arbeitsverhältnissen sind. Neben dem Nachholbedarf greift auch die Vorstellung, das eigene Geld lieber in materielle Güter anzulegen, als es bei niedrigen Zinsen zu einem Opfer der Inflation werden zu lassen.

Konsumfalle

Die Feststellung, was als „wertvoll“ angesehen wird, ist dabei sehr unterschiedlich. Zudem führt der Drang nach elektronischen Statussymbolen zu einer „Lustbefriedigung“, die offensichtlich jegliche rationale Handlung blockiert.

Während in den Jahren zuvor Arbeitslosigkeit einer der Hauptauslöser für Überschuldung war, ist nun das aus dem Ruder laufende Konsumverhalten die Ursache mit dem größten Steigerungsfaktor. Im Vergleich zum Vorjahr, wird für das Konsumverhalten als Schuldenfalle eine Steigerung von 31 % prognostiziert. Besonders anfällig scheint die Altersgruppe der 20 bis 29-jährigen. Für den Faktor Arbeitslosigkeit ist dagegen ein Rückgang von 15 %, im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Fast gleichauf zum Konsumverhalten, nehmen auch Scheidungen und Trennungen einen besonderen Platz ein.

„Konsumterror“ Weihnachten

Nicht unerheblich wird der Anteil der kommenden Feiertage sein, wenn am Ende des Jahres Kassensturz gemacht wird und nur ein großes Minus auf dem Konto das niederschmetternde Ergebnis ist.

Entgehen Sie der Versuchung, den Wert eines Geschenkes unabhängig seines Kaufpreises zu betrachten? Schenken Sie bewusst oder auf den letzten Drücker – und dann natürlich teuer? Muss es in diesem Jahr der Fernseher mit 2 Meter Diagonale sein oder die neueste Handy- oder Tablet-PC-Generation?

 

Ralf Salecker

Clever Surfen mit dem Sparberater


Wer bietet den besten Preis?

Shopping und Bummeln gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Frauen und auch vieler Männer. Doch was früher nur in der Stadt möglich war, passiert mittlerweile gehäuft im Internet. Und nicht ohne Grund. Preise vergleichen ist vor dem PC einfacher und schneller. Und wer viel und gerne auf Shopping-Seiten surft, ist mit einer Software gut beraten, die sich Sparberater nennt, denn damit lässt sich der eine oder andere Euro einsparen.

Beim Sparberater handelt es sich um ein Browser-Addon von dem Preisvergleich billiger.de. Er meldet sich nur dann zu Wort, wenn man sich auf einer Internetseite eines Shops befindet. Sieht man sich einen Artikel an, den der Sparberater auch bei anderen Händlern findet, öffnet sich in einer Leiste unterhalb der Menüleiste ein Feld mit nützlichen Informationen, zum Beispiel ob er einen günstigeren Preis findet. Zudem bietet das Addon weitere Informationen zum Produkt, wie Bewertungen oder Produktvideos. Ein nützliches Feature also, das Shoppingbegeisterten unter die Arme greifen kann.

Hier können Sie sich das Add-on Sparberater downloaden: http://www.billiger.de/sparberater/abstract.htm

 

 

 

 

Der größte Ü-Ei-Laden Deutschlands steht in Spandau

Thomas Siebrecht ist der Herr der Ü-Ei-Figuren

Für viele Menschen bestehen die Kinder-Überraschungseier aus Schokolade und einem billigen Spielzeug in einem Plastikei im Inneren. Dieses wird, nachdem das Interesse daran nachlässt, schnell auch wieder entsorgt. Dieses kleine Spielzeug hingegen ist für Thomas Siebrecht Handelsware – und auch ein bisschen Lebensinhalt.

Thomas Siebrecht

Thomas Siebrecht zwischen seinen Ü-Eiern.

Er unterhält in der Jüdenstraße in der Spandauer Altstadt den einzigen Ü-Ei-Laden Berlins und den größten in Deutschland – den Ü-Ei-Punkt Berlin.

Millionen Einzelteile finden in dem kleinen Laden mit dem großen Lager Platz. In kleinen Tüten lagern Schildkröten neben Igeln oder allem was eben mal in einem Ü-Ei zu finden war. „Als wir 1990 hier eingezogen sind, war es wie ein Sechser im Lotto in der Altstadt ein Geschäft zu bekommen“, erzählt Siebrecht. Die Miete betrug damals 4000 DM. Heute ist der kleine Laden in der Jüdenstraße weit ab vom Schuss. Auch deshalb ist Siebrecht seit fünf Jahren mit einem Computerprofi am Werk. Über den Online-Shop werden die Ü-Ei-Figuren nun auch international verkauft.

Die Sammler sterben weg

Aber die Sammler sterben aus. Schon heute sind sie zwischen 40 und 80 Jahren alt. Häufig wird Siebrecht zu

Ue-Ei-Fassade-Spandau

1990 war er froh in der Altstadt einen Laden zu bekommen, heute ist wenig los.

Wohnungsauflösungen gerufen um die Sammlungen abzukaufen. „Ich war schon in Wohnungen, da war kein Platz mehr für Besuch“, erzählt der 50-Jährige. Aber heute sammle ja niemand mehr Irgend etwas. „Das sind doch schon alles kleine Elektrikerkinder. Die sammeln höchstens I-Phones“, meint er halb im Scherz. Heute hätten die Kinder keine Ruhe mehr für Sammlungen.

Dabei sind die älteren Figuren heute bares Geld wert. „Der große Boom kam 1989“, erklärt der Ü-Ei-Fachmann. „Drüben haben die damals alle angefangen zu sammeln. Ältere Sachen kosten deshalb schnell mal über 1000 Euro. Das neue Zeug ist Massenware.“ Er zeigt mir einen Satz mit 10 Pumuckelfiguren. Kürzlich machte er einen Tausch mit einem Geschäftsmann der jahrelang alle Pumuckelsätze in Deutschland aufgekauft hatte. „Heute sammelt er Bonbonfiguren“, sagt Siebrecht abfällig und meint damit die „normalen Figuren“. Er nahm 30.000 Teile aus dem Ü-Ei-Punkt mit und bezahlte mit einem Kultsatz Pumuckelfiguren.

Richtig scharf wäre Siebrecht auf einen kompletten Verkaufssatz, ein Display mit 72 Figuren. „Das gäbe schon mal 10.000 Euro“, meint er ein wenig träumerisch. „Aber das ist wirklich sehr selten.“ Eine Lieblingsfigur hat er jedoch nicht. „Alle meine Lieblingsstücke verkaufe ich – bin ja Händler“, erklärt er. „Wenn du einem Sammler seine Lieblingsfigur kaputt machst –  der stirbt“, wird nachgeschoben. Die Zerrissenheit zwischen Sammlertum und Händlereigenschaften will er wohl nicht erst aufkommen lassen. Das Telefon klingelt. „Ü-Eier kaufen wir nicht“, wehrt Siebrecht ab. Auf den ersten Blick ist er gern ein bisschen bärbeißig, es sind schließlich Ü-Ei-Figuren. „Wie alt ist das denn? Nein Älter ist keine Angabe – von wann? Vor 88 ist interessant.“ Die Anruferin könne ja mal ihre Figuren vorbei bringen, versprechen könne er jedoch nichts, schließt er das Gespräch. So geht es ihm den ganzen Tag. „Manchmal sag ich einfach: tun sie sich einen Gefallen und werfen alles in die gelbe Tonne.“

900 Euro für einen Beipackzettel

Das verrückteste: sogar die kleinen Beipackzettel sind wertvoll. Da sie früher niemand aufhob, werden sie heute ab 200 Euro

Ue-Ei-Pumuckel-Spandau

Die Pumuckelsätze sind selten und dem entsprechend teuer. Fotos (3): Kirsten Stamer

gehandelt. Ein Kunde von ihm, ein reicher Geschäftsmann, hat kürzlich bei einem Freund 35 dieser Zettel erworben – für 900 Euro das Stück! Und bar bezahlt. So etwas gibt es auch noch. Insgesamt geht das Geschäft mit der Sammelleidenschaft jedoch zurück. Die alten Sammler sterben oder können es  sich nicht mehr leisten. „Ich hab manchmal das Gefühl jeder dritte Berliner lebt von Hartz IV“, sagt Siebrecht. Einer seiner Kunden starb kürzlich den perfekten Ü-Ei-Tod: auf einer Ü-Ei-Messe. „Er ist einfach tot umgekippt.“ Danach haben die Erben natürlich die Sammlung an ihn verkauft.

Während unseres Gesprächs geht ein älterer Mann in den Laden und verschwindet ohne einen Gruß im Hinterzimmer. Er kommt auch nicht wieder zurück. Irgendwann frage ich irritiert nach. „Da hinten sind die Erwachsenenfilme“, klärt mich Siebrecht auf. Noch ist der Ü-Ei-Punkt auch Videothek, aber mit dem Internet wird dies bald der Vergangenheit angehören. „Als wir aufgemacht haben, haben sie uns wegen den Videos den Laden eingerannt, heute macht es noch etwa 20 Prozent des Umsatzes aus.“ Siebrecht, ehemaliger Berliner Meister im Bodybuilding, machte sich schon mit 19 selbstständig und ist kürzlich 50 geworden. Einen Plan B hat er nicht und über die zu erwartende Rente macht er sich auch keine Illusionen. Es muss also weitergehen. Das Geld kommt nun vor allem von reichen Russen oder europäischen Geschäftsleuten. Immer mehr läuft über das Internet. So musste sich der eingefleischte Internethasser Siebrecht auch damit auseinander setzen. Aber es gibt auch schöne Tage, zu Weihnachten in etwa hat er zwei Sätze der Olympiade der Schlümpfe verkauft – zu 1500 Euro je Satz.

Kirsten Stamer

Das bringt der Sommer: Schuhtrends für modebewusste Spandauerinnen


Von Bast über Blumen zu Metallic, in diesem Jahr wird das Unmögliche kombiniert

Schreiend bunte Farben. Schauen Sie mich an“, sagt Monika Ackermann. Die Filialleiterin der EGA, mit dem Slogan: „Schuhmode und mehr…“, in der Spandauer Altstadt, ist völlig in Pink und Orange gekleidet.

Der Keilabsatz mit Naturstoff ist in diesem Jahr gefragt.

Der Keilabsatz mit Naturstoffen ist in diesem Jahr gefragt.

Dem Schuhfachgeschäft ist es wichtig, dass die Mitarbeiterinnen die neuen Schuh- und Modetrends verinnerlichen. Zu diesem Zweck veranstalten sie eigens Modenschauen und Präsentationen unter den Angestellten. Man sieht: es wirkt. Neben den bunten Farben wie Rot, Hellblau, Orange, Apricot oder sogar Hautfarben sind Bast-Keilabsätze in diesem Jahr der Renner.

Keilabsätze gibt es in sämtlichen Schuhformen“, erklärt eine EGA-Mitarbeiterin, „als Sandale, Pumps oder sogar als Schnürschuh“. Auch in der Kleidung kämen die 20er wieder. „Röcke und Kleider knielang, Pastelltöne und die bunten Röcke der 80er.“ All das ist dieses Jahr voll im Trend. Auch mit großen Blumenprints oder Tiegerdrucken kann man glänzen. Paisley-Prints sind im Kommen. Dazu viel Metallic und Glanz. „Schwarz-Weiß war natürlich auch noch nie out“, versichert die Schuhverkäuferin. Allerdings gehe der Trend hier in diesem Jahr weg von den großen auffälligen Drucken.

Monika Ackermann von EGA in den Trendfarben.

Monika Ackermann von EGA in den Trendfarben.

„Der Schwarz-Weiß- und Marine-Look kommt in diesem Jahr ohne grobe Muster und mit vielen klaren Linien“, verrät sie.

Mode zum wohlfühlen

Sogar ein Heft für den internen Gebrauch haben sie zusammengestellt. Jeder Mitarbeiter soll die neuen Trends verinnerlichen. „Natürlich muss man sich in der Mode auch wohlfühlen“, gibt Ackermann zu bedenken. Deswegen werden die Kunden beim Kauf individuell beraten. „Wir fragen auch schon mal nach was schon im Schrank hängt.“

Im Trend: Hidden Wedge Sneaker

Auch bei Quick Schuh ist man von den Keilabsätzen überzeugt. „Außerdem trägt man Farben zusammen, die man sonst nie kombiniert hätte“, verrät mir die Verkäuferin. „Etwa Rot und Orange oder Rot und Blau.“ Außerdem würden sportliche Schuhe zu eleganten Sachen getragen. Gegensätze seien gefragt. Der Trend für die Männer sei die Chino-Hose, unten eng und oben weit, mit Bundfalten.

Hauptsache schön bunt.

Hauptsache schön bunt.

Dazu Mokassins oder ein eleganter Schuh. „Schön flippig“, stellt sie fest.
Ebenfalls ein Trend seien die Hidden Wedge Sneaker, Schuhe die wie normale Turnschuhe aussehen, jedoch einen Absatz eingebaut haben. Sie seien Aufgrund der durchgehenden Sohle bequemer als normale High Heels und streckten dennoch das Bein.

Kirsten Stamer

Galerie Spandow: zeitgenössischer Schmuck trifft Kunst und Kultur


Das Team um Helge Mischler bietet Beratung und Können

Kette von Susanna Kuschek-Galerie Spandow

Bei Design ist das Material egal: hier eine Kette von Susanna Kuschek

„Wenn das Design gut ist, ist das Material egal.“ Helge Mischler, seit 2002 Leiter der Galerie Spandow will weniger den industriell gefertigten Schmuck; er setzt auf Design. In der kleinen Galerie im Hof hinter dem Haus des Juweliergeschäftes Brose gibt es deshalb sowohl Schmuck aus Kunststoff, als auch Stücke aus Platin mit Brillanten.
Katrin Germershausen, über die wir schon im März letzten Jahres berichteten, betreibt neben dem Juweliergeschäft einen Kunstsalon und eine Goldschmiedewerkstatt; die 1987 von ihr gegründete Galerie Spandow, als Teil der Wilhelm Brose GmbH. Der Name Spandow ist der alte slawische Name für Spandau und passt zur Galerie im ehemaligen Pferdestall, des um 1760 entstandenen Gemäuers.

Erbstücke umarbeiten oder einschmelzen

Außenansicht der Galerie Spandow

Die Galerie liegt im Hinterhof des Juweliers Brose.

Helge Mischler kam 1989 in das Geschäft und war seit 1995 Geschäftsleiter für den Bereich Schmuck. Der heutige Leiter der Galerie Spandow geht immer wieder selbst auf die Suche, um neue Designer zu finden. Er will wissen, welche Person hinter dem Schmuckstück steht. Kleine Designer aus Deutschland, Belgien und der Schweiz ohne eigene Galerie stellen dann hier in Spandau aus. Außerdem bietet die Galerie mit der eigenen Goldschmiedewerkstatt die Reparatur, Umarbeitung und Neuanfertigung von Schmuckstücken. „Wir haben viele Kunden, vor allem aus Spandau, die mit Familienerbstücken zu uns kommen“, erzählt Mischler. Hier werden sie dann Beraten. Was will man aus dem Stück machen? Welche Erinnerungen hängen daran? Will man es bewahren und umarbeiten lassen oder soll es eingeschmolzen werden und als etwas Neues auferstehen? Und zu allerletzt: könnte man sich vorstellen, was der Verstorbene wollen würde? All diese Fragen werden im Kundengespräch berücksichtigt. „Wir fragen nicht nur: Was wollen Sie und wie viel darf es kosten?“, erklärt Mischler. Viele Treue Kunden schätzten diese Herangehensweise.

Der besondere Trauring

Eheringe Galerie Spandow

Hier gibt es den besonderen Trauring. In diesem Fall ein Platin-Roségold-Ring von Heinrich & Denzel. Fotos (3): Galarie Spandow

Ein weiteres Augenmerk der Galerie Spandow liegt auf Trauringen. Dabei soll sich der Trauring abheben vom Einheitseinerlei und das Besondere bieten. Viele der besonderen Ringe sind direkt vor Ort zu haben, aber auch für Eigenkreationen sind die jeweils zwei Goldschmiedegesellinnen und -meisterinnen offen. Mischler ist als Leiter, der einzige Mann im Team. Er sieht einen deutlichen Zuwachs im hochwertigen Segment. „Viele Menschen wissen es zu schätzen, dass wir etwas besonders machen“. Wer heute heirate, wolle sich jeden Tag an seinem besonderen Trauring erfreuen, nebensächlich was er koste. Aber auch günstig könne man in der Galerie tolle Ideen umsetzen. „Wir definieren uns nicht über den Preis“, meint Mischler. Er sieht das so: „Ein Produkt hat ein gutes Design und dazu gibt es dann einen angemessenen Preis.“
In diesem Jahr feiert die Galerie Spandow ihr 25-jähriges Bestehen, dazu wird, wie schon zum 120-jährigen Jubiläum von Brose ein eigener Katalog herausgegeben werden. Außerdem wird in der ersten Septemberwoche, während des Spandauer Weinfestes, ein Hoffest gefeiert.
Hofkonzerte finden jeden Sommer in Zusammenarbeit mit dem Klassik in Spandau e.V. statt und die nächste Ausstellung in der Galerie Spandow gibt es ab dem achten März mit Schmuck von Mike Kircher und Malerei von Aan de Veex.
Katrin Germershausen wolle Spandau etwas bieten, erklärt mir Mischler, das Kulturangebot hier sei ja etwas dünn. Privat, ohne Zuschüsse sei man so innerhalb der Jahre zur Kulturinstanz in Spandau geworden. Zeitgenössischer Schmuck trifft Kunst und Kultur, ein Erfolgsrezept.

Kirsten Stamer

RUNNERS POINT jetzt auch in den Spandau Arcaden


Neueröffnung am 26.01.2012 mit 20 % Rabattaktion

Am 26. Januar wird in den Spandau Arcaden eine neue Filiale von RUNNERS POINT eröffnet. Besonders interssant für Schnäppchenjäger: Bis zum 28.01.2012 wird auf alle Artikel 20 % Rabatt gewährt.

RUNNERS POINT vertreibt nicht nur Schuh- und Textilmode im Laufsportsegment, sondern bietet auch eine große Auswahl an modischen Sneakers. Das Lifestyle-Sortiment richtet sich vor allem an junge, trendige Zeitgenossen.

Der ehemalige Leichtathlet und diplomierte Sportökonom Heiko Plorinn ist neuer Franchise-Partner von Runners POINT und zuständig für die Filiale Berlin-Spandau. Er hat bereits langjährige Erfahrung im deutschen Sporteinzelhandel und sieht seiner neuen Aufgabe mit freudiger Erwartung entgegen. Er und seine Kollegen können auf eigene Erfahrungen als Läufer und Triathleten zurückgreifen.

“Wir sehen uns als kompetenter Ansprechpartner für den Freizeitsportler und -kunden, aber auch, dank sportmedizinischer Vorbildung, als direkten Gesprächspartner für unsere ambitionierten Gäste. Hier hilft uns die Geschäftsausstattung mit Laufband, Videoanalyse, Fußmessplatte dabei den richtigen Schuh zu finden. Doch auch Lauftextilien, Ernährung und Pulsuhren sind darüber hinaus im Angebot zu finden”, so beschreibt Heiko Plorinn sein Angebot.

Der Sportschuhspezialist RUNNERS POINT will im Jahr 2012 mit noch weiteren 12 Franchise-Stores sein deutsches Filialnetz erweitern. In Berlin ist RUNNERS POINT bereits mit 7 Filialen vertreten.

Spandau Arcaden
Klosterstraße 3,  13581 Berlin
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Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10:00 bis 21:00 Uhr und am verkaufsoffenen Sonntag, 29.01.2012 von 13:00 – 18:00

Ute Kempf

Was verschenken die Spandauer zum Muttertag?

In der Altstadt gibt es die klassischen Geschenke: vom Parfüm über Schokolade bis zu Blumen

An jedem zweiten Sonntag im Mai wird in Deutschland Muttertag gefeiert.

In Fahrenkrug's Parfümerie

In Fahrenkrug's Parfümerie gibt es für die Kunden eine Muttertags-CD

In diesem Jahr fällt der Tag zu Ehren der Mutter so auf den 13. Mai. Bereits 1923 von den Blumenhändlern eingeführt, wurde der Ehrentag im Dritten Reich von den Nazis instrumentalisiert und später wieder als nicht gesetzlicher Feiertag gefeiert.

Wir haben einmal in den Geschäften der Spandauer Altstadt nachgefragt: Was wird besonders gern gekauft? Und vor allem: Wer kauft was?

Parfüm, Bodylotion und Badesalz

In Fahrenkrug’s Pafümerie ist Manuela Fricke perfekt auf den Muttertag vorbereitet. Am Freitag und Samstag vor dem Muttertag bekommen alle Kosmetikkunden bei ihr eine Muttertags-CD der Kosmetikmarke „Juvena“. Hier kaufen vor allem viele Männer Geschenke für ihre Frauen. Das Alter der einkaufenden Frauen liegt jedoch jenseits der 40.

Anders ist das in der Douglas Filiale in der Carl-Schurz-Straße, hier kaufen viele jüngere Männer mit ihrer Frau oder Freundin ein. Diese kauft dann etwas für ihre Mutter und gibt unauffällig den Wink mit dem Zaunpfahl über die eigenen Wünsche.

In der Altstadt wird für den Muttertag geworben.

In der Altstadt wird für den Muttertag geworben.

„Am Donnerstag sind viele Frauen gekommen, die Männer sind immer etwas zögerlich“, verrät mir die Verkäuferin. Vor allem die altbekannten Parfüms wie „Miracle“ oder  „Trésor“ werden gern gekauft um sicherzugehen, dass die Mutter es auch mag. „Häufig wird auch etwas zum Verwöhnen gekauft: Badesalz, Bodylotion oder Duschgel zum Beispiel“. Was der Douglas-Angestellten jedoch nicht gefällt: Sie hört immer wieder, es sei ja „nur“ Muttertag. Hier wollen die Kunden dann auch nicht so viel ausgeben wie zum Beispiel zu einem Geburtstag.

Frühstück oder etwas Süßes

Häufig wird die Mutter zu ihrem Ehrentag auch ausgeführt. Etwa 30 Reservationen zum Muttertagsfrühstück kann zum Beispiel das Altstadt Cafe an der Nikolaikirche zählen. Natürlich bereiten auch viele Kinder der Mutter Zuhause selbst das Frühstück.

Kinder setzten beim Geschenk häufig auf etwas Süßes. In den Schokoladenläden in der Altstadt werden Pralinen, Maikäfer oder Herzchen gekauft. Auch im Bärenland kaufen viele Kinder für ihre Mütter ein. Hier gibt es Gummibärenpizza in Herzform oder Proseccogummibärchen im passenden Glas.

Blumen, Blumen, Blumen

Väter setzen vor allem auf den klassischen Rosenstrauß. Eddi, vom Blumenstand auf dem Marktplatz ist jedoch mit den Reaktionen der Blumenindustrie nicht einverstanden.

Alternativ zu den Schnittblumen

Alternativ zu den Schnittblumen werden auf dem Markt auch Rosen-Bäumchen oder Ampeln angeboten. Fotos (3): Kirsten Stamer

„Die Blumenhändler heben die Preise zum Muttertag oft um das doppelte an“, beklagt er sich. Auch sein Stand muss da nachziehen, denn: „Wir können ja nicht unter Einkaufspreis verkaufen“. Seiner Meinung nach sollte ohnehin jeden Tag Muttertag sein, die Dankbarkeit auf einen Tag im Jahr zu beschränken scheint ihm nicht rechtens.

„Oft muss es dann auch noch schnell gehen“, meint er über die Kunden. Da werde dann schnell mal wahllos eine Blumenampel gegriffen und fertig sei das Muttertagsgeschenk. „Schnell mal beim Vorbeigehen, bloß keine Zeit verschwenden.“ Trotzdem freut auch er sich sicher über das Muttertagsgeschäft.

Kirsten Stamer

Ausgefallene Leckereien bei VOM FASS in der Spandauer Altstadt


Holger und Silvia Wolinski verkaufen seit Mai 2010 in der Breiten Straße

Holger Wolinski

Holger Wolinski packt seine Flaschen aus.

Das Ausgefallenste was wir mal gemacht haben, waren Hochzeitstischkarten“, erzählt Silvia Wolinski. Auf kleine dreieckige Flaschen wurden die Namen der Hochzeitsgäste und das Datum graviert. Für die Erwachsenen gab es Kirschlikör, für die Kinder Kirschsaft. „Die Dame war völlig begeistert, sie macht heute noch Werbung für uns“, meint Wolinski. Die Franchise-Filiale VOM FASS in Spandau ist eben immer für eine Geschenkidee gut. Hier kann alles probiert werden und in kleinen Mengen abgefüllt. „Der teuerste Whisky kostet bei uns im Moment 150 Euro die Flasche“, erklärt Holger Wolinski. Bei VOM FASS kann man aber auch kleine Mengen vom Extravaganten suchen. „Sie können ja auch 100 Milliliter Whisky kaufen“, meint Wolinski.

 

Von Handys zu Spirituosen

Seit Mai 2010 betreibt das Ehepaar in der Breiten Straße ihren kleinen Laden mit Wein, Essig, Spirituosen und ein bisschen Feinkost, wie zum Beispiel Oliven, Salze oder Wildterrinen. „Wir waren vorher auch schon selbstständig und brauchten etwas neues“, erzählt Wolinski, „da haben wir uns eben für etwas Leckeres entschieden“. Das Paar kocht gern und kann so Rezeptideen aus eigener Erfahrung weitergeben. Das hatten wir schon in unserem Herbstartikel festgestellt. Damals hatten die beiden Kürbiskernöl auf Vanilleeis empfohlen. Seine Frau habe schon länger die Idee mit VOM FASS im Kopf gehabt und so habe man eben angefangen. Der studierte Wirtschaftsingenieur mit kaufmännischer

VOM FASS Auto

Die Flaschen gibt es in den Ausgefallensten Variationen und Kombinationen.

Ausbildung hatte zuletzt Handys repariert, nun verkauft er Flüssiges in Flaschen. Diese kann man hier natürlich auch erwerben. Von 50 Cent für den kleinen Geldbeutel reichen die Preise für eine Schmuckflasche auch schon mal an die 50 Euro heran. Dabei sind aber auch besonders schöne Exemplare mit Glasschiffen- oder figuren und Autos in den Flaschen oder Holzkränen und Schneemobilen als Untersatz. Man kann aber auch eigene Flaschen zum Abfüllen mitbringen. „Nur die vergesslichen Leute kaufen jedes Mal eine neue Flasche“, meint Holger Wolinski scherzhaft.

Alles rund um Essig, Wein und Liköre

Vor allem für den ausgefallenen Geschmack findet der Spandauer hier alles was das Herz begehrt. Ob Lebkuchen-Sahnelikör, Marzipan-Sahnelikör oder jetzt zu Weihnachten Likör mit Bratapfel, alles kann ab 100 Millilitern einzeln abgefüllt werden.

80 Prozent der Essige und Liköre werden VOM FASS selbst hergestellt“, erzählt Wolinski. Der 46-Jährige und seine Frau

VOM FASS Schuhe

Abgefüllt wird je nach Wunsch, aber auch kleine Mitbringsel stehen schon bereit. Fotos (3): Kirsten Stamer

Silvia, die „ein bisschen älter“ ist, betreiben den Laden mit viel Engagement. Als ich komme, tragen sie gerade die morgendliche Lieferung herein, viele leere Flaschen müssen ausgepackt und in die Regale gestellt werden. In der letzten Woche haben sie einen Wein- und Geschenkebasar mit einer öffentlichen Weinprobe veranstaltet und ab dem nächsten Jahr gibt es wieder Whisky-Kurse und Ölabende, bei der die Besucher etwas über die verschiedenen Flüssigkeiten lernen und sie natürlich auch probieren können. Whisky-Kurse gibt es übrigens für Einsteiger oder Fans. Die Wolinskis gehören auf jeden Fall zu letzterem.

VOM FASS Berlin-Spandau

Breite Straße 47

Tel: 030/33002300

Kirsten Stamer

Fotoshop H & H der Spandauer Adamstraße


Service und alte Schätze vom Fachmann

„Die Adamstraße hatte mal einen besseren Ruf“, bedauert Frank Haase, vom Fotoshop H & H. „Nebenan war mal ein hochwertiger Herrenausstatter, heute ist dort ein Casino.“ Am schlimmsten sei für die Straße aber das Wegfallen der Post gewesen. „Früher konnte man durch die Adamstraße schlendern“, bestätigt auch sein Kollege Thorsten Hinze. Mit Bäcker,

Frank Haase

Frank Haase mit einer der alten Kameras.

Fleischer und dem Kauf einer Zeitung habe man morgens hier seine Runden gedreht. Heute ist alles weg. „Was soll die Leute noch in unsere Straße ziehen?“, fragt sich  Haase. Für ihn bedeutet das mehr Internetverkauf. Über ebay bemüht er sich, seine kleinen Schätzchen loszuwerden. Alte Rollei Kameras, Leicas oder auch einmal das ein oder andere begehrte Sammlerstück von Robot.

Nach der Insolvenz von Foto-Klinke

Ursprünglich waren Haase und Hinze Angestellte einer großen Kette: Foto-Klinke. Als Filialleiter wurden sie im Jahr 2002 von der Zentrale angerufen und einbestellt. „Ihr braucht morgen nicht mehr zu kommen, die Firma ist insolvent“, erinnert sich Haase an die schockierende Nachricht. Was solle man da machen, mit Mitte 40 – noch einmal Bewerbungen schreiben? Wo doch über 100 Mitbewerber – die ehemaligen Foto-Klinke Angestellten – einen Job suchten? – Nein, beschloss Frank Haase und rief seinen Kollegen Thorsten Hinze an. „Traust du dich in die Selbstständigkeit?“ Er traute sich. Und so eröffneten die beiden noch 2002 den Fotoshop H & H in der Adamstraße. Eine GbR, für die sie zunächst einmal das Geld bei den Banken besorgen mussten. „Das kann ja nichts werden, haben uns so zwei Jungspunde bei der Investitionsbank gesagt, sie haben ja kein Geld“, erzählt Haase, „na deswegen sind wir ja auf der Bank, meinte ich“. Mit der Volksbank, Bürgen und Eigenkapital haben die beiden dann trotz der Hindernisse mit dem eigenen Laden anfangen können. „Wir wollten das Gelernte einfach weitermachen“, erklärt Hinze, „das, was wir können, wir waren ja keine Laien“.

Mit gebrauchten Kameras läuft es besser

Fassade Fotoshop H&H

Leider ist heute in der Adamstraße nicht mehr so viel los wie früher.

Im Laufe der Jahre stellten sie fest, dass der Verkauf neuer Ware fürs Überleben nicht ausreichte. Die neuen Kameras waren einfach zu vergleichbar. Also spezialisierten sie sich auf gebrauchte Fotosachen. Hier in der Adamstraße findet man neben Kameras jeden Alters, alte und neue Objektive, Kleinteile, wie Filter oder Fototaschen und vor allem jede Menge Beratung. „Manchmal beobachte ich in den großen Ketten den Service, das ist hin und wieder schon haarsträubend. Wenn jemand die Bedienungsanleitung nicht versteht und die Kamera lieber zurückgeben soll, anstatt Beratung zu bekommen“, meint Haase. Hier wird sich für jeden Kunden Zeit genommen. „Wir freuen uns über Kunden die sich mit älteren und analogen Kameras und Raritäten befassen“, erzählt Haase. Manche wollen auch einfach nicht auf digital umsteigen.

„Die meisten unserer Kunden kennen wir mit Namen“, erzählen die Beiden. Viele würden mit Handschlag begrüßt und für ein Schwätzchen muss immer Zeit sein. „Da werden dann schon einmal die Krampfadern gezeigt und der Andere angemessen bedauert“, witzelt Haase.

Interessant wird es auch bei einigen Anrufen. „Da melden sich Leute, die sagen, ich hab da was gefunden, was kriege ich dafür?“, erzählt Fotograf Haase. „Was denn? Ne Alte Kamera. Was für eine? Ne Silberne.“ Manchmal sei es nicht so einfach, den Kunden mehr Informationen zu entlocken. Dabei ist auch bei alten Exemplaren Kamera natürlich nicht gleich Kamera. Es kommt auf das Alter und die Menge der Hergestellten Exemplare an, sowie natürlich auch auf viele andere Einzelheiten. Zum

Frank Haase und Thorsten Hinze

Frank Haase und Thorsten Hinze wagten nach der Insovenz der Fotokette die Selbstständigkeit. Fotos (3): Kirsten Stamer

Beweis, wie viele verschiedene Kameras es gibt, zückt Frank Haase einen zerfledderten orangen Katalog. „Sie kennen doch Polaroid Kameras?“, fragt er und blättert über vier Seiten mit verschiedenen Polaroid Kameras. „Hätten Sie gedacht, dass es davon so viele verschiedene gibt?“

Manchmal gebe es im Laden auch Tränen. Wenn Kunden die Kamera verkaufen, die sie jahrelang im Urlaub begleitet hat. „Aber manchmal ist einfach kein Platz mehr oder die Leute müssen ihr Hobby aufgeben“, dass sei schon traurig. Andererseits finden andere Hobbyfotografen dann hier wieder günstig ihr Arbeitsmaterial. Ganz nach dem neumodischen Recycling-Ansatz.

Frank Haase und Thorsten Hinze GbR
Adamstraße 45
13595 Berlin

Tel:  030 36996850
Email: fotoshophh@web.de

Kirsten Stamer

Wochenmärkte Spandau – aktuelle Öffnungszeiten und Adressen

Wochenmarkt SpandauAuf den Spandauer Wochenmärkten wird nicht nur frisches Obst und Gemüse verkauft. Auch viel Originelles ist dabei. So findet man auch Lammfelle, Puppenkleider und Deko-Artikel. Die Wochenmärkte sind zudem ein beliebter Treffpunkt der Spandauer Bürger. Hier sieht man sich regelmäßig, tauscht sich aus und erfährt dabei so dies und das.

Den Markt in der Spandauer Altstadt gibt es bereits seit rund 20 Jahren. Hier wird an rund 25 Marktständen vor allem Gemüse aus der Umgebung angeboten.

Spandauer Wochenmärkte im Überblick:

Wochenmarkt Rathausvorplatz

(nicht während des Weihnachtsmarktes)
Carl-Schurz-Str. 2/6
13597 Berlin

Mittwoch, 08.00 – 18.00 Uhr
Samstag, 08:00 – 16:00 Uhr

Wochenmarkt Siemensstadt
Quellweg
13629 Berlin

Montag, 14.00 – 18.00 Uhr
Donnerstag, 14.00 – 18.00 Uhr

Wochenmarkt Haselhorst

Wochenmarkt in der Spandauer Altstadt

©brit berlin/www.pixelio.de

Burscheider Weg
13599 Berlin

Dienstag, 08.00 – 13.00 Uhr
Freitag, 08.00 – 13.00 Uhr

Wochenmarkt Hakenfelde
Michelstadter Weg
13587 Berlin

Montag, 08.00 – 12.30 Uhr
Donnerstag, 08.00 – 12.30 Uhr

Wochenmarkt Wilhelmstadt
Brüderstraße
13595 Berlin

Samstag, 08.00 – 13.00 Uhr

Havelländischer Land- und Bauernmarkt
Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V.
Breite Straße 37
13597 Berlin

Dienstag, 09.00 – 19.00 Uhr
Freitag, 09.00 – 19.00 Uhr

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Die Persenning Manufaktur in der Spandauer Dorfstraße

Planen vom Havelgraf


Der Havelgraf erzählt gern: von sich, von der Arbeit oder auch von anderen Dingen.

Thomas Graf am Eingang seiner Werkstatt.

Thomas Graf am Eingang seiner Werkstatt.

Die Werkstatt der Persenning Manufaktur in der Dorfstraße verlasse ich mit einer Tasche, einer Visitenkarte meines neuen Zahnarztes (wenn es nach dem Havelgrafen geht), einem Flyer der Nachbarn (über die ich ja auch einmal schreiben könnte) und um einige Geschichten und Bilder reicher.

Was ist eine Persenning ?

Eine Persenning ist nach dem Duden ein: „Gewebe für Segel, Zelte u.a.; Seemannsspr.: Schutzbezug aus Persenning.“

Thomas Graf hat den Namen Persenning Manufaktur vor allem gewählt, weil ihn sonst niemand hat. Der Wal als Logo ist ein eingetragenes Markenzeichen. „Bei meinem, vor drei Jahren verstorbenen, Vater, dem eigentlichen Havelgrafen, hießen wir noch Bootssattlerei Graf“, erzählt Thomas Graf. Aber nach der Wende hätten sich so viele Werkstätten Bootssattlerei genannt, dass ein neuer Name her musste. Persenning ist für ihn der Oberbegriff für Abdeckplanen aller Art. Zusammen mit Freundin und Mitarbeiterin Petra Andres passt er die Planen an Boote an.


Wie teuer ist eine solche Plane ?

Eine maßgeschneiderte Abdeckplane für ein Kanu ist mit 300 bis 400 Euro gar nicht so teuer wie erwartet. „Unser Steuerberater sagt auch wir verdienen zu wenig“, sagt Graf dazu. Für die niedrigen Preise würden die Kunden allerdings auch aus ganz Deutschland anreisen. Die Boote kommen nicht nur aus Berlin, sondern auch aus Rostock, Halle oder von Rügen. „Es

Petra Andes näht Taschen aus dem Verschnitt der Persenning Manufaktur.

Petra Andes näht Taschen aus dem Verschnitt der Persenning Manufaktur.

wollte sogar einer mit einem Sattelschlepper aus Hamburg kommen, der hat uns im Internet gefunden“, erzählt Petra Andres. Dem Sattelschlepper musste die Manufaktur aber natürlich absagen. Wo sollte in der langen schmalen Einbahnstraße der Dorfstraße ein Sattelschlepper untergebracht werden?

Aus dem Verschnitt werden die Tragetaschen mit dem Wal genäht. „Von dem Verkauf jeder Tasche haben wir bei der Bootsausstellung unter dem Funkturm von zwei Jahren zwei Euro an die Arche gespendet“, erzählt Graf, „das war den Leuten auch wieder nicht recht“. Ob man denn lieber für Tiere als für Kinder spenden wolle, habe er dann gefragt. Auch für die DLRG wurde die letzte Plane vom Havelgraf gespendet.

Was kann man hier so erleben ?

Der verrückteste Auftrag war eine Persenning mit vergoldeten Knöpfen. „Der Kunde wollte etwas besonderes, die Sachen bei uns haben ihm nicht gefallen“, erzählt Graf, „irgendwann hieß es, dann bleiben ja nur noch vergoldete Knöpfe! Und der Kunde sagte tatsächlich: ‘au ja, können Sie das machen?’“ Einer der Knöpfe kostete vor 20 Jahren 25 Mark und so wurde es eine recht teure Plane, aber das war dem Kunden egal.

Für das Anpassen muss es möglichst Windstill sein.

Für das Anpassen muss es möglichst Windstill sein.

Ein übrig gebliebener Knopf ziert heute als Auge den Wal an der Theke in der Werkstatt. Er hängt direkt neben Autogrammkarten von Armin Krug, Johannes Heesters und vielen anderen. „Das ist mein Hobby”, erzählt der Bootssattler. Sein Vater war noch Autosattler und vom Autosattler hat sich der Beruf in die Richtung der Boote entwickelt. „1953 hat mein Vater, Heinz Graf, mit Werner Horn das erste moderne Klappverdeck gebaut“, erzählt Graf, das sei schon eine Pioniertat gewesen. Bei seinem Vater war die Werkstatt, auf dem Gelände des Bootshaus Schütze, auch noch viel vollgestopfter, aber auch jetzt ist sie voll mit Bildern, Planen und Werkzeug aller Art – und Katzen; ein weißer Perserkater läuft dreist mitten über die Arbeitsplatte. „Wir sind auch ein bisschen Gärtnerei und Katzenauffangstation“, erzählt Petra Andes. Auf jeden Fall ist hier immer etwas los. Auch wenn das eine Boot schon seit zwei Wochen am Steg liegt. „Heute ist eine gerade noch verträgliche Windstärke“, erzählt Graf. Sonst könne man die Planen nicht richtig mit Kreide anzeichnen, denn später soll ja auch alles perfekt passen. Deswegen macht er sich jetzt schnell ans Werk, nicht das doch noch wieder ein Sturm aufkommt.

Kirsten Stamer

Qualitätsarbeit bei Schuhmachermeister Krause in der Wilhelmstadt

Schuh-Werkstatt seit einem halben Jahrhundert in der Pichelsdorfer Straße

Wer in das Schaufenster der Schuh-Werkstatt in der Pichelsdorfer Straße blickt, fühlt sich um einige Jahrzehnte zurückversetzt.

Schuhmachermeister Krause in seiner Werkstatt

Schuhmachermeister Krause in seiner Werkstatt

Eine alte handbetriebene Nähmaschine, ein dreibeiniger Schemel, auf dem man sich unwillkürlich eine Melkerin vorstellt, und Schuhe und Stiefel aus allen Epochen laden zum verweilen und anschauen ein. Dass im Schaufenster so viele alte Dinge versammelt sind, liegt nicht an einer verborgenen Sammelwut des Inhabers Norbert Krause; die Schuhwerkstatt gibt es schon so lange. „In diesem Jahr sind wir seit einem halben Jahrhundert in diesem Geschäft“, erzählt mir Schuhmachermeister Krause. Die Schuh-Werkstatt besteht sogar schon seit 1940, aber erst seit 1961 in der Pichelsdorfer Straße 71. Seit 1972 führt Krause die von seinem Vater übernommene Werkstatt in Eigenregie.

Der Meister- und Innungsbetrieb wird geführt von Inhaber Norbert Krause und seiner Frau, außerdem beschäftigt er eine Stepperin, Sylvia Landes und einen Gesellen. Und auch die Angestellten sind der Schuh-Werkstatt schon lange treu; 35 und 15 Jahre arbeiten Sie mittlerweile für die Krauses.

Nur hochwertige Materialien

Stepperin Sylvia Landes arbeitet an einer Handtasche

Stepperin Sylvia Landes arbeitet an einer Handtasche

„Das besondere an unserem Betrieb ist die Verarbeitung hochwertiger Materialien“, erklärt Norbert Krause. Das Leder komme von einem Altgerber in Trier, das beste im Lande. „Altgerberbetriebe gibt es nur noch zwei in Deutschland“, bedauert er. Mit dem alten Gerbeverfahren brauche die Kuhhaut ein Jahr um zu reifen. Das mache dann aber auch die Qualität des Leders aus. Leder hat verschiedene Schichten, wobei diejenige die dem Fell am nächsten liegt die beste ist. „Was heute unter vielen Schuhen klebt ist nahe an Pappe“, bemängelt der Schuhmachermeister. Auch an Gummiprodukten, für Absätze oder die Sohlen von Wanderstiefeln, wird nur das beste verarbeitet. Die Materialien kommen von Conti oder Vibram.

Die hochwertigen Materialien und die exakte Arbeit wissen seit Jahren auch die teuren Schuhgeschäfte am Kudamm zu schätzen. „Wenn die Stiefel 1000 Euro kosten und einmal eine Reparatur oder Änderung anfällt überlassen die ihr Schuhwerk nicht jedem“, erzählt Krause stolz. Da sei Vertrauen gefragt und das habe man sich in vielen Jahrzehnten verdient. Das brachte dem Schuhmachermeister sogar schon einen Beitrag im rbb Format “gleich nebenan”.

Die Stiefelblöcke zur Schaftweitung sind heute auch nicht mehr Standard in den Schuh-Werkstätten. „Es kommen Kunden zu uns, denen hat man gesagt, das geht nicht“. In Wirklichkeit ginge aber vieles. „Man muss das nur richtig besprechen“, und im Zweifelsfall auch nein sagen können: „zur Beratung gehört eben auch das Abraten“, so Krause. Die tägliche Arbeit am Kunden ist es, was dem Meister an seinem Beruf viel Spaß macht. Sich für Probleme Zeit zu nehmen und ein gutes Beratungsgespräch zu führen, werde von den Kunden sehr honoriert. „Das Vertrauen ist hier über Jahrzehnte gewachsen“, erklärt er.


Erneuerungen nach Muster oder Zeichnungen

Aber auch in der praktischen Arbeit wird Norbert Krause und seinem Team nie langweilig. „Manchmal gleicht unsere Arbeit eher einer Restauration als einer Reparatur“, sagt er. Die Kunden fänden auf Trödelmärkten alte Koffer oder Ledertaschen,

Schuhmachermeister Krause mit den teueren Stiefeln einer Kundin

Schuhmachermeister Krause mit den teuren Stiefeln einer Kundin

die kaputten oder fehlenden Teile werden dann nach Muster oder Zeichnung erneuert. Auch hochwertige Ledergürtel werden hier nach Kundenwunsch hergestellt. Das Leder für die Gürtel besteht aus einem Nackenstück des Rindes. Hinten im Lager hat Krause außerdem noch verschiedene Leder für alle möglichen Anlässe parat. Vom dicken Stück aus einem Bullennacken, bis zum dünnen Kalbsleder.

Nur den ganzen Schuh fertigt er heute nicht mehr für die Kunden an. Die an seinen eigenen Füßen sind aber selbst gemacht. „So ein Schuh kostet nach der Arbeit mit dem Vermessen, dem Anfertigen der Leisten, der Schäfte und allem etwa 1500 bis 2000 Euro“. Das ist viel Arbeit und außerdem sei kaum jemand bereit so viel Geld zu zahlen.

Trotzdem gehört der Betrieb zu den Urgesteinen der Wilhelmstadt. „Wir haben einige aus unserer Branche kommen und gehen sehen“, meint Krause. Die Schuh-Werkstatt ist jedoch geblieben. „Wir sind eben ein bisschen anders“.

Schuh-Werkstatt

Norbert Krause, Schuhmachermeister

Pichelsdorfer Straße 71

TEl: 030/3616835

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8-18 Uhr, Samstags: 8-13 Uhr

Kirsten Stamer